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Chrisam
Christus), im Christlichen Osten Myron genannt, ist ein wohlriechendes Salböl. Es wird in der römisch-katholischen Kirche, in den orthodoxen Kirchen, in …
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Bedeutung und Zusammensetzung
Chrisam, im Christlichen Osten Myron genannt, ist ein wohlriechendes Salböl. Es wird in der römisch-katholischen Kirche, den orthodoxen und orientalisch-orthodoxen Kirchen, den katholischen Ostkirchen sowie der altkatholischen Kirche bei Sakramenten und Sakramentalien verwendet; auch lutherische Kirchen und Anglikaner gebrauchen es.
Es besteht aus Pflanzenöl, meist Olivenöl, und beigemischten wohlriechenden Balsamen. Diese Beimischung soll ausdrücken, dass die Gesalbten als Christen den „Wohlgeruch Christi“, also das Evangelium, verbreiten sollen. Öl steht dabei als Sinnbild für Gesundheit, Freude, Kraft und Glück.
Verwendung in der römisch-katholischen Kirche
Chrisam wird zur Salbung nach der Taufe verwendet, wenn die Firmung nicht unmittelbar folgt. Bei der Firmung ist die Salbung mit Chrisam ihr wesentliches Zeichen. Bei der Priester- oder Bischofsweihe ist sie ein nachrangiges Zeichen.
Außerdem werden mit Chrisam der Altar bei seiner Weihe und die Kirche bei ihrer Weihe an den „Apostelkreuzen“ gesalbt. Bei der Segnung von Kirchenglocken kann Chrisam fakultativ verwendet werden; dies ist ein deutschsprachiges Sondergut. Früher wurde auch ein Kelch bei seiner Segnung gesalbt.
Für Krankensalbung und Katechumenensalbung wird kein Chrisam benutzt: Hierfür dienen Krankenöl beziehungsweise Katechumenenöl. Die Salbung von Königen gehört im heutigen Katholizismus nicht mehr dazu, ist aber weiterhin Teil des Zeremoniells bei der Krönung britischer Monarchen.
Weihe und Aufbewahrung
Die drei heiligen Öle werden gewöhnlich in der Chrisammesse am Vormittag des Gründonnerstags oder an einem früheren osternahen Tag vom Bischof in der Kathedralkirche mit besonderen Gebeten geweiht. Nach c. 880 § 2 CIC muss Chrisam vom Bischof geweiht werden, auch wenn ein Priester ihn verwendet.
Das Myron der Ostkirchen hat eine ähnliche Bedeutung und Anwendung wie westliches Chrisam. Seine Herstellung mit zahlreichen Aromata und seine Weihe sind jedoch im Lauf der Zeit aufwendiger geworden; deshalb erfolgen sie gewöhnlich nicht mehr jedes Jahr.
Gefäße zur Aufbewahrung des Chrisams heißen Chrismarium oder Chrismatorium. Häufig bilden sie zusammen mit den Gefäßen für Krankenöl und Katechumenenöl eine Einheit.