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Schwarzwald
Der Schwarzwald ist mit bis zu 1493 m ü. NHN und über 6000 Quadratkilometern Fläche Deutschlands höchstes und größtes zusammenhängendes Mittelgebirge und …
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Lage, Aufbau und Landschaft
Der Schwarzwald ist Deutschlands höchstes und größtes zusammenhängendes Mittelgebirge. Sein höchster Gipfel ist der Feldberg mit 1493 m ü. NHN. Das Gebirge liegt im Südwesten Baden-Württembergs, gehört zum Südwestdeutschen Stufenland und umfasst 6009,2 km². Es erstreckt sich etwa 150 km vom Hochrhein im Süden bis zum Kraichgau im Norden. Seine Breite beträgt im Süden bis zu 50 km, im Norden bis zu 30 km.
Im Westen begrenzen die Oberrheinische Tiefebene und ihre Vorhügelkette den Schwarzwald, im Osten gehen Gäu, Baar und das Hügelland westlich des Klettgaus anschließen. Der Schwarzwald ist meist dicht bewaldet und bildet tektonisch eine Pultscholle: Im Westen wurde sie aus dem Oberrheingraben herausgehoben, während sie von Osten wie eine waldreiche Hochfläche erscheint.
Landschaftlich unterscheidet man die Ostabdachung mit gerundeten Bergformen und weiten Hochplateaus vom stark zertalten Abbruch zum Oberrheingraben. Dieser Talschwarzwald besitzt enge, teilweise schluchtartige Täler und die größten unmittelbaren Höhenunterschiede von bis zu 1000 m. Der Ostschwarzwald ist großflächig von Buntsandstein und Nadelwäldern geprägt; im Westen tritt das Grundgebirge hervor, und Wiesentäler machen die Landschaft offener.
Gebräuchlich ist eine nordsüdliche Dreiteilung in Nordschwarzwald, Mittleren Schwarzwald und Südschwarzwald. Die genauen Grenzen sind allerdings je nach Einteilung verschieden. Der Nordschwarzwald ist waldreich, der Mittlere Schwarzwald im Mittel niedriger und in den Tälern stärker landwirtschaftlich geprägt, während der Südschwarzwald deutlich höher ist und Höhenlandwirtschaft sowie eiszeitlich geformte Landschaften aufweist. Nach der Einteilung der LUBW von 1998 gehören dazu die Schwarzwald-Randplatten, der Grindenschwarzwald und die Enzhöhen, der Nördliche Talschwarzwald, der Mittlere Schwarzwald, der Südöstliche Schwarzwald und der Hochschwarzwald.
Der Feldberg ist mit 1493 m der höchste Berg. Weitere hohe Gipfel sind das Herzogenhorn (1415,6 m), der Belchen (1414,2 m), der Kandel (1241,3 m), der Schauinsland (1283,9 m), die Hornisgrinde (1164,4 m) und der Blauen (1165,4 m). Anders als in den Vogesen besitzt der Schwarzwald keinen durchgehenden Hauptkamm. Erosion hat ihn in mehrere Gebirgsgruppen geteilt; wichtige Trennlinien bilden die Täler von Murg, Kinzig, Elz und Dreisam-Höllenbach.
Zu den wichtigsten Flüssen gehören Enz (105 km), Kinzig (93 km), Elz (90 km), Nagold (90 km), Wutach (90 km), Murg (79 km), Rench (57 km), Wiese (55 km), Breg (46 km) und Brigach (40 km). Breg und Brigach sind Quellflüsse der Donau; die Breg ist deren längster Quellfluss. Bedeutende natürliche, glaziale Seen sind Titisee, Mummelsee und Feldsee. Stauseen wie Schluchsee, Schwarzenbachtalsperre, Talsperre Kleine Kinzig und Nagoldtalsperre dienen der Stromerzeugung, dem Hochwasserschutz oder der Trinkwasserversorgung.
