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Donald Trumps Umgang mit den Medien
Der Umgang des US-Präsidenten Donald Trump mit den Medien und deren Berichterstattung über ihn wird weltweit kontrovers diskutiert.
Inhalt6 Abschnitte
Grundzüge des Medienumgangs
Donald Trumps Umgang mit Medien wird weltweit kontrovers diskutiert. Er nutzt Medien nicht nur zur Verbreitung politischer Botschaften, sondern tritt nach Einschätzung von Beobachtern selbst in Konkurrenz zu den über ihn berichtenden Redaktionen. Kritische Berichte bezeichnete er wiederholt als „Fake News“, also vorgetäuschte oder falsche Nachrichten. Zugleich bevorzugte er Medien, die seine Positionen unterstützten, griff andere Redaktionen und einzelne Journalisten öffentlich an und versuchte teilweise, deren Zugang oder Einfluss einzuschränken.
Sein Verhältnis zu einzelnen Nachrichtensendern änderte sich abhängig von ihrer Berichterstattung. Breitbart News Network, dessen Berichterstattung Steve Bannon maßgeblich steuerte, erhielt im Februar 2017 Zugang zu einem Pressebriefing im Weißen Haus, während unter anderem CNN, die New York Times und die Los Angeles Times ausgeschlossen wurden. Andere Medien boykottierten daraufhin die Veranstaltung. Spiegel Online hatte zuvor kritisiert, dass in Breitbart-Foren Fremdenhass, LGBTQ-Hass, Frauenhass und Rassismus ungefiltert verbreitet werden könnten.
Fox News galt lange als Trumps bevorzugter Sender. Während der Präsidentschaftswahl 2020 geriet der Sender jedoch bei ihm in Ungnade, weil er Wahlergebnisse meldete, ohne Trumps Vorwürfe einer Wahlfälschung zu übernehmen. Trump wandte sich bei Nachrichtensendungen daraufhin stärker One America News zu.
Soziale Netzwerke und direkte Kommunikation
Trump äußerte sich auf X, damals Twitter, häufiger als jeder frühere US-Präsident. Seine fast täglichen, ungefilterten Kurznachrichten bereiteten auch seinen Sicherheits- und Rechtsberatern Probleme. The New Republic bezeichnete ihn im November 2016 als „ersten Twitter-Präsidenten“. Über die Plattform konnte er Medien umgehen, unmittelbar zu Anhängern sprechen und Gegner öffentlich angreifen.
Trump blockierte mehrfach unliebsame Kommentatoren. Das Knight Institute der Columbia-Universität sah darin eine Verletzung des Rechts auf Beteiligung am öffentlichen Diskurs. Ende Mai 2018 entschied ein Gericht in Manhattan, Trumps Konto sei ein öffentliches Forum. Er dürfe Nutzer daher nicht aus politischen Gründen blockieren, weil dies die durch den 1. Zusatzartikel zur US-Verfassung geschützte Redefreiheit einschränke. Die Funktion des Stummschaltens blieb erlaubt.
Am 26. Mai 2020 versah Twitter erstmals eine öffentliche Behauptung Trumps mit einem Faktencheck und bewertete sie als irreführend. Trump reagierte mit einem Dekret, das den durch Section 230 des Communications Decency Act gewährten Schutz sozialer Netzwerke vor Strafverfolgung beenden und die Moderationsbefugnisse der Plattformbetreiber beschneiden sollte.
Nach dem Sturm auf das Kapitol am 6. Januar 2021 sperrte Facebook Trumps Konten bei Facebook und Instagram zunächst für 24 Stunden und verlängerte die Sperre bis zur Amtseinführung Joe Bidens. Twitter sperrte @realDonaldTrump am 8. Januar 2021 wegen des Risikos weiterer Anstiftung zu Gewalt dauerhaft. Im November 2022 ließ Elon Musk das Konto nach einer 24-stündigen Nutzerumfrage wieder freischalten. Rund 15 Millionen von täglich knapp 238 Millionen Nutzern nahmen teil; eine knappe Mehrheit stimmte dafür. Trump erklärte zunächst, auf Truth Social bleiben zu wollen. Ende August 2023 kehrte er dennoch zu X zurück, unter anderem für ein Interview mit Tucker Carlson und zur Veröffentlichung seines Polizeifotos aus dem Bezirksgefängnis von Fulton County.
