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Bengaluru

Bengaluru · Inhaltsverzeichnis · Geographie und Klima · Geschichte · Bevölkerung · Wirtschaft · Stadtleben, Tourismus · Sehenswürdigkeiten · Infrastruktur und Verkehr.

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Überblick und Lage
  2. 2. Entstehung und Entwicklung
  3. 3. Bevölkerung, Sprachen und Religionen
  4. 4. Wirtschaft, Forschung und Hochtechnologie
  5. 5. Stadtleben und Sehenswürdigkeiten
  6. 6. Verkehr, Infrastruktur und Sport

Überblick und Lage

Bengaluru, bis 2014 offiziell meist Bangalore genannt, ist die Hauptstadt des südindischen Bundesstaates Karnataka und Verwaltungssitz der Distrikte Bengaluru Urban und Bengaluru Rural. Die Stadt liegt bei 12° 59′ N, 77° 36′ O auf etwa 920 m Höhe im Dekkan-Tafelland. Ihre Fläche beträgt 741 km². Mit 13,19 Millionen Einwohnern (2022) und einer Dichte von 17.800 Einwohnern je km² ist sie nach Delhi, Mumbai und Kolkata die viertgrößte Stadt Indiens.

Bengaluru ist wirtschaftlich und wissenschaftlich bedeutend: Es ist ein wichtiges indisches Zentrum der zivilen und militärischen Luft- und Raumfahrt sowie der IT-Industrie. Wegen seiner zahlreichen Parkanlagen trägt die Stadt den Beinamen „Gartenstadt“.

Die Höhenlage sorgt trotz der tropischen Lage bei etwa 13 Grad nördlicher Breite für relativ milde Temperaturen. Die mittlere Tageshöchsttemperatur beträgt im Jahresmittel 29,3 °C, die mittlere Tagesminimumtemperatur 18,6 °C. Im Winter können Nächte etwa 15 °C kühl sein, im Sommer steigen Tageswerte bis etwa 37 °C. Der Monsun dauert von Mai bis Oktober; der Jahresniederschlag beträgt 934,7 mm. Der Bellandur-See ist das größte Gewässer der Stadt.

Entstehung und Entwicklung

Bengaluru wurde wahrscheinlich 1537 von Kempe Gowda I (1510 bis 1570) gegründet. Nach einer Überlieferung wählte er den Namen, weil seine Mutter und seine Ehefrau aus einer Ansiedlung namens Bengaluru stammten; diese besteht als Halebengaluru („Alt-Bengaluru“) nahe der Stadt weiter. Eine andere Version verbindet den Namen mit König Veeraballa: Eine alte Frau soll ihm im 10. Jahrhundert gekochte Bohnen gegeben haben, als er sich im Wald verirrte. Er habe den Ort daraufhin Benda Kaluru, „Stadt der gekochten Bohnen“, genannt.

1799 eroberten die Briten unter Charles Cornwallis die Stadt in einer Schlacht mit Tipu Sultan und anglisierten den Namen zu „Bangalore“. Eine Pestepidemie forderte 1898 viele Opfer. Danach modernisierte man Abwasser- und Gesundheitswesen und führte Vorschriften für Sanitäranlagen in Neubauten ein; 1900 eröffnete das Victoria Hospital. Nach 1900 wuchs die Stadt rasch, bis 1950 entstanden unter anderem Basavanagudi, Malleshwaram, Kalasipalyam, Gandhinagar und Jayanagar. Bis 1949 war Bangalore eine wichtige britische Garnisonsstadt, woran Namen wie Brigade Road und Residency Road erinnern.

Die Regierung Karnatakas beschloss 2006 die Anpassung der englischen Schreibweise an die Kannada-Form. Die indische Regierung genehmigte den Namen Bengaluru 2014.

Bevölkerung, Sprachen und Religionen

Die Agglomeration wuchs laut UN von 746.000 Einwohnern im Jahr 1950 auf 13.190.000 im Jahr 2022. Für 2050 werden über 15,6 Millionen Menschen im Ballungsraum erwartet. Die Volkszählung 2011 registrierte in der Stadt 8.425.970 Einwohner und in der Agglomeration 8.499.399. Danach war Bengaluru nach Mumbai und Delhi die drittgrößte Stadt Indiens, als Ballungsraum jedoch der fünftgrößte hinter Mumbai, Delhi, Kolkata und Chennai. Zwischen 2001 und 2011 nahm die Einwohnerzahl der Agglomeration um knapp 100 % zu; als Ursache nennt der Artikel wirtschaftlichen Aufschwung und Zuwanderung.

