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Balinesischer Hinduismus

Der balinesische Hinduismus ist eine Mischung aus lokalen Bräuchen, Animismus, Ahnenkult und hinduistischen Elementen. Er unterscheidet sich vom Hinduismus, der …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Grundzüge und religiöse Einordnung
  2. 2. Rituale, Natur und Gemeinschaft
  3. 3. Götter und geistige Wesen
  4. 4. Tempel und ihre Aufgaben
  5. 5. Die sechs heiligsten Tempel

Grundzüge und religiöse Einordnung

Der balinesische Hinduismus ist eine auf Bali praktizierte Form des Hinduismus. Die Bevölkerung Balis ist überwiegend hinduistisch, während Indonesien mehrheitlich muslimisch ist. Die offizielle Bezeichnung lautet Agama Hindu Dharma; weitere Bezeichnungen sind Agama Tirtha, Agama Air Suci und Agama Hindu Bali.

Die Religion verbindet hinduistische Elemente mit lokalen Bräuchen, Animismus, Ahnenkult und weiteren spirituellen Vorstellungen. Dadurch unterscheidet sie sich vom Hinduismus, wie er in Indien praktiziert wird. Nach der Pancasila müssen die offiziellen Religionen Indonesiens monotheistisch sein. Deshalb wird im balinesischen Hinduismus angenommen, dass alle Götter Manifestationen des höchsten Wesens Sang Hyang Widhi sind.

Rituale, Natur und Gemeinschaft

Der balinesische Hinduismus ist synkretistisch, das heißt, er vereint Elemente verschiedener religiöser Traditionen. Tempel, Rituale und Zeremonien bestimmen das religiöse Leben. Feste wie Galungan werden gefeiert, um die Götter zu ehren. Zugleich spielen Geister und Ahnen eine wichtige Rolle; diese Vorstellungen sind mit lokalen Traditionen und Bräuchen verbunden.

Die Religion steht außerdem in engem Zusammenhang mit der Landwirtschaft. Das Subak-System regelt die gemeinschaftliche Wassernutzung und den Reisanbau und besitzt eine spirituelle Komponente, die mit hinduistischen Prinzipien verbunden ist. Penjor schmücken während Galungan die Straßen.

Götter und geistige Wesen

Neben dem höchsten Gott Sang Hyang Widhi stehen seine drei Hauptmanifestationen, die Trimurti: Brahma, Vishnu und Shiva. Daneben gibt es zahlreiche weitere Götter.

  • Dewi Sri ist die Göttin der Landwirtschaft und Fruchtbarkeit. Ihre Verehrung ist eng mit dem Reisanbau verbunden; fast alle Subak-Tempel sind ihr geweiht.
  • Dewi Danu ist die Göttin der Seen und des Wassers. Besonders die Bewohner der Berggegend sowie die Menschen an den Seen Batur und Bratan verehren sie, weil das Seewasser zur Bewässerung der Felder benötigt wird.

Die große Bedeutung von Geistern und Dämonen stammt vermutlich aus vorhinduistischer Zeit. Barong, der König der guten Geister, ist der Gegenspieler der bösen Dämonenfürstin Rangda.

Tempel und ihre Aufgaben

Tempel sind Orte des Gottesdienstes und der Feste. Sie kommen auf Bali sehr häufig vor: Es gibt sie in Häusern, auf Plätzen, Märkten, Reisfeldern, Berggipfeln und in Höhlen. Meist sind sie mit aufwändigen Steinmetzarbeiten von Göttern und Dämonen verziert. Pura Besakih gilt als „Muttertempel“ aller balinesischen Tempel und liegt an den Hängen des Gunung Agung, der höchsten Erhebung Balis.

In jedem balinesischen Dorf bilden drei Tempel, die Kahayangan Tiga, den Mittelpunkt der Dorfgemeinschaft, des Banyar:

  • Pura Puseh ist Brahma geweiht. Als Ursprungstempel dient er der Verehrung der Ahnen, der Bhataras.
  • Pura Desa ist Vishnu geweiht. Er wird am häufigsten genutzt und ist das Zentrum des gesellschaftlichen und religiösen Lebens auf Bali.
  • Pura Dalem ist Shiva geweiht. Als Totentempel wird er bei Beerdigungen und Verbrennungen genutzt.

Die sechs heiligsten Tempel

Als Sad Kahyangan werden die sechs heiligsten Tempel Balis bezeichnet:

  • Pura Besakih in Karangasem, der Muttertempel auf Bali
  • Pura Lempuyang in Karangasem
  • Pura Goa Lawah in Klungkung
  • Pura Luhur Batukaru in Tabanan
  • Pura Pulaki in Singaraja, der zweitgrößte Tempel auf Bali
  • Pura Luhur Uluwatu in Badung

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