Druck auf Presse und Meinungsfreiheit
Während Trumps Präsidentschaft wurden mehrere staatliche Maßnahmen gegen Journalisten bekannt. Bei den Protesten nach der Tötung von George Floyd kam es zu polizeilichen Übergriffen auf Pressevertreter. Im Herbst 2020 berichteten Medien über Pläne des Heimatschutzministeriums, Visa ausländischer Korrespondenten auf 240 Tage mit nur einer möglichen Verlängerung zu begrenzen. Beim 2025 von Trump angeordneten Einsatz der Nationalgarde in Los Angeles schossen Polizisten, Nationalgardisten und ICE-Agenten in zahlreichen Fällen auf Journalisten oder bedrängten sie.
Nach dem Attentat auf Charlie Kirk im September 2025 forderte Trump, linke Netzwerke müssten ihre Regierungsfeindlichkeit beenden. Anhänger wie JD Vance, Randy Fine und Nancy Mace verlangten persönliche Konsequenzen und Vergeltung für Menschen, die angeblich „unsensibel“ reagiert hatten. In der Folge verloren unter anderem Piloten, Lehrer, Mediziner und ein Angehöriger des Secret Service wegen unerwünschter Äußerungen in sozialen Netzwerken ihre Arbeitsplätze.
FCC-Chef Brendan Carr forderte die Absetzung von „Jimmy Kimmel Live!“, nachdem die Sendung Trumps Reaktion auf Kirks Ermordung kritisiert hatte. ABC setzte die Sendung unter dem Druck der Regierung unmittelbar ab. Kritiker werteten dies als verfassungswidrige Einflussnahme auf die Meinungsfreiheit. Trump begrüßte die Entscheidung und verlangte auch das Ende der regierungskritischen Late-Night-Shows von Jimmy Fallon und Seth Meyers. Bereits im Juli hatte er das Ende der „Late Show“ mit Stephen Colbert bewirkt.
Am 19. September erklärte Trump einem Journalisten, Sender missbrauchten ihre staatlich erworbenen Lizenzen, wenn sie zu 97 % schlechte Nachrichten über einen überwältigend populären Präsidenten verbreiteten. Dies sei seiner Ansicht nach nicht mehr von der Meinungsfreiheit gedeckt; kritische Berichterstattung über seine Regierung bezeichnete er als „Betrug“ im Auftrag der Demokratischen Partei.
Angriffe, Falschdarstellungen und öffentliche Kontroversen
Trump griff wiederholt einzelne Medienschaffende persönlich an. Nach seiner ersten Fernsehdebatte als Präsidentschaftsbewerber äußerte er sich über Megyn Kelly mit einer Anspielung auf Blut. Im November 2015 ahmte er den körperbehinderten Journalisten Serge F. Kovaleski nach. Im Juni 2017 nannte er Mika Brzezinski die „verrückte Mika mit dem niedrigen IQ“ und ihren Ehemann und Ko-Moderator Joe Scarborough „Psycho Joe“. Die Äußerungen lösten breite Proteste und auch Kritik republikanischer Senatoren aus.
Am 2. Juli 2017 veröffentlichte Trump einen bearbeiteten Wrestling-Clip, in dem er Vince McMahon schlägt; über McMahons Gesicht war das Logo von CNN gelegt. Am 12. Mai 2020 deutete Trump außerdem an, Scarborough habe seine frühere Praktikantin Lori Klausutis ermordet. Rechtsmediziner und Polizei hatten dagegen eindeutig festgestellt, dass die 28-Jährige wegen einer Herzrhythmusstörung bewusstlos geworden und unglücklich gefallen war. Trotz der Kritik des Witwers nahm Trump die Anschuldigung nicht zurück.
