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Bewerbung
Lebenslauf. → Hauptartikel: Lebenslauf (Bewerbung). Der Lebenslauf enthält die biografischen Daten sowie die beruflichen Qualifikationen des Bewerbers. Neben …
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Begriff, Zweck und Grundformen
Eine Bewerbung ist das Angebot eines Arbeitsuchenden an einen Arbeitgeber in der Wirtschaft oder im öffentlichen Dienst, ein Arbeits- oder Ausbildungsverhältnis zu begründen. Häufig geht es um einen Arbeitsplatz, ein Praktikum oder eine Tätigkeit als freier Mitarbeiter. Die Bewerbung kann auf eine konkrete Stellenausschreibung reagieren oder als Initiativbewerbung ohne vorherige Ausschreibung erfolgen. Eine Kurzbewerbung enthält nur eine reduzierte Auswahl an Unterlagen.
Der Bewerber will zeigen, dass er für eine bestimmte Arbeitsaufgabe geeignet ist. Die Bewerbung gilt dabei bereits als erste Arbeitsprobe. Form und Inhalt hängen unter anderem von Branche, Betriebsgröße, Bedeutung der Stelle, Land und Zeitpunkt ab; die Gepflogenheiten verändern sich fortlaufend. Welche Form verwendet wird, richtet sich außerdem nach den Vorgaben des Unternehmens und danach, wie sich die Inhalte sinnvoll übermitteln lassen.
Aufbau der Bewerbungsunterlagen
Die genaue Zusammenstellung richtet sich nach Stelle, Übermittlungsweg und Land. Typische Bestandteile sind Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse, gegebenenfalls ein Foto, Referenzen und weitere Nachweise.
Das Anschreiben vermittelt den ersten Eindruck und umfasst gewöhnlich höchstens eine DIN-A4-Seite. Es erklärt den Berufswunsch, die Motivation und die Eignung für die Stelle. Dafür sollten die Anforderungen der Ausschreibung mit dem eigenen Qualifikationsprofil abgeglichen werden. Bei einer Kurzbewerbung wird zusätzlich die stellenbezogene Qualifikation knapp genannt. In Bewerberportalen wird das Anschreiben meist als eigene PDF-Datei hochgeladen; bei einer E-Mail-Bewerbung kann es die erste Seite der angehängten PDF bilden. Einer Bewerbungsmappe aus Papier wird es lose beigelegt. Einer Studie zufolge verfassen zwei Drittel der Bewerber ihr Anschreiben nicht allein.
Der Lebenslauf enthält persönliche und biografische Daten, Ausbildung, beruflichen Werdegang und relevante Qualifikationen. Fremdsprachen, Computerkenntnisse, Interessen oder soziales Engagement sollen nur aufgeführt werden, wenn sie aussagekräftig oder für das Anforderungsprofil wichtig sind. Lücken können darin offen angesprochen werden; Wiederholungen aus dem Anschreiben sollten vermieden werden. Üblich ist eine tabellarische Darstellung in chronologischer oder umgekehrter, „amerikanischer“ Reihenfolge. Bei größeren Lücken oder zahlreichen unterschiedlichen Kurzzeittätigkeiten kann ein funktionaler Lebenslauf sinnvoll sein, der Erfahrungen nach Schwerpunkten und übertragbaren Fähigkeiten ordnet. In besonderen Fällen wird ein handschriftlicher oder ausformulierter Lebenslauf verlangt. Er wird persönlich unterschrieben und aktuell datiert.
Ein Kompetenzprofil oder Qualifikationsprofil ergänzt Anschreiben und Lebenslauf. Es ordnet Fachwissen, Schlüsselqualifikationen, Erfolge und Verantwortungen thematisch und stellt sie dem Anforderungsprofil direkt gegenüber. Typische Bereiche sind Fachkompetenz, Methodenkompetenz, soziale Kompetenz und persönliche Kompetenz. Es muss für jede Bewerbung individuell erstellt werden.
Eine sogenannte Dritte Seite kann zusätzlich Motivation, Qualifikationen oder persönliche Eigenschaften darstellen. Ihre Verwendung ist umstritten: Manche Personalverantwortliche betrachten sie als unfairen zusätzlichen Raum zur Selbstdarstellung, andere als nützliche Informationsquelle. Häufig lassen sich ihre Inhalte in ein gutes Anschreiben aufnehmen.
Der Anhang enthält relevante Nachweise, etwa das letzte Schulzeugnis, Ausbildungsurkunden, Arbeitszeugnisse, einen Führerschein oder ein Sprachdiplom. Originale werden nicht versandt; üblich sind Scans oder einfache Kopien, sofern nichts anderes verlangt wird. Bei einer Kurzbewerbung entfallen die Anhänge, ihre spätere Bereitstellung wird jedoch angeboten. Referenzen können Arbeitsproben, Projektangaben oder Teilnahmebestätigungen sein. Sie sind selten verpflichtend, können aber Kompetenzen belegen. Ein Bewerbungsfoto ist ein Porträtfoto zur persönlichen Vorstellung. In Deutschland gehörte es traditionell zur Bewerbung, wird seit Inkrafttreten des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes aber selten ausdrücklich verlangt. Fotos und andere personenbezogene Daten unterliegen dem Datenschutz.
