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Der Besuch der alten Dame to go (Dürrenmatt in 12 Minuten)
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 109 Zeilen
- [Musik] Grüß Gottherrschaften und herzlich willkommen in Güllen, einer verarmten
- Kleinstadt irgendwo am Alis in Deutschland. Die überschuldete Kommune hat so wenig Geld, dass sie nur noch in
- Schwarz-weiß vorhanden ist, aber heute versammeln sich die Honorationen der Stadt am Bahnhof. Dazu gehört der
- Bürgermeister, der Pfarrer, der Arzt, der Polizist, der Rektor des Gymnasiums und nicht zuletzt der Kramladenbesitzer
- Alfred Ill. Dem kommt heute eine besondere Bedeutung zu, denn die Stadt erwartet einen Ehrengast, die
- Milliardärin Claire Zachaan, den ihre Jugend mit Il befreundet war. Deswegen wanst sich jetzt der Bürgermeister an Il
- ran und sagt und du leierst ihr dann das Geld aus der Tasche, ne? Und er so, ja, ich rede erstmal mit ihr und der Genau,
- das meinte ich. Reden, ich spreche mit ihr. Ja, ja, ja, genau. Hast mich schon verstanden. Und übrigens, wir sind uns
- alle einig, du wirst mein Nachfolger als Bürgermeister und der ist, das ist ja erst und in dem Moment kommt ein ICE
- eingefahren und der Bürgermeister wird leicht panisch und sagt, ich dachte, wir hätten noch zwei Stunden, ihr hält doch
- nie ein ICE zuletzt vor 5 Jahren und ich habe meinen Zylinder noch nicht und in dem Augenblick tritt auch schon die
- Zaranasian auf mit einer riesigen Entourage, die wir jetzt nur mal andeuten im Hintergrund und der
- Bürgermeister hat den einzigen im ort verbliebenen Zylinder aufgetrieben und sagt: "Verehrte gnädige Frau und der
- Rest der Begrüßungsrede wird von einem hereinfahrenden Zug überdeckt und die Zanassian sagt Alfred und er so: "Hallo
- Klara" und sie reden ein bisschen über die guten alten Zeiten und er nennt sie wie früher Wildkätzchen und
- Zauberhäxchen und sag also guck mal, ich bin schon so grau und du hast noch deine rote tolle Haarfarbe und sie so ja h das
- ist bei uns Frauen so und sie nennt ihn äh mein schwarzer Panther, wie sie ihn früher genannt hat. Sie hat aber
- übrigens auch einen echten schwarzen Panther dabei. Man kann ja nie wissen, wenn man auf Reisen ist. Und außerdem
- hat sie dabei noch einen Butler und sie hat zwei Blinde übrigens in ihrer Entourage und einen siebten Garten. Und
- mit denen allen macht sie jetzt eine Seitsingour in der verarmten Kleinstadt und dazu lässt sie sich mit einer
- Senfte, das wäre jetzt mal ihre Senfte hier, lässt sie sich in den Konradsweiler Wald tragen. Die Stadt ist
- so arm, dass sie noch nicht mal mehr ein Wald hat, sondern nur äh Naturfreunde, die Wald spielen. Und die sind
- wahrscheinlich Statisten von Mcbeth übrig geblieben oder so. Und sie so: "Guck Alfred, hier saßen wir damals und
- haben uns geküsst. Dann bin ich nach Hamburg in das Bordell und habe den Zachasian und seine Milliarden
- geheiratet und du hast den Kramladen geheiratet." Und er steht nobel auf und sagt: "Das habe ich doch gern gemacht.
- Du warst jung und die Zukunft gehörte dir und wir sind mittlerweile ganz unten angekommen und sie sagt: "Ja, das wird
- ja nicht mehr lange der Fall sein." Und er dreht sich erstaunt um und freut sich, dass er sie schon weich geklopft
- hat und haut ihr auf den Schenkel und "au warum tut denn das so weh? Ist das Plastik oder was?" So, ja, ist eine
- Prothese, nicht die einzige. Und am Abend gibt es einen Empfang für den Ehrengast im Hotel.
