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BASF

Zu den großen Abnehmerbranchen der BASF-Produkte zählen die Chemie-, Automobil- und Energieindustrie, die Landwirtschaft sowie die Bauindustrie. Wichtige …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Unternehmen und Bedeutung
  2. 2. Von der Farbstofffabrik zum Großkonzern
  3. 3. Wiederaufbau, Internationalisierung und Umwandlung zur BASF SE
  4. 4. Geschäftsfelder, Produkte und Standorte
  5. 5. Forschung, Umwelt und gesellschaftliche Verantwortung
  6. 6. Kritik und öffentliche Kontroversen

Unternehmen und Bedeutung

Die BASF SE ist ein deutscher, börsennotierter Chemiekonzern mit Sitz in Ludwigshafen am Rhein. Das Unternehmen ist als Societas Europaea organisiert, gehört zur chemischen Industrie und geht auf die am 6. April 1865 in Mannheim gegründete Badische Anilin- & Soda-Fabrik zurück. Da in Mannheim kein geeignetes Gelände verfügbar war, entstand noch 1865 am gegenüberliegenden Rheinufer in Ludwigshafen ein neues Werk.

BASF ist in 93 Ländern vertreten und betreibt 234 Produktionsstandorte. Nach Umsatz ist sie der größte Chemiekonzern der Welt. Für 2025 nennt der Artikel einen Umsatz von 59,7 Milliarden Euro und für 2026 eine Mitarbeiterzahl von 94.900. Vorstandsvorsitzender ist Markus Kamieth; Kurt Bock ist Aufsichtsratsvorsitzender.

Die Aktie ist an der Frankfurter Wertpapierbörse im DAX notiert. Weltweit sind mehr als 900.000 Aktionäre beteiligt. Seit 1953 schüttet BASF jedes Jahr Dividenden aus.

Von der Farbstofffabrik zum Großkonzern

Friedrich Engelhorn gründete die BASF mit Unterstützung des Bankhauses Ladenburg als Aktiengesellschaft mit einem Grundkapital von 1,4 Millionen Gulden. Ausgangspunkt war die Nutzung von Steinkohlenteer zur Herstellung von Anilinfarben für die Textilindustrie. Zu den frühen Produkten gehörten unter anderem Alizarin, Eosin, Auramin, Methylenblau und Azofarbstoffe. Die BASF wurde durch Forschung, Ausbau und Übernahmen international führend bei Färbemitteln. Nach 17 Jahren Forschung konnte 1897 erstmals die synthetische Herstellung von Indigo nach der Heumann-Synthese in die Produktion übernommen werden.

In den 1880er Jahren entstanden Niederlassungen in Frankreich, Russland und den USA. 1900 galt BASF als größte chemische Fabrik der Welt. 1904 bildeten BASF, Bayer und Agfa den sogenannten Dreibund, eine Interessengemeinschaft zur Zusammenarbeit in der Farbenproduktion.

Eine entscheidende technische Entwicklung war das Haber-Bosch-Verfahren zur Ammoniaksynthese, das 1908/1912 mit Beteiligung der BASF entwickelt und 1913 in Oppau erstmals industriell eingesetzt wurde. Die Anlage produzierte zunächst 7200 Tonnen Ammoniak jährlich. Daraus entstanden unter anderem Düngemittel und Ausgangsstoffe für Sprengstoffe. 1914 wurde in Limburgerhof ein Agrarzentrum eröffnet, das als Beginn der industriellen Agrarchemie in Deutschland gilt.

Im Ersten Weltkrieg wurde BASF in die Rüstungswirtschaft einbezogen. Das Unternehmen stellte Ammoniak, Salpeter, Sprengstoffvorprodukte und Vorprodukte für Giftgas her. Nach dem Krieg wurden Anlagen demontiert und Patente beschlagnahmt. 1921 starben bei der Explosion des Oppauer Stickstoffwerks 565 Menschen. Während der Inflation gab BASF 1923 mit dem „Anilindollar“ ein eigenes Zahlungsmittel für Beschäftigte aus; im selben Jahr gelang die Methanolsynthese.

