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Der Besuch der alten Dame (Oper)
Der Besuch der alten Dame ist eine Oper in drei Akten von Gottfried von Einem. Der Text stammt von Friedrich Dürrenmatt und folgt seinem gleichnamigen Stück …
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Werk und Grundkonflikt
Der Besuch der alten Dame ist eine Oper in drei Akten von Gottfried von Einem. Das Libretto, also der Text der Oper, stammt von Friedrich Dürrenmatt und folgt seinem gleichnamigen Stück. Die Originalsprache ist Deutsch. Die Oper dauert etwa 2 Stunden und 10 Minuten und spielt im 20. Jahrhundert in Güllen, einer kleinen Stadt in Mitteleuropa.
Im Mittelpunkt steht Claire Zachanassian, eine Multimillionärin, die nach 45 Jahren in ihre frühere Heimat zurückkehrt. Sie bietet den Bürgern von Güllen eine Milliarde, wenn sie Alfred Ill töten. Zunächst lehnen die Bewohner das Angebot schockiert ab. Im weiteren Verlauf zeigt sich jedoch, dass sie ihre moralische Ablehnung aufgeben und sich für ihren persönlichen Vorteil entscheiden.
Entstehung und Uraufführung
Gottfried von Einem lernte Dürrenmatts Komödie bereits 1956 kennen. Erst elf Jahre später entstand sein Plan, den Stoff als Oper zu verwenden. Die Tragikomödie war inzwischen durch die Verfilmung von 1964 unter der Regie von Bernhard Wicki zu einem Erfolgsstück geworden.
1967 begann der Librettist Boris Blacher, der bereits die Libretti zu zwei Opern von Einem verfasst hatte, mit der Umarbeitung des Schauspiels. 1968 entschloss sich Dürrenmatt, die Überarbeitung selbst und in enger Absprache mit Einem vorzunehmen. Anlass dafür war auch, dass er Einem in Wien kennengelernt und sich mit dessen Musik vertraut gemacht hatte. 1970 waren Libretto und Komposition abgeschlossen.
Die Uraufführung fand am 23. Mai 1971 an der Wiener Staatsoper statt. Regie führte Otto Schenk, die musikalische Leitung hatte Horst Stein. Die Aufführung war unter anderem mit Christa Ludwig als Claire Zachanassian, Eberhard Waechter als Alfred Ill, Hans Hotter als Lehrer und Hans Beirer als Bürgermeister besetzt.
Orchester und Klangmittel
Für die Oper verlangt Gottfried von Einem ein großes Orchester mit zahlreichen Blas-, Schlag- und Klanginstrumenten. Dazu gehören:
- Pikkoloflöte, zwei Flöten, zwei Oboen, zwei Klarinetten und zwei Fagotte
- vier Hörner, drei Trompeten, drei Posaunen und Tuba
- Pauken, Tamburin, Becken, Militärtrommel, Rührtrommel, Große Trommel, TamTam, Gong und Triangel
- eine Kuckucksmaschine und eine Gitarre
- Streicher
- Glocken in A, D und tief D sowie Bahnhofsglocke und Feuerglocke
Die besonderen Instrumente und Glocken stehen neben dem herkömmlichen Orchesterapparat. Sie ermöglichen Klangfarben, die unmittelbar mit Orten und Vorgängen der Handlung verbunden sind, etwa mit dem Bahnhof oder einem Feueralarm.
Handlung
Zu Beginn erwarten die Amtspersonen und Bürger von Güllen am Bahnhof die Ankunft von Claire Zachanassian. Die Stadt ist heruntergekommen, und ihre Bewohner hoffen auf finanzielle Hilfe. Sie glauben, dass Alfred Ill, Claires früherer Freund, sie mit seiner Überredungskraft unterstützen kann. Ill ist Geschäftsmann, hat eine Familie und gilt als aussichtsreichster Kandidat für die nächste Bürgermeisterwahl.
Claire erscheint mit großem Gefolge. Sie ist inzwischen alt; durch mehrere Unfälle sind ihr Arm und ihr Bein verstümmelt, doch ihr gutes Gedächtnis ist erhalten geblieben. Sie erinnert sich daran, dass sie früher als Clara Wäscher Ills Geliebte war. Ill hatte sie verlassen, als sie schwanger war, und sich stattdessen einem Mädchen aus einer besser gestellten Familie zugewandt. Clara geriet daraufhin in Hamburg in die Prostitution und traf dort den ersten ihrer bisher sieben reichen Ehemänner. Nun will sie Rache.
Claire macht den Bürgern ein Angebot: Für den Tod Alfred Ills will sie ihnen eine Milliarde geben. Die Bewohner weisen dieses Geschäft zunächst empört zurück. Bald beginnen sie jedoch, in Ills Geschäft teure Waren auf Kredit zu kaufen. Auch Ills Sohn kauft ein Auto. Ill erkennt daran, dass die Bürger bereits mit Claires Geld rechnen, und versucht zu fliehen. Die Menschen aus Güllen verhindern jedoch seine Flucht.
Bei einer Bürgerversammlung im Stadttheater wird Claires Angebot schließlich angenommen. Alfred Ill wird von seinen Mitbürgern getötet. Claire untersucht seine Leiche und übergibt den Bürgern anschließend einen Scheck. Die Oper endet mit einem Freudentanz der Bürger von Güllen.
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