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Buddha-Statue

... Buddha (Siddhartha Gautama), des Religionsstifters des Buddhismus. Anikonische Darstellungen Buddhas existierten wahrscheinlich schon sehr früh (4. oder 3 …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Gegenstand und Bedeutung
  2. 2. Erinnerung an den Buddha und frühe Symbole
  3. 3. Entstehung menschlicher Buddha-Bilder
  4. 4. Typische Merkmale der Ikonographie
  5. 5. Verwendung in Vergangenheit und Gegenwart
  6. 6. Zerstörung, Buddha-Köpfe und regionale Formen

Gegenstand und Bedeutung

Eine Buddha-Statue ist ein meist vollplastisches, idealisiertes Bildnis des historischen Buddha Siddhartha Gautama, des Religionsstifters des Buddhismus. Sie wurde häufig aus Stein gearbeitet. Seit dem Auftreten menschlicher Buddha-Bildnisse entwickelte sich eine große Vielfalt an Formen und Kunsttraditionen.

Buddha-Statuen sind nicht bloß dekorative Kunstwerke. Sie sollen Betrachtende erinnern, belehren oder möglicherweise zur Erleuchtung führen. Die Herstellung gilt im Buddhismus als „gute Tat“, von der man sich einen positiven Einfluss auf die nächste Wiedergeburt erhofft.

Erinnerung an den Buddha und frühe Symbole

Nach der Überlieferung wollte Ananda, ein Jünger des Buddha, eine Möglichkeit schaffen, die Erinnerung an den Meister und seine Lehre zu bewahren. Der Buddha verwies zunächst auf Pilgerreisen zu den Stätten seines Wirkens. Nach seiner Kremation konnten außerdem körperliche Reliquien, Sanskrit sariradhatu und Pali dhatucetiya, in Stupas aufbewahrt werden. Stupas heißen in Thailand Chedis, in Tibet chörten sowie in China und Japan pagoda.

In den frühen buddhistischen Kunstwerken, etwa auf den Reliefs des Stupa von Sanchi, wurde der Buddha selbst nicht als menschliche Figur dargestellt. Diese anikonische, also bildlose, Phase wird wahrscheinlich in das 4. oder 3. Jahrhundert v. Chr. datiert. Der Buddha erschien stattdessen durch Symbole:

  • Die Lotos-Knospe steht für seine Geburt oder für Reinheit und Weisheit.
  • Der Bodhi-Baum symbolisiert seine Erleuchtung.
  • Ein leerer Sitz unter dem Bodhi-Baum, der vom Naga-König Muchalinda beschirmt wird, erinnert an die Erleuchtung.
  • Das Rad, Dharmachakra, verweist auf die erste Predigt, bei der „das Rad der Lehre in Bewegung gesetzt“ wurde.
  • Fußabdrücke, phuttabat, stehen für die Anwesenheit des Buddha.
  • Eine Aureole symbolisiert „feurige Energie“.
  • Der Stupa erinnert an den Eintritt des Buddha in das Nirvana, in Pali parinibbana.

Einige dieser Symbole, darunter Sonnenscheibe, Schlange sowie Baum- und Steingeister, waren bereits in vorbuddhistischen Kulturen Indiens verehrt worden.

Entstehung menschlicher Buddha-Bilder

Menschliche, ikonische Darstellungen des Buddha sind sicher erst ab dem 1. oder 2. Jahrhundert n. Chr. belegt. Sie traten ungefähr gleichzeitig in Gandhara, dem heutigen Afghanistan, und in Mathura in Nordindien auf. Zu den frühen Beispielen gehören das Bimaran- und das Kanischka-Reliquiar. Ceylonesische Chroniken legen zwar nahe, dass solche Bilder schon im 3. Jahrhundert v. Chr. hergestellt wurden; archäologische Belege dafür fehlen jedoch. Deshalb ist der Beginn der Anfertigung menschlicher Buddha-Bildnisse bis heute nicht eindeutig geklärt. Die Mehrzahl der gefundenen frühen Bildnisse stammt aus dem Gebiet der Gandhara-Kultur.

Die älteren Symbole blieben auch in der ikonischen Phase erhalten. Nach der Entstehung verbreiteten sich Buddha-Bildnisse schnell und entwickelten sich regional unterschiedlich, teilweise unter gegenseitiger Beeinflussung. Damit entstanden eigene Kunst- und Lehrtraditionen. Einzelne Darstellungen oder Skulpturen wurden als besonders wahrhaftig angesehen. Ein verbreiteter Erzähltypus berichtet, ein Künstler habe den Buddha im Auftrag eines Königs direkt gesehen und danach sein Bildnis geschaffen. Dadurch wurden weltliche Herrschaft und religiöse Legitimation miteinander verbunden.

