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Bärbel Bas
Bärbel Bas (* 3. Mai 1968 in Walsum, heute Duisburg) ist eine deutsche Politikerin (SPD). Sie ist seit Mai 2025 Bundesministerin für Arbeit und Soziales im …
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Überblick
Bärbel Bas (* 3. Mai 1968 in Walsum, heute Duisburg) ist eine deutsche Politikerin der SPD. Sie gehört seit der Bundestagswahl 2009 dem Deutschen Bundestag an und wird innerhalb der SPD-Bundestagsfraktion der Parlamentarischen Linken zugerechnet. Von Oktober 2021 bis März 2025 war sie Präsidentin des Deutschen Bundestages. Seit dem 6. Mai 2025 ist sie Bundesministerin für Arbeit und Soziales im Kabinett Merz. Seit Juni 2025 führt sie die SPD gemeinsam mit Lars Klingbeil als Bundesvorsitzende in einer Doppelspitze.
Ausbildung, Beruf und Partei
Bas wuchs als Tochter eines Bus- und LKW-Fahrers und einer Hausfrau mit fünf Geschwistern auf. Sie besuchte von 1978 bis 1984 die Hauptschule in Voerde und erwarb den Hauptschulabschluss Typ 10 B (Fachoberschulreife). Weil sie keinen Ausbildungsplatz als Technische Zeichnerin fand, besuchte sie anschließend ein Jahr die Höhere Berufsfachschule für Technik in Dinslaken; dort lernte sie unter anderem Schweißen.
Von 1985 bis 1987 absolvierte sie bei der Duisburger Verkehrsgesellschaft (DVG) eine Ausbildung zur Bürogehilfin. Danach arbeitete sie dort bis 2001 als Sachbearbeiterin und wechselte später zur betriebseigenen Krankenkasse. Es folgten eine Ausbildung zur Sozialversicherungsfachangestellten (1994–1997), eine berufsbegleitende Fortbildung zur Krankenkassenbetriebswirtin (2000–2002), die Ausbildereignung 2003 sowie eine Fortbildung zur Personalmanagement-Ökonomin (VWA) von 2005 bis 2007. Von 2007 bis 2009 leitete sie bei der BKK futur die Abteilung Personalservice. Bei der DVG war sie außerdem Jugend- und Auszubildendenvertreterin (1986–1988), Betriebsratsmitglied und Arbeitnehmervertreterin im Aufsichtsrat (1988–1998).
Bas trat im Oktober 1988 der SPD bei. Sie war von 1990 bis 1998 Vorsitzende des Juso-Unterbezirks Duisburg und übernahm weitere Funktionen in der Duisburger SPD, der SPD Niederrhein, der SPD im Ruhrgebiet und im SPD-Landesparteirat Nordrhein-Westfalen. Seit 2010 ist sie Vorsitzende des SPD-Landesparteirats in NRW. Nachdem Saskia Esken auf eine erneute Kandidatur für den Parteivorsitz verzichtet hatte, wurde Bas am 27. Juni 2025 mit 95 % der Stimmen neben Lars Klingbeil zur SPD-Vorsitzenden gewählt; Klingbeil erhielt knapp 65 %.
Kommunalpolitik und Bundestagsarbeit
Von 1994 bis 2002 gehörte Bas dem Rat der Stadt Duisburg an. Seit 2009 gewann sie den Bundestagswahlkreis Duisburg I jeweils direkt für die SPD: 2009 mit 42,2 %, 2013 mit 46,6 %, 2017 mit 38,3 %, 2021 mit 40,3 % und 2025 mit 39,0 % der Erststimmen.
