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Dessertbanane
Die Dessertbanane (Musa × paradisiaca), kurz Banane, auch Obstbanane oder Pisang, ist eine Art aus der Gattung der Bananen; vor allem die Frucht vieler …
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Definition und Bedeutung
Die Dessertbanane (Musa × paradisiaca L.), kurz Banane, Obstbanane oder Pisang, ist eine Art aus der Gattung Musa (Bananen) und der Familie der Bananengewächse (Musaceae). Sie gehört zu den Ingwerartigen (Zingiberales), den Commeliniden und den Monokotyledonen. Im botanischen Sinn wird vor allem die Frucht vieler Sorten als Dessertbanane bezeichnet. Sie gehört weltweit und auch im deutschsprachigen Raum zu den am meisten verzehrten Früchten.
Die meisten kultivierten Dessertbananen sind steril und bilden ihre Früchte ohne Bestäubung und Befruchtung. Deshalb entstehen keine Samen, und eine generative Vermehrung oder gewöhnliche Kreuzung ist meist nicht möglich. Die Sorten sind überwiegend Klone und werden vegetativ vermehrt. Neue Sorten entstehen meist durch zufällige oder gezielt herbeigeführte Mutationen.
Die Banane stammt ursprünglich aus der südostasiatischen Inselwelt. Um etwa 600 v. Chr. wurde sie in buddhistischen und indischen Schriften erwähnt. Austronesische Einwanderer brachten sie wahrscheinlich nach Madagaskar und damit nach Afrika. Arabische Seefahrer verbreiteten sie in ihrem Einflussbereich; im 10. Jahrhundert gelangte sie über das Kalifat von Córdoba erstmals nach Europa. Von den Kanarischen Inseln aus kam sie auf den amerikanischen Kontinent. 1502 gründeten portugiesische Siedler erste Plantagen in der Karibik und in Mittelamerika.
In den USA wurden Bananen 1876 in Philadelphia erstmals einem breiten Publikum präsentiert. Der Ausbau von Schiffen, Eisenbahnen und Plantagen in Lateinamerika ließ den Absatz rasch steigen. In Europa setzte sich die Banane wegen der längeren Transportwege erst in den 1920er Jahren allgemein durch. Nach Deutschland gelangten 1895 erstmals 40 Tonnen für den Verkauf bestimmte Dessertbananen. 1913 wurden über Hamburg knapp 30.000 t und über Bremen 4200 t eingeführt. Bis in die 1950er Jahre blieb die Banane in Deutschland teilweise ein Luxusgut.
Die häufig erzählte Behauptung, Konrad Adenauer habe mit einer Blockade der Römischen Verträge wegen zollfreier Bananen gedroht, ist laut Artikel eine Zeitungsente. Tatsächlich erlaubte ein Zusatzprotokoll von 1957 mit Rücksicht auf besondere Bedürfnisse bei der Einfuhr von Bananen in die Bundesrepublik eine unbegrenzte und praktisch zollfreie Einfuhr.
Anbau und ökologische Folgen
Dessertbananen wachsen in tropischen und subtropischen Gebieten und benötigen viel Wasser, Nährstoffe sowie frostfreie Bedingungen. Für den Export werden sie häufig in Monokulturen auf Plantagen angebaut. Die Stauden wachsen dort meist zwei Jahre und tragen nur einmal Früchte. Bananen können auch wild wachsen und sowohl im Wald unter Schatten oder Halbschatten als auch in direkter Sonne angebaut werden.
Monokulturen, Herbizide und Pestizide können ökologische Schäden in den Anbauregionen und gesundheitliche Schäden bei Beschäftigten verursachen. Als Beispiel nennt der Artikel das Nematizid DBCP, das Ende der 1970er Jahre in den USA verboten wurde, aber weiterhin in Bananenerzeugerländer exportiert wurde und bis heute Gesundheitsschäden verursacht.
Ökologisch nachhaltiger Anbau setzt auf Mischkulturen. Im ökologischen Anbau sind chemisch-synthetische Fungizide nicht erlaubt. Je nach Regelwerk können beispielsweise Essig, Extrakte aus Zitronen- oder Orangenkernen und Kalialaun verwendet werden.
Bis in die 1960er Jahre war Gros Michel die wichtigste Exportbanane. Sie gilt als größer und geschmackvoller als die heute üblichen Bananen, wurde aber durch die Fusarium-Welke beziehungsweise Panama-Krankheit in Monokulturen stark zurückgedrängt. Heute dominiert Cavendish. Seit Anfang der 1990er Jahre greift jedoch Tropical Race 4 (TR4), eine Form von Fusarium oxysporum f. sp. cubense, auch diese Sorte an. Geschmacklich ähnliche oder resistente Ersatzsorten gibt es bislang nicht in ausreichendem Maß. Das Einkreuzen von Resistenzgenen in Cavendish war bisher nicht erfolgreich; deshalb wird an transgenen Bananenlinien gearbeitet.