Geologie, Eiszeit, Klima und Vegetation
Das geologische Fundament bildet der kristalline Sockel des variszischen Grundgebirges. Er besteht vor allem aus Gneis, darunter Ortho- und Paragneise, im Süden auch Migmatite und Diatexite. In diese Gesteine drangen im Karbon Granite ein, etwa der Triberger Granit, der Forbachgranit und der jüngste Bärhaldegranit. Im Osten und Nordosten liegt Buntsandstein als Deckgebirge. Am Westrand befindet sich eine Vorbergzone mit Gesteinen der Trias und des Jura.
Die Entstehung hängt mit dem Einbruch des Oberrheingrabens im Eozän zusammen. Dabei wurden Schwarzwald und Vogesen an den gegenüberliegenden Grabenschultern herausgehoben. Das mesozoische Deckgebirge wurde weitgehend abgetragen; erhalten blieben vor allem Buntsandstein und Rotliegendes. Im Pliozän wölbte sich das Gebiet ungleichmäßig auf, am stärksten im südlichen Schwarzwald mit dem Feldberg. Im Mittleren Schwarzwald entstand die tektonische Mulde des Kinzigtals.
Während der Hochphasen mindestens der Riß- und Würmeiszeit war der Schwarzwald bis vor rund 12.000 Jahren stark vergletschert. Besonders der Hochschwarzwald und der Hauptkamm des Nordschwarzwalds zeigen glaziale Formen. In nach Nordosten gerichteten Karen bildeten sich kurze Kargletscher und trichterförmige Mulden. Karseen sind unter anderem Mummelsee, Wildsee, Schurmsee, Glaswaldsee, Nonnenmattweiher und Feldsee. Der Titisee entstand als Zungenbeckensee hinter einer Gletschermoräne.
Das Klima ist kühler und niederschlagsreicher als in den Randlandschaften. Die Niederschläge fallen regelmäßig über das ganze Jahr, steigen aber nicht gleichmäßig mit der Höhe an. Besonders die Westseite erhält viel Regen. Um Hornisgrinde, Belchen und Feldberg werden jährlich 1800 bis 2100 l/m² erreicht, während es an der nach Osten ausgerichteten Seite des Mittleren Schwarzwalds teilweise nur etwa 750 l/m² sind. In höheren Lagen sind die Jahresschwankungen der Temperatur vergleichsweise gering. Im Winter können Gipfel sonnig sein, während sich in den Tälern bei einer Inversionswetterlage Kaltluftseen und Nebel halten.
Um 1000 n. Chr. wuchsen unter 800 m vor allem Buchen und Eichen, darüber Buchen und Tannen. Nach fast vollständiger Rodung im 18. Jahrhundert wurde hauptsächlich mit schnellwachsender Fichte wiederaufgeforstet. Ende des 19. Jahrhunderts trat das Weißtannensterben auf; seit den 1980er-Jahren kam es zu einem allgemeinen Waldsterben. Die zunächst mit Luftverschmutzung und saurem Regen verbundene Entwicklung wurde schließlich vor allem der negativen Wasserbilanz zugeordnet. Trockenheitsgeschwächte Bäume werden zudem vom Buchdrucker befallen. Als Alternative zur Fichte wird die nordamerikanische Douglasie angebaut; ihr Anteil an der Waldfläche Baden-Württembergs betrug 2011 3,5 %. Saure Böden begünstigen Farne, Flechten, Moose, Heidelbeeren, Pilze und Weiß-Tannen. Moore beherbergen außerdem eiszeitliche Reliktpflanzen und seltene Insektenarten.
Geschichte und Wirtschaft
In der Antike war der Schwarzwald als Abnoba mons bekannt; in der römischen Spätantike wurde auch Marciana Silva genannt. Neuere Untersuchungen halten eine Besiedlung schon in der Vor- und Frühgeschichte für möglich. Sicher belegt sind unter anderem ein Zentrum der Eisenverhüttung bei Neuenbürg im 6. bis 4. Jahrhundert v. Chr., das römische Thermalbad Aquae in Baden-Baden vom 1. bis 3. Jahrhundert n. Chr. und frühe Verkehrswege über den Schwarzwald. Der Name Schwarzwald erscheint 868 erstmals in der Form saltu Svarzwald. Im 16. Jahrhundert gingen Aufstände wie die Bundschuh-Bewegung vom Schwarzwald aus; in späteren Jahrhunderten folgten die Salpetererunruhen im Hotzenwald. An Passübergängen blieben Verteidigungsanlagen des 17. und 18. Jahrhunderts erhalten.
