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Markus Söder
Ab 1977 besuchte Söder das Nürnberger Albrecht-Dürer-Gymnasium, an dem er 1986 das Abitur ablegte (Notenschnitt 1,3). Anschließend leistete er im …
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Person, Ausbildung und politischer Aufstieg
Markus Thomas Theodor Söder, geboren am 5. Januar 1967 in Nürnberg, ist ein deutscher CSU-Politiker. Er gehört seit 1994 dem Bayerischen Landtag an, ist seit März 2018 Ministerpräsident des Freistaates Bayern und seit Januar 2019 Vorsitzender der CSU. Damit zählt er zu den prägenden Politikern Bayerns und der Unionsparteien CDU/CSU.
Söder wuchs mit einer jüngeren Schwester in einem konservativ-evangelisch geprägten Elternhaus in Nürnberg auf. Nach dem Abitur 1986 mit der Durchschnittsnote 1,3 und dem Grundwehrdienst studierte er ab 1987 als Stipendiat der Konrad-Adenauer-Stiftung Rechtswissenschaft in Erlangen-Nürnberg. 1992 bestand er das erste Juristische Staatsexamen mit 7,41 Punkten. 1998 wurde er mit einer Arbeit über die bayerische Kommunalgesetzgebung von 1802 bis 1818 zum Dr. jur. promoviert. Beruflich absolvierte er 1993 ein Volontariat beim Bayerischen Rundfunk und arbeitete bis 1994 als Fernsehredakteur. 2003 leitete er neben seinem Landtagsmandat die zentrale Unternehmenskommunikation der Baumüller Holding.
1983 trat Söder in die CSU und die Junge Union ein. Von 1995 bis 2003 führte er die Junge Union Bayern. Seit 1995 gehört er dem CSU-Präsidium an, von 2003 bis 2007 war er CSU-Generalsekretär. 2008 übernahm er den Bezirksvorsitz Nürnberg-Fürth-Schwabach. Am 19. Januar 2019 wurde er mit 87,4 Prozent zum Nachfolger Horst Seehofers als CSU-Vorsitzender gewählt und damit zum ersten evangelischen Vorsitzenden der Partei. Wiedergewählt wurde er 2019 mit 91,3 Prozent, 2021 mit 87,6 Prozent, 2023 mit 96,56 Prozent und 2025 mit 83,6 Prozent.
Ämter, Wahlen und Kanzlerkandidatur
Söder vertrat im Landtag zunächst den Stimmkreis Nürnberg-West und seit 2018 Nürnberg-Ost. Seine Regierungsämter begannen 2007 als bayerischer Staatsminister für Bundes- und Europaangelegenheiten. Von 2008 bis 2011 war er Umwelt- und Gesundheitsminister, anschließend Finanzminister und ab 2013 Staatsminister der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat.
Nach einem längeren Machtkampf mit Horst Seehofer wurde Söder am 16. März 2018 im ersten Wahlgang zum Ministerpräsidenten gewählt: Er erhielt 99 von 169 abgegebenen Stimmen. Bei der Landtagswahl vom 14. Oktober 2018 blieb die CSU mit 37,2 Prozent stärkste Partei, verlor aber die absolute Mehrheit und erzielte ihr schlechtestes bayerisches Landtagswahlergebnis seit 1950. Söder bildete mit den Freien Wählern eine Koalition und wurde mit 110 von 202 Stimmen wiedergewählt. Nach der Landtagswahl 2023, bei der die CSU 37,0 Prozent erreichte, setzte er diese Koalition fort und wurde am 31. Oktober 2023 mit 120 von 198 Stimmen erneut zum Ministerpräsidenten gewählt.
Im April 2021 erklärte Söder seine Bereitschaft, Kanzlerkandidat von CDU und CSU zu werden. Nachdem der CDU-Bundesvorstand Armin Laschet unterstützte, zog er sein Angebot am 20. April zurück. Der Artikel bewertet Söders Verhalten im anschließenden Wahlkampf als Schwächung Laschets. Bei der Bundestagswahl erreichte die CSU 31,7 Prozent, ihr zweitschlechtestes Bundestagswahlergebnis nach 1949. Im September 2024 erklärte Söder nach zuvor bekundeter eigener Bereitschaft seine Unterstützung für Friedrich Merz als Kanzlerkandidaten zur Bundestagswahl 2025.
