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Carousel (Musical)
Carousel ist die musikalische Umsetzung des Bühnenstücks Liliom von Ferenc Molnár in der Fassung von Benjamin Glazer mit Musik von Richard Rodgers, …
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Überblick und Bedeutung
Carousel ist ein Musical von Richard Rodgers und Oscar Hammerstein II. Es ist die musikalische Umsetzung des Bühnenstücks Liliom von Ferenc Molnár in der Fassung von Benjamin Glazer. Rodgers schrieb die Musik, Hammerstein die Liedtexte und das Buch, also die Textgrundlage des Musicals.
Das Werk gehört zu den bekannten Musicals von Rodgers und Hammerstein. Besonders berühmt wurde daraus das Lied You’ll Never Walk Alone, das vor allem unter Sportfans sehr beliebt ist. Die Uraufführung fand am 19. April 1945 im Majestic Theatre am Broadway statt; dort lief Carousel mit 890 Vorstellungen in Folge. Die Londoner Premiere war am 7. Juni 1950 im Drury Lane Theatre und erreichte 566 Vorstellungen. Die deutschsprachige Erstaufführung brachte die Volksoper Wien am 15. Oktober 1972 heraus. Die deutsche Fassung stammt von Robert Gilbert.
1956 entstand eine Film-Adaption in den Studios von 20th Century Fox unter der Regie von Henry King. 1967 wurde in den USA eine Fernsehversion ausgestrahlt. Am 6. Juni 2002 wurde Carousel in der Carnegie Hall in New York City als Konzertaufführung zu Ehren von Rodgers und Hammerstein gezeigt.
Inhalt der Handlung
Carousel basiert auf Molnárs elegischer Komödie Liliom, verändert aber den Schluss: Er ist optimistischer als in der Vorlage. Außerdem wurde die Handlung von Budapest an die Küste Neuenglands verlegt, weil der Zweite Weltkrieg zur Zeit der Entstehung noch nicht zu Ende war.
Im Mittelpunkt stehen Billy, ein leichtlebiger Karussellarbeiter, und Julie, eine Fabrikarbeiterin. Die beiden lieben sich. Wegen dieser Beziehung verlieren sie ihre Arbeit und werden arbeitslos. Als Julie ein Kind erwartet, geraten sie in finanzielle Not. Billy lässt sich deshalb zu einem Raubüberfall überreden, um Geld zu bekommen. Der Überfall misslingt. Kurz vor seiner Verhaftung tötet Billy sich selbst mit einem Messer.
Nach fünfzehn Jahren darf Billy im Himmel für einen Tag auf die Erde zurückkehren. Er nimmt einen kleinen Stern als Geschenk für seine Tochter Louise mit. Louise kennt ihn jedoch nicht und ist durch den fremden Mann verunsichert. Sie nimmt den Stern nicht an. Im Affekt schlägt Billy ihr verärgert auf die Hand. Louise läuft davon, und Billy lässt den Stern zurück. Später erzählt Louise ihrer Mutter Julie verstört von der Begegnung und davon, dass ihr der Schlag keinerlei Schmerz zugefügt habe. Julie spürt, wie alles zusammenhängt. Sie erkennt, dass der Stern ihrer bisher unglücklichen Tochter den Weg in eine positive Zukunft leuchten wird.
Musikalische Gestaltung
Carousel hat nur sehr wenige und kurze Dialoge. Fast alle Dialogstellen sind musikalisch untermalt. Dadurch entsteht der Eindruck eines durchkomponierten Werks, also eines Bühnenwerks, in dem Musik und Handlung fast durchgehend miteinander verbunden sind.
Rodgers gestaltet die Songs arienhaft. Eine Arie ist ein ausdrucksstarkes Gesangsstück, das man vor allem aus der Oper kennt. Die Musik von Carousel ist deshalb eher an der Oper orientiert als an der Operette. Diese musikalische Anlage unterscheidet das Werk von Musicals, in denen gesprochene Dialoge und einzelne Musiknummern stärker voneinander getrennt sind.