Übermittlungswege und digitale Verfahren
Bewerbungen über Online-Jobportale wie Indeed, Stepstone oder die Online-Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit gelten inzwischen als Standardfall. Bewerber legen ein Profil an, laden ihre Unterlagen hoch und können sie einzelnen Bewerbungen zuordnen. Individuelle Anschreiben lassen sich als Text oder Datei ergänzen. Unternehmen können eingegangene Bewerbungen und den jeweiligen Bearbeitungsstand übersichtlich verwalten.
Eine E-Mail-Bewerbung ist eine schnelle Alternative zur Post. Das Anschreiben kann im E-Mail-Text stehen oder als PDF beigefügt werden. Lebenslauf, Zeugnisse und weitere Unterlagen werden gewöhnlich als Anhang versandt, wobei Virensicherheit und Kompatibilität wichtig sind. PDF erleichtert eine einheitliche Darstellung des Layouts; Zeugnisse werden eingescannt.
Große Unternehmen setzen häufig Onlineformulare ein, um Bewerbungen einheitlich zu erfassen und leichter zu verarbeiten. Texte sollten zunächst außerhalb des Formulars geschrieben und anschließend eingefügt werden. So lassen sich versehentliches vorzeitiges Absenden, der Verlust durch ablaufende Sitzungen und Probleme bei technischen Fehlern vermeiden. Zugleich bleibt eine eigene Kopie zur Vorbereitung auf mögliche Fragen erhalten. In einer europäischen Easyquest-Studie von 2005 bevorzugten rund 50 Prozent von 1635 Personalmanagern digitale Bewerbungen.
Eine Bewerberwebsite ist eine eigens für die Bewerbung erstellte Homepage mit Lebenslauf, Kenntnissen, Referenzen und gegebenenfalls Foto. Zeugnisse und Referenzen sollten zusätzlich als zusammenhängend druckbare Datei angeboten werden; private Bilder gehören nicht darauf. Der Link wird dem Personalverantwortlichen zugesandt. Zum Schutz vor Missbrauch empfiehlt sich ein Passwort, das nur den angesprochenen Personalern mitgeteilt wird.
Die schriftliche Bewerbung besteht aus Papierunterlagen, häufig in einer Bewerbungsmappe. Zu beachten sind Papier, Layout – in Deutschland meist nach DIN 5008 –, Druckqualität und Hülle. Gebrauchsspuren können einen mehrfachen Einsatz vermuten lassen und zur Ablehnung aus formalen Gründen führen.
Bei einer Sprachbewerbung beantwortet der Kandidat über einen Link oder QR-Code vorgegebene Fragen mündlich. Die automatische Spracherkennung des Smartphones wandelt die Antworten in Text um und sendet sie samt Kontaktdaten an den Arbeitgeber. Diese Form ist weniger aussagekräftig als eine schriftliche Bewerbung, erfordert aber weder Unterlagen noch eine zusätzliche App und senkt dadurch die Hemmschwelle. Zu viele Fragen können Interessenten abschrecken.
Beim anonymisierten Verfahren fehlen Foto, Name, Adresse, Geburtsdatum sowie Angaben zu Alter, Geschlecht, Familienstand und Herkunft. Berufserfahrung, Ausbildung und Motivation bleiben erhalten. Ziel ist, Einladungen ausschließlich nach Qualifikation zu vergeben und Diskriminierung zu vermindern. Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes startete im November 2010 ein deutschlandweites Modellprojekt. Das Verfahren wird kontrovers beurteilt: Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände lehnt es ab, das Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit unterstützt es. Dessen Abschlussbericht nennt positive Effekte, während teilnehmende Unternehmen keinen zusätzlichen Nutzen sahen. Die Stadtverwaltung Celle nutzt das Verfahren weiterhin.
Auswahl und Reaktionen der Arbeitgeber
Nach der Bewerbung kann eine Einladung zum Bewerbungs- oder Vorstellungsgespräch folgen. Der Termin wird schriftlich oder telefonisch bestätigt; eine gute Vorbereitung ist für den Erfolg wichtig. Daneben können Assessment-Center oder Eignungstests eingesetzt werden. Diese prüfen fachliche, soziale und andere Kompetenzen sowie die Stressresistenz in einer prüfungsähnlichen Lage. Zugleich schaffen sie nachvollziehbare Kriterien, mit denen Unternehmen ihre Personalentscheidung rechtfertigen und sich gegen Klagen wegen einer möglichen Missachtung des Gleichheitsgrundsatzes absichern können.
