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Truth Social
Truth Social (frühere Eigenschreibweise TRUTH Social oder auch TRUTH SOCIAL) ist eine US-amerikanische Social-Media-Plattform und Mikroblogging-Website.
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Kernidee und Einordnung
Truth Social ist eine US-amerikanische Social-Media-Plattform und Mikroblogging-Website. Nutzer veröffentlichen kurze Beiträge, teilen Inhalte anderer Nutzer und folgen einem Nachrichtenstrom. Die Plattform gehört der 2021 gegründeten Trump Media & Technology Group (TMTG) mit Sitz in Palm Beach in den Vereinigten Staaten. Gründer ist Donald Trump; bis 2026 wurde die TMTG von dem früheren republikanischen Politiker Devin Nunes geführt.
Truth Social wird als Versuch Donald Trumps verstanden, ein eigenes soziales Netzwerk aufzubauen. Hintergrund war, dass mehrere große Plattformen Trump nach dem Sturm auf das Kapitol der Vereinigten Staaten am 6. Januar 2021 gesperrt hatten. Das offizielle Motto lautet „Follow the Truth“. Die Plattform ist seit dem 21. Februar 2022 online und erfordert eine Registrierung.
Entstehung und Start
Nach dem Sturm auf das Kapitol am 6. Januar 2021 sperrten unter anderem Twitter, Facebook und Instagram Donald Trump. Sie begründeten dies damit, dass Trump mit seinen Aussagen zu den Unruhen beigetragen habe, bei denen mehrere Menschen ums Leben kamen. Trump kündigte daraufhin ein eigenes soziales Netzwerk an und gründete die Trump Media & Technology Group.
Am 20. Oktober 2021 kündigte TMTG an, Truth Social solle im ersten Quartal 2022 öffentlich starten. Eine begrenzte Beta-Version für November 2021 wurde angekündigt, aber nicht durchgeführt. Ebenfalls angekündigt wurde ein Börsengang der TMTG über eine Fusion mit einer Special Purpose Acquisition Company (SPAC). Eine SPAC ist eine Börsengesellschaft, die gegründet wird, um später mit einem anderen Unternehmen zu fusionieren und dieses so an die Börse zu bringen.
Nach der Ankündigung wurden mit dem Unternehmen verbundene Domains und eine offenbar öffentlich zugängliche mobile Beta-Version von Mitgliedern der Gruppe Anonymous gefunden und mit gefälschten Profilen belegt. Im Dezember 2021 wurde bekannt, dass die Vereinbarung mit der SPAC Digital World Acquisition Corp. (DWAC) von der US-Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) wegen möglicher Unregelmäßigkeiten untersucht werde. Bis Dezember 2021 sammelte TMTG knapp eine Milliarde US-Dollar von privaten Investoren für die Entwicklung der Plattform ein.
Ausbau und Schwierigkeiten
Ab dem 16. Februar 2022 lief ein Betatest mit 500 Teilnehmern. Am 21. Februar 2022, dem Presidents’ Day, erschien die App im Apple App Store. Zunächst war sie nur in den Vereinigten Staaten und auf iOS-Geräten nutzbar.
Mitte März 2022 lag die Zahl der täglichen Nutzerinteraktionen bei 300.000; Twitter hatte im gleichen Zeitraum 217 Millionen Nutzerinteraktionen. Donald Trump selbst nutzte Truth Social in den ersten zwei Monaten kaum, abgesehen von einer Startmeldung: „Seid bereit, euer liebster Präsident wird euch bald sehen“. Anfang April 2022 verließen mit Josh Adams, dem CTO, und Billy Boozer aus der Produktentwicklung zwei Führungskräfte das Unternehmen.
Am 27. April 2022 erreichte Truth Social Platz eins im App Store. Die Web-Version wurde am 19. Mai 2022 in den Vereinigten Staaten veröffentlicht und erlaubte Zugriffe über PC oder Android-Mobilgeräte. Ende August 2022 erschien eine Android-App, erhielt aber zunächst keine Freigabe im Google Play Store. Grund war nach Darstellung des Artikels mangelnde Moderation, besonders bei Hetze und Gewaltandrohungen. Im Oktober 2022 wurde die App durch Google Play freigegeben, nachdem Truth Social seine Moderations-Richtlinien an die Mindestvorgaben von Google angepasst hatte.
Die geplante Fusion mit DWAC stieß ebenfalls auf Probleme. Bis zum 8. September 2022 erreichte DWAC nicht die notwendige Zustimmung von 65 Prozent der Investoren. Durch einen Kapitalzuschuss einer Risikoinvestment-Gruppe wurde die Frist kurzfristig bis zum 10. Oktober 2022 verlängert. Am 23. September 2022 teilte DWAC der Börsenaufsicht mit, dass Investoren bis dahin 138,5 Millionen US-Dollar abgezogen hatten. Am 29. Juni 2023 wurden drei Investoren der Digital World Acquisition Corp. wegen Insiderhandels festgenommen.
