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Bundesautobahn 6

Die Bundesautobahn 6 (Abkürzung: BAB 6) – Kurzform: Autobahn 6 (Abkürzung: A 6) – ist eine rund 480 Kilometer lange Bundesautobahn im Süden Deutschlands.

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Bedeutung und Gesamtverlauf
  2. 2. Entstehung bis 1969
  3. 3. Lückenschluss und Fertigstellung
  4. 4. Heutiger Ausbauzustand
  5. 5. Auslandsverbindungen und weitere Planung

Bedeutung und Gesamtverlauf

Die Bundesautobahn 6 (BAB 6, kurz A 6) ist eine rund 480 Kilometer lange Autobahn im Süden Deutschlands; in den Basisdaten wird eine Gesamtlänge von 484 km angegeben. Sie beginnt am Grenzübergang Goldene Bremm bei Saarbrücken und endet an der deutsch-tschechischen Grenze bei Waidhaus. Dabei durchquert sie das Saarland, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, kurzzeitig Hessen und Bayern. Auf ganzer Länge entspricht sie der Europastraße 50 und bildet mit ihren ausländischen Fortsetzungen eine wichtige Fernverbindung zwischen Paris und Prag.

Im Westen setzt die A 6 die französische Autoroute A 320 fort. Sie führt über Saarbrücken, Homburg und Landstuhl nach Kaiserslautern. Dort durchquert sie den nördlichen Pfälzerwald und erreicht am Berg Platte mit über 420 m über NHN den höchsten Punkt zwischen Saarbrücken und Mannheim. Danach steigt sie bei Wattenheim in die Oberrheinische Tiefebene hinab, kreuzt bei Frankenthal die A 61 und überquert auf der Theodor-Heuss-Brücke den Rhein.

Im Raum Mannheim verläuft die A 6 zeitweise in Nord-Süd-Richtung: Am Viernheimer Dreieck wechselt sie auf die nach Süden führende Fahrbahn, kreuzt die A 659 und A 656 und trifft am Dreieck Hockenheim erneut auf die A 61. Am Kreuz Walldorf kreuzt sie die A 5 und wendet sich wieder nach Osten. Durch den Kraichgau erreicht sie Heilbronn, überquert dort den Neckar und kreuzt bei Weinsberg die A 81. Auch hier muss der Verkehr abbiegen, um auf der A 6 zu bleiben.

Östlich davon verläuft die Autobahn über die Hohenloher Ebene. Ein herausragendes Bauwerk ist die 185 m hohe Kochertalbrücke, die höchste Brücke Deutschlands. Nach der Kreuzung mit der A 7 bei Feuchtwangen führt die Strecke südlich an Ansbach vorbei in den Raum Nürnberg, wo sie die A 73, A 9 und A 3 kreuzt. Anschließend steigt sie auf die Fränkische Alb; westlich von Sulzbach-Rosenberg liegt mit 620 m über NN der höchste Punkt der gesamten Strecke. Über Amberg, das Kreuz Oberpfälzer Wald mit der A 93, Vohenstrauß und Waidhaus erreicht sie Tschechien. Dort führt die Dálnice 5 über Pilsen nach Prag weiter. Der östliche Abschnitt wird gemeinsam mit der D 5 als Via Carolina bezeichnet.

Entstehung bis 1969

Vorläufer des östlichen Verkehrswegs war die von Kaiser Karl IV. (1316–1378) zur Reichsstraße erhobene Verbindung Nürnberg–Prag, die den Namen Via Carolina trägt. Die heutige Autobahn entstand jedoch in vielen getrennten Bauabschnitten.

Der älteste Teil der heutigen A 6 liegt zwischen dem Viernheimer Dreieck und dem Kreuz Mannheim. Er beruhte auf Planungen des Vereins HaFraBa für eine Kraftfahrstraße von Hamburg über Frankfurt bis Basel. Der Abschnitt Darmstadt–Mannheim–Heidelberg wurde am 3. Oktober 1935 eröffnet. Die nationalsozialistische Propaganda stellte die Autobahnen als Neuerung dar, obwohl bereits baureife HaFraBa-Pläne vorlagen.

Die Strecke Mannheim–Kaiserslautern–Saarbrücken wurde ab 1934 gebaut. Zwischen Kaiserslautern-West und Wattenheim begann der Verkehr am 24. Oktober 1937; bis 1940 war die Autobahn über Grünstadt nach Frankenthal verlängert, 1941 westwärts bis Landstuhl. Die Rheinbrücke bei Frankenthal blieb wegen eines Bauunfalls mit 30 Toten am 12. Dezember 1940 und wegen des Zweiten Weltkriegs unvollendet. Die Lautertalbrücke wurde im März 1945 von der Wehrmacht gesprengt. Von der geplanten Verbindung Heilbronn–Nürnberg ging 1941 lediglich der Abschnitt Nürnberg–Schwabach einbahnig in Betrieb.