Orchester und Lieder
Die ursprüngliche Instrumentierung stammte von Donald Walker und war für ein 39-köpfiges Orchester angelegt. Im Lauf der Jahre wurde die Orchesterfassung mehrfach verändert. Für die Revivalfassung des Londoner Royal National Theatre schrieb William D. Brohn 1993 ein neues Arrangement. Diese Fassung kam ein Jahr später auch an den Broadway und nach Tokio.
Die überarbeitete Orchestrierung umfasst unter anderem Flöten und Piccolo, Klarinetten, Oboe und Englischhorn, Fagott, Hörner, Trompeten, Posaunen, Bassposaune beziehungsweise Tuba, Schlagwerk, Harfe, Keyboard sowie Streicher mit Violinen, Bratschen, Violoncelli und Kontrabass.
Zu den Liedern und Musiknummern gehören Carousel Waltz / Karussell-Walzer, Mr Snow / Man nennt ihn Mr. Snow, If I Loved You / Wär’ es Liebe, June Is Bustin’ Out All Over / So ein Sommer kommt nie wieder, Soliloquy / Monolog, What’s The Use Of Wonderin’ / Was nutzt alles Grübeln? und You’ll Never Walk Alone / Und dann gehst Du nie allein. Das Musical enthält außerdem Zwischenaktmusik, ein Ballett und Reprisen, also wiederaufgenommene Fassungen bereits erklungener Lieder.
Aufführungen und Fassungen
Die Broadway-Uraufführung lief vom 19. April 1945 bis zum 4. Mai 1947 im Majestic Theatre und erreichte 890 Aufführungen. Regie führte Rouben Mamoulian, die musikalische Leitung hatte Joseph Littau, die Orchestrierung stammte von Don Walker. Jo Mielziner war für das Produktionsdesign verantwortlich, Miles White für die Kostüme. Die Choreografie entwickelte Agnes de Mille, produziert wurde die Aufführung von The Theatre Guild. Zu den Hauptdarstellern gehörten John Raitt als Billy Bigelow und Jan Clayton als Julie Jordan.
Die Londoner Erstaufführung fand am 7. Juni 1950 im Theatre Royal, Drury Lane, statt und lief 566 Mal. Auch hier führte Rouben Mamoulian Regie, die Choreografie stammte erneut von Agnes de Mille. Stephen Douglass spielte Billy Bigelow, Iva Withers spielte Julie Jordan Bigelow.
Am 6. Juni 2002 wurde Carousel im Isaac Stern Auditorium der Carnegie Hall in New York als Konzertaufführung zu Ehren von Rodgers und Hammerstein gezeigt. Das Produktionsdesign wurde Jo Mielziner zugeschrieben. Zu den Hauptdarstellern gehörten Hugh Jackman als Billy Bigelow, Audra McDonald als Julie Jordan Bigelow, Jason Danieley als Enoch Snow, Judy Kaye als Nettie Fowler, Lauren Ward als Carrie Pipperidge und Norbert Leo Butz als Jigger Craigin.
Film, Fernsehen und Aufnahmen
1956 erschien der 20th Century Fox-Cinema-Scope-Film Karussell. Zu den Hauptdarstellern gehörten Gordon MacRae als Billy Bigelow, Shirley Jones als Julie Jordan Bigelow, Cameron Mitchell als Jigger Craigin, Barbara Ruick als Carrie Pipperidge, Claramae Turner als Nettie Fowler und Robert Rounsville als Enoch Snow.
1967 folgte eine Fernsehadaption in den USA. Darin spielten unter anderem Robert Goulet als Billy Bigelow, Mary Grover als Julie Jordan Bigelow, Pernell Roberts als Jigger Craigin, Marlyn Mason als Carrie Pipperidge und Charles Ruggles als Dr. Selden beziehungsweise The Starkeeper.
Von Carousel erschienen mehrere Tonträger. Dazu zählen das Original Cast Recording vom Broadway 1945, der Original-Filmsoundtrack von 1956, das Revival Cast Recording vom Broadway Lincoln Center 1965, ein Studio Cast Recording von 1987, das Revival Cast Recording aus London 1993, ein Cast Recording aus Japan 1993 und das Revival Cast Recording vom Broadway 1994.