Der Wald wurde für Bau- und Brennholz, Glas- und Eisenhütten sowie den Bergbau intensiv genutzt. Der Feldberg war bis 1769 völlig entwaldet; Mitte des 19. Jahrhunderts war der gesamte Schwarzwald fast vollständig entwaldet. Danach wurde überwiegend mit Fichtenmonokulturen aufgeforstet. Die Orkane Vivian und Wiebke verursachten 1990 große Schäden, Orkan Lothar am 26. Dezember 1999 noch größere, besonders in Fichtenbeständen. Auf einigen Sturmflächen entwickelt sich heute wieder ein natürlicher Mischwald.
Der Bergbau nutzte vor allem gangförmige Erzlagerstätten. Gefördert wurden unter anderem Zink, Blei, Silber, Baryt, Fluorit, Kobalt, Nickel und Uran; neue Untersuchungen datieren viele Gangfüllungen in die Zeit von der Trias bis zum Tertiär. Steinzeitlicher Hämatitabbau ist bei Sulzburg belegt, keltischer Eisenerzabbau bei Neuenbürg. Im Hochmittelalter nahm der Bergbau ab etwa 1100 besonders um Todtnau, im Münster- und Suggental sowie am Schauinsland zu. Im Münstertal lebten bis zum Ausgang des Mittelalters vermutlich 800–1000 Bergleute. Nach Pest, Bauernkrieg und Dreißigjährigem Krieg ging der Bergbau zurück, erlebte aber nach dem Verlust des Elsass an Frankreich Anfang des 18. Jahrhunderts erneut einen Aufschwung. Buntmetalle wurden bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts abgebaut, am Schauinsland bis 1954; Eisenerzförderung bei Ringsheim dauerte bis in die 1970er Jahre. In der Grube Clara wird Fluorit- und Barytbergbau bis heute betrieben.
Über Enz, Kinzig, Murg, Nagold und Rhein wurde Holz jahrhundertelang geflößt. Die Flößerei boomte im 18. Jahrhundert; besonders lange Tannen für den Schiffbau wurden „Holländer“ genannt. Mit dem Ausbau von Eisenbahn und Straßen endete die Flößerei größtenteils im späten 19. Jahrhundert. Weitere holzabhängige Gewerbe waren Köhlerei, Pottaschegewinnung, Glasherstellung und Eisenverarbeitung. Eisenwerke bestanden unter anderem in Eberfingen, Albbruck, Murg und Tiefenstein, verloren aber spätestens Ende des 18. Jahrhunderts durch Holzmangel und englische Konkurrenz an Bedeutung. Die Baumwollheimindustrie begann 1680–1690 im Todtnauer Tal.
Die Uhrmacherei entwickelte sich ab etwa 1730 zu einem eigenen Gewerbe. Im 18. und 19. Jahrhundert wurden in kleinen Werkstätten preisgünstige Holzuhren arbeitsteilig hergestellt und weltweit vermarktet. Um 1900 setzte sich die Großserienproduktion von Metalluhren durch, besonders in Schramberg und im benachbarten Schwenningen. Wegen der Quarzkrise mussten im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts die meisten Hersteller schließen. Im 20. Jahrhundert entstanden außerdem bedeutende Unternehmen der Unterhaltungselektronik. Pforzheim ist bis heute ein Zentrum der Schmuckfabrikation und Sitz einer Goldschmiedeschule. Seit dem 17. Jahrhundert besteht zudem eine Schwarzwälder Geigenbautradition; das langsam wachsende Nadelholz der Höhenlagen eignet sich für Streichinstrumente.