- äh wo natürlich die ganze Stadt anwesend ist und vor allem auch die Honorationoren anwesend sind. Und auch
- diesmal hält der Bürgermeister eine Rede. Diesmal versteht man sie sogar. Und äh er sagt: "Verehrte gnädige Frau,
- tralala blablabla." Und sie so, ja, wir können das ein bisschen abkürzen. Vielen Dank für den freundlichen Empfang. Ähm,
- ich sage Ihnen folgendes. Die Stadt Güllen kriegt eine Milliarde. 500 Millionen die Stadt 500 Millionen die
- Bürger unter einer Bedingung und die jubeln schon und reißen die Arme hoch und der sagt, welche Bedingung? Das sagt
- Ihnen jetzt mein Butler tritt ein bisschen zur Seite und dann tritt der Butler vor, nimmt die Sonnenbrille ab
- und das ist doch der Oberrechter Hofer und der sagt genau, ich war der Oberrechte Hofer hier vor 45 Jahren und
- dort trug sich folgendes zu. Die hier anwesende Clairezaasian damals Clery Wescher verklagte den hier anwesenden
- Alfred Ill auf Anerkennung der Vaterschaft ihres gemeinsamen Kindes und dem wird ein bisschen mulmig zumute. Und
- Alfred brachte damals zwei falsche Zeugen vor Gericht und dann treten diese beiden
- Blinden vor und sagen: "Das waren wir, das waren wir, wir haben damals falsch geschworen, dass wir auch mit Claire
- Zachaan geschlafen hätten. Daraufhin wurde ihre Klage abgewiesen und er sagt und daraufhin musste Claire die Stadt
- verlassen und wurde zur Prostituierten und lebte in Schande. Deshalb gibt es eine Milliarde
- für Güllen, wenn jemand Alfred Ill umbringt. Und der Bürgermeister springt vor, sagt niemals. Und die Zanasia sagt
- einfach nur ich warte. In Alfred Ils Laden demonstriert die Güllener Bevölkerung in der Zwischenzeit
- Solidarität mit dem markierten Opfer und sie kaufen nach wie vor fröhlich bei ihm ein und da kommt schon wieder ein Gülner
- und sagt ähm ich hätte gern einmal den Tabak, aber den teuersten, bitte. Und er sagt, na gut, aber schreib's an, ne?
- Okay, aber das ist das letzte Mal, ne? Und er geht wieder weg und er sagt ähm ja, ich hätte gerne auch von allen das
- Beste und habe kein Geld. sagt, äh, das soll aber nicht zur Gewohnheit werden oder? Wieder weg und dann kommt der
- nächste und sagt, ach ja, und einmal die Flasche äh teuersten Whisky, bitte. Und er sagt: "Sag mal, wieso wollten ihr
- plötzlich alle auf Pump leben und woher habt denn ihr alle die gelben neuen Schuhe?" Und: "Was für gelbe neue
- Schuhe?" Ich habe es genau gesehen. Ihr habt alle gelbe neue Schuhe. Er spekuliert auf meinen Tod. Und er
- schmeißt seinen äh Kunden raus und rennt zur äh Polizeiwache und ähm der Polizist sagt ja und er sagt äh ich ich verlange,
- dass die Zachaan festgenommen wird und der Polizist so äh wieso? Ja, wegen Anstiftung zum Mord und der kriegt einen
- Lachkrampf und sagt das ist doch wohl ein Witz, du bist doch keine Milliarde wert, du bist vielleicht tausend wert
- und putzt sein Gewehr weit und sag, wieso putzt denn du dein Gewehr? Na ja, weil der schwarze Panther von der
- Zachaan abgehauen ist und der äh und woher hast du den neuen Goldzahn? Und da ist der Polizist auch schon wieder weg.
- Und ähm er läuft zum Bürgermeister, sagt Bürgermeister, ich verlange Schutz. Und äh der so: "Ja, ja,
- ich habe gerade zu tun, aber geh doch mal zur Polizei. Ja, da war ich schon. Ja, dann ist ja alles gut. Sag mal, äh
- hast du da ein Bauplan für neues Rathaus?" Und sag, also man wird da wohl auch planen dürfen. Und wieso hast denn
- du da eine Pistole überhaupt? Ja, wegen dem schwarzen Panther. ist auch weg. Und der Il ist jetzt völlig aufgelöst, so
- dass er nur noch zum Pfahr gehen kann. Der putzt auch seine Flinte und der Il sagt hier, ihr wollt mich doch alle
- umbringen. Und der sagt nein, mein Sohn tröste dich. Und da werden sie unterbrochen, weil Glocken Leuten und eh
- ihr so häten doch bis jetzt immer nur eine Glocke. Und der Pfarrer kriegt ein schlechtes Gewissen, sagt du hast recht,
- wir sind echt schwach und du bist in Gefahr. Hau lieber ab, bevor es zu spät ist. Der Fahrer weg und der Ill macht
- sich auf dem Weg zum Bahnhof und ist völlig schockiert, als der alte Bahnhof nicht mehr da ist, sondern so ein neuer
- Durchgangstiefbahnhof und vorm Bahnhof stehen aber komischerweise schon wieder alle Güllner und warten auf ihn und er
- so: "Ich will hier weg, ich will fliehen." Und sie so: "Ja, bitte flieh doch." Und er so, ja, mach lasst mich
- durch. Und s ja hier bitte kannst du durch. Ihr lasst mich nicht durch. Und s so doch wir lassen dich durch. Und er
