Zum Inhalt springen
L

Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Betriebsminimum

Das Betriebsminimum (oder Produktionsschwelle) ist in der Betriebswirtschaftslehre eine betriebswirtschaftliche Kennzahl, die das Minimum der Grenzkosten …

Inhalt3 Abschnitte
  1. 1. Begriff und Bedeutung
  2. 2. Berechnung und Kostenabdeckung
  3. 3. Gewinnschwellen und wirtschaftliche Folgen

Begriff und Bedeutung

Das Betriebsminimum, auch Produktionsschwelle genannt, ist eine betriebswirtschaftliche Kennzahl. Es bezeichnet denjenigen Zustand eines Unternehmens, bei dem die Grenzkosten ihr Minimum erreichen. Grenzkosten sind die zusätzlichen Kosten, die durch die Herstellung einer weiteren Einheit entstehen.

Betriebsminimum und Betriebsoptimum beschreiben Situationen, in denen ein Unternehmen einem Marktpreis für seine Güter oder Dienstleistungen gegenübersteht. Das Betriebsminimum kennzeichnet dabei eine Verlustgefahr: Die Umsatzerlöse reichen gerade aus, um die variablen Kosten zu decken. Die Fixkosten werden dagegen nicht gedeckt, sodass ein Verlust in Höhe der Fixkosten entsteht. Das Betriebsoptimum stellt den Gegenbegriff dar und beschreibt den Zustand, in dem das Gewinnmaximum beziehungsweise eine vollständige Kostendeckung erreicht wird.

Berechnung und Kostenabdeckung

Der auf dem Markt erzielbare Marktpreis wird als Datenparameter betrachtet, den das einzelne Unternehmen nicht verändern kann. Unterschreitet dieser Marktpreis die durchschnittlichen variablen Kosten, decken die Umsatzerlöse die variablen Kosten nicht mehr. Im Bereich des Betriebsminimums reichen die Umsatzerlöse dagegen gerade zur Deckung der variablen Kosten aus; die Fixkosten bleiben ungedeckt.

Das Betriebsminimum ist identisch mit der kurzfristigen Preisuntergrenze. Eine kurzfristige Preisuntergrenze ist der niedrigste Preis, bei dem ein Unternehmen die variablen Kosten noch decken kann. Auf die Deckung der Fixkosten kann vorübergehend verzichtet werden, wenn mittelfristig Aussicht auf einen wieder steigenden Marktpreis besteht.

Grafisch liegt das Betriebsminimum im Schnittpunkt der Grenzkostenkurve mit der Kurve der variablen Stückkosten. Stückkosten sind die Kosten je produzierter oder abgesetzter Einheit. Im Betriebsminimum sind die durchschnittlichen variablen Kosten K_v gedeckt, nicht notwendigerweise auch die durchschnittlichen Fixkosten K_f. Für das Betriebsminimum gilt:

K_f = K_v / m

Dabei ist m das Absatzvolumen. Zum Vergleich deckt das Betriebsoptimum die gesamten Stückkosten K. Für das Betriebsoptimum gilt entsprechend:

K_f = K / m

Auch in dieser Formel bezeichnet m das Absatzvolumen.

Gewinnschwellen und wirtschaftliche Folgen

Es gibt verschiedene Gewinnschwellen. Eine Gewinnschwelle ist ein Absatzvolumen, bei dem eine bestimmte Kostengröße gedeckt wird. Beim Betriebsminimum handelt es sich um das Absatzvolumen, das zur Deckung der variablen Kosten erforderlich ist. Beim Betriebsoptimum ist dagegen das Absatzvolumen erforderlich, das die Gesamtkosten zuzüglich einer Gewinnmarge deckt.

Daraus ergibt sich die Unterscheidung zwischen zwei Preisuntergrenzen: Das Betriebsminimum ist die kurzfristige Preisuntergrenze, während das Betriebsoptimum als langfristige Preisuntergrenze bezeichnet wird. Beim Betriebsminimum sind die Grenzkosten am niedrigsten; beim Betriebsoptimum erreichen die Durchschnittskosten ihr Minimum.