1925 ging BASF zusammen mit Bayer, Agfa, Hoechst, Cassella, Kalle und weiteren Unternehmen in der I. G. Farbenindustrie AG auf. Carl Bosch wurde Vorstandsvorsitzender. Der Konzern entwickelte unter anderem synthetisches Benzin nach dem Bergius-Pier-Verfahren, den synthetischen Kautschuk Buna, den Dünger Nitrophoska, Polyethylen und die Chemiefaser Perlon.

Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme wurde die I. G. Farben zunehmend zum Staats- und Kriegskonzern. Im Zweiten Weltkrieg unterstützte sie die Rekrutierung und Ausbeutung von Zwangsarbeitern und KZ-Häftlingen. Im Buna-Werk Monowitz bei Auschwitz wurde ein großes Arbeitslager errichtet. Das von der Degesch hergestellte Schädlingsbekämpfungsmittel Zyklon B, an der die I. G. Farben mit 42,5 % beteiligt war, wurde in mehreren Konzentrationslagern zur Ermordung von Menschen eingesetzt.

Nach 1945 beschlagnahmten die Besatzungsmächte das Konzernvermögen. 1950 wurde die Entflechtung angeordnet; am 30. Januar 1952 entstanden daraus elf Unternehmen, darunter BASF, Bayer und Hoechst. Die I. G. Farbenindustrie AG blieb als rechtlicher Nachfolger in Liquidation bestehen. In Ludwigshafen kam es 1948 zu einer Kesselwagenexplosion, bei der 207 Menschen starben.

Wiederaufbau, Internationalisierung und Umwandlung zur BASF SE

Die BASF nahm die Produktion in Ludwigshafen bereits im Mai 1945 unter amerikanischer Kontrolle wieder auf. Nach der Neugründung 1952 verlagerte sich der Schwerpunkt zunehmend von Farbstoffen zu Kunststoffen und petrochemischen Produkten. Entwickelt oder hergestellt wurden unter anderem Styropor, Perlon, Nylon, Polyethylen und Polyvinylchlorid. Mit Shell gründete BASF 1952 die Rheinischen Olefinwerke in Wesseling.

In den 1950er und 1960er Jahren baute das Unternehmen Produktionsstätten in Europa, Amerika, Japan und Australien auf. Es übernahm oder beteiligte sich unter anderem an Glasurit, Wintershall, Wyandotte Chemicals, Nordmark und der Kali und Salz GmbH. Außerdem entstanden ein Pharmabereich, eine Magnetbandfabrik in Willstätt und weitere verbrauchernahe Geschäftsbereiche. 1965 betrug der Umsatz 4,05 Milliarden DM bei 56.000 Beschäftigten.

1972 wurde die Kurzform BASF Aktiengesellschaft offiziell eingetragen. Danach erweiterte der Konzern seine Aktivitäten unter anderem durch Knoll, neue Lack-, Kunststoff-, Duftstoff- und Pflanzenschutzgeschäfte. Ab 1975 verkaufte BASF auch Minicomputer und Großrechner; diese Aktivitäten wurden 1988 in Comparex eingebracht.

In den 1990er Jahren konzentrierte sich BASF stärker auf Chemikalien, Kunststoffe, Veredelungsprodukte, Pflanzenschutz und Ernährung sowie Öl und Gas. International wichtige Schritte waren die Übernahme von Schwarzheide, die Erdgaszusammenarbeit von Wintershall mit Gazprom, der Ausbau von Antwerpen und die Gründung beziehungsweise Beteiligung an Unternehmen wie Targor, Elenac und später Basell. 2000 übernahm BASF große Teile des Pflanzenschutzgeschäfts von American Home Products und wurde durch den Erwerb des Vitamingeschäfts von Takeda zum zweitgrößten Vitaminhersteller der Welt.

2001 verkaufte BASF ihr Pharmageschäft an Abbott. Es folgten unter anderem die Übernahme der Degussa-Bauchemie 2006, von Engelhard für 4,8 Milliarden US-Dollar und von Johnson Polymer. 2007 wurde in Freeport eine große Superabsorberanlage eröffnet.