- könnte eigentlich gehen, aber er schafft es nicht. Der ist völlig fertig und kann nicht fliehen. In der Peterschen
- Scheune, die ist mittlerweile auch in Farbe erhältlich, ähm nimmt in der Zwischenzeit Claire
- Zachaan auch wieder in ihre Senfte sitzend den Besuch vom äh Lehrer und vom Arzt entgegen, die sagen hier, Frau
- Zachaan, ja, sie sind doch Geschäftsfrau, wir haben eine tolle Idee und zwar wollen Sie nicht lieber statt
- der Stadt eine Milliarde zu schenken einfach Kredite geben und unsere Betriebe befördern und die steht auf und
- sagt: "Also meine Herren, das ist eine super Idee. Das würde ich, ich würde sofort die Stadt kaufen. Dummerweise
- gehört sie mir schon." Also, ich habe sie absichtlich pleite gehen lassen, um mich jetzt rechen zu können. Und diese
- das ist aber total fies. Und sie sagt denkenswerten Satz: "Die Welt machte mich zur nun mache ich sie zum
- Bordell." Auch in der Innenstadt hat sich in der Zwischenzeit einiges verändert und da
- gibt's jetzt statt den vorherigen kleinen Läden gibt's jetzt so eine Shopping Mall. Ils Laden gibt's
- natürlich noch und dort behandeln ihn die Güllen jetzt nicht mehr so freundlich s hier, du
- bleibst hier, ne? lass es dir nicht einfallen zu fliehen. Und der so schluck und ähm da kommt der Lehrer angewetzt,
- der ja gerade mit der äh Zachaan geredet hat und macht voll das Fass auf und ähm stellt sich auf dem Fass und sagt, ich
- sage jetzt allen die Wahrheit und wst die Wahrheit sagen? Ja, der Weltpresse, weil die Zhanastian hat nämlich gerade
- noch mal geheiratet, ihren achten Mann, deswegen ist die Weltpresse da. Und dann kommt der Il und sagt nix, du sagst
- niemanden die Wahrheit. Und äh das kriegt der Bürgermeister mit und sagt, das finde ich einen noblen Zug von dir.
- Soll das heißen, dass du unsere Entscheidung akzeptieren wirst? Und er sagt: "Ja, ich werde eure Entscheidung
- akzeptieren." Super, dann lasse ich dir vorsichtshalber mal das Gewehr da und der Il guckt ihn an und sagt: "Nee, das
- müsst ihr schon selber machen." Daraufhin ist der Bürgermeister ein bisschen eingeschnappt und alle anderen
- gehen auch. jedoch macht noch mal einen schönen Familienausflug. Die Familie haben wir
- noch gar nicht kennengelernt. Also Il sitzt im neuen Wagen seines Sohnes. Das ist sein Sohn. Der hat einen Opel Rekord
- gekauft. Auch auf Pump natürlich. Seine Tochter nimmt jetzt auf Pump Tennisstunden und seine Frau hat sich
- einen neuen blauen Pelzmantel gekauft und die fahren so ein bisschen durch Wirtschaftswunderland an der Shopping
- Mall vorbei und irgendwann landen sie noch mal im Konradsweiler Wald, also bzw.
- Der landet in Konradsweiler Wald, den gibt's noch nicht neu, den müssen immer noch die Naturfreunde spielen und
- verabschiedet sich dort von der Zachanasian und sie sagt, also Alfred, ich hoffe, du weißt, dass es nichts
- persönliches ist. Ja, ich mache das nur, weil ich deine Liebe zurück will und weil ich die Vergangenheit ändern will.
- Das verstehst du doch, oder? Und er guckt sie so an und dann guckt er die Kamera und sagt: "Ja, dann danke für die
- schöne Beerdigung." Abends kommt die ganze Stadtgemeinde im Theater zusammen. Das schöne
- Stadttheater wurde auch schon auf Kredit mal Verdachtsweise renoviert und es sind natürlich alle Honorationoren anwesend
- und der ist anwesend und der Lehrer hält eine flammende Rede und sagt, wir sollten das Angebot der alten Dame der
- Zachaan annehmen und zwar nicht aus Gewinnstreben, sondern der Gerechtigkeit halber. und alle sind begeistert und
- stimmen mit ja auf diesen Vortrag außer Ill der alten Spaßbremse. Und der Beschluss lautet, dass die Güllener
- jetzt eine Gasse bilden. Das hat eine gute schweizerische Tradition und der Dürrenmatt hat das von Schiller
- abgekupfert der Freiheit eine Gasse und in diese Gasse muss jetzt der Il reingehen und dann schließt sich die
- Gasse der Menschen hinter ihm sass man nicht sieht was im Inneren passiert und als sie sich wieder öffnet beugt sich
- der Arzt, wo ist der Arzt? Beugt sich der Arzt über ihn und diagnostiziert, dass er tot ist.
- Todesursache Tod durch Freude. Daraufhin tritt der Bürgermeister vor und die Claire Zachaan tritt vor und überreicht
- ihm einen großen Check und er dankt ihr und sie gucken in die Kamera beide zusammen und wenn sie nicht gestorben
- sind, dann leben sie heute alle an der Kotasür. Und das, meine Damen und Herren, ist der Besuch der alten Dame
- von Friedrich Dürrenmatt. Vielen Dank. He
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