Sinkt der Marktpreis unter das Betriebsminimum, können nicht einmal die variablen Kosten gedeckt werden, die im Fall einer Stilllegung vermeidbar wären. In diesem Fall muss die Produktion eingestellt werden. Unternehmen, die ihre variablen Kosten nicht nur vorübergehend, sondern dauerhaft nicht durch Umsatzerlöse decken können, werden Grenzanbieter genannt.

Betriebsminimum und Betriebsoptimum gelten nur unter den Bedingungen des Ertragsgesetzes. Bei einem linearen Kostenverlauf gelten sie nicht. Theoretisch fallen beide Größen zusammen, wenn die Fixkosten mit einem Wert von null berücksichtigt werden.

Ein Betriebsminimum kann auf ungünstige Kostenstrukturen zurückzuführen sein. Diese sollen durch Kostensenkung verbessert werden. Dazu werden die Kostenarten im Rahmen des Kostenmanagements, die Produktionsstrukturen durch Lean Production sowie Produktionsverfahren und Managementprozesse, etwa durch Lean Management und eine flache Hierarchie, auf Schwachstellen untersucht.

Lernvideos zu Betriebsminimum

Weiterlesen

Betriebswirtschaftslehre Gegenstand und wesentliche Untersuchungsgebiete ; Finanzierung · betriebswirtschaftliche Kennzahlen, Finanzierungsregeln, Rechnungswesen, Finanzplanung, … Betriebswirtschaftliche Kennzahl Eine betriebswirtschaftliche Kennzahl ist eine Kennzahl, die zur Beurteilung von Unternehmen herangezogen und aus Unternehmensdaten (Mikrodaten) gewonnen … Grenzkosten Grenzkostenfunktion. Bearbeiten. Mathematisch ist die Grenzkostenfunktion die erste Ableitung der Kostenfunktion nach der Produktionsmenge. Die … Betriebsoptimum Während das Gewinnmaximum durch Mengenwettbewerb erreicht wird, kann das Betriebsoptimum durch Preiswettbewerb erreicht werden. Betriebsminimum und … Unternehmen Ein Unternehmen (oder eine Unternehmung), auch Firma genannt, ist eine wirtschaftlich selbständige Organisationseinheit, die mit Hilfe von Planungs- und … Gut (Wirtschaftswissenschaft) Besitzt der Anbieter eines Gutes mehr Informationen über das Gut als der Nachfrager, herrscht Informationsasymmetrie. Such- bzw. Inspektionsgüter (englisch … Beschäftigung (Kostenrechnung) Beschäftigung (oder Kapazitätsauslastung, Ausbringung, Ausbringungsmenge; englisch capacity utilization) ist in der Kosten- und Erlösrechnung von Unternehmen … Variable Kosten Fixe und variable Kosten. Kosten, die – anders als die variablen Kosten – von der Ausbringungsmenge unabhängig sind, nennt man Fixkosten. Im Gegensatz zu … Fixkosten Produktfixe Kosten sind Kosten, die für ein bestimmtes Produkt anfallen und dabei unabhängig von der Ausbringungsmenge sind. · Produktgruppenfixe Kosten sind … Kostendeckung Mit Hilfe der Break even-Analyse wird dasjenige Absatzvolumen ermittelt, bei dem die Vollkosten gedeckt sind. Die Erlöse (E) decken die Gesamtkosten (K):. E … Schnittpunkt Allgemein versteht man in der Mathematik unter einem Schnittpunkt von zwei Mengen einen Punkt, der in den beiden Mengen enthalten ist. Diese Definition schließt … Stückkosten Unter Stückkosten, auch als Durchschnittskosten bezeichnet, versteht man im Gegensatz zu den Gesamtkosten allgemein die Kosten je Stück eines Gutes.