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Daft Punk
Daft Punk war eine 1993 gegründete französische Formation der French-House-Musik und bestand aus Thomas Bangalter und Guy-Manuel de Homem-Christo.
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Überblick
Daft Punk war eine französische Formation der French-House-Musik aus Paris. Sie bestand aus Thomas Bangalter und Guy-Manuel de Homem-Christo, die beide für Gesang, Produktion und Musikprogrammierung zuständig waren. Die Gruppe war von 1993 bis 2021 aktiv und arbeitete in Genres wie French House, Dance, Electronica, Funk und Disco.
Wichtig wurde Daft Punk durch international erfolgreiche elektronische Musik, durch ihren prägenden Einfluss auf Housemusik und durch ein stark kontrolliertes öffentliches Erscheinungsbild. Seit 1999 traten Bangalter und Homem-Christo nur noch mit Roboterhelmen auf und gaben nur sehr selten Interviews. Bis zur Auflösung im Februar 2021 verkaufte die Band international mehr als 80 Millionen Tonträger und zählt damit zu den erfolgreichsten französischen Musikern der letzten 30 Jahre.
Entstehung und erster Erfolg
Thomas Bangalter und Guy-Manuel de Homem-Christo gründeten mit zwölf Jahren zusammen mit Laurent Brancowitz die Rockband Darlin’. Nachdem Brancowitz die Band verlassen hatte, entdeckten Bangalter und Homem-Christo House und Techno für sich. 1993 gründeten sie Daft Punk als neues Projekt für gemeinsame House- und Technoproduktionen. Der Name geht auf eine Kritik im britischen Musikmagazin Melody Maker zurück, in der Darlin’s Musik als „daft punky thrash“ bezeichnet wurde.
Ab 1994 veröffentlichten Daft Punk erste Maxi-Singles auf dem schottischen Label Soma Records, darunter The New Wave/Assault/Alive, Da Funk/Rollin’ & Scratchin’ und Indo Silver Club. In der britischen Underground-Szene wurden sie durch einen harten und avantgardistischen Sound bekannt. Der erste kommerzielle Erfolg gelang 1995 mit Da Funk. 1996 wechselte das Duo zu Virgin, wo Da Funk erneut erschien und Daft Punk für drei Studioalben sowie weitere Maxi-Singles unter Vertrag genommen wurden.
Alben und musikalische Entwicklung
Das erste Studioalbum Homework erschien am 17. Januar 1997 in der Öffentlichkeit und brachte Daft Punk den internationalen Durchbruch. Das Album enthielt 16 Stücke und fast alle zuvor bei Soma erschienenen Maxi-Singles. Besonders Around the World, Revolution 909 und Da Funk wurden internationale Erfolge. Homework gilt als wesentlicher Einfluss für die Housemusik der Jahre 1997–2001, besonders für das Filter-House-Genre. Nach der Welttournee 1997 arbeiteten beide stärker an ihren eigenen Labels Roulé und Crydamoure.
Das zweite Album Discovery erschien 2001 und platzierte sich international in den Charts. Die Single One More Time wurde im Jahr 2000 ihr größter kommerzieller Erfolg. Discovery verband ruhigere Stücke wie Digital Love und Something About Us mit tanzbaren Titeln wie Crescendolls und Superheroes. Für den Klang des Albums war der Roland VP 9000 wichtig, ein damals neuartiger Sampler, der Samples besonders flexibel spielbar machte. Anders als bei Homework arbeiteten Daft Punk hier mit Künstlern wie Todd Edwards, Romanthony und DJ Sneak zusammen.
Human After All erschien am 14. März 2005. Das Album wurde zwischen dem 13. September und dem 9. November 2004 innerhalb weniger Wochen produziert. Es enthält zehn Stücke und entfernte sich fast vollständig vom Sample-Prinzip hin zu rohen, härteren elektronischen Klängen; auf dem gesamten Album findet sich nur ein einziges Sample. Schon vor Erscheinen wurde das Album kontrovers diskutiert, weil viele Anhänger den Bruch mit früheren Arbeiten als sehr stark empfanden. Bei den Grammy Awards 2006 war es in der Kategorie „Best Dance/Electronic Album“ nominiert.
2013 erschien das vierte Studioalbum Random Access Memories. Daran arbeiteten unter anderem Paul Williams, Nile Rodgers und Giorgio Moroder mit. Die Vorabsingle Get Lucky entstand mit Pharrell Williams und Nile Rodgers. Am 28. Mai 2013 erreichten sowohl das Album als auch Get Lucky Platz eins der deutschen Charts. Bei den Grammy Awards 2014 waren Daft Punk die erfolgreichsten Künstler und gewannen unter anderem „Record of the Year“ und „Album of the Year“.
