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Parameter (Musik)
... Musik elementare Aspekte wie Tondauer, Tonhöhe und Tonstärke bzw. Lautstärke. Es werden „die akustischen Eigenschaften des Klanges“ quantisiert. Bereits der …
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Grundidee und Bedeutung
Parameter bezeichnet in der Musik elementare Aspekte eines Klanges, insbesondere Tondauer, Tonhöhe und Tonstärke beziehungsweise Lautstärke. Dabei werden die akustischen Eigenschaften des Klanges quantisiert, also in messbare oder ordnungsfähige Größen überführt. Der Begriff ist besonders für die Komposition und Analyse serieller und elektronischer Musik wichtig. In der seriellen Musik werden musikalische Eigenschaften systematisch vorgeordnet, etwa in Reihen; dies betrifft nicht nur Tonhöhen und Intervalle, sondern auch Dauern und Lautstärken.
In der Musiktheorie bezeichnet Parameter allgemein eine Dimension des musikalischen Verlaufs, die sich isoliert verändern lässt. Ein Parameter gibt einen Bereich an, der kompositionstechnisch verwaltet und an ein abstraktes Regelungsschema angepasst werden kann. In diesem Sinn kann jede musikalische Dimension zum Parameter werden, sofern sie dem kompositorischen Zugriff zugänglich ist und sich in Skalen anordnen und/oder quantifizieren lässt. Welche Größen tatsächlich als Parameter gelten, hängt jedoch vom jeweiligen kompositorischen Konzept ab.
Parameter des einzelnen Tons
Am einzelnen Ton lassen sich drei physikalisch messbare Kenngrößen feststellen und getrennt voneinander beschreiben:
- Die Tonhöhe entspricht der Grundfrequenz f.
- Die Tondauer entspricht dem Zeitintervall Δt.
- Die Lautstärke entspricht der Amplitude y₀.
Diese drei Größen sind voneinander unterscheidbare akustische Eigenschaften. Ihre Trennung bildet die physikalische Grundlage für die Beschreibung einzelner Töne und für Verfahren, in denen diese Eigenschaften systematisch geordnet oder verändert werden.
Umstritten war seit den 1960er Jahren, ob auch die Klangfarbe als Parameter gelten soll. Klangfarbe entspricht dem Klangspektrum, lässt sich aber nur im übertragenen Sinne als Parameter bezeichnen. Sie besteht nicht aus einer Variablen mit diskretem Wert, sondern aus einem zeitlich veränderlichen Verlauf von Frequenzspektrum und Amplitude beziehungsweise Hüllkurve. Dieser Verlauf umfasst Einschwingvorgang, stationäre Phase und Ausschwingvorgang. Klangfarbe ist daher ein kontinuierlicher Übergang, der nicht in einzelne Werte aufgelöst werden kann. Nachdem ihre Einordnung als Parameter lange Zeit offen oder umstritten war, wurde dieses Konzept schließlich aufgegeben. Nach Karlheinz Essl können sich heute jedoch je nach Absicht alle möglichen Parameter konstituieren; was als Parameter gilt, muss demnach von Komposition zu Komposition neu definiert werden.
Grenzen des Begriffs
Nicht jede musikalische Erscheinung ist sinnvoll als elementarer Parameter zu verstehen. Die Bezeichnung einer Melodie als Parameter wäre irreführend, weil eine Melodie nicht nur aus einer Tonhöhenfolge besteht. Sie umfasst eine Tonintervallfolge sowie eine Folge von Ton- und Pausendauern und unterliegt außerdem eigenen geschichtlichen und ästhetischen Bestimmungen. Auch die Einstufung von Harmonie und Rhythmus als Parameter wäre zumindest unhistorisch.
In der Musik lässt sich – abgesehen von den physikalischen Eigenschaften – nicht objektiv festlegen, welche Größen elementare Parameter einer Komposition und welche zusammengesetzte Nebenerscheinungen sind. Komponisten gehen damit unterschiedlich um. Der Begriff verliert beim Übergang von den akustischen Gegebenheiten zum kompositorischen Moment seine naturwissenschaftliche Grundlage und wird zu einem Bestandteil eines kompositorischen Konzepts.
Erweiterte Parameter und Beispiele
Die systematische Behandlung der Klangfarbe als Parameter war von Anfang an problematisch. Die ersten seriellen Kompositionen wurden bezeichnenderweise für Klavier geschrieben und konnten das Problem dadurch zunächst ausklammern. Olivier Messiaens Mode de valeurs et d’intensités (1949, Nr. 3 aus Quatre Études de rythme) berücksichtigte zunächst die Parameter Tonhöhe, Dauer, Intensität und Anschlagsart. Die Tonhöhe wurde dabei nicht absolut behandelt, sondern in „Tonqualität“ und „Register“ getrennt. Der Ton „c“ wurde unabhängig von seiner Oktavlage und damit von seiner tatsächlichen Frequenz betrachtet. Der Versuch, Klangfarbe systematisch zu gestalten, förderte unter anderem die Entwicklung von Klangsynthese und elektronischer Musik.
Später wurden immer mehr Ebenen der Komposition parametrisiert. Karlheinz Stockhausen führte in der 5-kanaligen Tonbandkomposition Gesang der Jünglinge (1955–56) den Parameter „Raum“ ein und strukturierte damit Klangbewegungen im Raum. Iannis Xenakis organisierte in seinem Orchesterwerk Metastaseis (1953–54) Dichtegrade des musikalischen Geschehens. Schließlich wurde Parameter auf jede musikalische Dimension angewendet, die kompositorisch zugänglich, skalierbar und/oder quantifizierbar war.
Der quantisierende Parameter steht zugleich subjektiven musikalischen Qualitäten gegenüber. Solche Qualitäten können sich besonders in diskreten Übergängen zeigen, etwa in einem Glissando. In der populären Musik können dominante Parameter andere mögliche Parameter überblenden. Sie prägen den Charakter eines Stücks oder stellen ihn komprimiert dar und erleichtern dadurch die Memorisierung.
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