Funktionen und Regeln
Auf Truth Social heißen eigene Beiträge „Truths“. Geteilte Beiträge anderer Nutzer heißen „Retruths“. Außerdem bietet die Plattform einen Newsfeed, den „truth feed“, sowie ein Benachrichtigungssystem. Nutzer können Bilder, Videolinks und Artikellinks teilen. Beobachter sehen darin eine starke Orientierung an Twitter, wo Beiträge „Tweets“ und geteilte Beiträge „Retweets“ heißen.
Technisch basiert Truth Social auf Mastodon und Soapbox. Beide sind freie und quelloffene Software, also Programme, deren Quellcode öffentlich verfügbar ist und weiterverwendet werden kann. Sie stehen unter der AGPLv3-Lizenz.
Nach eigenen Angaben will Truth Social „offene, freie und ehrliche Konversation ohne Diskriminierung von politischen Ideologien“ ermöglichen. Donald Trump erklärte, die Plattform solle sich gegen die „Tyrannei“ großer Technologieunternehmen stellen, denen er Zensur vorwirft.
In den Nutzungsbedingungen der ersten Ankündigung im Oktober 2021 hieß es, das Unternehmen sei rechtlich nicht verantwortlich für „den Inhalt, die Richtigkeit, die Anstößigkeit, die Meinungen [oder] die Zuverlässigkeit“ von Nutzerbeiträgen. Kommentatoren wiesen darauf hin, dass diese selbsterklärte Immunität offenbar auf Abschnitt 230 des Communications Decency Act gestützt wurde, ein Gesetz, das Trump während seiner Präsidentschaft entschieden ablehnte. Gleichzeitig behält sich Truth Social vor, Nutzer zu sperren oder wegen veröffentlichter Inhalte zu verklagen, wenn Regeln verletzt werden.
Seit 2026 bietet Truth Social eine kostenpflichtige digitale Schnittstelle, eine API, an. Eine API ist eine Schnittstelle, über die Computerprogramme Daten abrufen oder weiterverarbeiten können. Die Idee ist, Posts schneller und direkter für computergesteuerten Aktienhandel nutzbar zu machen. Interim-CEO Kevin McGurn gab Anfang August bekannt, dass mehr als zehn Kunden für jeweils zwischen 60.000 und 100.000 US-Dollar unter Vertrag genommen wurden.
Reaktionen und Kritik
Beobachter bewerteten Truth Social als Versuch Trumps, eine Alternative zu etablierten Plattformen und ein Sprachrohr für seine eigenen Botschaften zu schaffen. Die Plattform konkurriert nicht nur mit großen sozialen Netzwerken, sondern auch mit alternativen Plattformen wie Gab, Parler, Rumble oder Gettr.
Die Einschätzungen zu den Erfolgsaussichten waren gemischt. Jason Miller, CEO von Gettr und früherer Berater Trumps, lobte Truth Social und vermutete, die Plattform könne Facebook und Twitter Marktanteile abnehmen. CNN bezeichnete sie dagegen als „zum Scheitern verurteilt“, weil es bereits viele ähnliche Plattformen gebe.
Weitere Kritik bezog sich auf mögliche Widersprüche zwischen Anspruch und Regeln. Drew Harwell von der Washington Post fand bemerkenswert, dass in einem von Donald Trump dominierten Medium der exzessive Gebrauch von Großbuchstaben verboten ist. Kritisiert wurde auch, dass Nutzer laut Nutzungsbedingungen die Plattform nicht kritisieren dürften, obwohl Truth Social sich auf freie Meinungsäußerung berufe. Außerdem wurde befürchtet, die Plattform könne ein Ort für Fehlinformationen werden und eine Bedrohung für die Demokratie darstellen.
Der Artikel kennzeichnet Teile des Abschnitts als seit 2022 möglicherweise nicht mehr aktuell. Diese Einschätzungen sind daher als zeitgebundene Reaktionen zu verstehen.
Finanzen und Aktienkurs
Truth Social und seine Muttergesellschaft Trump Media & Technology Group hatten nach den Angaben im Artikel erhebliche finanzielle Schwierigkeiten. Im November 2023 wurde bekannt, dass Truth Social seit der Gründung 2022 einen Verlust von 73 Millionen US-Dollar eingefahren hatte.
Für das erste Quartal 2024 meldete Truth Social nach eigenen Angaben bei einem Umsatz von 770.500 Dollar einen Verlust von 328 Millionen Dollar. Nach der Eröffnung des in New York stattfindenden Strafprozesses wegen Wahlkampfbeeinflussung durch Schweigegeldzahlung am 16. Mai 2024 fiel der Kurs der Truth-Social-tragenden Gesellschaft TMTG um 16 Prozent.
Der Artikel fasst außerdem zusammen, dass die Aktie der Muttergesellschaft seit der Gründung stark an Wert verloren habe und die Gesellschaft seit längerer Zeit nur Verluste einfahre. Devin Nunes wurde im April 2026 als Vorstandsvorsitzender abgelöst.