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Buddhistische Tempel in Korea
Im Buddhismus bilden Buddha (불 Bul, Lehrer), Dharma (달마 Dalma, Lehre) und Sangha (승가 Songga, Gemeinschaft der buddhistischen Mönche, Gemeinde) die Drei …
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Grundidee und Anlage
Buddhistische Tempel in Korea verbinden religiöse Philosophie, Symbolik und besondere Bauformen. Viele dieser Symbole finden sich in ähnlicher Form auch in anderen Ländern Ostasiens, dort meist unter Bezeichnungen in der jeweiligen Landessprache.
Im Buddhismus gelten Buddha, Dharma und Sangha als die Drei Juwelen. Buddha (불 Bul) ist der Lehrer, Dharma (달마 Dalma) die Lehre und Sangha (승가 Songga) die Gemeinschaft der buddhistischen Mönche beziehungsweise die Gemeinde. Die drei gelten als untrennbar zusammengehörig.
Eine koreanische Tempelanlage ist deshalb fast immer zugleich ein Kloster. Neben sakralen Gebäuden und religiösen Symbolen gehören auch Schlaf- und Wirtschaftsräume für Nonnen oder Mönche dazu. Ein Tempel kann nur dort entstehen, wo ausreichend Trinkwasser in guter Qualität vorhanden ist. Eine ergiebige Quelle oder ein sauberer Bach sind daher wichtige Voraussetzungen.
Auf dem Tempelgelände gibt es meist mehrere Gebäude, die unterschiedlichen Buddhas gewidmet und entsprechend benannt sind. Nicht jedes Kloster besitzt jedoch alle möglichen Gebäude. Buddha bezeichnet nach buddhistischer Vorstellung keine bestimmte einzelne Person: Jeder Mensch kann Buddha werden. Verehrt werden sowohl historische Personen, denen Buddhaschaft zugeschrieben wird, als auch transzendente Buddhas, die bestimmte Ideen verkörpern.
Schulen und Zugehörigkeit
Im Jahr 2005 gab es in Südkorea insgesamt 907 buddhistische Tempel. Fast alle gehörten zur Seon-Strömung des Buddhismus. Die Verteilung auf die Schulen war:
- Jogye (조계종): 735 Tempel, 81 %
- Taego (태고종): 102 Tempel, 11 %
- Beophwa (법화종): 22 Tempel, 2 %
- Zen (선학원): 16 Tempel, 2 %
- Wonhyo (원효종): 5 Tempel, 1 %
- Sonstige: 27 Tempel, 3 %
Zumindest Jogye, Taego und Zen sind auf jeden Fall Seon-Schulen.
Der Weg vom Weltlichen zum Spirituellen
Der Zugang zu einem Tempel ist symbolisch gestaltet. Zuerst führt der Weg über eine Brücke, die einen Bach überquert. Geungnakgyo (극락교) bedeutet so viel wie „Nirwana-Brücke“. Wie die folgenden Tore markiert sie den Übergang von der säkularen Welt in eine spirituelle Welt.
In der Nähe des ersten Tores steht häufig ein Hamabi (하마비). Dabei handelt es sich um einen Stein mit einer Inschrift, die zum Absteigen vom Pferd auffordert. Da ein Pferd früher den gesellschaftlichen Status anzeigen konnte, bedeutet diese Aufforderung sinngemäß, Privilegien abzulegen und allen Menschen mit gleichem Respekt zu begegnen.
Auf dem Weg zum Tempel durchschreitet man meist drei, manchmal vier Tore:
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Das Iljumun (일주문), das Ein-Pfeiler-Tor, ist das erste Tor. Obwohl es mehr als zwei Pfeiler besitzt, stehen diese in einer Reihe. Von der Seite wirkt es wie ein einziger Pfeiler. Es markiert die Grenze zwischen materieller und spiritueller Welt und steht für den einen Weg zu Klarheit und Weisheit, also zu Erwachen oder Erleuchtung.
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Das Geumgangmun (금강문) ist nicht in jedem Tempel vorhanden. Wenn es vorhanden ist, zeigt es meist zwei Wächter, die Geumgangyeoksa. Narayeon (나라연) wird mit offenem Mund dargestellt und im Volksmund Ah genannt. Er soll so stark wie hundert Elefanten sein. Miljeok (밀적) hat den Mund geschlossen und wird deshalb Heum genannt; er bewahrt die Lehren Buddhas. Ah gilt als der Ton, mit dem das Universum beginnt, Heum als der Ton, mit dem es endet. Zusammen bilden sie Om, die umfassende Einheit aus Anfang und Ende des Universums.
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Das Sawangchon (사왕천) ist ein mittleres Tor, das als Tor-Haus gestaltet ist. In ihm stehen vier grimmige, große Wächter mit Spießen und Schwertern. Sie zerquetschen oder durchbohren gefährliche Tiere. Damun-cheonwang bewacht den Norden, Jeungjang-cheonwang den Süden, Jiguk-cheonwang den Osten und Gwangmok-cheonwang den Westen. Die Wächter schützen die Welt, bekämpfen das Böse und bewahren das Dharma, also das Gesetz beziehungsweise die Gesetzmäßigkeit. Jeder gebietet über eine Legion übernatürlicher Wesen. Das Tor erinnert daran, den Tempel nur in friedlicher Absicht zu betreten, und steht für Schutz vor Unbill.