Gesellschaft, Migration und staatliche Verantwortung
Söders politische Positionen verbinden konservative Forderungen mit einzelnen liberaleren oder pragmatischen Standpunkten. Er sprach sich 2004 gegen einen EU-Beitritt der Türkei sowie für ein Kopftuchverbot für Lehrerinnen aus und forderte von dauerhaft in Deutschland lebenden Menschen ein klares Bekenntnis zu den hiesigen Werten. Während der Flüchtlingskrise 2015 stellte er das Grundrecht auf Asyl infrage, kritisierte Angela Merkels Kurs und verlangte einen stärkeren Schutz der europäischen Außengrenzen. 2018 stimmte er der Aussage zu, der Islam gehöre nicht zu Deutschland, bezeichnete hier lebende, arbeitende und gesellschaftlich engagierte Muslime aber zugleich als festen Teil der Gesellschaft. Den umstrittenen Ausdruck „Asyltourismus“ wollte er nach Kritik 2019 nicht mehr verwenden.
In der Familienpolitik betont Söder Ehe und Familie als traditionelle Grundwerte, befürwortet jedoch die Ehe für alle. Arbeitsmarktpolitisch verlangte er 2006 mehr betriebliche Abweichungsmöglichkeiten von Flächentarifverträgen, einen gelockerten Kündigungsschutz bei Neueinstellungen und strengere Regeln für ALG-II-Empfänger; einen gesetzlichen Mindestlohn lehnte er damals ab.
Religionspolitisch forderte Söder einen stärkeren strafrechtlichen Schutz religiöser Symbole. 2018 veranlasste er, dass ab dem 1. Juni in jedem Dienstgebäude des Freistaats Bayern ein Kreuz angebracht werden sollte. Er bezeichnete das Kreuz als Ausdruck bayerischer Identität und Lebensart. Kirchenvertreter und Politiker widersprachen teilweise und warnten vor staatlicher oder wahlpolitischer Vereinnahmung eines christlichen Symbols; andere kirchliche Stimmen begrüßten den Erlass. In Bayern unterstützten ihn laut Umfragen 53 bis 56 Prozent, während bundesweit laut einer Emnid-Umfrage 64 Prozent die Kreuzpflicht ablehnten.
Söder bekämpfte die 2024 beschlossene Cannabislegalisierung, kündigte Klagen und Verzögerungen an und forderte Konsumenten auf, Bayern zu verlassen. Erst im April 2025 wurden dort die ersten Cannabis Social Clubs genehmigt. 2026 unterstützte er außerdem den Vorschlag des CDU-Wirtschaftsrates, Zahnarztbehandlungen aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung zu nehmen; Sozialverband und Bundesgesundheitsministerin lehnten dies ab.
Wirtschaft, Wohnen, Klima und Energie
In der griechischen Staatsschuldenkrise verlangte Söder 2015 die Einhaltung bestehender Verträge, lehnte zusätzliche Belastungen Deutschlands ab und hielt einen Schuldenschnitt für nutzlos. Nach dem griechischen Referendum vom 5. Juli 2015 bezeichnete er einen Austritt Griechenlands aus der Eurozone als fairsten und ehrlichsten Weg.
Als Finanzminister verzichtete Söder darauf, dass Bayern im Bieterverfahren um 32.000 Wohnungen der Landesbank-Tochter GBW mitbot. Nach dem Verkauf an die Patrizia AG häuften sich Beschwerden über Weiterverkäufe, Umwandlungen in Eigentumswohnungen und Mietsteigerungen, obwohl soziale Besitzstände zugesichert worden waren. 2018 kündigte Söder an, die staatliche Gesellschaft BayernHeim werde bis 2025 insgesamt 10.000 preisgünstige Wohnungen bauen. 2021 hatte sie noch keine Wohnung selbst errichtet; von den bis 2020 angekündigten 2.000 Wohnungen waren 71 zugekauft worden. Enteignungen großer Wohnungsgesellschaften lehnt Söder ab.
2018 kündigte er die Raumfahrtinitiative Bavaria One mit geplanten Investitionen von 700 Millionen Euro an. Vorgesehen waren unter anderem ein Satellitenkompetenzzentrum, eine Fakultät für Luft- und Raumfahrt in Ottobrunn mit 50 Professuren und rund 2.000 Studienplätzen sowie der Ausbau des DLR-Standortes Oberpfaffenhofen.