Wasserkraft, Tourismus und Verkehr
Die großen Niederschlagsmengen und Höhenunterschiede schaffen ein bedeutendes Wasserkraftpotenzial. Bis ins 19. Jahrhundert trieb es zahlreiche Mühlen, Sägemühlen und Hammerwerke an und unterstützte später die Industrialisierung der Täler. Seit dem 20. Jahrhundert erzeugen Laufwasser- und Pumpspeicherkraftwerke in größerem Maßstab elektrischen Strom. Von 1914 bis 1926 entstand im Murgtal das Rudolf-Fettweis-Werk mit der Schwarzenbachtalsperre. Der Schluchsee wurde 1932 zum Oberbecken eines Pumpspeicherkraftwerks. Zum Schluchseewerk gehörten 2013 fünf Kraftwerke mit 14 Speicherbecken; beim Hornbergbecken beträgt die mittlere Fallhöhe des Wassers 625 m. Im frühen 21. Jahrhundert wurden infolge des Erneuerbare-Energien-Gesetzes zahlreiche kleinere Laufwasserkraftwerke wieder in Betrieb genommen oder neu errichtet.
Der Schwarzwald ist die wichtigste Tourismusregion Baden-Württembergs und das meistbesuchte Urlaubsziel unter den deutschen Mittelgebirgen. Die Ferienregion der Schwarzwald Tourismus GmbH umfasst 11.100 km² und reicht damit weit über den Naturraum hinaus. Im Dezember 2019 boten 2845 gewerbliche Betriebe 157.859 Schlafgelegenheiten an; rund 91.000 davon lagen in 1843 Hotels. Der Tourismus sichert etwa 100.000 Arbeitsplätze direkt und mehr als 300.000 in Zulieferbetrieben und bei Dienstleistern. Diese Statistik betrifft das Verbandsgebiet und schließt unter anderem Rust und Freiburg ein. Die Gemeinde Feldberg verzeichnete 2019 etwa 560.000 Übernachtungen bei knapp 1900 Einwohnern.
Besuchte Ziele sind Titisee, Mummelsee, Schluchsee, die Wutachschlucht und die Triberger Wasserfälle sowie Aussichtsberge wie Feldberg, Belchen, Kandel, Schauinsland und Hornisgrinde. Im Winter sind Feldberg, Todtnau, Hinterzarten und Gebiete entlang der Schwarzwaldhochstraße wichtige Wintersportorte. Das erste Paar Schneeschuhe kam 1888 in die Region, das erste Damenskirennen fand 1897 auf dem Feldberg statt. In Todtmoos wurden 1994, 2003 und 2015 Weltmeisterschaften im Schlittenhunderennen ausgetragen.
Das Wanderwegenetz wurde vor allem im frühen 20. Jahrhundert vom Schwarzwaldverein aufgebaut. Zu den Fernwegen gehören Westweg Pforzheim–Basel, Mittelweg Pforzheim–Waldshut und Ostweg Pforzheim–Schaffhausen. Hinzu kommen Rund- und Themenwege wie Murgleiter, Schluchtensteig und Zweitälersteig. Pilgerwege sind der Kinzigtäler Jakobusweg und der 165 km lange Himmelreich-Jakobusweg. Radwege umfassen unter anderem den 303 km langen Heidelberg-Schwarzwald-Bodensee-Radweg, den 264 km langen Südschwarzwald-Radweg und den 260 km langen Naturpark-Radweg.
Wichtige Straßen sind die Schwarzwaldhochstraße (B 500) und die B 31 durch das Höllental. Wegen kurvenreicher Landstraßen ist der Schwarzwald bei Motorradfahrern beliebt, was wegen Unfall- und Lärmbelastung kontrovers ist. Die Schauinslandstraße ist seit 1984 an Sommerwochenenden für Motorräder gesperrt. Eisenbahnstrecken erschließen zahlreiche Täler, darunter Schwarzwaldbahn, Höllentalbahn, Murgtalbahn und Dreiseenbahn. Die KONUS-Gästekarte wird von rund 11.000 Gastgebern in 143 Ferienorten ausgegeben und ermöglicht die kostenlose Nutzung von Bussen und Bahnen in der gesamten Ferienregion.
