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Aufklärung (Literatur)

Der Literatur der Aufklärung oder Aufklärungsliteratur werden allgemein Werke zugeordnet, die zwischen 1720 und 1800 entstanden sind und bewusst oder …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Was ist Aufklärungsliteratur?
  2. 2. Gesellschaftlicher Hintergrund
  3. 3. Ziele: Erziehung und Emanzipation
  4. 4. Epoche des Übergangs
  5. 5. Autoren als Unternehmer
  6. 6. Bildung und Publikum

Was ist Aufklärungsliteratur?

Die Aufklärungsliteratur umfasst allgemein Werke, die zwischen 1720 und 1800 entstanden und bewusst oder unbewusst Ideen des Zeitalters der Aufklärung vertreten. In vielen Sprachen dient die Metapher des Lichts als Epochenname (englisch Age of Enlightenment, französisch Siècle des Lumières, polnisch Oświecenie). Das literarische Großprojekt war die ab 1750 in Frankreich entstandene Encyclopédie; zahlreiche Vordenker der Aufklärung waren zugleich Literaten.

Gesellschaftlicher Hintergrund

Mit der frühen Aufklärung begann der Aufstieg des Bürgertums im absolutistischen Staat. Die Literatur wandte sich an das bürgerliche Publikum statt weiterhin die Fürsten zu preisen, wodurch neue Literaturformen entstanden. Nach dem erschöpften Ringen um die richtige Religioninterpretation wichen Vanitas-Gedanke und mystische Erfahrungen der Forderung nach Klarheit des Geistes, lebensnützlichem Orientierungswissen und einer für alle Völker verständlichen Naturreligion.

Ziele: Erziehung und Emanzipation

Die Aufklärungsliteratur hatte vor allem erzieherische Funktion und forderte die „sittliche Besserung“ des Menschen. Sie knüpfte an die durch die Renaissance wiederbelebten antiken Ideale an; viele Aufklärer beriefen sich zur Durchsetzung ihrer emanzipatorischen Ideen auf die Antike als Legitimationsinstanz, weshalb sie in den Werken omnipräsent ist. Das gebildete und wohlhabende Bürgertum wollte sich von den dogmatischen Lehren der Kirche und der „geistigen Bevormundung“ durch die Obrigkeiten befreien („Emanzipation des Denkens“). Der Leitspruch Voltaires Écrasez l'infâme („Zermalmt die Infame!“) bezog sich auf die Kirche sowie auf den Aberglauben und war zu seinen Lebzeiten europaweit bekannt.

Epoche des Übergangs

Die Aufklärung ist eine Epoche des Übergangs von der Frühen Neuzeit zur Moderne, besonders in der Literatur. Die normative Poetik (verbindliche Dichtungskunstlehre) verlor ihre Vorherrschaft. Durch die intensivere Shakespeare-Rezeftung verlor die klassische Unterteilung des Theaters in hohe Gattung (Tragödie) und niedrige Gattung (Komödie) an Bedeutung. In Frankreich entstand durch Pixérécourt das Melodram als populäres Unterhaltungstheater; das Theater wurde zunehmend zu einer bürgerlichen Institution.

Autoren als Unternehmer

Die Literaten emanzipierten sich von ihren meist adligen Auftraggebern und wurden selbständige Unternehmer. Sie bedienten nicht mehr nur die Bedürfnisse der Höfe, sondern auch einen Markt für bürgerliche Leser.

Bildung und Publikum

Nach Jürgen Habermas bereitete die frühbürgerliche literarische Öffentlichkeit den Weg für die bürgerliche politische Öffentlichkeit; diese These wurde von anderen Autoren mit Blick auf die Quellenlage bestritten und als Idealisierung angesehen. Eher führten die Volksbildungsbestrebungen der absolutistischen Monarchien zu einem breiteren Lesepublikum: In Preußen galt ab 1717 Schul- bzw. Unterrichtspflicht. Dadurch wurde das Latein, die Sprache der Gebildeten, verdrängt; Wochenzeitungen gab es seit dem frühen 17. Jahrhundert, Tageszeitungen seit etwa 1650, teils mit politischen Informationen und nicht durchweg zensiert.

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