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Blue Note

Als Blue Notes (englisch blue notes) oder Bluestöne bezeichnet man Töne, die in besonderem Maß den Bluescharakter von Melodien prägen. Im engeren Sinne …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Begriff und Klangwirkung
  2. 2. Herkunft
  3. 3. Verwendung und Notation
  4. 4. Spielbarkeit auf Instrumenten

Begriff und Klangwirkung

Blue Notes oder Bluestöne sind Töne, die Melodien besonders stark den charakteristischen Klang des Blues geben. Im engeren Sinn gehören dazu die kleine Terz, die kleine Septime und die verminderte Quinte. Die verminderte Quinte heißt auch Tritonus oder „flatted fifth“.

Entscheidend ist, dass diese Blue Notes nicht einfach dieselbe Tonhöhe haben wie die gleichnamigen Tonstufen des westlichen Tonsystems. Sie werden in Zwischenbereichen intoniert: Die Blue-Note-Terz liegt gewöhnlich zwischen kleiner und großer Terz. Die Blue-Note-Septime liegt zwischen kleiner und großer Septime oder zwischen großer Sexte und kleiner Septime, nahe der für den Blues typischen Naturseptime. Die Blue-Note-Quinte liegt meist zwischen verminderter und reiner Quinte.

Herkunft

Blue Notes lassen sich auf eine pentatonische, also fünftönige, Tonleiter afrikanischer Herkunft zurückführen. Diese Tonleiter passt nicht in das klassische europäische Tonsystem und orientiert sich stark an der Naturtonreihe, einer Reihe natürlich vorkommender Obertöne.

Gegenüber den Tönen des heutigen westlichen Tonartensystems können Blue Notes in ihrer Höhe variieren. Ihre Intonation richtet sich dabei nicht mehr ausschließlich nach der Naturtonreihe.

Verwendung und Notation

Blue Notes werden beispielsweise beim Improvisieren über die normalen Akkorde gespielt, die dem Dur- oder Moll-Tonsystem entnommen sind. Dadurch entsteht der typische Bluesklang trotz der sonst gebräuchlichen harmonischen Grundlage.

Weil Blue Notes außerhalb des abendländischen Tonsystems liegen, wurden sie oft als Ergänzung einer Durtonleiter erklärt und notiert: Zur Durtonleiter fügte man die kleine Terz, die verminderte Quinte und die kleine Septime hinzu. Das ergibt eine zehntönige Tonleiter. Sie ist in der Praxis jedoch kaum verwendbar, weil sie viele chromatisch, also in Halbtonschritten, aufeinanderfolgende Töne enthält.

Für eine im üblichen Tonsystem notier- und spielbare Form wurde aus der Moll-Pentatonik durch Hinzufügen der verminderten Quinte die Bluestonleiter gebildet. Sie kann zum Beispiel bei einer Improvisation über einen Blues eingesetzt werden.

Spielbarkeit auf Instrumenten

Blasinstrumente und Saiteninstrumente, besonders die Gitarre, können die Zwischenintonationen der Blue Notes erzeugen. Bläser verändern dazu ihren Ansatz; Gitarristen ziehen die Saiten. So lassen sich Tonhöhen zwischen kleiner und großer Terz, zwischen Tritonus und Quinte sowie zwischen kleiner und großer Septime treffen.

Auf Tasteninstrumenten und anderen Instrumenten ohne freie Intonation werden Blue Notes vereinfacht gespielt: b3 als kleine Terz, b5 als Tritonus und b7 als kleine Septime. Die genaue Tonhöhe einer Blue Note hängt außerdem vom subjektiven Empfinden bei ihrer Artikulation ab. Sie ist wesentlich für den besonderen Klang vieler Bluesmusiker, etwa der Gitarristen Albert King, Robert Johnson und Eric Clapton, der Sängerinnen Bessie Smith, Ella Fitzgerald und Billie Holiday sowie der Bluesharp-Spieler Little Walter und Sonny Terry.

Lernvideos zu Blue Note

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