Schutz, Kultur und Sehenswürdigkeiten
Der Nationalpark Schwarzwald besteht seit Anfang 2014, ist Baden-Württembergs erster Nationalpark, 10.062 ha groß und liegt zwischen Baiersbronn und Baden-Baden am Hauptkamm des Nordschwarzwalds. Seit Februar 2016 ist der Südschwarzwald auf 63.236 ha als Biosphärengebiet ausgewiesen; im Juni 2017 erkannte die UNESCO es als Biosphärenreservat an. Die Naturparks Schwarzwald Mitte/Nord und Südschwarzwald sollen die Kulturlandschaft erhalten, regionale Landwirtschaft fördern und den Tourismus unterstützen. Daneben gibt es über 100 Naturschutzgebiete. Das Naturschutzgebiet Feldberg umfasst 4227 ha; die drei großen Europäischen Vogelschutzgebiete Nord-, Mittlerer- und Südschwarzwald umfassen zusammen über 90.000 ha.
Der Schwarzwald ist überwiegend ländlich geprägt und besitzt viele verstreute Gemeinden. Traditionelle Trachten unterscheiden sich regional. Besonders bekannt ist der Bollenhut aus Kirnbach, Reichenbach und Gutach im Kinzigtal: Unverheiratete Frauen tragen rote, verheiratete schwarze Bollen. Zur Hochzeit wird teilweise ein Schäppel, eine Brautkrone, getragen; besonders große Exemplare aus St. Georgen wiegen bis zu fünf Kilogramm. Typische Schwarzwaldhäuser besitzen ausladende Krüppelwalmdächer.
Zu den bekannten Spezialitäten gehören Schwarzwälder Kirschtorte mit dunklem Schokoladenteig und Kirschwasser, Schwarzwälder Schinken und Kirschwasser als Destillat. Schwarzwaldwichtel und Kuckucksuhr gelten als im Schwarzwald erfundene Erzeugnisse. Die Holzschnitzerei ist ein bedeutender Bereich des Kunsthandwerks.
Baden-Baden ist ein wichtiges städtisches und touristisches Ziel mit Spielbank, Festspielen und Thermalbädern; seit 2021 gehört die Stadt als eine der bedeutenden Kurstädte Europas zum Weltkulturerbe. Weitere historische Orte sind Gengenbach, Wolfach, Schiltach, Haslach, Altensteig, Dornstetten, Freiburg, Gernsbach, Villingen und Zell am Harmersbach. Baiersbronn ist für Spitzengastronomie bekannt. Zu den Museen gehören der Vogtsbauernhof in Gutach, das Deutsche Uhrenmuseum in Furtwangen, das Deutsche Phonomuseum in St. Georgen, das Schüttesäge-Museum in Schiltach und das Glasmuseum in Wolfach. Sie zeigen unter anderem bäuerliches Leben, Uhren- und Industriegeschichte, Flößerei, Gerberei und Glasherstellung.
Literatur und Film
Der Schwarzwald wurde durch Literatur, Malerei und Film international bekannt. Die Schwarzwälder Dorfgeschichten von Berthold Auerbach erschienen 1843 und begründeten maßgeblich die Erzählgattung der Dorfgeschichte. Wilhelm Hauffs Märchen Das kalte Herz, 1827 als Teil des Wirtshaus im Spessart im Märchenalmanach auf das Jahr 1828 veröffentlicht, spielt im Schwarzwald und wurde mehrfach verfilmt.
Seit dem 19. Jahrhundert malten Künstler wie Hans Thoma, Rudolf Epp sowie die Gutacher Malerkolonie um Wilhelm Hasemann und Curt Liebich Landschaften und Alltagsszenen aus dem Schwarzwald. Die Holzschnitzerei brachte neben volkstümlichen Werken wie den Longinuskreuzen auch Bildhauer wie Matthias Faller hervor.
Seit den 1920er Jahren entstanden im Schwarzwald zahlreiche Filmproduktionen. Den Auftakt bildete 1920 die erste Verfilmung der Operette Schwarzwaldmädel. Besonders die vierte Verfilmung von Schwarzwaldmädel leitete die Heimatfilmwelle ein. Zu den späteren Filmen gehören Schwarzwaldmelodie, Schwarzwälder Kirsch und Schwarzwaldfahrt aus Liebeskummer. Bekannte Fernsehproduktionen waren Der Forellenhof (1965), Die Schwarzwaldklinik, Die Fallers – Eine Schwarzwaldfamilie seit 1994 und die Dokumentation Schwarzwaldhaus 1902 aus dem Jahr 2002.