Im Bundestag arbeitete sie vor allem in Bereichen wie Gesundheit, Bildung, Forschung und Petitionen. Im 17. Bundestag war sie ordentliches Mitglied des Ausschusses für Gesundheit; seit dem 18. Bundestag gehört sie diesem als stellvertretendes Mitglied an. Sie war unter anderem Mitglied des Ältestenrats, des Gemeinsamen Ausschusses, des Vermittlungsausschusses sowie weiterer Ausschüsse und der Enquete-Kommission Berufliche Bildung. Von Dezember 2013 bis September 2019 war sie Parlamentarische Geschäftsführerin der SPD-Bundestagsfraktion. Ab September 2019 war sie stellvertretende Fraktionsvorsitzende mit Verantwortung für Gesundheit, Petitionen, Bildung und Forschung.
Von 2010 bis 2022 gehörte sie dem Stiftungsrat der Bundesstiftung „Humanitäre Hilfe für durch Blutprodukte HIV-infizierte Personen“ an. Diese Stiftung unterstützt Personen, die durch Blutprodukte mit HIV infiziert wurden.
Präsidentin des Bundestages
Nach der Bundestagswahl 2021 nominierte die stärkste Fraktion, die SPD-Bundestagsfraktion, Bas für das Amt der Präsidentin des 20. Deutschen Bundestages. Am 26. Oktober 2021 wurde sie in dessen konstituierender Sitzung mit 576 von 724 abgegebenen Stimmen gewählt. Sie folgte auf Wolfgang Schäuble (CDU), der die Sitzung als Alterspräsident eröffnet hatte.
Als Bundestagspräsidentin kritisierte Bas mehrfach das Verhalten der von ihrer Partei geführten Bundesregierung. Sie beanstandete insbesondere unzureichende Antworten auf Anfragen des Bundestages sowie Gesetzesentwürfe, die ihrer Auffassung nach zu übereilt und ohne ausreichende Beratungszeit eingebracht worden seien. Sie setzte sich für die Kontrollrechte des Bundestages ein. Ihre Amtszeit endete mit der Wahl von Julia Klöckner (CDU) am 25. März 2025.
Arbeits- und Sozialministerin sowie weitere Angaben
Am 6. Mai 2025 ernannte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier Bas zur Bundesministerin für Arbeit und Soziales im Kabinett Merz. Sie ist laut Artikel die erste Person, die nach dem Amt der Bundestagspräsidentin Bundesministerin wurde. Anfang Mai 2025 schlug sie vor, auch Beamte in die Rentenversicherung einzahlen zu lassen.
Das von ihrem Ministerium geplante Rentenpaket sollte die gesetzliche Rente stärken. Bei einer Rede im November 2025 sagte Bas, es belaste die Beitragszahler nicht; diese Aussage löste Gelächter aus. Wenige Tage später äußerte sie auf einem Juso-Kongress, die Trennlinie verlaufe nicht zwischen Jung und Alt, sondern zwischen Arm und Reich sowie zwischen Menschen, die Sicherheit benötigten, und solchen, die diese für verhandelbar hielten. Industrieverbände, CDU und CSU kritisierten dies scharf; Jusos und Parlamentarische Linke verteidigten sie. Nach Berichten über Ausbeutung, erzwungene Schwarzarbeit und Gewalt in Essenslieferdiensten forderte sie eine stärkere Regulierung und ein Verbot von Subunternehmen. Im Zusammenhang mit der für April 2026 angestrebten Gesundheitsreform erklärte sie, sie blockiere den Abbau von Arbeitnehmerrechten. Kritik aus den eigenen Reihen folgte im Mai 2026 auf ihre Aussage, niemand wandere in die deutschen Sozialsysteme ein.
Bas ist unter anderem Mitglied bei ver.di, seit 2017 im Sozialverband VdK Deutschland und im Aufsichtsrat der Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH. Sie erhielt 2022 das Großkreuz des Ordens de Isabel la Católica und den Orden des Fürsten Jaroslaw des Weisen (3. Klasse), 2023 das Großkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Zu ihren Hobbys zählen Motorradfahren und Fußball; sie ist seit 2020 verwitwet.