Nach dem Krieg wurden zerstörte und unfertige Strecken wiederhergestellt. Die erste Hälfte der Rheinbrücke wurde am 9. September 1950 eröffnet und später nach Bundespräsident Theodor Heuss benannt; die zweite Hälfte folgte 1964. Die Lautertalbrücke war ab dem 15. Oktober 1956 wieder befahrbar.

Ein etwa drei Kilometer langer alter Autobahnabschnitt zwischen Landstuhl und Kaiserslautern-West war im Krieg als Militärflugplatz genutzt worden und wurde später Teil des Flugstützpunkts Ramstein. Deshalb entstand in den 1950er Jahren eine neue Trasse südlich der heutigen Ramstein Air Base. Nach dem Beitritt des Saarlands zur Bundesrepublik am 1. Januar 1957 wurde die Autobahn weitergebaut: 1959 reichte sie bis St. Ingbert-West, am 14. Dezember 1963 bis Saarbrücken. Die Verbindung zur französischen Grenze entstand 1968 bis 1969.

Die sogenannte Neckarlinie von Mannheim nach Weinsberg erschloss in den 1960er Jahren den Norden Baden-Württembergs. Sie wurde abschnittsweise gebaut und am 10. Dezember 1968 vollständig eröffnet. Zu ihren besonderen Anlagen gehörten die etwa 1,35 km lange Neckarbrücke bei Heilbronn und ein 2,7 km langer Autobahn-Behelfsflugplatz zwischen Sinsheim und Bad Rappenau.

Lückenschluss und Fertigstellung

Der 153 km lange Abschnitt Heilbronn–Nürnberg wurde hauptsächlich in den 1970er Jahren geschlossen. Von Weinsberg aus reichte die Autobahn 1970 bis Bretzfeld und 1975 bis Kupferzell. Von Nürnberg aus wurde sie 1973 bis Lichtenau und 1975 bis Aurach verlängert. Der 58 km lange Lückenschluss Kupferzell–Ansbach entstand von 1976 bis 1979. Dabei wurden zahlreiche Talbrücken gebaut, insbesondere die 1128 m lange und 185 m hohe Kochertalbrücke.

Östlich von Nürnberg wurde der Abschnitt Kreuz Altdorf–Alfeld am 17. November 1970 eröffnet, die Fortsetzung bis Amberg-West am 12. November 1971. Amberg-Ost wurde 1979 zunächst über eine einzige Fahrbahn im Gegenverkehr erreicht; die zweite Fahrbahn folgte 1991. Ebenfalls 1979 schloss sich die Lücke zwischen Nürnberg-Ost und Altdorf. Damit war die Autobahn von Frankreich bis Amberg durchgehend befahrbar.

Seit dem 1. Januar 1975 gilt das einheitliche deutsche Autobahnnummernsystem. Die wichtige nationale Ost-West-Verbindung erhielt als gerade Nummer die Bezeichnung BAB 6. Wegen ihrer Führung über bestehende Trassen muss man am Dreieck Saarbrücken, am Viernheimer Dreieck und am Kreuz Weinsberg jeweils die Hauptfahrbahn wechseln oder abbiegen, um auf der A 6 zu bleiben.

Die Verlängerung von Amberg zur tschechischen Grenze begann erst in den späten 1990er Jahren. Waidhaus–Bundesgrenze wurde 1997, Pleystein–Waidhaus 1999 und Vohenstrauß-Ost–Pleystein 2004 eröffnet. 2005 folgte ein etwa zehn Kilometer langer Abschnitt östlich des Kreuzes Oberpfälzer Wald, 2006 wurde der zuvor zweistreifige Abschnitt bei Pleystein vierstreifig. Das letzte, 20 km lange Teilstück zwischen Amberg-Ost und dem Kreuz Oberpfälzer Wald wurde am 11. September 2008 für den Verkehr freigegeben. Seitdem ist die A 6 durchgehend von Frankreich bis Tschechien befahrbar.

Heutiger Ausbauzustand

Die A 6 besitzt je nach Abschnitt zwei oder drei Fahrstreifen pro Richtung; an Steigungen gibt es teilweise zusätzliche Fahrstreifen. Ihr Ausbau ist nicht einheitlich, weil viele Abschnitte aus unterschiedlichen Bauzeiten stammen. Eine Besonderheit ist die Kilometrierung: Sie beruht auf einer alten Zählung vom heutigen Dreieck Potsdam über Erfurt und Frankfurt zum Viernheimer Dreieck. Dort ändert sich beim durchgehenden Befahren der A 6 am Kilometer 555,7 die Zählrichtung.