Nach Trumps Vereidigung am 20. Januar 2017 berichteten viele Medien, dass vor Ort weniger Menschen anwesend gewesen seien als bei Barack Obamas erster Amtseinführung. Trump und sein Pressesprecher Sean Spicer warfen den Medien eine absichtliche Falschdarstellung vor, obwohl Vergleichsbilder eine weniger gefüllte Fläche vor dem Kapitol als 2009 zeigten. Beraterin Kellyanne Conway verteidigte Spicers Angaben als „alternative Fakten“.
Am 18. Februar 2017 verwies Trump bei der Verteidigung seines Einreiseverbots auf Ereignisse „last night in Sweden“, obwohl kein entsprechender Terroranschlag stattgefunden hatte. Die Aussage führte zu internationalen Nachfragen und ironischen Beiträgen unter dem Hashtag „LastNightinSweden“. Am 19. Februar erklärte Trump, er habe sich auf eine bei Fox News ausgestrahlte Sendung über Flüchtlinge in Schweden bezogen.
In der Nacht zum 31. Mai 2017 beendete Trump einen Tweet mit der unbekannten Zeichenfolge „covfefe“. Allgemein wurde ein Tippfehler für „press coverage“ vermutet, doch Trump ließ die Bedeutung offen. Der Tweet wurde nach rund sechs Stunden und mehr als 100.000 Weiterleitungen gelöscht. Sean Spicer behauptete, ein kleiner Personenkreis kenne die wahre Bedeutung. „Covfefe“ wurde vielfach satirisch verwendet und erreichte bei der Wahl zum deutschen Wort des Jahres 2017 Platz vier. Der COVFEFE Act of 2017 sollte den Presidential Records Act auf soziale Medien ausweiten.
KI-generierte politische Bilder
Trump verbreitete mehrfach KI-generierte Bilder und Videos. Dazu gehörten ein am 26. Februar 2025 auf Truth Social veröffentlichtes, ursprünglich als Parodie gedachtes Video über ein wohlhabendes Gaza unter Trump sowie Selbstdarstellungen als Papst am 3. Mai 2025 und als Jedi am 4. Mai 2025. Im April 2026 veröffentlichte er ein vielfach als Darstellung seiner Person als Jesus verstandenes Bild. Nach Blasphemie-Vorwürfen löschte er es und erklärte, es habe ihn „als Arzt“ zeigen sollen. Bereits am 15. August 2024 hatte er ein KI-Video geteilt, in dem er und Elon Musk zu „Stayin’ Alive“ tanzen.
KI-Inhalte dienten auch Angriffen auf politische Gegner. Am 20. Juli 2025 veröffentlichte Trump ein Video einer erfundenen Verhaftung Barack Obamas. Am 18. August 2024 zeigte ein generiertes Bild Kamala Harris bei einer Rede vor einem Stadion voller Kommunisten. Journalist Matt Ford zufolge waren solche Inhalte zwar relativ klar als KI-Erzeugnisse erkennbar, lenkten aber erfolgreich Aufmerksamkeit auf Trumps Positionen. Sie könnten zudem Zweifel an der Echtheit realer Bilder der Gegenseite fördern. Trump behauptete etwa fälschlich, Harris habe Bilder ihrer Anhänger mithilfe von KI verändert, um eine größere Menschenmenge vorzutäuschen.
Der Bildwissenschaftler Roland Meyer argumentiert, generative KI eigne sich besonders zur Verbreitung politisch rechter Positionen, weil ihre Trainingsstruktur Stereotype reproduziere und verstärke. Ihre Ästhetik sei außerdem nicht frei von ideologischen Überzeugungen und beruhe auf einer Logik der Ausbeutung und Expansion.
Konflikt mit der BBC
Im November 2025 drohte Trump der British Broadcasting Corporation mit einer Klage und forderte eine Milliardensumme. Anlass war der irreführende Zusammenschnitt einer Rede Trumps vom 6. Januar 2021, den die BBC in der Sendung „Panorama“ verwendet hatte. Die Sendung war kurz vor der Präsidentschaftswahl im November 2024 ausgestrahlt worden. Bereits vor Trumps Klagedrohung waren BBC-Generaldirektor Tim Davie und Nachrichtenchefin Deborah Turness wegen des Zusammenschnitts zurückgetreten.