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Puja (Hinduismus)

Die Puja gehört im Hinduismus als ein im Idealfall täglich praktiziertes Ritual zu den wichtigsten Bestandteilen des religiösen Alltags. Eine Puja im Buddhismus …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Bedeutung und Grundidee
  2. 2. Ablauf einer Puja
  3. 3. Häusliche Puja und Opfergaben
  4. 4. Feuergebet

Bedeutung und Grundidee

Puja (Sanskrit: पूजा, pūjā) bedeutet ungefähr „Verehrung“ oder „Ehrerweisung“. Sie ist eines der wichtigsten Rituale des Hinduismus und wird im Idealfall täglich ausgeführt. Pujas können im Haus, im Tempel oder in der Natur stattfinden; besonders wichtig ist die häusliche religiöse Praxis.

Verehrt wird nicht das Bild oder ein Gegenstand selbst, sondern das letztlich formlose Göttliche, das darin gegenwärtig gedacht wird. Als Bezugspunkt können eine Statue aus Metall oder einem anderen Material, ein buntes Papierbild, ein Symbol wie ein Lingam oder ein Dreizack für Shiva, die Pflanze Tulsi, ein Krug mit Wasser (kalasha) oder eine andere Darstellung dienen. Durch Gebete, Mantren und rituelle Handstellungen, sogenannte Mudras, wird die Anwesenheit des Göttlichen vergegenwärtigt.

Ablauf einer Puja

Die traditionelle Puja behandelt die Gottheit äußerlich wie einen hohen Gast. Mit Mantren wird sie gebeten, im Bildnis oder Symbol anwesend zu sein. Danach werden ihr symbolisch ein Sitz und Wasser zum Reinigen der Füße, des Gesichts und der Hände sowie zum Spülen des Mundes angeboten. Anschließend erhält sie eine heilige Schnur und Schmuck, wird mit duftender Sandelholzpaste betupft und bekommt Blüten, Räucherstäbchen sowie ein brennendes Licht mit Butterschmalz dargebracht. Dieses Licht heißt Dipa oder Aarti.

Es folgen eine Opferspeise und Betel. Danach werden die Gaben überreicht; den Abschluss bildet das ehrfurchtsvolle Umschreiten der Gottheit. Der Priester verabschiedet sie formell, was äußerlich daran erkennbar sein kann, dass er das Bildnis leicht hin und her bewegt.

Der Text bezeichnet diese Abfolge zunächst als 14 Rituale, spricht später jedoch von 16 Diensten. Diese unterschiedlichen Zahlen werden nicht weiter erklärt. Die einzelnen Sequenzen können außerdem regional verschieden sein.

Die äußeren Handlungen werden von formellen Gebeten und Mudras begleitet. Erst durch diese rituelle Verbindung gilt das Geschehen als wirksam. Die rituelle Sprache des Priesters ist Sanskrit; Pujas sind sowohl in den Veden als auch in den Puranas beschrieben. In einer kurzen Meditation stellt sich der Priester das Göttliche als im eigenen Herzen anwesend vor. In bestimmten Zeremonien wird diese gedachte Präsenz durch eine Blüte auf das Bildnis übertragen. In einer Shakti-Puja kann der Priester die Herzgegend der Darstellung mit einer Mudra, etwas Gras und ungekochtem Reis berühren und vorgeschriebene Gebete sprechen. Dadurch wird die Murti, also das Götterbild oder die Götterstatue, als „lebendig“ und als tatsächlich von der Göttin bewohnt gedacht.

Häusliche Puja und Opfergaben

Wer sich die vollständige Folge der Dienste nicht leisten kann, beschränkt sich auf Räucherstäbchen, ein Butterlicht und Blüten. Auch die tägliche häusliche Puja kann auf diese drei Gegenstände verkürzt werden. Häufig wird dabei Arati, die Lichtkreiszeremonie, ausgeführt: Die Gegenstände werden unter Gebeten und dem Klang einer kleinen Glocke vor dem Altar geschwenkt. Im Idealfall geschieht dies zweimal täglich, von Männern ebenso wie von Frauen. In der häuslichen Puja sind neben Sanskrit auch die jeweiligen Landessprachen möglich.

Zu Feiertagen und besonderen Anlässen, etwa einer Hauseinweihung, einer Hochzeit oder anderen Hindu-Sakramenten, kann ein Priester ins Haus kommen. Als Opfergaben dienen gekochte oder ungekochte Speisen, Früchte, Milch, Joghurt, geklärte Butter und Honig. Die Speisen müssen vollkommen rein und vegetarisch sein, also ohne Ei, Zwiebeln oder Knoblauch. Nach dem Ritual verzehren die Gläubigen die Opferspeisen als Prasad.

Feuergebet

Eine wichtige Form der Puja ist das Feuergebet. Es wird Agni Puja, Jaggya oder Homa genannt, wenn das Göttliche in seiner Flammenform als Agni verehrt wird. In vedischer Zeit war es vermutlich das wichtigste Opferritual. Heute wird es besonders bei Reinigungszeremonien, bei Einweihungen von Gegenständen, im Zusammenhang mit Hindu-Sakramenten und als Teil von Shaktipujas durchgeführt.

Der Priester entzündet unter Gebeten Feuerholz. Je nach räumlichen Bedingungen brennt das Feuer in einer kleinen speziellen Kupferschüssel oder in größerer Form im Freien und wird von Steinen begrenzt. Nach und nach gibt der Priester geschmolzene Butter, einhundertacht Blätter des „heiligen“ Belbaumes und bestimmte Samenkörner hinein. Diese Gaben erhalten das Feuer zugleich und dienen als Opfer. Zusätzlich werden Blüten, Räucherstäbchen und kleine Stücke der Opferspeisen hineingegeben; anschließend wird eine Butterlampe geschwenkt.

Bei rituellen Einweihungen oder Reinigungen trägt man die Flammen segnend durch alle Räume. Die Anwesenden streichen mit beiden Händen über die Flammen und anschließend über Stirn und Scheitel. Der Priester gibt jedem mit etwas Asche und rotem Pulver einen Segenspunkt auf die Stirn und spricht die Segensworte: „Dieses Zeichen gebe dir Frieden!“ Für Feuer-Pujas gibt es verschiedene Versionen.

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