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Demonstrativpronomen

Das Demonstrativpronomen kann sowohl adjektivisch als auch substantivisch gebraucht werden. Adjektivisch steht es vor dem Nomen, zu dem es die Entfernung …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Grundbegriff und Funktion
  2. 2. Gebrauchsweisen und Entfernungsgrade
  3. 3. Formen im Deutschen
  4. 4. Besonderheiten der Genitivformen
  5. 5. Neuere grammatische Einordnung
  6. 6. Bezug im Satz

Grundbegriff und Funktion

Ein Demonstrativpronomen, auch hinweisendes Fürwort genannt, ist eine Wortart, mit der Sprecher auf einen Gesprächsgegenstand verweisen. Es kann in vielen Sprachen deiktisch gebraucht werden, also direkt auf etwas in der Sprechsituation zeigen, oder anaphorisch, also auf etwas bereits Genanntes zurückverweisen.

Der Ausdruck Demonstrativum wird manchmal gleichbedeutend mit Demonstrativpronomen verwendet. Genau genommen ist er weiter gefasst, weil es auch Demonstrativ-Adverbien gibt, die keine Pronomen sind.

Gebrauchsweisen und Entfernungsgrade

Ein Demonstrativpronomen kann adjektivisch oder substantivisch gebraucht werden. Adjektivisch steht es vor einem Nomen und zeigt eine Entfernung oder Zuordnung an, zum Beispiel: „Dieses Fleisch schmeckt gut.“ Substantivisch ersetzt es ein Nomen, zum Beispiel: „Der da hat Schuld.“

Sprachen unterscheiden sich darin, wie viele Entfernungsgrade ihre Demonstrativpronomen ausdrücken. Sprachen mit zwei Entfernungsgraden unterscheiden etwa „dieser“ und „jener“; dazu gehören Deutsch, Französisch, Englisch und Niederländisch. Sprachen mit drei Entfernungsgraden unterscheiden sinngemäß „bei mir“, „bei dir“ und „weder bei mir noch bei dir“; genannt werden Spanisch, Portugiesisch, Italienisch mit veraltendem „codesto“, Japanisch, Baskisch, Finnisch und Georgisch. Im Deutschen gibt es eine vergleichbare Dreiteilung bei den Adverbien „hier“, „da“ und „dort“.

Formen im Deutschen

Im Deutschen gibt es drei Paradigmen von Demonstrativpronomina: „dieser, diese, dieses“, „jener, jene, jenes“ und das betonte, deiktische „der, die, das“. Die Formen „der, die, das“ ähneln dem definiten Artikel und einer Form des Relativpronomens. „Jener, jene, jenes“ wird in der gesprochenen Sprache oft durch Formen wie „der da“, „die da“, „das da“ ersetzt.

„Dieser, diese, dieses“ wird nach Kasus, Numerus und Genus dekliniert: Nominativ Singular maskulin „dieser“, feminin „diese“, neutral „dieses“, Plural „diese“; Genitiv „dieses“, „dieser“, „dieses“, „dieser“; Dativ „diesem“, „dieser“, „diesem“, „diesen“; Akkusativ „diesen“, „diese“, „dieses“, „diese“. „Jener, jene, jenes“ wird entsprechend dekliniert: „jener“, „jene“, „jenes“, „jene“; Genitiv „jenes“, „jener“, „jenes“, „jener“; Dativ „jenem“, „jener“, „jenem“, „jenen“; Akkusativ „jenen“, „jene“, „jenes“, „jene“.

Das betonte „der, die, das“ hat eigene Formen: Nominativ „der“, „die“, „das“, „die“; Genitiv „dessen“, „deren/derer“, „dessen“, „deren/derer“; Dativ „dem“, „der“, „dem“, „denen“; Akkusativ „den“, „die“, „das“, „die“.

Besonderheiten der Genitivformen

Die Genitivformen „dessen“ und „deren“, aber nicht „derer“, können attributiv vor einem Nomen stehen. Beispiele sind „meine Nachbarin und deren Hund“ und „meine Nachbarinnen und deren Hunde“; „derer“ wäre in diesen Fällen nicht richtig.

Vorausweisend können dagegen nur „dessen“ und „derer“, nicht „deren“, verwendet werden. Die Form „derer“ wird im Singular Femininum selten verwendet, weil sie meistens als Pluralform verstanden wird. Beispiele sind „die Blumen derer, die mich besuchte“ als seltene Form und „die Blumen derer, die mich besuchten“.

Neuere grammatische Einordnung

In der neueren Grammatik wird die ältere Wortarteneinteilung teilweise aufgegeben. Die aktuelle Duden-Grammatik behandelt Wörter wie „dieser“ zusammen mit anderen Wörtern, die ebenfalls eine demonstrative Funktion haben.

Zu diesen demonstrativen Artikelwörtern und Pronomen gehören „der/die/das“ als Demonstrativ, „dieser“ und „jener“, außerdem „derjenige“ und „derselbe“.

Bezug im Satz

Beim substantivischen Gebrauch hilft das Demonstrativpronomen besonders dabei, den richtigen Bezug zum vorangegangenen Satz herzustellen. In „Werner war der Vater von Wolfgang. Der wurde 50 Jahre alt.“ und „Werner war der Vater von Wolfgang. Dieser wurde 50 Jahre alt.“ ist Wolfgang gemeint. In „Werner war der Vater von Wolfgang. Jener wurde 50 Jahre alt.“ und „Werner war der Vater von Wolfgang. Er wurde 50 Jahre alt.“ ist Werner gemeint.

Da es im Deutschen bei Demonstrativpronomen nur zwei Entfernungsgrade gibt, muss bei mehr als zwei möglichen Bezugswörtern mit gleichem Genus und Numerus das mittlere Nomen wiederholt werden, wenn es gemeint ist: „Werner war der Vater von Karl und Wolfgang. Karl wurde 50 Jahre alt.“ Wenn im vorangegangenen Satz nur ein grammatisch mögliches Bezugswort vorkommt, verwendet man normalerweise ein Personalpronomen statt eines Demonstrativpronomens, zum Beispiel: „Werner hatte zwei Kinder. Er wurde 50 Jahre alt.“ oder „Dort stehen Anna und Otto. Sowohl er als auch sie studieren Medizin.“

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