Typische Merkmale der Ikonographie

Buddha-Figuren können stehen, sitzen oder liegen. Sitzende Figuren zeigen entweder den Lotossitz oder den „europäischen Sitz“, pralambapadasana. Liegende Figuren stellen den bereits verstorbenen Buddha dar, der aus dem Kreislauf der Wiedergeburten, samsara, befreit ist.

Bestimmte im Pali-Kanon beschriebene körperliche Merkmale wurden zu festen Kennzeichen von Buddha-Bildnissen:

  • Der Buddha ist immer bekleidet, zunächst mit einer Toga, später mit einem fast durchsichtigen Gewand.
  • Die Geschlechtsteile bleiben unter dem Gewand verborgen.
  • Die Augen sind als Zeichen der Weltentrücktheit meist halb geöffnet.
  • Charakteristische Handhaltungen heißen Mudras.
  • Die Finger sind feingliedrig und etwas verlängert.
  • Eine Ushnisha, eine Schädelausbuchtung oder ein Haarknoten am Hinterkopf, gilt als Zeichen der Erleuchtung.
  • Der Hals weist meist drei Ringe auf.
  • Die Ohrläppchen sind regelmäßig durchstochen und hängen herab. Dies verweist auf das Tragen von Schmuck und damit auf die königliche Abstammung des Buddha.
  • Ausgewogene Körperproportionen sind wichtig.

Ausnahmen bilden asketische Buddhas der frühen Gandhara-Kunst sowie fettleibige Buddha-Darstellungen in China und Japan. Die Merkmale unterscheiden Buddha-Bilder in vieler Hinsicht von anderen religiösen Bildnissen der Zeit, etwa von jainistischen Tirthankaras.

Verwendung in Vergangenheit und Gegenwart

Buddha-Statuen dienten ähnlich wie Stupas zunächst der Aufbewahrung von Reliquien. Im Laufe der Zeit wurden sie selbst zu Erinnerungsreliquien. Heute sind Buddha-Darstellungen im religiösen Leben fast aller buddhistischen Schulen und in Formen der Volksreligiosität fest verankert.

Außerhalb religiöser Zusammenhänge werden sie weltweit auch als Mode- und Dekorationsartikel für Wohnzimmer oder Gärten vermögender Menschen angeboten. Anikonische Symbole haben dagegen an Bedeutung verloren. Eine Ausnahme ist unter anderem das Dharma-Rad, das in die Nationalflagge Indiens aufgenommen wurde. Heute wird häufig vergessen, dass menschliche Darstellungen des Religionsstifters und insbesondere ihre Verwendung zu Anbetungszwecken anfangs unüblich waren.

Zerstörung, Buddha-Köpfe und regionale Formen

In Regionen, in denen der Buddhismus später durch andere Religionen verdrängt wurde, blieben Buddha-Bildnisse oft über Jahrhunderte geachtet. Unter den Gupta-Herrschern in Indien, im 4. und 5. Jahrhundert n. Chr., sind trotz des zunehmenden Hinduismus keine Zerstörungen von Buddha-Bildnissen bekannt. Zerstörungen erfolgten nach dem Artikel erst im Zuge der Eroberung Nord- und Mittelindiens durch den bilderfeindlichen Islam.

Die Zerstörung der riesigen Buddha-Statuen von Bamiyan in Afghanistan durch die islamistischen Taliban in den Jahren 1998 und 2001 löste weltweite Empörung aus und musste gegen den Widerstand der örtlichen Hazara-Bevölkerung durchgesetzt werden. Im nordpakistanischen Swat-Tal wurden außerdem zwischen 2007 und 2009 einige kleinere Felsreliefs mit Buddha-Bildnissen von den damals de facto herrschenden Taliban beschädigt.

Buddha-Köpfe sind keine eigenständige ursprüngliche Darstellungsform. Die Köpfe gehörten zu vollständigen Statuen. Sie fielen entweder durch Wind und Wetter im Laufe der Jahrhunderte vom Körper ab oder wurden mutwillig entfernt, beispielsweise bei der Eroberung der siamesischen Hauptstadt Ayutthaya durch die Birmanen im April 1767. Heute werden Buddha-Köpfe industriell hergestellt, weil weltweit eine Nachfrage nach leicht transportierbaren Dekorationsgegenständen besteht.

Die Ikonographie wird in den verschiedenen Ländern unterschiedlich ausgeprägt. Als ausgewählte Beispiele nennt der Artikel Thailand und Japan; dort ist insbesondere die Bezeichnung Daibutsu für große Buddha-Darstellungen relevant.

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