Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand
David Kross
... Bernhard Schlink Der Vorleser, wo er an der Seite der britischen Schauspieler Kate Winslet und Ralph Fiennes spielte. Die Weltpremiere fand am 3 …
Inhalt6 Abschnitte
Person und Bedeutung
David Kross, eigentlich David Kroß, wurde am 4. Juli 1990 in Henstedt-Ulzburg geboren. Er ist ein deutscher Schauspieler und Synchronsprecher. International bekannt wurde er 2008 durch seine Rolle als 15-jähriger Schüler Michael Berg in Stephen Daldrys Verfilmung von Bernhard Schlinks Roman Der Vorleser.
Kross gehört zu den deutschen Schauspielern, die schon als Jugendliche wichtige Filmrollen übernahmen und später auch in internationalen Produktionen mitwirkten. Seine Arbeit umfasst Kinofilme, Fernsehserien, historische Stoffe, Literaturverfilmungen, Thriller, Komödien und Synchronrollen.
Leben und Ausbildung
David Kross wuchs in Todendorf im Kreis Stormarn auf. Bis 2007 besuchte er das Eckhorst-Gymnasium in Bargteheide. In seiner Freizeit spielte er von 2004 bis 2006 Basketball beim TSV Bargteheide.
Ab Sommer 2009 lebte Kross in London. Im September 2009 begann er dort ein dreijähriges Schauspielstudium an der London Academy of Music and Dramatic Art (LAMDA), brach es aber Ende 2009 wieder ab. Seit 2010 lebt er in Berlin-Charlottenburg.
Anfänge und Durchbruch
Sein Schauspieldebüt gab Kross 2002 in der Sat.1-Krankenhausserie alphateam – Die Lebensretter im OP. In der Folge Standpunkte spielte er Paul Büchmann. Ebenfalls 2002 war er in Oliver Dommengets Jugendfilm Hilfe, ich bin ein Junge! in einer Nebenrolle als Paddy zu sehen.
Sein Bühnendebüt hatte Kross im Dezember 2003 in Hilfe, die Herdmanns kommen mit der Kindertheatergruppe Blaues Wölkchen des Kleinen Theaters in Bargteheide. Danach folgten weitere wichtige Bühnenrollen, unter anderem in Fassungen von Michael Endes Momo und Heinrich Spoerls Feuerzangenbowle.
2005 wurde Detlev Buck durch seine Tochter Bernadette auf Kross aufmerksam. Nach einem Casting erhielt Kross die Hauptrolle in der Jugendromanverfilmung Knallhart. Er spielte den 15-jährigen Michael Polischka, der mit seiner Mutter von Berlin-Zehlendorf nach Neukölln zieht. Für diese Rolle erhielt er beim Filmfestival Türkei/Deutschland in Nürnberg seine erste Auszeichnung als „Bester Hauptdarsteller“.
Weitere wichtige Rollen der 2000er Jahre waren ein Gastauftritt in Detlev Bucks Kinderfilm Hände weg von Mississippi (2006) und die Titelrolle in Krabat, der Verfilmung des Jugendbuchs von Otfried Preußler. Krabat wurde im September 2008 auf dem Toronto International Film Festival uraufgeführt.
Der internationale Durchbruch gelang Kross mit Der Vorleser. In dem Film spielte er neben Kate Winslet und Ralph Fiennes den jungen Michael Berg. Die Weltpremiere fand am 3. Dezember 2008 im New Yorker Ziegfeld Theater statt. 2009 lief der Film außer Konkurrenz im Wettbewerbsprogramm der Berlinale. Für seine Leistung erhielt Kross 2009 bei den 62. Filmfestspielen von Cannes die Trophée Chopard und wurde später für den Europäischen Filmpreis als Bester Darsteller nominiert. 2009 spielte er außerdem in Detlev Bucks Same Same But Different die Hauptrolle des jungen Ben.
Rollen seit 2010
In den 2010er Jahren spielte Kross in sehr unterschiedlichen deutschen und internationalen Produktionen. 2011 war er in Das Blaue vom Himmel als Osvalds Kalnins zu sehen. Im selben Jahr übernahm er in Steven Spielbergs Kriegsfilm Gefährten die Rolle des deutschen Soldaten Günther Schröder. Ebenfalls 2011 arbeitete er erstmals als Synchronsprecher für den Animationsfilm Rio; 2014 sprach er in Rio 2 – Dschungelfieber erneut die Figur Blu, die im Original von Jesse Eisenberg gesprochen wurde.
2012 spielte Kross im norwegischen Historienfilm Into the White die Hauptrolle des Obergefreiten Josef Schwartz. Im selben Jahr arbeitete er erneut mit Detlev Buck zusammen: In Die Vermessung der Welt spielte er Eugen Gauß, den Sohn des Mathematikers Carl Friedrich Gauß.