Die Hauptversammlung beschloss 2007 die Umwandlung in eine Europäische Gesellschaft. Am 14. Januar 2008 wurde BASF SE ins Handelsregister eingetragen. Danach übernahm BASF unter anderem Ciba, Cognis und Chemetall. 2018 erwarb das Unternehmen Teile des Saatgut- und Pflanzenschutzgeschäfts von Bayer; der Gesamtpreis betrug 7,6 Milliarden Euro und betraf Unternehmensteile mit 4500 Mitarbeitern. 2019 wurde die Fusion von DEA und Wintershall zur Wintershall Dea vereinbart. BASF hält daran zunächst 67 % der Stammaktien, unter Einbeziehung zusätzlicher Vorzugsanteile 72,7 %.

Seit 2022 wird in Zhanjiang in Südchina ein Verbundstandort aufgebaut. Bis etwa 2030 sind Investitionen von 10 Milliarden Euro geplant. Der Standort soll vollständig mit erneuerbaren Energien betrieben werden; im Steamcracker setzt BASF erstmals weltweit vollständig elektrisch betriebene Kompressoren ein. 2026 gab BASF den Abbau von insgesamt 7000 Arbeitsplätzen seit Januar 2024 bekannt. Das Programm „CoreShift“ soll bis 2029 die Fixkosten um bis zu 20 % senken.

Geschäftsfelder, Produkte und Standorte

BASF gliedert ihr Geschäft in sechs große Segmente: Chemikalien, Materialien, Industrielösungen, Oberflächentechnologien, Ernährung und Pflege sowie Agrarlösungen. Der Artikel nennt an einer Stelle elf Unternehmensbereiche, in der Konzernstruktur seit 2019 zwölf Unternehmensbereiche. Zu den wichtigsten Tätigkeiten gehören:

  • Chemikalien: Petrochemikalien wie Ethen und Propen, technische Gase, Weichmacher und Zwischenprodukte für Pharma-, Bau-, Textil- und Automobilindustrie.
  • Materialien: Hochleistungskunststoffe, Polyurethane, Schaumstoffe, Biopolymere, Polyamide und Monomere. Beispiele sind AdBlue beziehungsweise AUS 32, Soda, Salz- und Schwefelsäure.
  • Industrielösungen: Kraft- und Schmierstofflösungen, Einsatzstoffe für Farben und Lacke sowie Kunststoffadditive.
  • Oberflächentechnologien: Abgaskatalysatoren, Materialien für Lithium-Ionen-Batterien, Fahrzeug- und Autoreparaturlacke sowie Oberflächenbehandlungen.
  • Ernährung und Pflege: Aromen, Omega-3-Fettsäuren, Enzyme, Ibuprofen, Dexpanthenol, Tenside, Biozide, Waschmittelbestandteile, Düfte und Superabsorber für Windeln.
  • Agrarlösungen: Saatgut, Herbizide, Insektizide, Fungizide, Ureaseinhibitoren, Stickstoffstabilisatoren und Agrarfolien.

Ausgewählte Produkte sind Indanthren-Farben, Buna, Styropor, Neopor, Styrodur, Basotect, Uvinul, Glysantin, Hexamoll DINCH und Kunststoffadditive der Marken Irganox, Irgafos und Irgastab. Im Bereich Biotechnologie und Gentechnik arbeitete BASF unter anderem mit Bayer CropScience und Monsanto zusammen, zog sich aber wegen mangelnder Akzeptanz Anfang 2012 zunehmend aus dem europäischen Markt zurück.

Wichtige Standorte sind Ludwigshafen, Antwerpen, Zhanjiang, Nanjing, Schwarzheide, Münster, Lemförde, Basel, Port Arthur, Freeport, Geismar, Altamira, Kuantan und Tarragona. Ludwigshafen umfasst mehr als 10 km² und über 2000 Gebäude; es gilt als größtes zusammenhängendes Chemieareal der Welt im Besitz eines einzigen Unternehmens. In Port Arthur wird im Gemeinschaftsunternehmen BASF FINA Petrochemicals der größte Naphtha-Steamcracker der Welt betrieben.

Forschung, Umwelt und gesellschaftliche Verantwortung

Die Produkte von BASF werden vor allem von der Chemie-, Automobil-, Energie-, Landwirtschafts- und Bauindustrie genutzt. Weitere Kunden kommen aus Gesundheit, Ernährung, Elektro und Elektronik, Textilien, Verpackung und Papier. Der Konzern verfügte laut Artikel weltweit über Rechte an 110.000 Patenten und meldete 2010 etwa 1100 weitere Patente an. 2010 wurden knapp 1,5 Milliarden Euro in Forschung investiert; rund 9600 Beschäftigte arbeiteten in Forschungseinrichtungen. Mit 26 % der Forschungsausgaben war Pflanzenschutz und Ernährung der forschungsintensivste Bereich. Über BASF Venture Capital finanziert der Konzern auch Start-ups.

