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Informationstechnik
Informationstechnik (kurz IT) steht für die Technik zur Elektronischen Datenverarbeitung (EDV) und der hierzu verwendeten Hard- und Software-Infrastruktur.
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Begriff und Aufbau der Informationstechnik
Informationstechnik (IT) bezeichnet die Technik der Elektronischen Datenverarbeitung (EDV) sowie die dafür eingesetzte Hard- und Software-Infrastruktur. In industrialisierten Ländern werden damit große Teile von Verwaltung, Organisation, Kommunikation und Unterhaltung umgesetzt. Wichtige Grundlagen sind digitale Mikroelektronik, Softwaretechnik und EDV-Organisation; wissenschaftlich wird IT in der Informatik behandelt.
Genauer umfasst Informationstechnik auch nicht-elektronische Systeme, etwa die anfangs rein elektrische Telefonie und Telegraphie. Der Fachbegriff „(elektronische) Informations- und Datenverarbeitung“ (EID) fasst Kommunikationstechnik und die programmierte Verarbeitung von Akten, Zahlenreihen oder Tabellen zusammen. Weil „Information“ und „Daten“ sowie „Technik“ und „Verarbeitung“ in der Praxis weitgehend zusammengewachsen sind, steht IT heute für den gesamten technologischen Sektor. Im nichtwissenschaftlichen Sprachgebrauch gelten Informationstechnik und Informationstechnologie meist als gleichbedeutend.
Das IT-3-Ebenen-Modell ordnet IT in drei miteinander verbundene Ebenen ein: Erstens stehen IT-User und IT-basierte Organisationsprozesse im Mittelpunkt. Zweitens liefern IT-Funktionen Services, Applikationen, Portale und Betriebssysteme. Drittens bildet die IT-Infrastruktur die technische Basis. Eine dienstorientierte Sicht auf IT bietet die Serviceorientierte Architektur (SOA). Obwohl Softwareentwicklung begrifflich zur IT gehören kann, wird sie oft als eigenes Fachgebiet behandelt; besonders in großen Unternehmen sind Infrastruktur und Anwendungen häufig organisatorisch von der Produktentwicklung getrennt.
Teilgebiete und industrielle Anwendungen
Die IT wird teilweise in vier Teilgebiete gegliedert:
- Business-IT umfasst die IT von Handel, Börse, Versicherungen, Banken und Steuerwesen.
- Industrielle IT vernetzt Maschinen in Herstellungs- und Produktionsprozessen, zunächst innerhalb eines Werkes, zunehmend aber über Werk- und Unternehmensgrenzen entlang der Wertschöpfungskette. Sie wird direkt an Geschäftsprozesse angebunden. Dabei entstehen beispielsweise Schnittstellen zwischen Bussystemen zur Maschinensteuerung und Ressourcen-Planungs-Systemen (ERP-Software).
- Kommunikations-IT befasst sich mit dem Einsatz der Telekommunikation.
- Unterhaltungs-IT betrifft Spielgeräte und Multimedia-Anwendungen.
Im Bereich der industriellen IT bezeichnet Operational Technology (OT) die miteinander wirkenden Komponenten komplexer, voneinander abhängiger Systeme. Diese werden meist mithilfe hochintegrierter SCADA-Systeme gesteuert und überwacht.
Bedeutung, technische Verbindungen und Umwelt
IT ist ein Bindeglied zwischen klassischer Elektrotechnik und Informatik. Dies zeigt sich unter anderem daran, dass elektrotechnische Fakultäten und Abteilungen höherer Schulen, etwa Höhere Technische Lehranstalten (HTLs), ihre Bezeichnungen in Richtung „Informationstechnik“, „Elektrotechnik und Informationstechnik“ oder „Informationstechnologie“ ändern.
Nahe verwandt ist die Technische Informatik. Sie behandelt unter anderem Schaltnetze und Schaltwerke sowie Aufbau und Organisation von Computern. Auch Hardware-Aspekte von Eingabe- und Ausgabegeräten und damit klassische oder zukünftige Mensch-Maschine-Schnittstellen (Human-Computer Interfaces) gehören dazu. Digitale Signalverarbeitung und Kommunikationstechnik bilden Grundlagen für Rechnernetze.
Weil Informationstechnik, Telekommunikation und Unterhaltungselektronik zusammenwachsen, wird häufig auch von Informations- und Kommunikationstechnik (IuK) oder Informations- und Telekommunikationstechnik (ITK) gesprochen. IT hat in den letzten Jahrzehnten Arbeitswelt, Wirtschaft und Wissenschaft stark verändert; deshalb gewinnt auch die Erforschung und Entwicklung der Mensch-Computer-Interaktion an Bedeutung. Der Ressourcenverbrauch der verbreiteten IT beeinflusst zugleich das Ökosystem der Erde. Nachhaltige und umweltfreundliche IT heißt Grüne IT.
IT-Sicherheit
Unternehmen, Verwaltung, Vereine sowie private und andere Anwender nutzen Informationstechnik. Damit ihre Abläufe zuverlässig funktionieren, ist IT-Sicherheit wichtig. Ohne Schutzmechanismen können Hacker, Cracker oder Scriptkiddies Infrastruktur durch Schadprogramme, Manipulationen oder Überlastung stören und schädigen. Schutzsoftware und weitere vorbeugende Maßnahmen sollen solchen Angriffen entgegenwirken.
Wachstum digitaler Kapazitäten
Das globale Wachstum der Digitaltechnik wurde für drei Fähigkeiten untersucht: Information durch den Raum zu übertragen (Kommunikation), Information über die Zeit zu übermitteln (Speicherung) und Information zu berechnen (Informatik).
Die effektive Kapazität des weltweiten bidirektionalen Telekommunikationsnetzes betrug 1986 280 optimal komprimierte Petabyte; 20 % der Information wurden damals digital übertragen. 2007 lag die Kapazität bei 65 optimal komprimierten Exabyte, und 99,9 % der übermittelten Information wurden als digitale Bits übertragen. Das entspricht einer jährlichen Wachstumsrate von 30 % und damit dem Fünffachen des weltweiten Wirtschaftswachstums.
Die weltweite Speicherkapazität stieg von 2,6 optimal komprimierten Exabyte im Jahr 1986 auf 300 optimal komprimierte Exabyte im Jahr 2007. 1986 war weniger als 1 % der Kapazität digital, 2007 fast 95 %. Die Speichermenge von 2007 entsprach 404 Milliarden CD-ROMs. Es wird angenommen, dass die Menschheit 2002 erstmals mehr Information digital als analog speichern konnte; dies gilt quasi als Beginn des „digitalen Zeitalters“.
Die Kapazität digitaler Mehrzweck-Computer zur Berechnung von Information wuchs von 3,0 × 10^{8} MIPS im Jahr 1986 auf 6,4 × 10^{12} MIPS im Jahr 2007. Die jährliche Wachstumsrate betrug 60 % und war damit zehnmal so hoch wie das globale Wirtschaftswachstum.
Ausbildung in Österreich
In Österreich ist Informationstechnologie ein anerkannter Lehrberuf nach dem Berufsausbildungsgesetz. Die Ausbildung teilt sich von Beginn an in Informatik und Technik; beide Bereiche dauern vier Jahre. Der Bereich Informatik konzentriert sich stärker auf Programmierung und die Anpassung von Software. Die technische Ausbildung ist überwiegend auf Hardware ausgerichtet.