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David Guetta
Er begann mit House-Musik und wechselte nach seinem Durchbruch 2009 zu Dance- und Electro-Pop. Später entwickelte sich sein Stil in Richtung Trap, Future-Bass …
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Profil und musikalische Anfänge
David Guetta, bürgerlich Pierre David Guetta, wurde am 7. November 1967 in Paris geboren. Er ist ein französischer DJ und Musikproduzent. Seine musikalische Entwicklung begann mit House-Musik. Nach seinem internationalen Durchbruch 2009 wechselte sein Stil stärker zu Dance und Electro-Pop; später kamen Trap, Future-Bass und Electro-House hinzu.
Mit 16 Jahren begann Guetta als DJ in Pariser Diskotheken. Ende der 1980er Jahre veröffentlichte er erste Mix-CDs, wurde später Besitzer eines Pariser Nachtclubs und brachte 1994 die Single Up & Away heraus. Nach zunächst kleineren Erfolgen verschwand er vorübergehend aus der Dance-Szene, bevor ihm Anfang der 2000er Jahre ein Comeback gelang.
Sein Debütalbum Just a Little More Love erschien 2002. Die Singles Just a Little More Love und Love Don’t Let Me Go machten ihn erstmals international bekannt. Es folgten Guetta Blaster (2004) und Pop Life (2007). Mit The World Is Mine hatte er 2005 einen weiteren Club-Hit. 2007 wurde er bei den World Music Awards als bester Discjockey der Welt ausgezeichnet. Gemeinsam mit Joachim Garraud betrieb er das Label Gum Records, ein Sublabel von Virgin Music in Frankreich.
2008 trat Guetta gemeinsam mit mehreren DJs vor 40.000 Zuschauern im Stade de France auf. Das Ereignis war das erste Event dieser Art in Frankreich in dieser Größenordnung. Außerdem trat er bei der Loveparade 2008 in Dortmund auf. Die Party- und Sendungsmarke F*** Me I’m Famous wurde zu einem wichtigen Bestandteil seiner öffentlichen Tätigkeit; seit 2009 moderierte er außerdem Radiosendungen bei RauteMusik.FM und m2o.
Internationaler Durchbruch und wichtige Veröffentlichungen
Der entscheidende weltweite Durchbruch kam 2009 mit der Produktion I Gotta Feeling für The Black Eyed Peas und Will.i.am. Der Titel erreichte in mehr als 20 Ländern Platz eins. Im August 2009 erschien One Love, Guettas erstes Album mit zahlreichen Kooperationen aus Hip-Hop und R&B, darunter Akon, Kelly Rowland, Ne-Yo, Will.i.am, Kid Cudi und Estelle. Das Album verkaufte sich weltweit über drei Millionen Mal. When Love Takes Over mit Kelly Rowland erreichte in zwölf Ländern Platz eins; Sexy Bitch mit Akon wurde Guettas erster Nummer-eins-Hit in Deutschland, erhielt Platin und verkaufte sich weltweit 6,5 Millionen Mal.
Die erweiterte Ausgabe One More Love erschien im November 2010. Zu den erfolgreichen Titeln dieser Phase gehörten Club Can’t Handle Me mit Flo Rida, der sich rund 4,5 Millionen Mal verkaufte, und Who’s That Chick mit Rihanna, das in mehr als 25 Ländern die Top 10 erreichte und sich knapp 2,7 Millionen Mal verkaufte.
Nothing but the Beat erschien im August 2011 und stand fünf Wochen später an der Spitze der deutschen Charts. Wichtige Titel waren Where Them Girls At, Little Bad Girl, Titanium mit Sia, Without You mit Usher und Turn Me On mit Nicki Minaj. Without You wurde mit Platz 4 Guettas bis dahin erfolgreichster Song in den USA. 2011 führte Guetta die weltweite DJ-Mag-Top-100-Liste an. Eine gleichnamige Dokumentation über seine Karriere feierte im September 2011 Premiere in Paris.
Nothing But the Beat 2.0 erschien am 7. September 2012 als EP mit den Liedern des ursprünglichen Albums und sechs zusätzlichen Titeln. Dazu gehörten She Wolf (Falling to Pieces) mit Sia, Just One Last Time mit Taped Rai und Play Hard mit Ne-Yo und Akon. 2012 gründete Guetta außerdem Jack Back Records.