Zur Sozialpolitik gehörten seit dem 19. Jahrhundert eine betriebliche Krankenfürsorge, eine Krankenkasse, Wohnungsbau, Schulen, Werksküchen, Freizeitangebote und Aus- und Fortbildungen. 1919 übernahm BASF den ersten in Deutschland geschlossenen Tarifvertrag der chemischen Industrie. Er sah einen Achtstundentag und einen Betriebsrat vor. 2013 eröffnete das Unternehmen in Ludwigshafen das Mitarbeiterzentrum „LuMit“ für Work-Life-Management.

BASF unterstützt seit 100 Jahren soziale und kulturelle Projekte. Das jährliche Budget beträgt rund 20 Millionen Euro; gefördert werden vor allem Schulen, Sportvereine, soziale Einrichtungen und regionale Kulturveranstaltungen. Im Lobbyregister des Deutschen Bundestags gab BASF für 2024 Lobbyausgaben von 3,26 Millionen Euro an.

Als Umweltziele nennt das Unternehmen unter anderem ein stärkeres Sicherheits-, Gesundheits- und Umweltbewusstsein, sichere und wiederverwertbare Produkte sowie die Verringerung der Belastung von Mensch und Umwelt über den gesamten Produktlebenszyklus. Maßnahmen waren eine Rückstandsverbrennungsanlage, die Kläranlage Ludwigshafen von 1974, Rauchgasentschwefelung, eine Umweltzentrale und ein Ökologielabor. Ein 2005 in Betrieb genommenes Gas- und Dampfturbinenkraftwerk erreichte einen Energienutzungsgrad von nahezu 90 %.

Kritik und öffentliche Kontroversen

BASF wurde wiederholt wegen Umwelt-, Klima-, Arbeits- und Lobbyismusfragen kritisiert. Nach Recherchen des ARD-Magazins Monitor wirkte 2004 bis 2005 ein BASF-Mitarbeiter als „externer Mitarbeiter“ im Bundeswirtschaftsministerium an der Umsetzung der EU-Chemikalienverordnung REACH mit. Kritiker warfen der Chemieindustrie vor, aus Kostengründen weniger Prüfungen zu unterstützen. REACH trat am 1. Juni 2007 in Kraft; bis 2018 sollten rund 2500 Stoffe registriert werden.

Kritik gab es außerdem an der Klimapolitik, an Spenden von BASF, Bayer und E.ON in Höhe von 175.000 US-Dollar an US-Politiker, die den Klimawandel leugneten oder Klimagesetze blockierten, sowie an der Lieferkette von BASF. Im Zusammenhang mit dem Massaker von Marikana 2012 wurde BASF wegen ihrer Geschäftsbeziehung zur südafrikanischen Platinmine von Lonmin zu Reparationszahlungen aufgefordert.

Umstritten ist auch die Patentierung natürlicher genetischer Ressourcen, darunter laut Artikel fast 50 % der patentierten Gene aus Ozeanen. Außerdem wurden BASF-Wirkstoffe ohne aktuelle EU-Genehmigung, darunter Cyanamid und Quinclorac, 2017 in Brasilien vertrieben; 2018 beantragte BASF erneut den Export solcher Pestizide.

Nach dem russischen Überfall auf die Ukraine 2022 wurde die Zusammenarbeit mit Gazprom kritisiert. Kritiker sahen in Nord Stream, dem Verkauf des Erdgasspeichers Rehden und langfristigen Take-or-Pay-Verträgen eine zu große Abhängigkeit von Russland. Seit Ende 2023 gab es zudem Vorwürfe einer mittelbaren Verwicklung in Zwangsarbeit und die Unterdrückung von Uiguren und anderen Minderheiten in Xinjiang. BASF erklärte, den Verkauf ihrer Anteile an zwei dortigen Gemeinschaftsunternehmen bereits 2023 eingeleitet zu haben und verwies auf Nachhaltigkeitsaspekte wie die CO₂-Bilanz.

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