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Nirwana
Das Wort bedeutet „Erlöschen“ (wörtlich „verwehen“), von einigen Buddhisten auch aufgefasst als „erfassen“ im Sinne von verstehen im Sinne des Endes aller mit …
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Bedeutung und Grundgedanke
Nirwana oder Nirvana (Sanskrit: nirvāṇa), auf Pali Nibbana, ist ein Schlüsselbegriff des Buddhismus. Es bezeichnet den Austritt aus Samsara, dem Kreislauf von Leiden, Dasein und Wiedergeburten (Reinkarnation), durch Erwachen (Bodhi). Das Wort wird mit „Erlöschen“ beziehungsweise wörtlich „Verwehen“ wiedergegeben. Gemeint ist das Ende der Faktoren, die mit falschen persönlichen Vorstellungen vom Dasein verbunden sind, insbesondere Ich-Sucht, Gier und Anhaften (Upadana).
Nirwana steht dem bedingten Kreislauf des Samsara gegenüber. Es wird als absolute Transzendenz beschrieben: ungeboren, ungeworden, unerschaffen und ungestaltet. Es sei dem Denken, Nachdenken und Reflektieren nicht zugänglich; dort gebe es weder Subjekt noch Objekt, weder Raum noch Zeit, keine Differenzierungen und keine nennbaren Eigenschaften.
Theravada: Loslassen und Meditation
Im Theravada wird Nirwana durch das Loslassen aller Anhaftungen an die Bedingungen des Samsara erreicht. Es muss daher nach manchen Auffassungen nicht erst mit dem Tod eintreten, sondern kann bei entsprechender geistiger oder spiritueller Entwicklung schon zu Lebzeiten verwirklicht werden: als Zustand eines Arhat.
Der historische Buddha nennt Nirwana im Suttapitaka „das höchste Glück“. Dieses Wohl unterliegt weder Entstehen noch Vergehen noch Anderswerden. Es ist jedoch kein angenehmes Gefühl, sondern ein Glück jenseits und unabhängig von Gefühlen, Bedingungen und Gestaltungen. Nirwana bedeutet innere Ruhe: Freiheit von Unruhe des Geistes, Wünschen und Denkvoraussetzungen. Es wird als bildlos (animitta), richtungslos (apranihita) und unterscheidungslos (ekalakshana) beschrieben.
Meditierende betrachten intensiv eines der drei Merkmale des Daseins: Unbeständigkeit, Leidhaftigkeit oder Leerheit. Dabei durchlaufen sie Erkenntnisstufen, Vipassanâ-ñâna. Die fortlaufende neutrale Beobachtung von Gefühlen, Sinnesobjekten und Gedanken soll zu zunehmender Loslösung führen. Sie gipfelt im Maggaphala, dem „Moment der Frucht“. Dieser gilt im Theravada als eigentliche Erfahrung des Nirwanas, bewirkt einen „Bruch mit der Welt“ und verändert den Meditierenden. Stärke und Eindringlichkeit dieser Erfahrung bestimmen den Grad der Erlöstheit.
Vier Stufen der Erleuchtung
Der Artikel unterscheidet nach dem Pali-Kanon vier Stufen: Stromeintritt (sotapatti), Einmalwiederkehr (ekadagami), Nichtwiederkehr (anagami) und Arhatschaft (arahatta). Die Angaben dieses Abschnitts sind im Ausgangstext ausdrücklich als nicht hinreichend belegt gekennzeichnet; außerdem wird darauf hingewiesen, dass sich der Pali-Kanon mitunter widerspreche.
Ein Stromeingetretener erfährt Nirwana erstmals. Durch De-Identifikation mit seiner Welt wird er befreit und soll höchstens noch siebenmal wiedergeboren werden. In diesen Wiedergeburten könne er nicht unterhalb der menschlichen Existenz wiederkehren. Ein Einmalwiederkehrer erfährt Nirwana ein zweites Mal tiefer und habe höchstens noch eine Wiedergeburt in der Götter- oder Menschenwelt. Ein Nichtwiederkehrer werde noch einmal wiedergeboren, jedoch im Bereich der „Brahmas“, einer sehr feingestalteten Welt.
Die Arhatschaft gilt als höchste Verwirklichung: Ein Arhat wird nicht erneut geboren. Er lebt zwar noch körperlich, ist aber innerlich befreit und gleichsam außerhalb der Welt. Der Vergleich mit einem Lotosblatt veranschaulicht dies: Wie Wasser das Blatt berührt, ohne daran haften zu bleiben, treffen Wahrnehmungen den Heiligen, erzeugen bei ihm aber keine Anhaftungen.
Mahayana und Madhyamaka
Für die Madhyamaka-Schule hat Nirwana einen positiven Charakter, weil niedere Aspekte des Ich erlöschen. Nagarjuna versteht das wirklich Reale als Shunyata, die Leerheit. Nirwana ist demnach die Erkenntnis dieser Leerheit, aus der und in der alles Vergängliche lebt. Damit verbunden sind ein einheitliches Empfinden und der Einblick in die Einheit von Samsara, Körper, Seele und Geist.
Nirwana kann hier als Freiheit von Anhaftungen an Unglück, Zufriedenheit und Glück verstanden werden. Zugleich beschreibt der Artikel es als Erfahrung von Glückseligkeit im intensiven Wahrnehmen der eigenen Identität mit einem absoluten Bewusstsein. Der Abschnitt ist im Ausgangstext als nicht hinreichend belegt und wissenschaftlich überprüfungsbedürftig markiert.
Missverständnisse und spätere Deutungen
In Westeuropa führte die Übersetzungsgeschichte des Begriffs zu Missverständnissen. Nirwana wurde zunächst als „Nichts“ übertragen. Diese Darstellung gilt im Artikel als irreführend und trug zum Vorwurf bei, der Buddhismus sei eine nihilistische Lehre.
Nyanatiloka Mahathera deutet Nirwana als Leben in Ruhe und Glück: Ein Erleuchteter lebe sanftmütig in einer Welt des Kampfes, suchtlos in einer Welt der Süchte und leidbefreit in einer Welt des Leidens.
Rolf Elberfeld unterscheidet zwei Stufen. Auf der ersten ist der Mensch frei von Begierde und seine karmischen Wirkkräfte sind auf ein Minimum reduziert; körperliche Lebensvorgänge wie Essen, Atmen und Bewegung bestehen aber fort. Die zweite Stufe sei nur mit dem physischen Tod erreichbar. Dann kämen alle fünf Daseinsgruppen zur absoluten Ruhe, und es gebe keine karmischen Wirkungen mehr, die eine Wiedergeburt verursachen könnten. Diese Befreiung vom Lebenskreislauf wird mit Anupadishesha-Nirwana verbunden, einem Ereignis „nach dem Tode“. Parinirvana kann in Mittelindien auch lediglich den Tod eines Mönchs oder einer Nonne bezeichnen.