Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand
Bronx
The Bronx [bɹɑːŋks] (kurz Bronx) ist seit dem 10. Januar 1874 der nördlichste Stadtbezirk (Borough) der US-amerikanischen Metropole New York City.
Inhalt6 Abschnitte
Lage und räumliche Gliederung
Die Bronx ist seit dem 10. Januar 1874 der nördlichste der fünf Stadtbezirke (Boroughs) von New York City. Sie ist zugleich Bronx County, das am viertstärksten besiedelte County des Bundesstaates New York. 2020 lebten dort 1.472.654 Menschen; die Bevölkerungsdichte betrug 13.535,42 Einwohner pro Quadratkilometer.
Die Gesamtfläche umfasst 148,7 Quadratkilometer. Davon sind 108,9 Quadratkilometer Land und 39,9 Quadratkilometer beziehungsweise rund 26 Prozent Wasser. Die Bronx ist der einzige New Yorker Stadtbezirk, der fast vollständig auf dem nordamerikanischen Festland liegt. Zu ihr gehören außerdem mehrere kleine Inseln im East River und im Long Island Sound.
Im Westen trennt der Hudson River die Bronx von Bergen County im Bundesstaat New Jersey. Der Harlem River bildet im Südwesten die Grenze zu Manhattan. Im Südosten liegt jenseits des East River der Stadtbezirk Queens; der Long Island Sound trennt die Bronx von Nassau County auf Long Island. Im Norden grenzt sie an Westchester County. Der Bronx River entspringt dort, durchfließt die Bronx und mündet in den East River. Der Hutchinson River fließt durch die East Bronx in die Eastchester Bay.
Eine Besonderheit ist Marble Hill: Das Viertel liegt auf dem Festland und wird vom United States Postal Service bei den Postleitzahlen wie ein Teil der Bronx behandelt, gehört verwaltungsmäßig jedoch zu Manhattan. Die Bronx selbst ist in 12 Community Districts und 59 Stadtteile, sogenannte Neighborhoods, unterteilt.
Bevölkerung und gesellschaftliche Struktur
Die Bevölkerung der Bronx ist stark durch Einwanderung geprägt. Nach den Angaben des Artikels wurden 41 Prozent der Einwohner außerhalb der Vereinigten Staaten geboren. Viele Einwanderer stammen aus der Dominikanischen Republik, Mexiko, Jamaika, Subsahara-Afrika und dem Kosovo. Die Zusammensetzung einzelner Viertel und Häuserblocks ist allerdings oft weniger vielfältig: Bestimmte Herkunftsgruppen leben räumlich konzentriert, sodass eine deutliche ethnische und soziale Segregation besteht.
Die Bevölkerungsstruktur spiegelt mehrere Einwanderungs- und Wanderungsbewegungen wider. Ende des 19. Jahrhunderts kamen zahlreiche Italiener und Iren, zu Beginn des 20. Jahrhunderts osteuropäische Juden. Während der Great Migration zogen in den 1920er Jahren viele Afroamerikaner in die Bronx. In den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts folgten besonders Menschen aus Puerto Rico und anderen Teilen Lateinamerikas.
Hispanics bilden mit 52 Prozent die Bevölkerungsmehrheit. Die größte einzelne Herkunftsgruppe sind Puerto-Ricaner mit 23 Prozent, gefolgt von Dominikanern mit 16 Prozent und Mexikanern mit 5 Prozent. Afroamerikaner sowie Einwanderer aus der Karibik und Afrika machen zusammen 31 Prozent aus. Nicht-hispanische Weiße stellen 12 Prozent; unter ihnen sind Italiener und Iren die größten Gruppen. Etwa die Hälfte der weißen Einwohner identifiziert sich unabhängig von ihrer nationalen Herkunft als jüdisch. Neben ihnen und einer kleinen protestantischen Minderheit sind die meisten Bewohner katholisch. Als Alltagssprachen werden Spanisch mit 46 Prozent und Englisch mit 44 Prozent annähernd gleich häufig gesprochen.
Historische Entwicklung
1639 ließ sich der in Schweden geborene Jonas Bronck mit seiner Familie als erster Europäer im Gebiet der heutigen Bronx nieder. Das ursprünglich zu Westchester County gehörende Gebiet wurde 1874 zu einem eigenständigen Bezirk. Besonders nach 1900 wurde es schnell urbanisiert und bebaut und erreichte einen ersten wirtschaftlichen Höhepunkt.
Nach der Großen Depression war die Bronx in den 1940er Jahren ein Wohngebiet der Mittelschicht. Nach dem Zweiten Weltkrieg zogen jedoch viele europäischstämmige Bewohner fort; der Bezirk entwickelte sich zunehmend zu einem Arbeiter- und Armenviertel. Seit den 1960er Jahren wurde vor allem die South Bronx weltweit als sozialer Brennpunkt mit hoher Kriminalität bekannt. Bandenkriminalität, Autodiebstähle, Drogenhandel und Raubüberfälle prägten dort den Alltag.
Seit den 1990er Jahren sank die Kriminalität wie in New York City insgesamt erheblich. Zwischen 1990 und 2007 ging die Zahl der Verbrechen in der Bronx um 73 Prozent zurück; die täglichen Raubüberfälle nahmen von 49 auf 13 ab. Die Zustände der 1970er und 1980er Jahre gelten daher weitgehend als überwunden. Neben billigen Mietshäusern und Sozialwohnungen besitzt die Bronx auch Mittelstandsviertel wie Spuyten Duyvil. Dennoch wohnen nur rund 20 Prozent der Haushalte im eigenen Haus, was für die USA ein sehr niedriger Anteil ist.
