Das Video kommt von YouTube: erst beim Abspielen verbindet sich die Seite mit YouTube (Google).
Finanzielle Hilfe, harte Migrationspolitik, strikte Kontrolle: So funktioniert Dänemarks Sozialstaat
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 56 Zeilen
- Dänemark, ein bisschen ein Land wie aus einem Märchenfilm. Die Menschen ziählen laut Forschern seit Jahren zu den glücklichsten der Welt. In den Straßen
- marschieren königliche Soldaten mit Fellmützen. Die Skandinavier genießen Wohlstand und Sicherheit. Wirtschaftlich geht es dem Land gut. Die Deen verdienen
- im Schnittnet Netto deutlich mehr als die Deutschen. Arbeitslosigkeit gibt es kaum und der Sozialstaat wartet mit erstaunlichen Leistungen wie der
- Finanzierung des Lebensunterhalts für alle Studierenden auf. Wie macht Dänemark das? Was denken die Menschen auf der Straße?
- Also, ich glaube, das wunderschöne mit Dänemark ist, dass wir haben so frei Universitäten und Schule. Das ist super, dass alle eine Möglichkeit haben
- haben für den Zukunft. Ich denke, die Idee des Unterstützungssystems in der Bildung
- ist, dass die Leute in Arbeit kommen, damit sie später richtig mitmachen können, damit sie einen Vorteil haben. Viele Leute bekommen so Bildung,
- vielleicht, weil wir sehr produktiv sind. Ich persönlich mag es sehr gerne zu arbeiten. Ich arbeite schon seit ich 14 Jahre alt bin. Ich glaube, ich hatte
- nur einen Monat ohne Arbeit. Wir haben ein tolles Flex Security System, damit die Leute Jobs haben. Wir
- sind ein tolles Land, auch wenn die Steuern ein bisschen hoch sind. Wir haben ein tolles Wohlfahrtsystem, aber wir müssen auch Leute und Unternehmen
- halten wie Startups, die das System finanzieren. Flex Security, eine dänische Erfindung. Der Arbeitsmarkt ist flexibel. Menschen
- können leicht angestellt und auch wieder entlassen werden. Dafür gibt es ein hohes Arbeitslosengeld und der Staat bemüht sich intensiv Menschen, die
- arbeiten können, auch in Arbeit zu bringen, auch mit Druck. Der Politikwissenschaftler Frederik Jord meint, die Ausgestaltung des dänischen
- Sozialstaates habe zentralen Anteil am dänischen Erfolgsmodell. Seit den frühen 90er Jahren gibt es einen weitgehenden Parteienkonsens von
- links bis rechts, dass die Politik sehr darauf konzentriert sein sollte, die Menschen in den Arbeitsmarkt zu bringen. Das heißt, es gibt eine sehr aktive
- Arbeitsmarktpolitik und das ist seit Jahrzehnten breiter Konsens im dänischen Parteiensystem.
- System Dänemark gibt Geld im Sozialen etwa für umfassende Kinderbetreuung oder die
- Finanzierung des Lebensunterhalts für Studentinnen und Studenten aus. Also um Menschen qualifiziert in Arbeit zu bringen, weniger um sie dauerhaft zu
- versorgen. Bei Verweigerung droht Leistungsentzug. Grundsätzlich gibt es ein ziemlich striktes Kontrollsystem, wenn man eine
- arbeitsfähige Person ist. Wenn man Unterstützung haben will, muss man sich sehr um Arbeit bemühen und ständig Kontakte zu möglichen Arbeitgebern
- dokumentieren. Man kann nicht wirklich passiv Geld erhalten, sondern man muss konstant dokumentieren, dass man aktiv Arbeit sucht und viele Hilfsempfänger
- hassen diesen Druck so sehr, dass sie lieber arbeiten. Die Steuern in Dänemark sind zwar hoch, doch wenn man andere Abgaben an den
- Staat dazu zählt, ergibt sich im Vergleich etwas mit Deutschland ein anderes Bild. Die Krankenversicherung ist in Dänemark beispielsweise über
- Steuern finanziert, nicht über Sozialabgaben. Für den Vergleich zählt somit eher die Staatsquote, also wie viel der Staat von der
- gesamtwirtschaftlichen Leistung des Landes für Personal, Investition und Sozialleistung ausgibt. Und diese Quote lag in Deutschland 2025 laut
- Bundesfinanzministerium bei 47,8% und in Dänemark sogar etwas niedriger bei 47,6. Der Anteil der Sozialausgaben am
- Staatshaushalt liegt in den nordischen Ländern und Deutschland bei rund 40%. In Deutschland ist er am höchsten. Grundsätzlich seien die reinen Zahlen
- aber vergleichbar, meint Andreas Wenzel von der deutschdänischen Handelskammer. Von daher stellt sich nicht so sehr die Frage, wer weniger oder mehr ausgibt.
- Die Frage stellt sich viel mehr, wie zukunftsorientiert stelle ich eigentlich die Organisation der Logik meines Sozialstaates auf?
- Denn Dänemark wird dieses Geld vom Start ganz anders ausgegeben als in Deutschland. Das Geld wird nicht umverteilt ohne direkte Gegenleistung.