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Das Burimun oder Purimun (불이문) ist das letzte Tor. Es steht für Nicht-Urteilen, Nicht-Unterschied oder Nicht-Dualität. Jenseits des Tores soll man nicht zwischen Buddha und einem gewöhnlichen Menschen, Gut und Böse oder Fülle und Leere unterscheiden. Eine hohe Schwelle, eine steile Treppe oder ein niedriger Durchgang verhindern gedankenloses Hindurchgehen. Die Gestaltung erinnert an Bescheidenheit, Respekt und Offenheit für neue Einsichten.
Die vier Kultgegenstände
Der Beomjonggak (범종각) ist der Glockenpavillon. Er enthält vier wichtige Kultgegenstände, die unterschiedlichen Lebewesen oder Bereichen gewidmet sind.
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Beomjong (범종) ist die Glocke. Ihr Klöppel befindet sich nicht innerhalb der Glocke, sondern besteht aus einem Baumstamm, der an zwei Ketten neben ihr hängt und gegen sie geschwungen wird. Die Glocke wird morgens 28-mal und abends 33-mal geschlagen.
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Beopgo ist die Trommel der Lehre. Es handelt sich um eine riesige Fasstrommel, deren eine Seite mit Kuhfell und deren andere Seite mit Stierfell bespannt ist. Diese Gestaltung soll die Balance zwischen Um und Yang wahren.
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Unpan ist eine Metallplatte in Wolkenform. Sie ist allen Lebewesen der Luft sowie umherirrenden Seelen gewidmet.
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Mogeo ist ein innen hohler Holzfisch, der nach unten offen ist und dadurch als Resonanzkörper wirkt. Er wird mit Holzstäben an der Innenseite der Öffnung angeschlagen und ist allen im Wasser lebenden Lebewesen gewidmet.
Der Glockenpavillon steht meist vor einem weitläufigen Platz. Dort befinden sich oft eine oder zwei dominierende Pagoden. Auf der gegenüberliegenden Seite liegt die Buddhahalle.
Buddhahallen und Tempelbeispiele
Die wichtigste Halle ist häufig die Geumdang (금당), wörtlich „Goldhalle“. Sie ist das höchste Gebäude der Anlage und steht auf einem hohen, hellen Steinsockel, der möglichst viel Licht in die Halle zurückwerfen soll. Auf dem Altar steht eine zentrale Buddhafigur. Häufig wird sie von kleineren Figuren flankiert, die den Buddha links als Kind und Jugendlichen sowie rechts als älteren Mann und Greis darstellen; die größere zentrale Figur zeigt ihn in mittleren Jahren. Bewahrt ein Kloster Körper-Reliquien des Buddha auf, gibt es keine zusätzliche Buddhafigur.
Weitere mögliche Gebäude sind:
- Jeongmyeolbogung: Gebäude mit Reliquien des historischen Buddha Shakyamuni.
- Daeungjeon: Halle für Buddha Shakyamuni ohne Reliquien; der Name bedeutet etwa „großer heldenhafter Mann“.
- Daejeokgwangjeon: Verehrung von Buddha Birojana (비로자나), dem Meister der Lehre.
- Geungnakjeon: Verehrung von Buddha Amitabha, einem transzendenten Buddha und Begleiter der Sterbenden; sein Name bedeutet im Sanskrit „unendliches Leben“.
- Yaksajeon: Verehrung des Medizinbuddhas Yaksa.
- Mireukjeon: Halle für den Zukunftsbuddha Mireuk; Mireuk bedeutet Mitgefühl und Freundschaft.
- Gwaneumjeon oder Wontongjeon: Halle des Mitgefühls.
- Jijangjeon oder Myeongbujeon: Halle für Buddha Jijang, der immer wieder auf die Welt zurückkehren und die Seelen Verstorbener in eine möglichst gute Welt führen will.
- Yeongsanjeon oder Palsangjeon: Halle des Unterrichts.
- Eungjinjeon oder Janggyeonggak: Halle zur Bewahrung der Lehre, unter anderem mit Bibliotheken und Druckplatten.
- Josajeon: Verehrung des Gründers eines Tempels oder einer buddhistischen Konfession.
- Samseonggak: Halle für drei Naturgeister – Sternengott, Berggott und Weisheit. Sie zeigt die vergleichsweise starke Verbindung des koreanischen Buddhismus mit dem koreanischen Schamanismus.
Zu den im Artikel genannten berühmten Tempeln gehören unter anderem Jogyesa, Bongeunsa, Doseonsa und Jingwansa in Seoul; Jeondeungsa, Yongjusa und Silleuksa in Gyeonggi-do; Woljeongsa, Naksansa und Sinheungsa in Gangwon-do; Beopjusa in Chungcheongbuk-do; Magoksa und Sudeoksa in Chungcheongnam-do; Bulguksa, Seokguram, Haeinsa, Tongdosa, Buseoksa und Beomeosa in den Provinzen Gyeongsangbuk-do und Gyeongsangnam-do; Geumsansa, Naesosa und Seonunsa in Jeonbuk-do sowie Hwaeomsa, Baegyangsa, Mihwangsa und Songwangsa in Jeonnam-Gwangju. Weitere Beispiele sind Bunhwangsa, Cheonchuksa, Goransa, Gwanchoksa, Jeongnimsa und Mireuksa. Außerdem nennt der Artikel Gwaneumsa auf Jeju-do und An’guksa in P’yŏngan-namdo.