Von Frankreich bis zum Kreuz Landstuhl-West ist die Autobahn grundsätzlich vierstreifig. Östlich von Saarbrücken dienen an Steigungen ehemalige Pannenstreifen als dritte Fahrstreifen. Wegen statischer Mängel wurde die Fechinger Talbrücke am 24. März 2016 gesperrt. Nach Verstärkungen war sie ab dem 31. Oktober 2016 wieder für Fahrzeuge über 3,5 t zugelassen; dennoch gilt ein Neubau als notwendig.

Zwischen Ramstein-Miesenbach und Kaiserslautern wurde die Strecke abschnittsweise sechsstreifig. Bis Kaiserslautern-West war dies im Juni 2006 abgeschlossen, bis zum Dreieck Kaiserslautern Mitte 2018. Die historischen Waschmühl- und Lautertalbrücken erhielten dafür parallele Neubauten.

Zwischen Viernheimer Dreieck und Kreuz Mannheim wurde die A 6 von 2000 bis Ostern 2009 auf sechs Fahrstreifen mit Standstreifen erweitert. Die 93 Millionen Euro teure Maßnahme umfasste unter anderem eine neue, 400 m lange Neckarbrücke, eine Absenkung der Fahrbahn um bis zu 10 m und etwa 10,5 km Lärmschutzanlagen. Dadurch sollte der Lärm um bis zu zehn Dezibel sinken.

Vom Dreieck Hockenheim bis zum Kreuz Weinsberg ist die Autobahn heute sechsstreifig. Der Ausbau erfolgte in Etappen: Sinsheim-Steinsfurt–Bad Rappenau wurde 2011, Wiesloch/Rauenberg–Sinsheim 2020 und Bad Rappenau–Weinsberg einschließlich einer neuen Neckarbrücke im Dezember 2022 fertiggestellt. Der zuletzt genannte, 25,5 km lange Ausbau erfolgte im Rahmen eines ÖPP-Vertrags mit einem Volumen von etwa 1,3 Milliarden Euro.

Östlich von Weinsberg ist die A 6 zunächst vier-, zwischen Bretzfeld und Kupferzell sechsstreifig und danach bis in den Nürnberger Raum überwiegend wieder vierstreifig. Mehrere Abschnitte bei Schwabach und Nürnberg wurden bis 2025 sechsstreifig ausgebaut. Ab dem Kreuz Nürnberg-Ost bis zur tschechischen Grenze besitzt die Autobahn vier Fahrstreifen.

Auslandsverbindungen und weitere Planung

In westlicher Richtung ist ab dem Kreuz Landstuhl-West Paris als Fernziel ausgeschildert. Hinter der französischen Grenze führt die A 320 bis Freyming-Merlebach und mündet dort in die A 4 Richtung Straßburg und Paris. In östlicher Richtung erscheint ab der Anschlussstelle Roth das Fernziel Prag. Hinter Waidhaus setzt die tschechische D 5 die Strecke über Pilsen nach Prag fort. Zusammen bilden diese Straßen die Europastraße 50.

Der Bundesverkehrswegeplan 2003 sah zahlreiche weitere Erweiterungen vor, darunter den sechsstreifigen Ausbau zwischen Walldorf und Schwäbisch Hall sowie in mehreren Abschnitten bei Kaiserslautern, Mannheim und Nürnberg. Zwischen Dreieck Hockenheim und Kreuz Walldorf war sogar ein achtstreifiger Ausbau vorgesehen. Für die 65 km zwischen dem Kreuz Weinsberg und der bayerischen Grenze war ein weitgehender Neubau entlang der bestehenden Trasse für 750 Millionen Euro geplant; sechs von sieben Brücken sollten ersetzt werden, die Kochertalbrücke jedoch erhalten bleiben.

Der Bundesverkehrswegeplan 2030 führt unter anderem die Erweiterungen Schwabach-West–Roth und Nürnberg-Süd–Nürnberg-Ost als laufende und fest disponierte Vorhaben. Frühere Pläne für einen sechsstreifigen Ausbau westlich von Landstuhl sowie zwischen dem Dreieck Kaiserslautern und dem Viernheimer Dreieck wurden nicht übernommen. Für den Abschnitt Weinsberg–bayerische Grenze liefen Stand 2025 Planfeststellungsverfahren zwischen Bretzfeld, Öhringen, Kupferzell und Ilshofen/Wolpertshausen; für die übrigen Teilabschnitte waren noch keine Anträge gestellt. Das Kreuz Nürnberg-Ost wird seit 2019 umgebaut, damit insbesondere die stark befahrenen Verbindungen zwischen der A 6 und der A 9 leistungsfähiger werden.

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