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Unabhängigkeitstag (Vereinigte Staaten)
Er erinnert an die Ratifizierung der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten durch den Kontinentalkongress am 4. Juli 1776 in Philadelphia. An …
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Kernbedeutung und staatliche Einordnung
Der Independence Day, auch Fourth of July oder Vierter Juli genannt, ist der Nationalfeiertag der Vereinigten Staaten von Amerika. Er wird jedes Jahr am 4. Juli gefeiert und erinnert an die Ratifizierung der Unabhängigkeitserklärung durch den Kontinentalkongress am 4. Juli 1776 in Philadelphia.
In diesem Dokument wurden die ehemals britischen Dreizehn Kolonien erstmals offiziell als „Vereinigte Staaten von Amerika“ bezeichnet. Deshalb gilt der 4. Juli 1776 als Akt der Staatsgründung. Die rechtliche Grundlage des Staates entstand jedoch erst später: Die noch heute gültige US-Verfassung wurde 1787 ratifiziert und trat am 21. Juni 1788 in Kraft.
Frühe Formen der Feier
Bereits der erste Jahrestag am 4. Juli 1777 wurde festlich begangen. In Boston wurden morgens und abends jeweils dreizehn Schüsse abgefeuert. Philadelphia veranstaltete ein offizielles Abendessen für den Kontinentalkongress. Dazu kamen 13 Salutschüsse, Ansprachen, Gebete, Musik, Paraden und ein Feuerwerk. Schiffe wurden mit rotem, weißem und blauem Fahnentuch geschmückt.
1778 feierte George Washington den Tag mit einer doppelten Ration Rum für seine Soldaten. Außerdem wurde ein Artillerie-Gruß über den Atlantischen Ozean abgegeben, um die in Paris befindlichen Botschafter John Adams und Benjamin Franklin zu ehren. 1783 wurde in Salem das Musikstück „Psalm of Joy“ von Johann Friedrich Peter aufgeführt. Die Bezeichnung „Independence Day“ wurde erstmals 1791 verwendet.
Heutige Feierlichkeiten
Heute gehören Picknicks, patriotische Paraden, Konzerte, Feuerwerke und das öffentliche Hissen der US-amerikanischen Flagge zu den typischen Elementen des Feiertags. Viele Gegenstände werden in den Farben Rot, Weiß und Blau geschmückt. Feuerwerke werden häufig von patriotischer Musik begleitet, darunter die Nationalhymne „The Star-Spangled Banner“, „God Bless America“, „America the Beautiful“, „My Country“, „This Land Is Your Land“ und „Stars and Stripes Forever“.
Regional verbreitet sind im Nordosten der Vereinigten Staaten außerdem „Yankee Doodle“ und in den ehemaligen Südstaaten „Dixie“. In vielen Städten finden am Independence Day auch Einbürgerungsfeiern für Immigranten statt. Ein Beispiel für eine sportliche Veranstaltung ist das Peachtree Road Race in Atlanta, das seit 1970 jedes Jahr anlässlich des Fourth of July ausgetragen wird.
Symbolische Bedeutung
Der Independence Day besitzt neben der Nationalflagge und der Nationalhymne eine besondere symbolische Bedeutung im Rahmen der Zivilreligion, also einer religiös geprägten Verehrung staatlicher und gemeinschaftlicher Werte. Ereignisse am 4. Juli werden daher teilweise als Fingerzeig der Vorsehung für die Nation gedeutet. Umgekehrt werden manche Handlungen bewusst an diesem Datum vorgenommen, um ihnen besondere symbolische Bedeutung zu geben.
Mehrere Ereignisse verstärkten diese Vorstellung: John Adams und Thomas Jefferson, der zweite und der dritte Präsident der Vereinigten Staaten, starben beide am 4. Juli 1826. James Monroe, der letzte Präsident aus der Generation der Gründerväter, starb am 4. Juli 1831. Calvin Coolidge, der 30. Präsident, wurde am 4. Juli 1872 geboren. Zachary Taylor, der zwölfte Präsident, starb nach einer patriotischen Rede am 4. Juli 1850. Er hatte sich bei großer Hitze mit viel Eiswasser erfrischt und dadurch eine akute Gastroenteritis zugezogen.
Auch in Literatur und Film wurde das Datum symbolisch verwendet. Henry David Thoreau zog am 4. Juli 1845 absichtlich in seine Hütte am Walden Pond. Nathaniel Hawthorne wurde am 4. Juli 1804 geboren; dies schien seinen Überlegungen zur Vergangenheit und Zukunft der Nation eine besondere Bedeutung zu verleihen. Im Vietnamkriegsfilm „Geboren am 4. Juli“ und im Science-Fiction-Film „Independence Day“ von Roland Emmerich aus dem Jahr 1996 wird der symbolische Charakter des Tages erneut aufgegriffen. Richard Ford schildert in seinem 1995 erschienenen Roman „Unabhängigkeitstag“ einige beispielhafte Julitage im Leben eines typischen Amerikaners.