2015 übernahm Kross in Boy 7 die Titelrolle des Jungen Sam, der sein Gedächtnis verloren hat und mit Hilfe seines Tagebuchs eine Verschwörung in einer Resozialisierungseinrichtung aufdeckt. 2016 spielte er in Zeit für Legenden den deutschen Leichtathleten Luz Long in einer Filmbiografie über Jesse Owens und dessen Teilnahme an den Olympischen Sommerspielen 1936.
2017 spielte Kross in Simpel neben Frederick Lau die titelgebende Hauptrolle des geistig behinderten Barnabas. Dafür erhielten beide den Bayerischen Filmpreis in der Kategorie „Beste Darsteller“. 2018 spielte Kross in Trautmann den deutschen Fußballtorwart Bernd „Bert“ Trautmann. Im selben Jahr war er in Michael Herbigs Thriller Ballon als Günter Wetzel zu sehen; der Film behandelt die als „Ballonflucht“ bekannt gewordene Fluchtaktion zweier Familien aus der DDR.
In den 2020er Jahren übernahm Kross Hauptrollen in den Netflix-Produktionen Betonrausch (2020) und Prey (2021). In Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull (2021) spielte er den Marquis Louis de Venosta. In The King’s Man: The Beginning (2021) verkörperte er Adolf Hitler. 2022 spielte er in Leander Haußmanns Stasikomödie den jungen Romanautor Ludger Fuchs.
2023 war Kross in Der Pfau als deutscher Investment-Banker David zu sehen. Im historischen Spionage-Thriller Davos 1917 spielte er den Arzt Dr. Carl Mangold, der in ein Spionagegeschäft hineingezogen wird und eine Beziehung mit der Krankenschwester Johanna Gabathuler eingeht. 2024 verkörperte er in der Fernsehserie Kafka den Schriftsteller Max Brod, einen Freund Kafkas; dafür erhielt er beim Blauen Panther eine Nominierung als „Bester Schauspieler“ in der Kategorie Fiktion. Ebenfalls 2024 spielte er in der Filmkomödie Alles Fifty Fifty die Rolle Robin.
Filmografie und Synchronarbeit
Die Filmografie zeigt eine kontinuierliche Karriere seit 2002. Zu den frühen Titeln gehören Alphateam – Die Lebensretter im OP, Hilfe, ich bin ein Junge!, Adam & Eva, Knallhart, Hände weg von Mississippi, Krabat, Der Vorleser und Same Same But Different. In den 2010er Jahren folgten unter anderem Das Blaue vom Himmel, Gefährten, Into the White, Die Vermessung der Welt, Michael Kohlhaas, Angélique, Rico, Oskar und die Tieferschatten, Boy 7, Zeit für Legenden, Die Akte General, Simpel, Ballon und Trautmann.
Zu den späteren Arbeiten zählen Betonrausch, Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull, Prey, The King’s Man: The Beginning, Stasikomödie, Asbest, Der Pfau, Home Sweet Home – Wo das Böse wohnt, Davos 1917, Kafka, Viktor bringt’s, Alles Fifty Fifty sowie angekündigte oder aufgeführte Produktionen wie Fabula, Zeugen der Wahrheit, Parallel Me und Mein bester Freund, seine Freundin & ich.
Als Synchronsprecher sprach Kross 2008 in Der Vorleser den jungen Michael Berg für sich selbst. 2011 und 2014 sprach er in Rio und Rio 2 – Dschungelfieber die Figur Blu für Jesse Eisenberg. 2024 übernahm er in der Fernsehserie Friedefeld die Stimme von Paul Jakobs.
Auszeichnungen
Kross erhielt bereits 2006 beim Filmfestival Türkei Deutschland in Nürnberg die Auszeichnung „Bester Hauptdarsteller“ für Knallhart. Für dieselbe Rolle wurde er außerdem für den New Faces Award und den Undine Award nominiert.
Für Der Vorleser erhielt er mehrere Preise und Nominierungen. Dazu gehörten 2008 der Las Vegas Film Critics Society Award – Sierra Award – Youth in Film, 2009 die Auszeichnung als Shooting Star der European Film Promotion, die Trophée Chopard bei den 62. Filmfestspielen von Cannes und eine Nominierung für den Europäischen Filmpreis als Bester Darsteller. Außerdem wurde er 2009 in den Top-100 der „Most Beautiful People“ des People Magazine genannt.
Weitere Auszeichnungen waren 2010 der Jupiter-Award als „bester deutscher Darsteller“ für Krabat, der österreichische Film- und Fernsehpreis Romy als „Shootingstar“, der Askania Award und der Audi Generation Award. 2016 wurde er für Boy 7 für den Jupiter-Award als „bester deutscher Darsteller“ nominiert. 2017 erhielt er zusammen mit Frederick Lau den Bayerischen Filmpreis als „Beste Darsteller“ für Simpel.