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Determinativ (Wortart)
Die Aufgabe eines Determinativs ist es dabei, näher einzugrenzen, auf welche Individuen sich das begleitete Nomen bezieht. Dieses Phänomen nennt man …
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Grundfunktion und Stellung
Ein Determinativ, auch Artikelwort genannt, ist ein Wort, das ein Substantiv begleitet und näher eingrenzt, auf welche Individuen oder Gegenstände sich dieses Substantiv bezieht. Diese Eingrenzung heißt Determination. Im Deutschen steht ein Substantiv meist mit einem Determinativ. Ohne ein solches Wort kann eine Nominalgruppe ungrammatisch sein: „Dort drüben steht _ Känguru.“
Das Determinativ zeigt außerdem das beim Substantiv nicht immer erkennbare Genus, also das grammatische Geschlecht, und dient als Flexionsmarkierung innerhalb der Nominalgruppe, etwa in „das Känguru“. In einer Nominalphrase, also einer Wortgruppe mit einem Substantiv als Kern, kann in der Regel nur ein Determinativ vorkommen. Deshalb ist „Das dieses Känguru bewegt sich frei durch die Stadt“ ungrammatisch.
Bestimmte und unbestimmte Bezugnahme
Determinatoren setzen ein Substantiv in Beziehung zur Klasse seiner möglichen Referenten. Beim Wort „Känguru“ umfasst diese Klasse beispielsweise alle Kängurus, auf die sprachlich verwiesen werden kann. Die wichtigsten Determinative sind die Artikel.
Der unbestimmte oder indefinite Artikel bezeichnet ein nicht näher bestimmtes Exemplar einer Klasse: „Hast du schon mal ein Känguru gesehen?“ Eine besondere Form ist der Nullartikel, also das Fehlen eines sichtbaren Artikels bei Substantiven, die etwas Unzählbares bezeichnen: „Hast du schon mal Känguru gegessen?“
Der bestimmte oder definite Artikel verweist auf ein bereits bekanntes, erwähntes, eindeutig identifiziertes oder eindeutig identifizierbares Exemplar: „Hast du das Känguru gesehen?“ Er kann außerdem eine generische Referenz herstellen, also die gesamte Klasse meinen: „Das Känguru ist ein Symbol für Australien.“
Verweis, Fragen und Zugehörigkeit
Neben Artikeln gibt es weitere Determinative, die in Schulgrammatiken häufig als adjektivische Pronomina bezeichnet werden.
Demonstrativa verweisen auf einen Referenten im jeweiligen Kontext. Das Proximaldemonstrativum dies- bezeichnet Nähe: „Hast du dieses Känguru schon mal gesehen?“ Das besonders in der Hoch- und Schriftsprache verwendete Distaldemonstrativum jen- bezeichnet Ferne: „Erinnerst du dich an jenes Känguru aus dem Zoo, das immer boxen will?“
Fragedeterminative treten nur in Fragesätzen auf. welch- fragt nach der Identität: „Welches Känguru meinst du?“ was für ein- fragt nach der Qualität und teilweise ebenfalls nach der Identität. wie viel fragt im Singular nach einer Quantität, die Pluralform wie viele nach einer Anzahl: „Wie viele Kängurus leben in diesem Tierheim?“ wessen fragt nach der Zugehörigkeit: „Wessen Känguru mag das wohl gewesen sein?“
Possessivdeterminative wie mein, dein oder Ihr zeigen Zugehörigkeit an: „Mein Känguru ist viel klüger als Ihr Delphin.“
Mengen und umstrittene Fälle
Quantifikative Determinative beziehen sich auf die im Kontext gemeinte Anzahl von Mitgliedern einer Klasse oder auf eine Stoffmenge. kein- bezeichnet die Anzahl Null: „Hier ist kein Känguru vorbeigesprungen.“ jede- erfasst alle Mitglieder einer Klasse einzeln; seine Pluralform lautet alle: „Jedes Känguru ist für sich selbst verantwortlich“ und „Alle Kängurus sind Beuteltiere.“ all- bezeichnet die Gesamtmenge eines Stoffes: „Wir haben alles Känguru aufgegessen.“
Einige-, etliche- und mehrere bezeichnen eine nicht genau bestimmte Menge. Nur einige- und etliche- besitzen auch eine Singularform für unzählbare Substantive. Daher heißt es „einigen/etlichen Mut“, nicht „mehreren Mut“.
Der grammatische Status von viel- und wenig- ist umstritten, weil sie sich teils wie Determinatoren und teils wie Adjektive verhalten. Sie können anstelle eines Artikels stehen: „viele Kängurus“, „wenige Autos“, „wenig Känguru“ und „viel Geld“. Zusammen mit einem echten Determinativ werden sie dagegen wie Adjektive flektiert: „die vielen Kängurus“ und „das viele Känguru“.
Im Englischen verhalten sich many („viele“) und few („wenige“) ähnlich und können mit dem bestimmten Artikel the verbunden werden: „The many kangaroos“ und „The few cars“. Die Singularformen much („viel“) und little („wenig“) können dagegen nicht mit einem Artikel koordiniert werden. little kommt zwar auch als Adjektiv vor, bedeutet dann aber „klein“ und nicht „wenig“.
Beugung in der Nominalgruppe
Determinative besitzen kein einheitliches Flexionsmuster. Sie werden in drei Flexionsklassen eingeteilt:
• Typ I ist indeklinabel, wird also nicht gebeugt. Dazu gehören nur wenige Determinative, beispielsweise etwas.
• Typ II wird ähnlich wie starke Adjektivformen flektiert. Hierzu zählen dies-, manch-, solch-, welch- und der bestimmte Artikel der, die, das.
• Typ III wird grundsätzlich wie Typ II flektiert, besitzt aber im Nominativ Singular Maskulinum keine Endung. Zu diesem Typ gehören ein-, kein- und die Possessiva wie mein und dein. Manch-, solch- und welch- können gelegentlich ebenfalls diesem Muster folgen.
Ein Determinativ kongruiert stets mit dem begleiteten Substantiv in Genus, Kasus und Numerus, stimmt also mit ihm im grammatischen Geschlecht, Fall und in der Ein- oder Mehrzahl überein.
Das Determinativ beeinflusst außerdem die Form eines nachfolgenden Adjektivs. Dieses Zusammenspiel wird als Stärkeflexion des Adjektivs bezeichnet. Determinative des Typs I lösen starke Adjektivformen aus, etwa „etwas frisches Geld“. Typ II verlangt schwache Formen, etwa „das frische Geld“, „dieses junge Känguru“ und „diese jungen Kängurus“. Nach Typ III stehen gemischte Adjektivformen, etwa „mein junges Känguru“ und „meine jungen Kängurus“.