Schwere Brandkatastrophen forderten 2017 zwölf und 2022 siebzehn Todesopfer. Zum geschützten historischen Bestand gehören insgesamt acht National Historic Landmarks. Am 17. Februar 2018 waren 66 Bauwerke und Stätten des Countys im National Register of Historic Places eingetragen. Dazu zählt die Lorillard Snuff Mill, eine historische Schnupftabakmühle, die am 22. Dezember 1977 unter der Nummer 77000935 aufgenommen wurde und zugleich als National Historic Landmark anerkannt ist.
Kultur, Sport und Sehenswürdigkeiten
In der Bronx entstanden in den späten 1960er Jahren unter dem Einfluss der afroamerikanischen und puerto-ricanischen Bevölkerung die Ursprünge des Hip-Hop und des Breakdance. Rund um das Yankee Stadium befinden sich zahlreiche hispanische Restaurants mit karibischen Gerichten wie Mofongo, einer Art großen Mehlkloß, der auch mit Fleisch gefüllt sein kann. Die Bronx ist zudem ein häufig genutzter Drehort: Seit den 1950er Jahren entstanden dort mehr als 80 Filme, darunter The Wanderers.
Die bekannteste Sportstätte ist das Yankee Stadium an der 161st Street. Dort tragen die New York Yankees regelmäßig Baseballspiele und der New York City FC Fußballspiele aus.
Der 1899 gegründete Bronx Zoo heißt vollständig „International Wildlife Conservation Park“. Mit mehr als 300 Hektar ist er der größte Zoo New Yorks und der größte innerhalb einer Stadt gelegene Zoo der Vereinigten Staaten. Mehr als 4.300 Tiere aus 765 Arten leben dort; darunter befinden sich Arten, die in freier Wildbahn bereits ausgestorben sind. Die Anlagen sind geographisch nach Nordamerika, Asien, Afrika und Südamerika geordnet. Nördlich schließt der New York Botanical Garden an, der zum Zoo gezählt wird.
Das Heinrich-Heine-Denkmal, auf Englisch Lorelei Fountain, ist ein Brunnen aus weißem Laaser Marmor zur Erinnerung an Heinrich Heine. Es war ursprünglich für Düsseldorf vorgesehen, konnte dort aber infolge antisemitischer und nationalistischer Agitation nicht zu Heines 100. Geburtstag 1897 fertiggestellt und eingeweiht werden. Am 8. Juli 1899 wurde es im Beisein des Bildhauers Ernst Herter in der Bronx enthüllt. Es steht am südlichen Ende des Joyce-Kilmer-Parks gegenüber einem Gerichtsgebäude.
Das Poe Cottage in Fordham war von 1846 bis 1849 das letzte Wohnhaus Edgar Allan Poes und ist heute ein restauriertes, öffentlich zugängliches Museum. 1913 wurde das Haus um 140 Meter versetzt. Architektonisch bedeutsam ist außerdem der Grand Concourse. Die nach dem Vorbild der Pariser Champs-Élysées geplante Nord-Süd-Verbindung wurde in den 1920er und 1930er Jahren von der Concourse Line der U-Bahn untertunnelt. Der anschließende Bauboom brachte zahlreiche Theater, Hotels, öffentliche Gebäude und Wohnhäuser im Art déco und im Stil der Streamline-Moderne hervor. Bedeutende Grün- und Erholungsanlagen sind unter anderem Bronx Park, Crotona Park, Pelham Bay Park, Van Cortlandt Park, Wave Hill sowie die Friedhöfe Woodlawn Cemetery und Saint Raymonds Cemetery.
Wirtschaftliche Lage
Die Bronx zählt zu den strukturschwachen Counties der Vereinigten Staaten. Nach den im Artikel genannten Vergleichswerten beträgt das jährliche Pro-Kopf-Einkommen 17.464 US-Dollar und liegt damit deutlich unter dem Landesdurchschnitt von 27.466 US-Dollar. Die Arbeitslosenquote erreicht 10,3 Prozent gegenüber 6,4 Prozent in den gesamten Vereinigten Staaten. Unterhalb der Armutsgrenze leben 27,8 Prozent der Bevölkerung; der amerikanische Durchschnitt liegt bei 13,2 Prozent. Der Wohlstand ist außerdem zwischen den Bevölkerungsgruppen sehr ungleich verteilt.
Wegen der vergleichsweise geringen Zahl örtlicher Arbeitsplätze kann die Bronx als „Schlafstadt“ für Manhattan gelten: Bei mehr als 1,3 Millionen Einwohnern gibt es etwa 220.000 Arbeitsplätze. Zugleich sind rund 87.000 Ein-Personen-Firmen registriert.
Verkehrsanbindung
Mehrere Linien der New York City Subway durchqueren die Bronx in Nord-Süd-Richtung und verbinden sie mit Manhattan. Innerhalb der Bronx verlaufen die U-Bahn-Strecken größtenteils aufgeständert als Hochbahn. Von den insgesamt 71 U-Bahnhöfen dauert eine Fahrt nach Midtown Manhattan je nach Ausgangspunkt ungefähr 30 bis 40 Minuten. Die nördlichen Endpunkte einzelner Linien liegen bis zu 20 Kilometer von Midtown entfernt. Expresszüge lassen auf bestimmten Abschnitten zahlreiche Stationen aus, um die Fahrzeit ins Stadtzentrum zu verkürzen. Die U-Bahn fährt rund um die Uhr.
Die Ost-West-Verbindungen innerhalb der Bronx übernehmen zahlreiche Stadtbuslinien. Zusätzlich bedient NYC Ferry mit der Soundview-Route die Anlegestellen in Soundview am Clason Point und in Throgs Neck am Ferry Point Park. Von dort bestehen Verbindungen zu mehreren Anlegern in Manhattan und zum Fährknoten Pier 11 in Lower Manhattan.