Eine Befragung von 175 Personalern in deutschen Unternehmen ergab, dass 30 % einen Lebenslauf in weniger als 30 Sekunden lesen. 17 % fanden offensichtliche Lügen in Bewerbungen. Besonders häufig führen Rechtschreib- und Flüchtigkeitsfehler zum Aussortieren; negativ wirken außerdem lange Textblöcke, die direkte Übernahme des Anzeigentextes und unprofessionelle E-Mail-Adressen. 25 % hatten Bewerber wegen eines überlangen Lebenslaufs, eines fehlenden Anschreibens oder einer unpassenden Zielgruppe aussortiert.
Aus Bewerbersicht verlaufen die Erfahrungen sehr unterschiedlich. Von 1.055 Befragten hatten 33 Prozent in ihrem Leben bis zu 9 Bewerbungen geschrieben, ein Viertel dagegen mehr als 40. Bei den meisten Bewerbungen dauert eine Rückmeldung drei Wochen oder länger; rund ein Viertel erhält gar keine Antwort. Menschen mit Migrationshintergrund sind davon häufiger betroffen: 27 Prozent dieser Gruppe berichteten, bereits mehr als zehnmal keine Rückmeldung erhalten zu haben. Fast die Hälfte war mit dem Informationsgehalt von Stellenanzeigen unzufrieden, nur 16 % bewerteten ihn positiv.
Unterschiede zwischen Ländern
Die Vorschriften und Gewohnheiten können sich grundlegend von denen in Deutschland unterscheiden. Vor einer Auslandsbewerbung sollten deshalb die verlangten Unterlagen und der gesamte Ablauf genau geprüft werden.
In den Vereinigten Staaten besteht die schriftliche Bewerbung gewöhnlich aus einem kurzen Cover Letter und einem Résumé, das Elemente aus Lebenslauf und Kompetenzprofil verbindet. Fotos, Urkunden und persönliche Angaben zu Hautfarbe, Alter oder familiärer Situation entfallen.
In Australien sind Bewerbungen über Unternehmensseiten oder per E-Mail üblich. Wichtigstes Dokument ist der Lebenslauf; das Anschreiben ist oft zweitrangig. Zeugnisse und Empfehlungsschreiben werden nicht beigefügt. Stattdessen nennt man ehemalige Vorgesetzte, Lehrer oder Professoren als Referenzen, die bei Interesse kontaktiert werden. Ein Foto ist möglich, aber nicht erforderlich.
In Spanien umfasst die Bewerbung die Carta de Candidatura und einen knappen tabellarischen Lebenslauf. Arbeits- oder Praktikumszeugnisse werden nicht beigefügt; mehrere Bewerbungsgespräche sind üblich.
Im Vereinigten Königreich gehören ein etwa einseitiges maschinengeschriebenes Anschreiben und ein antichronologischer Lebenslauf ohne Foto sowie ohne Angaben zu Religion, Heirat oder Beruf der Eltern dazu. Referenzen sind willkommen, Arbeitszeugnisse werden nicht eingereicht. Viele Unternehmen verwenden zusätzlich standardisierte Formulare oder Fragebögen.
In Italien spielen persönliche Kontakte und beharrliches Nachfragen eine große Rolle. Der höchstens zwei bis drei Seiten lange Lebenslauf ist der wichtigste Teil. Er umfasst persönliche Angaben, Schule und Ausbildung in chronologischer Reihenfolge, zusätzliche Fähigkeiten und Berufserfahrung in antichronologischer Reihenfolge. Das Anschreiben bleibt kurz, höflich und formell. Motivation, Fotos und Zeugniskopien werden gewöhnlich erst im Vorstellungsgespräch behandelt oder vorgelegt.
Weitere Bedeutungen und Sicherheitsrisiken
Im weiteren Sinn bezeichnet Bewerbung auch das Ersuchen um eine Auszeichnung oder einen Preis, eine politische Funktion, einen Studienplatz sowie die Bewerbung einer Stadt oder eines Staates um ein kulturelles oder sportliches Großereignis.
Gefälschte Bewerbungen können als Mittel für Cyberangriffe dienen. Angestellte sollen dabei dazu gebracht werden, schädliche E-Mail-Anhänge oder Links zu öffnen oder präparierte USB-Sticks anzuschließen. Mögliche Ziele sind Ransomware zur Erpressung, Cyberspionage beziehungsweise Wirtschaftsspionage und Angriffe auf kritische Infrastruktur. Als Schutz wird ein separater Computer für digitale Bewerbungen empfohlen, der nicht mit dem Unternehmensnetzwerk verbunden ist, keine sensiblen oder wertvollen Daten enthält und nicht mit tragbaren Geräten verbunden wird, die auch an anderen Computern genutzt werden.
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