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Computermusik

Um die großen Zahlenmengen durch wenige musikalische Parameter zu ersetzen, entstand die MUSIC Computerprogramm-Familie. Bei dem Programm MUSIC III (1960) …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Begriff und zentrale Bereiche
  2. 2. Frühe Computermusik
  3. 3. Entwicklung der digitalen Klangsynthese
  4. 4. Hybride und digitale Systeme
  5. 5. Rechnerunterstützte Komposition
  6. 6. Programme zur Klangsteuerung

Begriff und zentrale Bereiche

Computermusik ist Musik, zu deren Entstehung die Verwendung von Computersystemen notwendig oder wesentlich ist. Computer können dabei unterschiedliche Aufgaben übernehmen: Sie können Kompositionen und Partituren erzeugen, Klänge digital berechnen oder externe Instrumente steuern. Wichtige Bereiche sind daher die rechnerunterstützte Komposition, die Klangsynthese und die Klangsteuerung. Der Artikel weist darauf hin, dass einige seiner Angaben nicht ausreichend durch Einzelnachweise belegt sind.

Frühe Computermusik

Im August 1951 wurde mit dem australischen Computer CSIRAC, dem „Council for Scientific and Industrial Research Automatic Computer“, öffentlich Musik wiedergegeben.

Lejaren A. Hiller und Leonard M. Isaacson schufen 1955/1956 mit der ILLIAC-Suite für Streichquartett die erste Computerkomposition. Im ersten und zweiten Satz dominierten die von Johann Joseph Fux in „Gradus ad Parnassum“ formulierten Palestrina-Kontrapunktregeln. Im dritten und vierten Satz wurden modernere Verfahren verwendet, darunter Zwölftontechnik und Stochastik, also die Arbeit mit Zufall und Wahrscheinlichkeiten. Der vierte Satz trug deshalb die Bezeichnung „Markov chain music“. Für Hillers zweites Projekt, die „Computer Cantata“, kam das besondere Kompositionsprogramm MUSICOMP zum Einsatz.

Entwicklung der digitalen Klangsynthese

In den Bell Laboratories in den USA arbeitete Max Mathews zunächst an künstlicher Sprachsynthese. Um den IBM 7090 als Klangerzeuger einzusetzen, teilte er die Klangsynthese in zwei Phasen: Zuerst wurden die Momentanwerte einer Wellenform berechnet und auf einem Magnetband gespeichert. Anschließend las man diese Werte aus und wandelte sie in digitale Audiosignale um.

Damit die großen Datenmengen durch wenige musikalische Parameter beschrieben werden konnten, entstand die MUSIC-Programmfamilie. In MUSIC III von 1960 konnten erzeugte Klänge andere Oszillatoren modulieren, also deren Schwingungen beeinflussen. Max Mathews und seine Mitarbeiter beschrieben die Programmiersprache MUSIC V in „The Technology of Computer Music“. MUSIC V wurde in den 1970er Jahren zu einem bedeutenden Meilenstein der Computerklangsynthese. Das später durch Miller Puckette bekannt gewordene Programm Max/MSP von 1997 wurde nach Mathews benannt.

Hybride und digitale Systeme

Zu den ersten Hybridsystemen, die analoge und digitale Technik verbanden, gehörte der 1970 von Max Mathews und John R. Pierce in den Bell Telephone Laboratories konstruierte GROOVE-Synthesizer. Damit konnte ein Komponist ein zuvor programmiertes Stück in unterschiedlichen Interpretationen wiedergeben. Zur selben Zeit entwickelten David Cockerell, Peter Grogono und Peter Zinovieff in England das Hybridsystem MUSYS.

Ende der 1970er Jahre entstanden sogenannte Gemischte Digitale Systeme. Dabei steuerte ein Computer einen anderen, klangerzeugenden Computer. Pionierarbeit leisteten die Electronic Music Studios. Ab 1976 entwickelte Giuseppe Di Giugno für das Pariser Klangforschungsinstitut IRCAM mehrere digitale Synthesizer; beraten wurde er dabei von Pierre Boulez und Luciano Berio. Weitere Entwicklungen waren der SSSP-Digital-Synthesizer an der University of Toronto, der australische Fairlight CMI und das von Jon Appleton, Sydney Alonso und Cameron Jones entwickelte Synclavier.

Für Iannis Xenakis wurden die Dichte von Klangerzeugnissen und ihre Anordnung nach den Gesetzen mathematischer Wahrscheinlichkeit zu einer zentralen Kategorie musikalischer Abläufe. Für seine ersten Werke verwendete er einen IBM-7090-Rechner. Seine Experimente bezogen unter anderem Spieltheorie, Gruppentheorie und Reihentheorie ein. Mit dem System UPIC konnten größere Anforderungen an den Rechner gestellt werden.

Rechnerunterstützte Komposition

Computer können auch beim Komponieren eingesetzt werden. Ein Anwendungsbereich ist die Partitursynthese, bei der Partituren rechnergestützt erzeugt werden. Verschiedene Ansätze versuchten, musikalische Strukturen durch Programmierung abzubilden. Anfangs wurde dafür beispielsweise die Programmiersprache Fortran verwendet.

Programme zur Klangsteuerung

Sequenzer- oder Composer-Programme steuern externe Instrumente.

Sound-Editor- beziehungsweise Voicing-Programme dienen dazu, den Prozess der Klangsynthese anschaulich zu steuern. Sie stellen Parameter und zeitliche Klangverläufe, etwa Hüllkurven, grafisch auf dem Bildschirm dar. Die Entwicklung geht zu universellen Editorprogrammen, die sich gleichzeitig für mehrere Synthesizertypen verwenden lassen.

Tracker sind Software-Sequenzer. Ihre Bedienoberflächen sind meist alphanumerisch aufgebaut; Parameter und Effekte werden häufig als hexadezimale Werte eingegeben.

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