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Deutsches Alphabet

Zahl der Buchstaben im Alphabet · 26 Buchstaben – ä, ö, ü und ß werden nicht mitgezählt. · 30 Buchstaben – ä, ö, ü und ß werden mitgezählt. · 27 Buchstaben – ß …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Grundbestand und Geltungsbereich
  2. 2. Entstehung der Sonderbuchstaben
  3. 3. Großes Eszett und Buchstabennamen
  4. 4. Reihenfolge und alphabetische Sortierung
  5. 5. Weitere Zeichen und Buchstabenhäufigkeit
  6. 6. Sonderzeichen in Personennamen

Grundbestand und Geltungsbereich

Das deutsche Alphabet dient zur Schreibung der deutschen Sprache. Es wird in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Liechtenstein und Luxemburg sowie in Gebieten mit deutschsprachigen Minderheiten verwendet.

Es erweitert das lateinische Alphabet um besondere Zeichen. Im heutigen standardisierten Gebrauch gehören dazu:

• die 26 Grundbuchstaben von A bis Z, • die Umlaute Ä, Ö und Ü, • das Eszett ß beziehungsweise seine Großbuchstabenform ẞ.

In der Schweiz und in Liechtenstein wird ß nicht mehr verwendet; dort schreibt man stattdessen ss. Die Namen der Buchstaben haben das neutrale grammatische Geschlecht: „das A“, „das B“ und so weiter.

Wie viele Buchstaben das deutsche Alphabet besitzt, hängt von der verwendeten Definition ab. Groß- und Kleinbuchstaben werden dabei nicht getrennt gezählt: A und a sind zwei Formen desselben Buchstabens. Auch ältere Formen wie das lange s (ſ) und Ligaturen, also Verschmelzungen mehrerer Buchstaben, gelten nicht als zusätzliche Buchstaben.

Üblich sind drei Zählweisen:

• 26 Buchstaben, wenn Ä, Ö, Ü und ß nicht mitgezählt werden, • 30 Buchstaben, wenn diese vier Zeichen mitgezählt werden, • 27 Buchstaben, wenn ß als eigener Buchstabe gilt, die Umlaute aber als Varianten von A, O und U angesehen werden.

Für 30 spricht, dass alle diese Buchstaben zum Schreiben deutscher Wörter benötigt werden. Meist wird dennoch die Zahl 26 genannt, weil nur für A bis Z eine vollständig festgelegte alphabetische Reihenfolge besteht. Ä, Ö, Ü und ß werden dann als zusätzliche Sonderbuchstaben bezeichnet. Im Zusammenhang mit dem großen Eszett wurde ß auch als 27. Buchstabe bezeichnet.

Entstehung der Sonderbuchstaben

Die Umlaute ä, ö und ü entstanden aus der Verbindung von a, o beziehungsweise u mit einem e, das den Umlaut kennzeichnete. In ihrer heutigen Form sind sie seit dem 16. Jahrhundert allgemein gebräuchlich. Seit etwa dem 13. Jahrhundert setzte man unter anderem ein e oder i über den umgelauteten Buchstaben. In der seit dem 16. Jahrhundert zunehmend verwendeten deutschen Kurrentschrift sah das kleine e wie zwei senkrechte Striche aus. Daraus entwickelten sich die heutigen zwei Punkte.

Die Herkunft ist noch an Schreibweisen wie Baedeker, Uerdingen und Oerlikon erkennbar. Stehen Umlautbuchstaben technisch nicht zur Verfügung, werden sie regelmäßig durch ae, oe und ue ersetzt. Auch in Kreuzworträtseln schreibt man meist AE, OE und UE.

Das Eszett ß, auch „scharfes s“, entstand als Ligatur aus dem langen ſ und entweder einem runden s oder einem z. Als die Antiqua-Schrift zu Beginn des 19. Jahrhunderts im deutschen Sprachraum gebräuchlicher wurde, fehlte ihr häufig ein ß. Deshalb wurden viele Drucke des 19. Jahrhunderts ohne dieses Zeichen gesetzt. Die Orthographische Konferenz von 1901 legte fest, dass Schriftgießereien Antiqua-Schriften künftig mit ß ausstatten sollten.

Großes Eszett und Buchstabennamen

In vollständig großgeschriebenen Wörtern wurde ß meist durch SS, früher auch durch SZ ersetzt. In amtlichen Dokumenten verwendete man teilweise dennoch ß, etwa WEIß, damit Namen wie Weiß und Weiss unterscheidbar blieben.

Das große Eszett ẞ wurde am 4. April 2008 als U+1E9E „latin capital letter sharp s“ in Unicode 5.1 aufgenommen und am 24. Juni 2008 in die Norm ISO/IEC 10646. Für die amtliche Schreibung geografischer Namen ist seine Verwendung verbindlich. Am 29. Juni 2017 nahm der Rat für deutsche Rechtschreibung ẞ in das amtliche Regelwerk auf. Seither kann STRAẞE statt STRASSE geschrieben werden; seit 2024 wird STRAẞE bevorzugt.

