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Buddhistischer Tempel
Der Buddhistische Tempel ist ein Ort der buddhistischen Religion, der die so genannten Drei Schätze, das heißt Buddha, Dharma und Sangha, vereint.
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Definition und Bedeutung
Ein buddhistischer Tempel ist ein Ort der buddhistischen Religion, der die Drei Schätze vereint: Buddha, Dharma und Sangha. Buddha bezeichnet den Erwachten beziehungsweise seine religiöse Gegenwart, Dharma die buddhistische Lehre und Sangha die buddhistische Gemeinschaft. Im Mittelpunkt des Tempels steht ein Heiligtum, meist ein Stupa oder ein Kultbild des Buddha. Viele Tempel dienen zugleich als Klöster für buddhistische Mönche.
Ein Tempel besteht gewöhnlich nicht nur aus einem einzelnen Gebäude, sondern aus einem Gebäudekomplex mit dem zugehörigen Gelände und seinen Gärten. Bauform, Größe und Anordnung unterscheiden sich je nach Region. Im weiteren Sinne kann jedes Gelände, Gebäude oder jeder Raum einer buddhistischen Schule als Tempel gelten, wenn es beziehungsweise er durch eine Einweihungszeremonie nach den Regeln dieser Schule den entsprechenden Status erhalten hat.
Bezeichnungen und typische Gebäude
Die europäische Bezeichnung „Tempel“ gibt den gesamten Inhalt des buddhistischen Tempelbegriffs nur unvollständig wieder, weil auch Nebengebäude, Gärten und das übrige Tempelgelände dazugehören. Die Namen für den gesamten Tempel und seine einzelnen Gebäude hängen von Sprache und regionaler Tradition ab. Im Chinesischen heißen Tempel unter anderem sì (寺) oder sìyuàn (寺院), im Japanischen ji beziehungsweise dera (寺) oder in (院).
Zu den möglichen Bestandteilen chinesischer und japanischer Tempelanlagen gehören:
• Die Haupthalle (japanisch hondō, 本堂) oder Goldene Halle (kondō, 金堂) enthält das Hauptheiligtum des Tempels, das honzon (本尊).
• In der Lehrhalle (kōdō, 講堂) versammeln sich Mönche, um zu lernen, zu meditieren, Riten auszuführen, Buddha anzurufen oder Sutren zu rezitieren. Sutren sind heilige buddhistische Schriften. Die Halle dient außerdem der Auslegung des Dharma.
• Die Pagode (tō, 塔) entwickelte sich aus dem indischen Stupa. Sie ist ein Reliquiar, also ein Bauwerk zur Aufbewahrung von Reliquien, wird nicht betreten und besitzt in der Regel mehrere Stockwerke.
• Im Sutraspeicher (kyōzō, 経蔵) werden die heiligen Schriften des Buddhismus aufbewahrt.
• Zum Tempel können ein Glockenpavillon (shurō oder shōrō, 鐘楼), ein Paukenpavillon (korō, 鼓楼), ein Mönchsdormitorium (sōbō, 僧坊), Wirtschaftsräume und Speisesäle (jikidō, 食堂) gehören.
• Ein oder mehrere Tore führen auf das Gelände. Neben dem Haupttor (sanmon, 山門/三門) kann ein Mitteltor (chūmon, 中門) den Zugang zum inneren Tempelbereich bilden. Weitere Tore können besondere Namen tragen.
Indische Grundformen
In Indien gehören Vihara, Stupa und Chaitya-Halle zu den wichtigen Grundformen. Der Vihara ist eine Versammlungshalle, um die sich die Wohnzellen der Mönche gruppieren. Dort rezitieren die Mönche Sutren und begehen traditionelle Zeremonien sowie andere gemeinschaftliche Feiern.
Das Zentrum der religiösen Praxis bildete häufig der Stupa. Ursprünglich war er ein Erdhügel über den sterblichen Überresten eines Verstorbenen. Er wurde zum Ausgangspunkt buddhistischer Tempelanlagen in Indien. Um den buddhistischen Tempel, die Chaitya-Halle, lag eine Klosteranlage: Ein rechteckiger offener Hof wurde von den Wohnzellen der Mönche umgeben.
Eine frühe Sonderform waren die indischen Höhlentempel. Sie wurden später in zahlreichen Ländern Asiens nachgeahmt. Aus dem indischen Stupa entstanden unterschiedliche regionale Bauformen in Zentral-, Ost- und Südostasien, darunter die chinesische Pagode, der Chörten in Tibet, die Paya in Myanmar und der Chedi in Thailand.
Südostasiatische Anlagen
Südostasiatische Tempelanlagen bestehen meist aus mehreren einzelnen Gebäuden innerhalb eines umfangreichen Tempelbezirks. Dieser Bezirk enthält häufig einen oder mehrere Stupas. Für solche Anlagen ist auch die Bezeichnung Wat gebräuchlich. Bedeutende Beispiele sind Borobudur auf Java aus dem 9. Jahrhundert und die Bagan-Tempelanlagen in Myanmar aus dem 11. Jahrhundert.
Ostasiatische Anlagen
Ostasiatische Klöster unterscheiden sich deutlich von den indischen Anlagen. Ursprünglich bildete die Pagode das zentrale Heiligtum. Neben ihr steht eine reich geschmückte Halle, in der Statuen verschiedener Buddhas den Raum bestimmen. Die übrigen Hauptgebäude liegen meist um einen rechteckigen Hof; an diesen schließen sich die Klostergebäude an.
Bis zur Einführung des Buddhismus in Japan im 6. Jahrhundert hatte sich das Zentrum der Tempelanlage bereits von der Pagode zur Haupthalle, dem hondō, verlagert. Dort wird das Hauptheiligtum, das honzon, aufbewahrt, meist eine Buddha-Statue. Gleichzeitig begann sich die japanische Tempelarchitektur von der Symmetrie chinesischer Tempel zu lösen. Ein bekanntes Beispiel ist der Tōdai-ji in Japan aus dem 8. Jahrhundert.
Bedeutende Beispiele
Zu den bekannten buddhistischen Tempeln und Tempelanlagen verschiedener Regionen gehören der Mahabodhi-Tempel in Bodhgaya aus dem 2. Jahrhundert, der Tōdai-ji in Japan aus dem 8. Jahrhundert, Borobudur auf Java aus dem 9. Jahrhundert und die Bagan-Tempelanlagen in Myanmar aus dem 11. Jahrhundert. Sie verdeutlichen, dass buddhistische Tempel regional sehr unterschiedliche Formen annehmen, während das zentrale Heiligtum und die Verbindung von religiöser Praxis, Lehre und Gemeinschaft gemeinsame Merkmale bleiben.