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Krabat (2008)

Krabat ist ein deutscher Film des Regisseurs Marco Kreuzpaintner nach dem gleichnamigen Roman von Otfried Preußler, der wiederum auf der sorbischen …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Grunddaten und Bedeutung
  2. 2. Handlung
  3. 3. Entstehung und Veröffentlichung
  4. 4. Wichtige Unterschiede zum Roman
  5. 5. Kritik, Auszeichnungen und ergänzende Informationen

Grunddaten und Bedeutung

Krabat ist ein deutscher Fantasyfilm aus dem Jahr 2008 unter der Regie von Marco Kreuzpaintner. Das Drehbuch schrieben Marco Kreuzpaintner und Michael Gutmann. Der 115 Minuten lange, deutschsprachige Film basiert auf Otfried Preußlers gleichnamigem Roman von 1971, der wiederum auf einer sorbischen Volkssage beruht. Die Hauptrollen spielen David Kross als Krabat, Daniel Brühl als Tonda, Christian Redl als Meister, Robert Stadlober als Lyschko, Hanno Koffler als Juro und Paula Kalenberg als Kantorka. Die Musik komponierte Annette Focks, die Kamera führte Daniel Gottschalk.

Im Mittelpunkt steht ein 14-jähriger Waisenjunge, der in einer Wassermühle in die schwarze Magie eines mächtigen Meisters gerät. Der Film verbindet damit eine Geschichte über Verführung, Abhängigkeit, Freundschaft, Liebe und den Widerstand gegen eine übermächtige Herrschaft. Die Altersfreigabe beträgt FSK 12 und JMK 12.

Handlung

Zum Ende des Dreißigjährigen Krieges (1618–1648), im Jahr 1646, kommt der 14-jährige Waisenjunge Krabat als Lehrling in eine Wassermühle im Koselbruch bei Schwarzkollm in der Lausitz. Die elf anderen Gesellen behandeln ihn teilweise hart, bringen ihm aber die Fertigkeiten eines Müllergesellen bei. Besonders zum Altgesellen Tonda fasst Krabat Vertrauen; zwischen beiden entsteht eine Freundschaft.

Der Müllermeister beherrscht schwarze Hexenkünste und gibt sie an seine Gesellen weiter. Krabat findet zunächst Gefallen an diesen Fähigkeiten und gerät wie die anderen Lehrlinge immer stärker in die Abhängigkeit des Meisters. In der Osternacht besucht er gemeinsam mit Tonda unsichtbar das Dorf Schwarzkollm. Dort sieht er ein Mädchen und verliebt sich sofort in sie. Tonda warnt ihn, dem Meister niemals den Namen des Mädchens zu verraten.

Die Gefahr zeigt sich, als Tondas Freundin Worschula im Herbst tot im Mühlbach gefunden wird. Tonda verfällt danach zunehmend. In der Neujahrsnacht wird er tot aufgefunden; offiziell scheint er gestürzt zu sein, doch es liegt nahe, dass er ermordet wurde. Krabat erkennt nun, dass der Meister nicht nur schwarze Magie lehrt: Offenbar muss jedes Jahr einer der Gesellen sein Leben an „den Gevatter“ geben, damit der Meister selbst nicht stirbt.

Der Geselle Juro erklärt Krabat, wie er sich aus der Mühle befreien kann. Das Mädchen, in das Krabat verliebt ist, muss ihn beim Meister in der Silvesternacht freibitten. Dadurch kann das Band zwischen Krabat, dem Meister und der Mühle gelöst werden. Das Mädchen erscheint und bittet um Krabats Freilassung. Der Meister stellt sie auf die Probe: Er verwandelt alle Gesellen in Raben, und sie muss Krabat unter ihnen erkennen. Sie erspürt, welcher Rabe Krabat ist, und besteht die Prüfung. Der Bann bricht, die Mühle geht in Flammen auf und der Meister stirbt. Die Gesellen werden wieder zu normalen Burschen und ziehen davon; Krabat bleibt mit dem Mädchen zurück.

Entstehung und Veröffentlichung

Krabat ist die zweite Realverfilmung des Stoffes. Zuvor entstand 1975 der DDR-Fernsehfilm Die schwarze Mühle nach Jurij Brězan. 1977 folgte der tschechisch-deutsche Zeichentrickfilm Krabat von Karel Zeman nach Preußlers Roman.

Die Produktion des Films kostete über acht Millionen Euro. Gedreht wurde unter anderem in den Karpaten nahe Sibiu in Rumänien und in den Filmstudios in Bottrop. Weitere Außenszenen entstanden in Bonndorf im Schwarzwald, auf dem Feldberg, im Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck und in Schluchsee-Blasiwald. Diese Drehorte wurden auch genutzt, um Fördergelder des Landes Baden-Württemberg zu erhalten. Für eine Szene in St. Blasien wurde der Wald in der Eisenbreche künstlich beschneit; die entsprechende Winterszene wurde später aus dem Film herausgeschnitten. Geplante Dreharbeiten in der Wutachschlucht entfielen ebenfalls.