Weltproduktion, Handel und Versorgung
Bananen werden vor allem im sogenannten Bananengürtel um den 30. Breitengrad angebaut. 2023 wurden weltweit 139.277.895 t auf 6 Mio. ha geerntet; im Jahr 2000 waren es 67,2 Mio. t auf 4,6 Mio. ha. Zehn Staaten erbrachten 2023 zusammen 70 % der Weltproduktion. Größter Produzent war Indien mit 36.614.000 t beziehungsweise 25,6 %, gefolgt von China mit 11.702.800 t, Indonesien mit 9.335.232 t, Nigeria mit 7.308.103 t und Ecuador mit 7.198.482 t. Weitere Länder der Top Ten waren Brasilien, die Philippinen, Angola, Guatemala und Tansania. Die Top Ten kamen zusammen auf 97.813.661 t, die übrigen Länder auf 41.464.234 t.
Die größten Anbauländer produzieren nicht unbedingt für den Export. Brasilien, China, Indien und Thailand bauen Bananen überwiegend für den Eigenbedarf an. Die wichtigsten Exportländer waren 2023 Ecuador mit 4,0 Mio. t, Guatemala mit 2,8 Mio. t und Costa Rica mit 2,2 Mio. t. Die größten Importeure waren die USA mit 4,7 Mio. t, China mit 1,8 Mio. t, die Russische Föderation mit 1,5 Mio. t, Deutschland mit 1,4 Mio. t, die Niederlande mit 1,3 Mio. t und Japan mit 1,0 Mio. t. Österreich importierte 149.110 t, die Schweiz 101.799 t.
Die statistische Versorgung sagt nicht direkt aus, wie viel tatsächlich verzehrt wird. 2019 standen pro Kopf und Jahr in Papua-Neuguinea 139,1 kg, in Ruanda 106,2 kg, in Laos 92,0 kg, in Samoa 77,4 kg und in Burundi 69,0 kg zur Verfügung; der Durchschnitt aller Länder betrug 14,8 kg. In den DACH-Ländern waren es 13,5 kg in Österreich, 11,7 kg in Deutschland und 11,0 kg in der Schweiz.
Nach Angaben der Vereinten Nationen beherrschen Chiquita, Fyffes, Fresh Del Monte und Dole zusammen 80 % des weltweiten Bananenhandels. Weitere genannte Unternehmen und Organisationen sind Cobana Fruchtring, die Max-Havelaar-Stiftung, BanaFair und die Afrikanische Frucht-Compagnie. Eine EU-Bananenverordnung regelt unter anderem Länge und Durchmesser unreifer Bananen für den Verbrauchermarkt. Sie soll EU- und AKP-Produktionen schützen und Lagerung sowie Warenverkehr durch einheitliche Waren erleichtern.
Ernte, Transport und Verpackung
Exportbananen werden grün geerntet, weil Dessertbananen klimakterische Früchte sind und nach der Ernte nachreifen. Der bis zu 9 m hohe Fruchtstand wird mit einem großen Hakenmesser abgeschnitten und oft über Materialseilbahnen zur Packstation gebracht. Dort wird er in Fingerbüschel, sogenannte Hände, geteilt. Büschel mit 3 bis 13 Früchten werden zu 15 bis 20 kg Soll-Netto-Gewicht raumfüllend in Bananenkartons gelegt.
Die Bananen werden innerhalb eines Tages verpackt und auf Kühlschiffe verladen. Unter 13,2 °C wird die natürliche Reifung unterbrochen. Bei zu hoher Temperatur erreichen sie den Bestimmungsort gelb und sind unverkäuflich; bei weniger als 12 °C werden sie grau. Bananen sind durch ihre Schale natürlich verpackt und müssen im Haushalt nicht zusätzlich verpackt werden.
Bananenkartons sind quaderförmige Stulpschachteln aus stabiler dreilagiger Wellpappe. Ihre typischen Außenmaße betragen 25 cm Höhe, 38 cm Breite und 50 cm Länge, wobei die Maße je nach Marke und Fruchtgröße bis zu jeweils 5 cm kleiner sein können. Der passgenaue Oberteil wird vollständig über den offenen Unterteil gestülpt. Öffnungen in Boden und Decke sowie seitliche Löcher und Griffschlitze ermöglichen Durchlüftung, Klimatisierung und Gasreifung. Die doppelte, stabile Konstruktion erlaubt das Stapeln gefüllter Kartons bis zu einer Ladehöhe von etwa 2,50 m.
Bananenkartons können mit Fungiziden belastet sein und werden dennoch häufig für Umzüge oder Flohmarktware weiterverwendet. Bananen für Europa werden üblicherweise mit Thiabendazol und/oder Imazalil behandelt und vor dem Verpacken in ein Fungizid-Bad getaucht. Die Behandlung ist auf den Kartons vermerkt. Im ökologischen Anbau sind solche chemisch-synthetischen Fungizide nicht zulässig.