Für das Album Listen (21. November 2014) erschienen zunächst unter anderem Shot Me Down, Bad und Lovers on the Sun. Lovers on the Sun wurde von Sam Martin gesungen und zusammen mit Avicii produziert; der Titel erreichte in mehr als 20 Ländern die Top 10 und in Deutschland, Österreich und Großbritannien Platz eins. Listen enthielt Kooperationen mit Alicia Keys, John Legend, Nico & Vinz und Bebe Rexha. Weitere erfolgreiche Singles waren Dangerous, What I Did for Love, Hey Mama und Sun Goes Down.
2016 veröffentlichte Guetta die Fußball-Europameisterschafts-Hymne This One’s for You mit Zara Larsson. Ebenfalls erschienen eine Old-School-House-Version von Would I Lie to You mit Cedric Gervais und Chris Willis sowie Shed a Light mit Robin Schulz und Cheat Codes.
2017 folgten unter anderem Light My Body Up mit Nicki Minaj und Lil Wayne, Another Life mit Afrojack und Ester Dean, 2U mit Justin Bieber, ein Remix von Bruno Mars’ Versace on the Floor, Complicated, Dirty Sexy Money und So Far Away. 2U stand nach etwa zwölf Stunden in den iTunes-Charts von mehr als 48 Ländern auf Platz eins.
Das siebte Studioalbum 7 erschien am 14. September 2018. Es verband kommerzielle Dance- und Pop-Produktionen mit einem zweiten, unter dem Alias Jack Back veröffentlichten Underground-House-Teil. Zu den Titeln gehörten Goodbye, Drive, Flames mit Sia, Don’t Leave Me Alone, Mad Love und Say My Name. Das Jack-Back-Mixtape mit zwölf Liedern erschien am 7. September 2018. Guetta erklärte, damit zu seiner ursprünglichen Underground-House-Musik zurückzukehren.
Future Rave und Veröffentlichungen ab 2019
Ab 2019 arbeitete Guetta besonders eng mit dem dänischen Produzenten Morten zusammen. Die gemeinsame Single Never Be Alone begründete eine neue musikalische Ausrichtung, die Guetta als Future Rave bezeichnete. Weitere Titel dieser Reihe waren Make It to Heaven, Detroit 3 AM, Save My Life, Dreams, Impossible, Alive Again und Permanence. 2020 erschien die gemeinsame EP New Rave; der Titel Kill Me Slow erhielt auf Spotify über 40 Millionen Aufrufe.
Parallel veröffentlichte Guetta weiterhin kommerzielle Singles und Remixe. Dazu gehörten Better When You’re Gone, Ring the Alarm, This Ain’t Techno, Stay (Don’t Go Away), Bed mit Joel Corry und Raye, Heartbreak Anthem mit Galantis und Little Mix sowie Remember mit Becky Hill. Bed erhielt im Vereinigten Königreich Platin und in Deutschland Gold. Heartbreak Anthem verkaufte sich über eine Million Mal und wurde in den USA mit Gold sowie im Vereinigten Königreich mit Platin ausgezeichnet. 2021 verkaufte Guetta seinen gesamten Songkatalog für etwa 100 Millionen Dollar an Warner Music.
Während der COVID-19-Pandemie veranstaltete Guetta 2020 die Live-Streams United At Home. Der Auftritt vom 18. April in Miami sammelte insgesamt 750.000 US-Dollar für die Weltgesundheitsorganisation, Feeding South Florida, Feeding America und die Hôpitaux de Paris. Der zweite Auftritt am 30. Mai vom Comcast Building in New York brachte durch Spenden eine halbe Million US-Dollar für den Mayor’s Fund to Advance New York City ein. Im November 2020 wurde Guetta erneut auf Platz eins der DJ Mag Top 100 DJs gewählt.
Einige Veröffentlichungen knüpften an ältere Erfolge oder bekannte Songs an. Dazu gehörten Remixe von Memories, Titanium und Love Tonight sowie Cover- und Remake-Versionen wie If You Really Love Me (How Will I Know), I’m Good (Blue), Baby Don’t Hurt Me und When We Were Young (The Logical Song). I’m Good (Blue) mit Bebe Rexha erschien am 26. August 2022 und basiert auf Blue (Da Ba Dee) von Eiffel 65. Ein Mitschnitt des bereits 2016 entstandenen Songs wurde 2022 auf Instagram und TikTok viral und erreichte über 500 Millionen Aufrufe. Nach der überarbeiteten Veröffentlichung wurde der Titel weltweit erfolgreich und erreichte unter anderem in Australien, den Niederlanden, der Schweiz und dem Vereinigten Königreich Platz eins.
