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Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft
Die DEG – Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbH (kurz DEG) finanziert als Entwicklungsbank Investitionen privater Unternehmen in …
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Aufgabe und Einordnung
Die DEG – Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbH – ist eine Entwicklungsbank und eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der KfW Bankengruppe. Sie finanziert Investitionen privater Unternehmen in Entwicklungs- und Schwellenländern. Ihre Aufgabe besteht darin, privatwirtschaftliche Strukturen durch langfristige Projekt- und Unternehmensfinanzierungen zu fördern. Dadurch sollen nachhaltiges Wirtschaftswachstum und eine dauerhafte Verbesserung der Lebensbedingungen ermöglicht werden.
Die DEG arbeitet vor allem in Afrika, Asien, Lateinamerika sowie Mittel-, Ost- und Südosteuropa. Ihre Finanzierungen werden zu marktorientierten Konditionen vergeben. Zu ihren Kunden gehören Unternehmen, Finanzinstitute, Fonds und Projektfinanzierer; letztere sind private Unternehmen, die beispielsweise in Infrastrukturvorhaben investieren.
Finanzierungen, Beratung und Standards
Die DEG stellt verschiedene Finanzprodukte bereit: langfristige Darlehen, Beteiligungskapital (equity-financing), Mezzanine-Finanzierungen, Garantien und Begleitmaßnahmen durch Business Support Services. Mezzanine-Finanzierungen sind eine Mischform zwischen Eigen- und Fremdkapital.
Zusätzlich berät die DEG investierende Unternehmen sowie Institutionen, welche die privatwirtschaftliche Zusammenarbeit in Partnerländern fördern wollen. Gemeinsam mit dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) und lokalen Partnerbanken betreibt sie „German Desks“ in Ghana, Kenia und Nigeria. Dort unterstützen Bankmitarbeiter mittelständische deutsche Unternehmen und helfen, kulturelle sowie sprachliche Barrieren zu überbrücken.
Bei allen Finanzierungen gelten die „IFC Performance Standards“ einschließlich der Richtlinien zu „Environmental, Health and Safety“. Diese von der International Finance Corporation (IFC) entwickelten Standards sind in der internationalen Entwicklungsfinanzierung der am weitesten verbreitete Beurteilungsmaßstab. Für Personen, Organisationen und andere Betroffene von DEG-finanzierten Vorhaben gibt es ein unabhängiges Beschwerdeverfahren, den „Independent Complaints Mechanism“. Das „Independent Expert Panel“ entscheidet, ob Beschwerden zulässig sind, und bearbeitet sie weiter.
Entstehung und internationale Präsenz
Die Gesellschaft wurde am 14. September 1962 als bundeseigene Gesellschaft gegründet und hieß zunächst Deutsche Gesellschaft für wirtschaftliche Zusammenarbeit mbH. Zu den Gründern gehörten der damalige Bundestagsabgeordnete und spätere Bundespräsident Walter Scheel sowie der damalige schleswig-holsteinische Ministerpräsident Kai-Uwe von Hassel.
Die DEG hatte zunächst ihren Sitz in Köln-Müngersdorf. Im September 2008 zog sie in die Kölner Innenstadt, Kämmergasse 22, um; im September 2017 wurde in der Agrippastraße ein Erweiterungsbau mit 120 zusätzlichen Büroplätzen fertiggestellt. Bis Juni 2001 gehörte die DEG dem Bund, danach wurde sie eine hundertprozentige Tochter der KfW. Die Übernahme brachte Refinanzierungs- und strategische Standortvorteile, unter anderem durch den Zugang zu damals 70 Außenbüros.
Heute ist die DEG außerhalb Deutschlands an 17 Standorten vertreten und unterhält zwölf eigene Außenbüros: Bangkok, Peking, Istanbul, Jakarta, Johannesburg, Lagos, Lima, Mexiko-Stadt, Nairobi, Neu-Delhi, Sao Paulo und Singapur. 2020 wurde mit der auf Beratung ausgerichteten DEG Impact GmbH die erste eigene Tochtergesellschaft gegründet.