Filme, Tourneen und Soundtrack
Daft Punk verbanden ihre Musik mehrfach mit Filmprojekten. Während der Arbeit an Discovery entwickelten sie ein Drehbuch, das auf den Liedern des Albums aufbaute. Daraus entstand mit dem japanischen Studio Toei und unter der Regie von Leiji Matsumoto das 60-minütige Anime-Musical Interstella 5555 – The 5tory of the 5ecret 5tar 5ystem. Die ersten etwa 15 Minuten des Films erschienen zwischen 2000 und 2001 als Videoclips zu Singles wie One More Time, Aerodynamic, Digital Love, Harder, Better, Faster, Stronger und Something About Us. 2003 kam der Film in japanische Kinos, außerhalb Japans aber nur in wenige ausgewählte Kinos. Die Produktionskosten betrugen 4 Millionen Dollar; es wird vermutet, dass Daft Punk die Produktion selbst bezahlten. 2024 wurde mit KI ein 4K-HD-Remaster erstellt und am 12. Dezember 2024 weltweit in Kinos aufgeführt.
2006 erschien Daft Punk’s Electroma, ein von Daft Punk gedrehter Film. Von April 2006 bis Dezember 2007 gingen sie nach 1997 zum zweiten und letzten Mal auf Live-Tournee. Die Tour Alive 2006/2007 führte nach Nordamerika, Europa, Japan und Australien. Das Livealbum Alive 2007 wurde am 14. Juni 2007 im Palais Omnisports de Paris-Bercy in Paris aufgenommen und im November 2007 veröffentlicht.
2009 wurde bekannt, dass Daft Punk den Soundtrack zum Film Tron: Legacy produzieren. Für den Film entstanden 24 Stücke; das Album erschien am 6. Dezember 2010 bei Walt Disney Records. Außerdem hatten Daft Punk einen Cameo-Auftritt im Film. Am 8. April 2011 erschien Tron Legacy: Reconfigured, ein Remix-Album mit 15 Remixes von Künstlern der House-Szene.
Öffentlichkeit und Auflösung
Daft Punk hielten ihre Gesichter weitgehend aus der Presse heraus. Ihr öffentliches Bild wurde von den Roboterhelmen bestimmt, die sie seit 1999 trugen. Die ersten Helme wurden von der kalifornischen Firma LED FX gefertigt, später von Ironhead Studios hergestellt. Die Helme stehen unter dem Copyright des Duos. 2013 trat Daft Punk als Unterstützer des Lotus F1 Team beim Großen Preis von Monaco auf. Der Spielfilm Eden von Mia Hansen-Løve aus dem Jahr 2014 behandelt die Entstehung der French-House-Szene und auch die Entwicklung von Daft Punk.
Am 22. Februar 2021 veröffentlichte die Band auf YouTube ein Video mit dem Titel Epilogue, das Ausschnitte aus Daft Punk’s Electroma enthält. Darin erscheint der Text „1993–2021“. Die langjährige Sprecherin Kathryn Frazier bestätigte auf Rückfrage die Auflösung, nannte aber keine Gründe.
Diskografie und Auszeichnungen
Daft Punk veröffentlichte vier Studioalben: Homework, Discovery, Human After All und Random Access Memories. Homework erschien am 20. Januar 1997 und verkaufte sich mehr als 2.000.000 Mal. Discovery erschien am 26. Februar 2001 und erreichte Verkäufe von mehr als 3.105.000. Human After All erschien am 9. März 2005 und verkaufte sich mehr als 300.000 Mal. Random Access Memories erschien am 17. Mai 2013 und erreichte Verkäufe von mehr als 5.107.403. Dieses Album kam in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Großbritannien, den USA und Frankreich jeweils auf Platz 1.
Zu den Auszeichnungen zählen unter anderem Brit Award 2014 als „Best International Group“, Dance Music Awards 2001 für Discovery und One More Time, ein DJ Award 1998 als „DJ’s Band of the Year“, mehrere Grammy Awards 2009 und 2014 sowie ein Swiss Music Award 2014 für Get Lucky. Nominierungen gab es unter anderem bei den Brit Awards, Echo Pop, Grammy Awards, MTV Europe Music Awards, MTV Video Music Awards und Swiss Music Awards.