Mehr als die Hälfte der Bevölkerung besteht aus Zuwanderern aus anderen Teilen Indiens und der Welt, darunter viele qualifizierte IT-Fachkräfte. Kannada ist Verwaltungs- und Verkehrssprache und nach der Volkszählung 2001 mit 36 % die größte einzelne Sprachgruppe. Es folgen Tamil mit 21 %, Urdu mit 15 %, Telugu mit 14 %, Hindi mit 4 %, Malayalam und Marathi mit je 3 % sowie sonstige Sprachen mit 4 %. Englisch ist eine wichtige Bildungs- und Verkehrssprache. Konflikte zwischen Kannada-Sprechern und Zuwanderern traten wiederholt auf: Anti-tamilische Ausschreitungen forderten 1991 zwanzig Todesopfer. Die bereits 1992 aufgestellte Tiruvalluvar-Statue konnte erst 2009 enthüllt werden.

Nach der Volkszählung 2011 sind 79 % der Einwohner Hindus, 14 % Muslime, 6 % Christen und 1 % Jainas.

Wirtschaft, Forschung und Hochtechnologie

Der Großraum Bengaluru erwirtschaftete laut einer Studie 2014 ein Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 45,3 Milliarden US-Dollar in Kaufkraftparität (KKP). Er gehörte damit zu den 300 wirtschaftsstärksten Metropolregionen weltweit und lag in Indien auf Platz fünf hinter Delhi, Mumbai, Kolkata und Chennai. Das BIP pro Kopf betrug 5.051 US-Dollar; unter den 300 untersuchten Städten war dies das zweitniedrigste Pro-Kopf-Einkommen. Es stieg von 2000 bis 2014 durchschnittlich um 5,5 % jährlich. 2024 lag das BIP bei knapp 130 Milliarden US-Dollar, fast 40 % der Gesamtwirtschaft Karnatakas. Bengaluru zählt zu den am schnellsten wachsenden Städten der Welt und ist ein wichtiges Zentrum für Jungunternehmen: Start-ups sammelten zwischen 2010 und 2024 knapp 70 Milliarden US-Dollar Risikokapital ein, davon 15 Milliarden im Jahr 2024.

Der Staat investierte in Bengaluru stark in Forschung und Schwerindustrie, besonders in Luft- und Raumfahrt. Hindustan Aeronautics Limited (HAL), ein Hersteller ziviler und militärischer Flugzeuge, hat hier sein Hauptquartier. Auch die National Aerospace Laboratories (NAL) und die Indian Space Research Organisation (ISRO), die Satelliten und Raketen entwickelt und startet, sind in Bengaluru ansässig.

Zahlreiche indische und ausländische Computer- und Hochtechnologiefirmen machten die Stadt zum Zentrum der indischen Softwareindustrie und zum „indischen Silicon Valley“. Große Unternehmen und Call-Center sitzen in Technikparks wie Electronics City und International Technology Park (ITPL). Das vergleichsweise angenehme, im Sommer meist trocken-heiße Klima wird als Standortvorteil genannt. Es entstand eine breite, hoch qualifizierte und überdurchschnittlich verdienende Mittelschicht von Informatikern. Der Artikel nennt zugleich enormen Leistungsdruck und stellt einen Zusammenhang mit der seit 2007 höchsten Selbstmordrate unter indischen Städten her (Stand: 2008).

Biotechnologie ist ebenfalls ein wachsender Zweig: Knapp 100 von 240 indischen Biotechnologiefirmen haben ihren Sitz in Bengaluru, darunter Biocon und Sartorius. Biocon stand 2025 auf Rang 133 der weltweit umsatzstärksten Biotechnologiefirmen; Sartorius eröffnete 2009 einen Campus.