Programme der DEG Impulse
Am 1. September 2022 nahm die DEG Impulse gGmbH als zweite Tochtergesellschaft den Betrieb auf. Sie bietet Programmlösungen für entwicklungspolitische und wirtschaftliche Herausforderungen von Unternehmen. Dazu gehören develoPPP, Business Support Services (BSS), Leistungen der Agentur für Wirtschaft & Entwicklung (AWE) und des Helpdesks Wirtschaft & Menschenrechte. Unternehmen erhalten damit Beratung und Förderung für Vorhaben in Entwicklungs- und Schwellenländern.
Mit develoPPP unterstützt die DEG Impulse im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) deutsche, europäische und lokale Unternehmen, die sich langfristig und nachhaltig in Zukunftsmärkten engagieren. Auch die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH ist Durchführungspartner. develoPPP Ventures fördert junge Unternehmen bei Skalierungsvorhaben in ausgewählten Ländern Subsahara-Afrikas. Die PPP-Mittel fließen vor allem in Umweltschutz, Aus- und Weiterbildung, Arbeitsplatzsicherheit und herausragende Pilotvorhaben.
Nachhaltigkeitsziele, Recht und Kooperationen
Als Teil der deutschen Entwicklungszusammenarbeit unterstützt die DEG die Agenda 2030 und die Nachhaltigkeitsziele der UN (SDGs). Besonders genannt wird die Verringerung von Armut durch Beschäftigung und Einkommen in entwicklungsschwachen und ländlichen Räumen. Die 2017 von der DEG mitfinanzierten Unternehmen generierten jährlich 67 Milliarden Euro lokales Einkommen und schufen oder sicherten 1,5 Millionen Arbeitsplätze. 72 % der DEG-Kunden trugen aktiv zur Armutsverringerung bei (SDG Nr. 1), 88 % zu menschenwürdiger Arbeit und Wirtschaftswachstum (SDG Nr. 8).
Rechtlich ist die DEG ein Kreditinstitut im Sinne des § 1 Abs. 1 KWG. Die BaFin hat sie gemäß § 2 Abs. 4 KWG teilweise und widerruflich von Vorschriften des KWG befreit. Dennoch wendet die DEG relevante Normen, insbesondere die Mindestanforderungen an das Risikomanagement (BA), im Wesentlichen sinngemäß an.
Die DEG stimmt ihre Fördertätigkeit mit europäischen Entwicklungsfinanzierungsorganisationen unter dem Dach der EDFI ab. Enge Partner sind außerdem die IFC, die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) sowie lokale und regionale Entwicklungsgesellschaften. Durch gebündelte Finanzierungskapazitäten und Sachkenntnisse sollen Breitenwirkung und Nachhaltigkeit der Entwicklungspolitik erhöht werden.
Kritik und Informationszugang
2015 kritisierte eine Folge der WDR-Sendereihe „die story“ Kredite der DEG an Zambeef in Sambia. Beanstandet wurde, die DEG habe weder die Notwendigkeit der Mittel noch die nachhaltige Wirtschaftsweise des Unternehmens geprüft. Als Hauptvorwurf wurde genannt, die Finanzierung fördere indirekt Land Grabbing.
Nach Veröffentlichung der Pandora Papers wurde bekannt, dass die DEG von 2014 bis 2021 Kredite von rund 250 Millionen US-Dollar an elf Banken in Panama vergeben hatte. Kritiker bezweifelten, dass die Finanzierung von Bankenjobs Entwicklungshilfe darstelle.
Correctiv und El Surtidor berichteten 2023, die DEG habe zwischen 2013 und 2020 Abholzung von mehreren tausend Hektar Wald im Chaco in Paraguay für eine Rinderfarm und eine Eukalyptusplantage des Lebensmittelkonzerns PAYCO finanziert. Das Investitionsvolumen habe 40 Millionen Euro betragen. Der zitierte Volkswirt Peter Wolff kritisierte Schwierigkeiten der Förderbank, Projekte mit entwicklungspolitischem „Impact“ zu finden; das Bundesentwicklungsministerium wies einen Handlungsbedarf zurück und verwies auf die Mobilisierung privater Mittel für Nachhaltigkeits- und Klimaschutzziele.
2022 klagten ECCHR und FIAN wegen vorenthaltener Dokumente. Die DEG hatte sich als privatrechtliche Körperschaft und nicht rechenschaftspflichtig bezeichnet. Nach einem Urteil des Verwaltungsgerichts Frankfurt müssen angefragte Dokumente jedoch über die KfW nach dem Informationsfreiheitsgesetz (IFG) offengelegt werden.