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Dienstleistungskosten
Dienstleistungskosten (oder Fremdleistungskosten) sind in der Betriebswirtschaftslehre Kosten, die für die Inanspruchnahme von Leistungen oder …
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Begriff und Einordnung
Dienstleistungskosten, auch Fremdleistungskosten genannt, sind Kosten, die einem Unternehmen durch die Nutzung von Leistungen oder Dienstleistungen anderer Wirtschaftssubjekte entstehen. Voraussetzung ist grundsätzlich eine Fremdleistung, die ein anderes Unternehmen erbringt.
In Theorie und Praxis wird die Zuordnung einzelner Kostenarten zu den Dienstleistungskosten unterschiedlich beurteilt. In der Kostenartenrechnung dürfen nur extern bezogene Dienstleistungen erfasst werden, weil dort lediglich Primärkosten berücksichtigt werden. Primärkosten entstehen durch den Bezug von Gütern oder Leistungen von außen. Unternehmensintern erbrachte Dienstleistungen verursachen dagegen Sekundärkosten.
Echte und unechte Dienstleistungskosten
Echte Dienstleistungskosten entstehen unmittelbar durch den Bezug von Dienstleistungen. Dazu gehören beispielsweise Bankgebühren, Beratungs- und Prüfungskosten, Finanzierungskosten, Geschäftsraummiete und Pachtkosten, Informationskosten wie Entgelte für Internet, Post und Telefon, Leasinggebühren, Reisekosten, Kosten für Service-Level-Agreements, Transportkosten und Versicherungsprämien.
Unechte Dienstleistungskosten entstehen innerhalb des Unternehmens, lassen sich aber keinem der Produktionsfaktoren Arbeit, Betriebsmittel oder Werkstoffe zuordnen. Dazu zählen insbesondere Verwaltungskosten, etwa für Personalverwaltung, Rechnungswesen und Informationstechnologie.
Abgrenzung weiterer Kosten
Teilweise werden auch Zahlungen an die öffentliche Hand zu den Dienstleistungskosten gerechnet. Beispiele sind Abgaben wie Sonderabgaben, Beiträge an Berufsgenossenschaften, Industrie- und Handelskammern oder Handwerkskammern sowie Gebühren wie die Abwassergebühr.
Fremdbezogene Energiekosten zählen dagegen nicht zu den Dienstleistungskosten. Energie wird als Betriebsstoff eingeordnet und gehört deshalb zu den Materialkosten.
Fremdbezug, Fertigungstiefe und Kostenentscheidung
Die Höhe der Dienstleistungskosten zeigt, in welchem Umfang ein Unternehmen Fremdleistungen bezieht. Solche Leistungen werden aus technischen oder wirtschaftlichen Gründen von anderen Unternehmen für die eigene Fertigung genutzt.
Erhöht ein Unternehmen seine Fertigungstiefe, übernimmt es also mehr Produktionsschritte selbst, sinken die Fremdleistungen und damit die Dienstleistungskosten. Beim Outsourcing, der Verlagerung von Tätigkeiten an externe Anbieter, gilt das Umgekehrte. Die Gesamtkosten sinken bei höherer Fertigungstiefe jedoch nicht automatisch im gleichen Umfang, weil zugleich die eigenen Herstellungskosten steigen.
Sind die Gesamtkosten bei zusätzlicher Eigenfertigung trotzdem niedriger als zuvor, muss das Unternehmen zwischen Eigenfertigung und Fremdbezug entscheiden. Diese Entscheidung heißt „make or buy“. Das wichtigste Ziel des Fremdbezugs ist die Senkung der Dienstleistungskosten.