Stadtleben und Sehenswürdigkeiten

Die wohlhabende Mittelschicht rund um die IT-Industrie prägt ein westlich orientiertes Konsumangebot mit Einkaufszentren, Multiplex-Kinos, Restaurants, Pubs und Bars. Das Nachtleben gilt als vergleichsweise aktiv, aber nicht als westlichen Verhältnissen gleichwertig. Restaurants bieten überwiegend vegetarische Gerichte aus verschiedenen Regionen Indiens, teils auch chinesische und westliche Speisen. Die erste KFC-Filiale eröffnete 1996 unter Protesten, die erste McDonald’s-Filiale im Oktober 2004. Zugleich zeigt die Nähe zu großen Slums ein starkes soziales Gefälle: 2001 lebten etwa 346.000 Menschen beziehungsweise 8,1 % der damaligen Bevölkerung in Slums. In einer Rangliste zur Lebensqualität für im Ausland Tätige lag Bengaluru 2019 auf Platz 149 von 231 Städten. Bekannt ist die Stadt außerdem für Seidenprodukte und Sandelholz-Schnitzereien.

Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten gehören der fast 100 Hektar große Lal Bagh mit Glashaus, Blumenbeeten und künstlichen Wasserflächen, der Cubbon Park, das Parlamentsgebäude Vidhana Soudha und der Karnataka High Court. Der größte Tempel ist ein ISKCON-Krishna-Tempel im Distrikt Rajajinagar nahe dem Bahnhof Yeshwanthpur Junction.

Die Festung wurde 1537 zunächst mit Lehmwällen von Kempe Gowda angelegt. Hyder Ali ersetzte sie durch Steinmauern, ließ einen Graben anlegen und baute Tore und Bögen im islamischen Stil. Innerhalb der Mauern entstand ein kleiner Ganesh-Tempel. Durch Straßenbau wurden Teile der Mauern abgetragen, für das Victoria Hospital ein Graben zugeschüttet; von acht Toren ist nur das Delhi-Tor erhalten. Lal Bagh gründete Hyder Ali 1740; Tippu Sultan importierte dort teilweise tropische und subtropische Pflanzen. Der Palast von Bengaluru ist ein 1887 im Auftrag der Wadiyars errichteter Prunkbau im Tudorstil.

Verkehr, Infrastruktur und Sport

Die Infrastruktur hielt laut Artikel mit dem starken Bevölkerungswachstum der vergangenen 20 Jahre kaum Schritt. Zum Verkehr gehören oft überlastete Busse, Autorikschas für zwei Passagiere, Taxis sowie besonders viele Motorräder und Motorroller; Bengaluru hat weltweit die meisten Motorräder und -roller. Der erste Abschnitt der Bengaluru Metro (Namma) wurde 2011 eröffnet. Seit Juni 2017 gibt es zwei Linien, violett und grün, mit 42,3 km Gesamtlänge, davon 8,8 km im Tunnel, und 40 Bahnhöfen. Phase 2 mit zwei neuen Linien und Verlängerungen über insgesamt 72 km befand sich im Bau.

Straßen, Stromversorgung, Müll- und Abwasserentsorgung gelten als problematisch. Staus sind alltäglich, Luftverschmutzung entsteht unter anderem durch Straßengüterverkehr, Müllverbrennung, Baustellen und Notstromaggregate. Seit 2012 herrschte nach dem Artikel durchgehend Dürre (Stand: Mai 2017); Trinkwasserquellen seien erschöpft. Der Kempegowda International Airport Bengaluru (BLR) wurde am 24. Mai 2008 etwa 40 km nördlich des Zentrums eröffnet und ersetzte den überlasteten Hindustan Airport. Er ist im Endausbau mit zwei Startbahnen für jährlich 50 Millionen Fluggäste geplant.

Sportlich ist das M. Chinnaswamy Stadium ein Test-Cricket-Stadion und Heimspielort der indischen Männer- und Frauen-Nationalmannschaft. Dort wurden unter anderem Spiele der Cricket World Cups 1987, 1996, 2011 und 2023 ausgetragen. Die Royal Challengers Bangalore spielen in der Indian Premier League. Seit 2008 findet im Mai der Straßenlauf World 10K Bangalore statt.

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