Die Namen einiger Buchstaben weichen deutlich von ihrem gewöhnlichen Lautwert ab, damit besonders Konsonanten akustisch unterscheidbar sind. Beispiele sind B [beː], F [ɛf], J [jɔt], Q [kuː], V [faʊ], W [veː], X [ɪks], Y ['ʏpsilɔn] und Z [t͡sɛt]. In Österreich heißt J auch [jeː] und Q außerhalb der Mathematik [kveː]. Die Benennung von ẞ/ß ist regional unterschiedlich, unter anderem [ɛs't͡sɛt].

Als ausgeschriebene Bezeichnungen nennt der Duden Jot für J, Ypsilon für Y, Zet oder Zett für Z sowie Eszett oder scharfes S für ß. Beim Buchstabieren können festgelegte Wörter helfen, beispielsweise „Frankfurt“ für F.

Reihenfolge und alphabetische Sortierung

Die feste Grundreihenfolge lautet A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, X, Y, Z. In Darstellungen des vollständigen Alphabets werden Ä, Ö und Ü meist am Ende ergänzt. Das ẞ steht entweder nach S oder gemeinsam mit den Umlauten am Ende.

Beim Sortieren ganzer Wörter gelten besondere Regeln. Die Norm DIN 5007:1991 beschreibt zwei Varianten:

• Bei der Wörterbuch-Sortierung werden Ä, Ö und Ü wie A, O und U behandelt. Daher lautet eine Beispielreihenfolge „Alter, älter, Altes“. ß wird wie ss eingeordnet. • Bei der Telefonbuch-Sortierung für Personennamen gelten Ä, Ö und Ü dagegen wie Ae, Oe und Ue.

Welche Regel anzuwenden ist, hängt somit vom Anwendungsbereich ab. In Österreich werden teilweise andere Normen benutzt.

Weitere Zeichen und Buchstabenhäufigkeit

In Mundarten, historischen Dokumenten und Fremdwörtern kommen weitere Buchstaben und Varianten vor. Französische Fremdwörter enthalten beispielsweise häufig é oder è.

Selten erscheinen besondere Varianten in Eigennamen. Das Trema, also zwei Punkte zur Kennzeichnung einer getrennten Aussprache, kommt als ë oder ï etwa in Aëtius, Piëch, Loë, Niuë, Alëuten und Aïr vor. Die Rechtschreibreform von 1996 behandelt das Trema nicht mehr. Das Zeichen ÿ erscheint als Ligatur ij in Familiennamen wie Meÿer oder Lohmeÿer.

In längeren deutschen Texten ist E der häufigste Buchstabe, gefolgt von N; Q ist am seltensten. Nach dem Artikel verändert die Textart – etwa Lyrik, Prosa oder Bedienungsanleitung – diese Verteilung nicht. Bei Buchstabenpaaren, sogenannten Bigrammen, treten ER und EN am häufigsten auf, besonders am Wortende. Die häufigsten Dreiergruppen oder Trigramme sind SCH und DER.

Sonderzeichen in Personennamen

Umlaute und ß verursachen in Personennamen häufig technische Probleme, weil manche elektronischen Systeme diese Zeichen nicht verarbeiten. Dann werden Ä, Ö, Ü und ß als ae, oe, ue und ss umgeschrieben. In Ausweisen und Reisepässen kann ein Name deshalb zweimal erscheinen: in korrekter Schreibweise und in der maschinenlesbaren Zone in Umschrift, beispielsweise Schröder / SCHROEDER oder Weiß / WEISS.

Da Kreditkarten, Versicherungskarten und andere Dokumente unterschiedliche Formen desselben Namens enthalten können, entstehen besonders im Ausland Verwirrung und gelegentlich der Verdacht einer Dokumentenfälschung. Österreichische Ausweisdokumente können, müssen aber nicht, eine deutsch-, englisch- und französischsprachige Erklärung enthalten, beispielsweise, dass „ö“ dem „OE“ entspricht.

Schon vor der amtlichen Einführung von ẞ wurde empfohlen, ß in Familiennamen zur eindeutigen Unterscheidung auch in Großschreibung zu verwenden, etwa HEINZ GROẞE.

Nach deutschem Namensrecht können Sonderzeichen im Familiennamen ein Grund für eine Namensänderung sein. Auch der Wechsel von Schröder zu Schroeder oder von Weiß zu Weiss zählt als Namensänderung. Am 1. Oktober 1980 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht, dass die technisch bedingte fehlerhafte Wiedergabe eines Sonderzeichens ein wichtiger Grund sein kann. Gegenstand des Verfahrens mit dem Aktenzeichen 7 C 21/78 war die gewünschte Änderung von Götz zu Goetz.

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