- In Dänemark soll die Unterstützung eine Investition in die Zukunft sein. In Dänemark ist es tatsächlich so, dass der Sozialstaat als Teil der
- Wettbewerbsfähigkeit gesehen wird, als Teil des wirtschaftlichen Erfolgs gesehen wird. Dänemark organisiert den Sozialstaat sehr stark dahingehend,
- tatsächlich auch die Menschen in die Lage zu versetzen, ihre Zukunft zu gestalten, weniger bestehendes abzusichern und zu bewahren.
- Geschehomann ist Mitarbeiterin bei der Handelskammer. Sie hat als deutsche Erfahrung mit dem dänischen Sozialstaat. Als Wirtschaftsstudentin wurde ihr der
- Lebensunterhalt finanziert. Das nennt sich in Dänemark SU. Wenn man als Deutsche in Dänemark studiert, hat man auch das Anrecht SU zu
- bekommen. Man muss aber Nebenjob haben und 12 bis 15 Stunden die Woche arbeiten. Dann bekommt man aber das SU und das ist auch Eltern unabhängig, also
- unabhängig davon, wie viel deine Eltern verdienen. Ähm und dann hat man auch die Möglichkeit als Deutsche in Dänemark SU zu bekommen.
- Wichtiger Baustein der dänischen Sozialpolitik ist auch die Härte in der Migrationspolitik. Sie ist, wenn auch in unterschiedlicher Ausprägung in weiten
- Teilen der politischen Landschaft konsens. Eine Imigration in das Sozialsystem und entsprechende Ausgaben, das soll strickt unterbunden werden. Und
- auch eine Gewinnung von Arbeitskräften aus dem Kreis der Asylsuchenden wird in Dänemark weitgehend als Irwig gesehen. Er schaffe Anreize für Menschen zu
- kommen, die auf dem dänischen Arbeitsmarkt eigentlich keinen Platz hätten. Wenn zu viele Menschen kommen, können
- sie nicht teil einer lokalen Gemeinschaft werden. Sie bekommen keine angemessene Unterkunft und keine richtigen Jobs. Und es gelingt nicht,
- die damit leider verbundene Kriminalität zu verhindern. Mit der streng reglementierten Migration in den Arbeitsmarkt soll zudem das
- Lohnniveau in Dänemark hochgehalten werden. Es liegt etwa 40% über dem Deutschen. Allerdings ist die Lebenshaltung auch teurer. Ein
- Mindestlohn ist kein Thema. Auch die regierenden Sozialdemokraten haben mehrere Gründe für ihre sehr
- strickte Migrationspolitik. Ein Teil davon ist die Arbeitsmarktpolitik und der Schutz der Arbeitnehmer gegen einen unfairen Lohndumping Wettbewerb.
- Statt Mindestlohn gab es im Wahlkampf andere sozialpolitische Versprechungen und Themen. So soll eine Einmalzahlung für Geringverdiener die Inflation etwas
- ausgleichen. Die Steuer auf manche Lebensmittel wurde gesenkt. Der Buß und Btag soll wieder als Feiertag eingeführt werden. In der Schule soll die
- Digitalisierung nach schlechten Erfahrungen zurückgefahren, die Klassen kleiner werden. Die Massenhaltung von Schweinen und der
- Schutz des Trinkwassers sind auch Thema. Klar ist, Errungenschaften wie die Kinderbetreuung sollen nicht angetastet werden. Das wollen auch Unternehmerinnen
- und Unternehmer nicht. Wir haben hier in Dänemark so ein tolles System von Kinderbetreuung aufgebaut, dass es sich für jede Frau lohnt,
- arbeiten zu gehen, statt sich nur um die Kinder zu kümmern. Fast alle Frauen arbeiten so. Das ganze System zielt darauf ab.
- Die nächste Diskussion in der dänischen Sozialpolitik wird sich wohl stark um das Rentenalter drehen. Eigentlich hat sich die Politik angesichts der älter
- werdenden Bevölkerung parteienübergreifend längst auf eine schrittweise Erhöhung auf 70 geeinigt. Doch wie das wirklich ausgestaltet
- werden soll, das wird noch diskutiert. Über den generellen Kurs in der dänischen Sozialpolitik bleibt ein Konsens. Sie soll Stilfe statt Sackkasse
- sein.
Zum Nachlesen
NachrichtenNachrichten. Berichterstattung über aktuelle Ereignisse und Geschehnisse von öffentlichem Interesse in Print-, Digital- oder Rundfunkmedien. Artikel …
DeutschlandDeutschland (; Vollform des Staatsnamens: Bundesrepublik Deutschland) ist ein Bundesstaat in Mitteleuropa. Es besteht aus 16 Ländern und ist als …
ArbeitslosigkeitUnter Arbeitslosigkeit versteht man in der Volkswirtschaftslehre das Fehlen von erwerbsorientierten Beschäftigungsmöglichkeiten für einen Teil der …
DänemarkDas Gymnasium ist mit dem deutschen Gymnasium vergleichbar und endet mit dem dänischen Abitur (Allgemeine Hochschulreife), dem sogenannten Studentereksamen.