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Calmus Ensemble Leipzig
Das Calmus Ensemble Leipzig ist ein Leipziger Vokalquintett, das 1999 von fünf ehemaligen Thomanern gegründet wurde. Sein erstes Album erschien 2001.
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Überblick
Das Calmus Ensemble Leipzig ist ein Vokalquintett aus Leipzig. Ein Vokalquintett ist eine Gruppe aus fünf Singstimmen. Das Ensemble wurde 1999 von fünf ehemaligen Mitgliedern des Leipziger Thomanerchores gegründet und singt vor allem a cappella, also ohne Instrumentalbegleitung. Als Genres werden Klassik und Pop genannt. Das erste Album erschien 2001.
Die ursprünglichen Gründungsmitglieder waren Sebastian Krause, Markus Arnold, Martin Lattke, Ludwig Böhme und Ulrich Barthel. Die aktuelle Besetzung besteht aus Elisabeth Mücksch (Sopran, seit 2022), Johanna Gröhn Veit (Alt, seit 2025), Friedrich Bracks (Tenor, seit 2020), Jonathan Müller Saretz (Bariton, seit 2022) und Michael B. Gernert (Bass, seit 2022). Die Stimmlagen Sopran, Alt, Tenor, Bariton und Bass decken hohe bis tiefe Stimmen ab.
Entstehung und Entwicklung
Die Vorgeschichte begann im Oktober 1996 bei einer internen Veranstaltung des Leipziger Thomanerchores. Sebastian Krause, Markus Arnold, Ludwig Böhme und Ulrich Barthel traten dort gemeinsam mit dem Lied „Ein Freund, ein guter Freund“ auf. Wegen der positiven Reaktion sangen sie weiter zusammen. Anfangs standen besonders Lieder der Comedian Harmonists und klassische Männerchöre im Mittelpunkt.
Nachdem alle vier Sänger 1998 den Thomanerchor verlassen hatten, gründeten sie ein Ensemble. Das erste Konzert fand Anfang 1999 in einer Kirche bei Leipzig statt. Als der Tenor Martin Lattke dazukam, erhielt die Gruppe Mitte 1999 den Namen Calmus. Der Name setzt sich aus den Initialen Arnold, Ludwig, Martin, Ulrich und Sebastian zusammen, ergänzt durch ein C am Anfang.
Von 2002 bis 2021 bestand die Besetzung aus vier Männerstimmen und einer Frauenstimme. Seit 2021 ist auch der Alt mit einer Frauenstimme besetzt. Das Ensemble unternahm Konzertreisen in viele Länder Europas, nach Nord- und Südamerika sowie nach Asien.
Repertoire und Arbeitsweise
Neben Konzerten gibt das Calmus Ensemble eine eigene Noten-Edition heraus. Eine Noten-Edition ist eine Sammlung veröffentlichter Musiknoten, die andere Musikerinnen und Musiker verwenden können. Sie enthält unter anderem Arrangements, also Bearbeitungen von Musikstücken, die speziell für Calmus geschrieben wurden.
Zu den Arrangeuren gehören Philip Lawson, ehemaliger Bariton der King’s Singers, Fredo Jung, Hannu Lepola, Tenor der Gruppe Rajaton, sowie Mitglieder des Ensembles selbst. Außerdem vergibt Calmus regelmäßig Kompositionsaufträge. Das bedeutet, dass neue Werke gezielt für das Ensemble in Auftrag gegeben werden.
Aufnahmen
Die Diskographie zeigt eine lange Reihe von Veröffentlichungen seit 2001. Das erste Album war „Dir, dir, Jehova, will ich singen“ beim Verlag Querstand. Weitere frühe Veröffentlichungen waren „farb töne“ (2003), „Carmina fati“ (2004), „Weihnacht“ (2004) und „Winterstimmen“ (2006).
Später erschienen Alben wie „One More Song“ (2007), „made in Leipzig“ (2008), „Lied:gut! – Die schönsten deutschen Volkslieder“ (2008), „Calmus Christmas Carols“ (2009), „Hausmusik“ (2010), „Mythos 116“ (2011), „touched“ (2012), „BachArkaden“ (2013), „Nachtgedanken“ (2014), „Madrigals of Madness“ (2014), „Folksongs“ (2018), „Leipziger Disputation“ (2019), „Landmarks“ (2020), „Mosaik“ (2021), „Bach for five“ (2022), „Christmas Lights“ (2023), „Rethinking the Well-Tempered Clavier“ (2024) und „Liebesleid“ (2024).
Mehrere Aufnahmen entstanden mit Gästen oder anderen Ensembles, darunter die Leipziger Blechbläsersolisten, die Lautten Compagney, das Ensemble Amarcord, Elke Heidenreich mit Lesungen und Natalya Pasichnyk am Piano. Dadurch reicht die Auswahl von geistlicher und klassischer Musik über Volkslieder und Weihnachtsmusik bis zu projektbezogenen Programmen.
Auszeichnungen
Das Ensemble erhielt zahlreiche Preise. 2002 gewann es den Robert-Schumann-Chorpreis der Stadt Zwickau. 2003 wurde es als bestes Nachwuchsensemble des Internationalen Festivals für Vokalmusik „a cappella“ ausgezeichnet.
2004 erhielt Calmus mehrere Auszeichnungen: den Contemporary A Cappella Recording Award (CARA) als „Best Classical Album“ für „farb töne“, einen CARA als „Best Classical Song“ für „Guter Mond, du gehst so stille“ aus demselben Album und den 1. Preis beim Jugend kulturell Förderpreis in der Sparte „A cappella“. 2005 folgten CARA-Auszeichnungen für „Carmina fati“ als „Best Classical Album“ und für „Madrigal II“ von Olav Kröger als „Best Classical Song“.
Weitere wichtige Preise waren der Echo Klassik 2009 in der Sparte „Klassik ohne Grenzen“ für „Lied:gut! – Die schönsten deutschen Volkslieder“, Supersonic Awards für „Mythos 116“ (2011), „Nachtgedanken“ (2014), „Madrigals of Madness“ (2015) und „Bach for five“ (2022) sowie der Opus Klassik 2019 in der Sparte „Chorwerkeinspielung des Jahres“ gemeinsam mit dem Ensemble Amarcord für „Leipziger Disputation“.