2023 erschien unter anderem Baby Don’t Hurt Me mit Anne-Marie und Coi Leray. Der Titel basiert zu weiten Teilen auf What Is Love von Haddaway aus dem Jahr 1992 und erreichte in zahlreichen Ländern die Top 10. Innerhalb eines Jahres kam er auf über 300 Millionen Spotify-Streams, blieb aber hinter dem Erfolg von I’m Good (Blue) zurück. Weitere Veröffentlichungen 2023 waren unter anderem Saturday/Sunday, The Freaks, Here We Go Again, One in a Million, On My Love und When We Were Young (The Logical Song).
Arbeitsweise, Team und Technik
Guetta bevorzugt die Arbeit im Team. Er beginnt nach eigener Aussage mit einer Akkordfolge, auf deren Grundlage der Text geschrieben wird. Erst danach wird entschieden, welchem Genre sich der Song zuordnet. Dadurch soll verhindert werden, dass sich der Text zu stark an der Stimmung des Instrumentals orientiert. Guetta unterscheidet zwischen der Aufnahme eines Demos und der eigentlichen Produktion, die länger dauern und noch entscheiden kann, ob ein Song überhaupt fertiggestellt wird. Für Produktion und Live-Sets verwendet er Ableton.
Bis 2008 arbeitete er eng mit Joachim Garraud zusammen. Für One Love holte er Sandy Vee, Frederic Riesterer und Giorgio Tuinford in sein Team. Riesterer betonte, Guetta sei wesentlich an Songwriting, Programmierung, Arrangement, Produktion und Mixing beteiligt. Tuinford gehörte bis 2018 fest und danach wiederkehrend zu Guettas Autorenteam. Weitere Partner waren unter anderem Carl Falk, Cirkut, Stargate, Timofey Reznikov und Ralph Wegner. Mike Hawkins und Toby Green waren bis 2024 an jeder Zusammenarbeit Guettas mit Morten beteiligt. Zu den wiederkehrenden Studiopartnern zählen außerdem Daddy’s Groove und der Toningenieur Serban Ghenea.
Guettas DJ-Setup besteht aus drei Pioneer-CDJs, einem Mixer, einem Pioneer-DJS-1000-Sampler und -Sequencer, einem Arturia-MicroFreak-Synthesizer, einem Roland-TB-03-Bass-Line-Synthesizer, einem Eventide-Space-Reverb und einem Seymour-Duncan-Studio-Bass-Compressor. Als Software nutzt er Ableton.
Privatleben, Diskografie und Rezeption
Guetta heiratete 1992 Cathy Lobé. Das Paar bekam 2004 einen Sohn und 2007 eine Tochter und ließ sich im März 2014 scheiden. Seit 2016 ist Guetta mit dem kubanischen Model Jessica Ledon liiert. Im November 2023 gab er bekannt, erneut Vater zu werden. Er besitzt Wohnsitze in Ibiza, Los Angeles, London und Dubai, die er nach eigener Aussage für Residenzen, Studioarbeiten, Kontakte nach Asien und sein Privatleben nutzt.
Zu seinen Studioalben gehören Just a Little More Love (2002), Guetta Blaster (2004), Pop Life (2007), One Love (2009), Nothing but the Beat (2011), Listen (2014) und 7 (2018). One Love verkaufte sich über drei Millionen Mal, Nothing but the Beat 3.707.644 Mal, Listen 1.618.500 Mal und 7 837.500 Mal. One Love erreichte in Frankreich Platz eins und erhielt dort Diamant; Nothing but the Beat erreichte unter anderem in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Frankreich Platz eins und erhielt in Frankreich ebenfalls Diamant.
Zu Guettas Auszeichnungen zählen zwei Grammy Awards für Beste Remix-Aufnahme (2010 für When Love Takes Over und 2011 für Revolver von Madonna), ein MTV EMA als Bester Electronic-Act (2012), World Music Awards als Bester Produzent und Bester französischer Act (2010), mehrere NRJ Music Awards, zwei Echo-Auszeichnungen sowie DJ Awards für Best Ibiza Night, Bester internationaler DJ und Bester House-DJ. Daneben erhielt er zahlreiche Nominierungen, unter anderem für Grammys, MTV EMAs, Echos, World Music Awards und DJ Awards.
Obwohl Guetta ein Millionenpublikum erreicht, lehnen Teile der Technokultur seine Musik ab. Er wird häufig als „EDM-DJ“ bezeichnet; Electronic Dance Music (EDM) wird in diesem Zusammenhang teilweise abwertend als Ausdruck für Mainstream und Kommerzialisierung verwendet. Kontroversen gab es außerdem wegen eines 2015 ohne Erlaubnis kopierten Bühnenbilds, eines Pferdes in einer Bühnenshow im Pacha und seiner Äußerung über die spontane Nutzung eines USB-Sticks bei einem Liveauftritt.