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Doxologie
Die Doxologie am Schluss des Vaterunsers ist erst später, abgeleitet aus 1 Chr 29,10-11 konnten in der Alten Kirche frei gesprochen sein,
Begriff und Funktion
Eine Doxologie ist ein Fachwort der Liturgie. Sie bezeichnet das feierliche Rühmen der Herrlichkeit Gottes, häufig als Abschluss eines Gebets. Der Begriff wird besonders für liturgische Preisungen in der jüdischen und christlichen Religion verwendet.
In einer Doxologie wird Gott entweder unmittelbar angeredet oder sein Name wird mit verherrlichenden Prädikaten, also preisenden Bezeichnungen, ausgerufen. Die Preisung endet üblicherweise mit einer Ewigkeitsformel und mit dem Amen. Das Amen ist die bestätigende Akklamation, also die zustimmende Antwort, des Volkes.
Doxologien werden häufig am Ende von Gebeten und Psalmen verwendet. In der Alten Kirche konnten sie frei gesprochen werden. In den verschiedenen Traditionen der West- und Ostkirche bildeten sich jedoch einige wenige, regelmäßig wiederkehrende Formeln heraus.
Doxologie beim Vaterunser
Die Doxologie am Schluss des Vaterunsers kam erst später hinzu. Sie wurde aus 1 Chr 29,10–11 EU abgeleitet und gehört daher ursprünglich nicht zum ältesten Gebetstext des Vaterunsers.
In den protestantischen Kirchen wurde der Schluss aus der Didache übernommen:
„Quia tuum est regnum, et potestas, et gloria, in saecula.“
Auf Deutsch lautet die Formel: „Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.“
In der katholischen Kirche folgt diese Doxologie dem Embolismus nach dem Vaterunser. Sie ist dort nicht Bestandteil des Vaterunsers.
Weitere bekannte Formeln
Die trinitarische Doxologie Gloria Patri beschließt beim Stundengebet die einzelnen Psalmen und beim Rosenkranzgebet die einzelnen Gesätze. Sie lautet:
„Gloria Patri et Filio et Spiritui Sancto, sicut erat in principio et nunc et semper et in saecula saeculorum, amen.“
Die deutsche Fassung lautet: „Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.“
Auch die Schlussworte und Teilschlüsse neutestamentlicher Briefe enthalten Doxologien. Beispiele sind Römer 11,36: „Denn aus ihm und durch ihn und auf ihn hin ist die ganze Schöpfung. Ihm sei Ehre in Ewigkeit! Amen.“ In 1. Timotheus 1,17 heißt es: „Dem König der Ewigkeit aber, dem unvergänglichen, unsichtbaren, allein weisen Gott, sei Ehre und Ruhm von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.“
Doxologien stehen außerdem am Abschluss von Orationen, also liturgischen Gebeten, bei der Messfeier und im Stundengebet. Eine lateinische Schlussformel lautet: „Per Dominum nostrum Jesum Christum, Filium tuum, qui tecum vivit et regnat in unitate Spiritus Sancti Deus: per omnia saecula saeculorum. Amen.“ Die deutsche Fassung lautet: „Durch unsern Herrn Jesus Christus, deinen Sohn, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.“ Eine weitere Formel lautet: „Qui vivis et regnas cum Deo Patre in unitate Spiritus Sancti Deus: per omnia saecula saeculorum. Amen.“ Auf Deutsch: „Der du lebst und herrschest mit Gott, dem Vater, in der Einheit des Heiligen Geistes, Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.“
Den Abschluss des Hochgebets der heiligen Messe bildet folgende Doxologie: „Per ipsum, et cum ipso, et in ipso, est tibi Deo Patri omnipotenti, in unitate Spiritus Sancti, omnis honor et gloria per omnia sæcula sæculorum. Amen.“ Die deutsche Fassung lautet: „Durch ihn und mit ihm und in ihm ist Dir, Gott, allmächtiger Vater, in der Einheit des Heiligen Geistes, alle Herrlichkeit und Ehre, jetzt und in Ewigkeit. Amen.“