Reifung, Eigenschaften und Verwendung
Nach dem Transport kommen grüne Bananen in Reifekammern. Bei 14,4 bis 17,7 °C dauert die Reifung vier bis acht Tage. Eingeleitet wird kommerzielles Bananenreifegas, dessen wirksamer Bestandteil etwa 4 % Ethen (Ethylen) ist. Ethen ist ein Phytohormon und beschleunigt durch seine autokatalytische Wirkung die natürliche Reifung. Dabei wird Stärke in Zucker umgewandelt: Bei grünen Bananen beträgt das Stärke-Zucker-Verhältnis 20:1, am Ende der Reifung 1:20. Je gelber die Schale ist, desto größer ist im Allgemeinen der Zuckeranteil.
Äpfel und Tomaten geben viel Ethen ab und beschleunigen die Reifung; eine Abdeckung kann denselben Effekt haben. Bananen sollten deshalb im Handel nicht längere Zeit neben solchen Früchten liegen. Zu Hause lassen sie sich an einem Haken lagern, wodurch Druckstellen und schwarze Verfärbungen vermieden werden. Unter etwa 12 °C wird die Schale grau bis dunkel, während das Fruchtfleisch zunächst nicht verdirbt; das Aroma kann jedoch leiden. Geschälte und überreife Bananen lassen sich einfrieren.
Nicht alle Sorten haben gekrümmte Früchte. Bei bekannten Essbananen ändert sich die Wuchsrichtung bei Kontakt mit Sonnenlicht, sodass sie sich der Sonne entgegenkrümmen. Unreife Bananen enthalten viel Zellulose und können Bauchschmerzen verursachen, aber wegen ihres hohen Stärkeanteils gekocht werden. Ihr Geschmack ähnelt dann der Süßkartoffel. Halbreife Bananen liefern Ballaststoffe; vollreife Bananen enthalten laut Artikel keine Zellulose mehr und sind diätetisch geeignet. Reife Früchte werden roh gegessen oder zu Bananennektar, Bananenchips und Likör verarbeitet; auch Grillen ist möglich.
Inhaltsstoffe und Krankheiten
Pro 100 g Banane enthält die Frucht 374–398 kJ beziehungsweise 88–95 kcal, 74 g Wasser, 1,09 g Eiweiß, 22,84 g Kohlenhydrate, davon 12,23 g Zucker, 2,6 g Ballaststoffe und 0,33 g Fett. Enthalten sind außerdem unter anderem 8,7 mg Vitamin C, 358 mg Kalium, 27 mg Magnesium, 22 mg Phosphor, 5 mg Calcium, 0,26 mg Eisen, 0,15 mg Zink, 20 μg Vitamin B9 sowie verschiedene B-Vitamine. Eine Cavendish-Banane wiegt mit Schale etwa 100 bis 130 g und deckt ungefähr 20 % des Tagesbedarfs an Kalium, 1 % an Calcium, 12 % an Magnesium und 16 % an Vitamin C. Die Werte schwanken je nach Züchtung, Reifegrad und Wachstumsbedingungen. Aus Bananen wurden über 350 Aromastoffe isoliert.
Bananen gelten als gute Energiequelle und werden bei Kaliummangel empfohlen. Unreife Bananen enthalten resistente Stärke vom Typ RS2, die im Dünndarm nicht verdaut und erst durch Darmbakterien verstoffwechselt wird. Während der Reifung wird sie zu Fructose, Glucose und Saccharose umgewandelt. Reife Bananen enthalten nur 1–2 % Stärke, sind süßer und leicht verdaulich. Ballaststoffe, Stärken und Polysaccharide können den Stuhlgang regulieren; im Artikel wird eine mögliche unterstützende Wirkung sowohl bei Verstopfung als auch bei Durchfall beschrieben.
Die Bananenproduktion ist wegen der geringen genetischen Vielfalt besonders krankheitsgefährdet. Die Fusarium-Welke Typ 1 befällt die Wurzeln und unterbricht den Wasser- und Nährstofftransport. Der Tropen-Typ 4 hat Cavendish in Teilen Südostasiens vernichtet und den amerikanischen Kontinent erreicht; er wird leicht durch Schuhe, Kleidung und Werkzeuge verbreitet und ist relativ widerstandsfähig gegen Fungizide. Black Sigatoka, ein Blattpilz, schwächt die Photosynthese, kann die Früchteproduktion um 50 % oder mehr senken und verursacht Behandlungskosten von etwa 1000 USD je Hektar und Jahr. Yellow Sigatoka bildet kleine gelbe Flecken. Die Büschelgipfelkrankheit wird durch das Banana bunchy top virus und Blattläuse übertragen; befallene Pflanzen tragen gewöhnlich keine Früchte und sind nicht heilbar.
Da keine ausreichende resistente Cavendish-Züchtung gefunden wurde, werden transgene Sorten untersucht. Erste Tests mit gentechnisch veränderten, Fusarium-resistenten Sorten begannen 2024 in Australien; eine erste modifizierte Variante wurde dort 2025 zum Anbau und Verzehr zugelassen. Für China wird geschätzt, dass TR4 bis 2019 mehr als 100.000 ha Anbaufläche zerstört hatte.