Die Weltpremiere fand am 7. September 2008 beim Toronto International Film Festival statt. Die deutsche Erstaufführung folgte am 23. September 2008 in der Lichtburg Essen. Am 9. Oktober 2008 kam der Film in die deutschen Kinos. Dort sahen ihn 1.486.444 Zuschauer; der Umsatz betrug etwa 9 Millionen Euro. Die Free-TV-Premiere wurde am 25. April 2011 auf ProSieben ausgestrahlt. Der Abspanntitel Allein Allein stammt von der deutschen Band Polarkreis 18. Das Szenenbild entwarfen Christian Martin Goldbeck und Waleska Defne Leitfeld.

Wichtige Unterschiede zum Roman

Der Film übernimmt zu Beginn die ersten Worte des Buches, verändert die Vorlage danach aber deutlich. Die Handlung spielt im Film nicht während des Nordischen Krieges, sondern 60 Jahre früher, am Ende des Dreißigjährigen Krieges. Das zweite und dritte Jahr in der Mühle werden zusammengefasst, während Krabats Zeit mit Tonda stärker in den Mittelpunkt rückt.

Witko als neuer Lehrling fehlt im Film. Auch Michal stirbt am Ende des zweiten Jahres nicht. Deshalb ist Mertens Suizidversuch nicht durch Michals Tod ausgelöst, sondern durch die Ahnung, dass der Gevatter Merten als nächstes Opfer ausgewählt hat. Die Geschichte von Tonda und Worschula wird ausführlich gezeigt, obwohl sie im Buch nur rückblickend erwähnt wird. Zusätzlich inszeniert der Film einen Überfall auf Schwarzkollm, bei dem die Burschen die Einwohner retten. Worschula verrät sich dabei und wird kurze Zeit später umgebracht.

Auch die Schauplätze unterscheiden sich. Schwarzkollm und die Mühle werden aus dem flachen Norden Sachsens in die Mittelgebirge verlegt; der Begräbnisplatz im Koselbruch liegt im Film sogar im Hochgebirge. Am Ende ist es nicht Krabat selbst, der Kantorka zu sich ruft, sondern Lyschko. Die Burschen haben beschlossen, zusammenzuhalten. Die Figuren werden ebenfalls verändert: Der im Buch oft humorvoll dargestellte Andrusch wirkt im Film zwielichtig, während Merten, der im Buch in den ersten beiden Jahren selten erwähnt wird, Krabat unterstützt und ihm Zusammenhänge erklärt. Kantorka hat im Film schwarzes statt helles Haar.

Kritik, Auszeichnungen und ergänzende Informationen

Otfried Preußler lobte den Film und erklärte, er könne in ihm „seinen“ Krabat wiedererkennen. Nach seiner Einschätzung werde der Film sowohl dem Medium Film als auch seinem Buch gerecht. Die Filmbewertungsstelle Wiesbaden verlieh Krabat das Prädikat „besonders wertvoll“. Sie hob die düstere Atmosphäre, die Darstellung schwarzer Magie und archaischer Rituale sowie die gleichzeitig sichtbaren Gefühle von Hoffnung, Menschlichkeit und Liebe hervor.

Das Lexikon des internationalen Films sah Schwächen bei der technischen Umsetzung der Magie, lobte aber das stimmige Szenenbild, die Darsteller und die Konzentration auf die Spannungen zwischen den Figuren. Dadurch werde die Geschichte zu einem atmosphärischen Abenteuer verdichtet. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung bewertete den Film deutlich kritischer. Er erreiche nicht die Tiefe und Komplexität des Romans, konzentriere sich zu sehr auf die äußere Handlung und sei zu laut, ohne ausreichende Zwischentöne. Durch den Verzicht auf verschiedene Erzählstränge und Volkssagen werde insbesondere der Müller unverständlicher als in der Vorlage.

2009 wurde der Film für den Deutschen Filmpreis in den Kategorien bestes Szenenbild, beste Filmmusik und Tongestaltung nominiert. Paula Kalenberg erhielt als beste Nachwuchsschauspielerin die Lilli Palmer & Curd Jürgens Gedächtniskamera der Hörzu.

Das reale Dorf Schwarzkollm liegt in der Lausitz und ist seit 1996 ein Ortsteil von Hoyerswerda. Dort wird seit Jahren eine Krabatmühle in historischem Design aufgebaut, die als touristisches Ausflugsziel dient. Die Sagengestalt Pumphutt, die im Roman vorkommt, sollte ursprünglich im Film erwähnt werden, fiel jedoch Kürzungen zum Opfer. Erkennbar bleibt sie in einer Szene durch eine Wunderscheibe, ein Thaumatrop, mit einem Bild Pumphutts.

Lernvideos zu Krabat (2008)

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