In der Umweltpolitik forderte Söder 2007 ein Ende der Neuzulassung herkömmlicher Verbrennungsmotoren ab 2020, vertrat später aber das CSU-Programm gegen ein solches Verbot. Nach dem erfolgreichen Volksbegehren „Rettet die Bienen“ übernahm seine Regierung dessen Forderungen 2019 als Gesetzgebungsvorhaben. Seine Darstellung Bayerns als führend bei der Energiewende traf laut einem Faktencheck nur bei absoluten Zahlen zu; gemessen an Fläche und Einwohnerzahl lag Bayern meist im Mittelfeld.
Seine Atompolitik änderte sich mehrfach: 2010 befürwortete er längere Laufzeiten, nach Fukushima erklärte er den Ausstieg bis 2022 zum Glaubwürdigkeitstest und lehnte noch 2021 einen Wiedereinstieg ab. Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine fordert er wieder Kernenergie. 2023 wollte er den Ländern die Zuständigkeit übertragen, um Isar weiterzubetreiben; dafür wäre eine Grundgesetzänderung mit Zweidrittelmehrheiten nötig. Im Februar 2025 verlangte er die Reaktivierung der drei zuletzt abgeschalteten Kraftwerke, während der Betreiber von Isar 2 erklärte, der Rückbau habe begonnen und eine Reaktivierung sei praktisch nicht mehr möglich. Nach dem Koalitionsvertrag vom April 2025 erklärte Söder, eine Rückkehr habe keine politische Mehrheit und werde später wirtschaftlich kaum tragbar sein.
Pandemie, Außenpolitik und öffentliche Kontroversen
Zu Beginn der COVID-19-Pandemie 2020 verfolgte Söder einen besonders strengen Kurs. Bayern führte früh Ausgangsbeschränkungen nach österreichischem Vorbild ein. Andere Ministerpräsidenten kritisierten, dass er damit einer gemeinsamen Abstimmung zuvorgekommen sei. Zugleich ließ er die bayerischen Kommunalwahlen stattfinden, weil er das Infektionsrisiko beim Wählen für gering hielt. Anfang April 2021 schloss Bayern einen Vorvertrag über 2,5 Millionen Dosen des damals nicht zugelassenen russischen Impfstoffs Sputnik V.
In der vierten Infektionswelle behauptete Söder, Fachleute hätten deren Stärke nicht richtig eingeschätzt; Medien widersprachen, weil Wissenschaftler und medizinisches Personal zuvor gewarnt hatten. Im Dezember 2021 befürwortete er eine allgemeine Impfpflicht, kündigte aber im Februar 2022 an, die beschlossene Impfpflicht für Beschäftigte im Gesundheits- und Pflegebereich zunächst nicht umzusetzen. Später wechselte er zu einem lockereren Kurs: Im Oktober 2022 lehnte er trotz steigender Fallzahlen eine Maskenpflicht in Innenräumen ab und verglich COVID-19 „de facto“ mit der Grippe. Das Bundesverwaltungsgericht erklärte im November 2022 die bayerische Ausgangsbeschränkung vom April 2020 für unverhältnismäßig und unwirksam.
Außenpolitisch schlug Söder nach dem russischen Überfall auf die Ukraine eine „Wirtschafts-NATO“ demokratischer Staaten vor, die gemeinsame Standards und strategische Zusammenarbeit stärken sollte. Er befürwortet Taurus-Lieferungen an die Ukraine. Nach früherer Kritik an einer möglichen „Einwanderung in die Sozialsysteme“ reiste er 2023 wegen des bayerischen Fachkräftemangels nach Rumänien und unterstützte dessen Aufnahme in den Schengen-Raum.
Kontroversen entstanden auch um seinen Umgang mit öffentlich-rechtlichen Medien. Berichtet wurde über versuchte Einflussnahme auf Beiträge und Gästelisten. Ein Auftritt 2015 in der BR-Serie „Dahoam is Dahoam“, bei dem Söder Regierungsleistungen hervorhob, löste eine Debatte über die Staatsferne des Senders aus; danach wurden Politikerauftritte in der Serie untersagt. Allgemein wird sein Politikstil sowohl innerhalb als auch außerhalb der CSU wegen zugespitzter Sprache, populistischer Themen, wechselnder Positionen und starker Selbstinszenierung kritisiert. Söder nutzt zugleich intensiv soziale Medien und öffentliche Auftritte. Privat lebt er in Nürnberg, ist seit 1999 mit Karin Baumüller-Söder verheiratet, hat mit ihr drei Kinder und eine weitere Tochter aus einer früheren Beziehung. Er ist evangelisch.