Zum Inhalt springen
L

Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

West Side Story

Charakterisierung der Jets · treibender hektischer Rhythmus · ostinate Begleitfiguren · viele tonleiterfremde „dissonante“ Töne · zahlreiche große Tonsprünge …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Werk und Entstehung
  2. 2. Liebe und Bandenkrieg
  3. 3. Musikalische Gestaltung der Gruppen
  4. 4. Nummern und sinfonische Suite
  5. 5. Einspielungen und Dokumentationen
  6. 6. Verfilmungen

Werk und Entstehung

West Side Story ist ein US-amerikanisches Musical über eine tragische Liebesgeschichte inmitten eines ethnischen Bandenkriegs im Manhattan der 1950er Jahre. Es überträgt William Shakespeares Tragödie Romeo und Julia in das damalige New York. Die Musik schrieb Leonard Bernstein, die Gesangstexte Stephen Sondheim und das Buch Arthur Laurents; die Grundidee stammte vom Choreographen und Produzenten Jerome Robbins. Die Uraufführung fand am 26. September 1957 im Winter Garden Theatre in New York City statt.

Robbins schlug Bernstein am 6. Januar 1949 eine moderne Bühnenfassung von Romeo und Julia vor. Gemeinsam entwickelten sie zunächst ein Konzept namens East Side Story, das jüdisch-christliche Konflikte behandeln sollte. Arthur Laurents wurde als Verfasser ausgewählt und lieferte im April 1949 Entwürfe für die ersten vier Szenen. Wegen anderer Verpflichtungen der Beteiligten wurde das Vorhaben jedoch verschoben.

Im Juni 1955 nahm Bernstein das Projekt wieder auf. Er ersetzte das inzwischen als altmodisch empfundene Thema durch den Konflikt zwischen Puerto-Ricanern und US-Amerikanern und änderte den Titel in West Side Story. Nach einer weiteren Unterbrechung wurde das Musical von Februar bis Juli 1957 endgültig verwirklicht. Rund 40 Jugendliche wurden in das Stück eingeführt, außerdem entstanden Szenen- und Kostümentwürfe. Die Vorpremiere am 19. August 1957 im National Theatre in Washington wurde ein großer Publikumserfolg. 1960 kehrte die Produktion an das Winter Garden Theatre zurück. Die erste deutschsprachige Aufführung folgte 1968 an der Volksoper Wien mit Julia Migenes, Adolf Dallapozza und Helge Grau.

Liebe und Bandenkrieg

Die einheimischen Jets und die aus Puerto Rico zugezogenen Sharks kämpfen um die Vorherrschaft in ihrem Viertel. Officer Krupke beendet zu Beginn eine Auseinandersetzung zwischen ihnen. Riff, der Anführer der Jets, plant daraufhin einen entscheidenden Kampf und gewinnt Tony dafür, den früheren Anführer und Mitbegründer der Jets. Tony hat die Bande inzwischen verlassen und hofft auf etwas Neues und Bedeutendes.

Bei einem Tanzabend verlieben sich Tony und Maria sofort ineinander. Maria ist erst vor Kurzem aus Puerto Rico angekommen und die Schwester Bernardos, des Anführers der Sharks. Bernardo missbilligt ihre Begegnung und schickt sie nach Hause. Tony folgt Maria; auf ihrem Balkon gestehen sie sich ihre Liebe und verabreden sich für den nächsten Tag.

Im Drugstore von Doc vereinbaren die Banden einen Zweikampf. Maria bittet Tony, das Treffen unter einer Autobahnbrücke zu verhindern. Bernardo deutet Tonys Eingreifen jedoch falsch und fordert ihn heraus. Riff schlägt Bernardo nieder, beide ziehen Springmesser, und Bernardo ersticht Riff. Im folgenden Kampf tötet Tony Bernardo mit Riffs Messer. Die Polizei beendet die Auseinandersetzung.

Chino berichtet Maria vom Tod ihres Bruders. Sie wirft Tony die Tat vor, lässt sich aber davon überzeugen, dass Bernardos Tod nicht beabsichtigt war. Gemeinsam träumen sie von einer besseren Zukunft. Anita, Bernardos Freundin, erkennt an Tonys vergessener Jacke, dass er bei Maria war. Zunächst warnt sie Maria vor ihm, akzeptiert dann aber deren Liebe und soll Tony eine Nachricht überbringen.

Im Drugstore misstrauen die Jets Anita und versuchen, sie zu vergewaltigen. Aus Wut behauptet sie, Chino habe Maria aus Eifersucht erschossen. Als Doc diese Falschmeldung an Tony weitergibt, sucht Tony verzweifelt nach Chino und will ebenfalls von ihm erschossen werden. Dann sieht er Maria lebend und läuft zu ihr. Chino erscheint jedoch und erschießt Tony in Marias Armen. Erst dadurch erkennen beide Banden, dass ihre Feindschaft nur weitere Tote verursacht. Gemeinsam tragen sie Tonys Leiche fort.

Musikalische Gestaltung der Gruppen

Bernstein verbindet Jazz, klassische Oper und lateinamerikanische Tanzmusik. Die unterschiedlichen Stile kennzeichnen die rivalisierenden Banden und machen ihren Konflikt musikalisch hörbar.

Die Jets werden vor allem durch Progressive Jazz dargestellt, eine in den 1950er Jahren moderne Verbindung von Jazz und europäischer Kunstmusik. In „Cool“ und „Jet Song“ erscheinen ein treibender, hektischer Rhythmus, ostinate Begleitfiguren – also ständig wiederholte musikalische Muster –, tonleiterfremde dissonante Töne, große Tonsprünge, starke Synkopierungen mit Betonungen zwischen den erwarteten Taktschlägen sowie eine abgerissene Melodieführung. Instrumentierung und Tongebung orientieren sich an Jazzbands.

Die Sharks werden dagegen durch lateinamerikanische Tanzmusik charakterisiert. In „America“ verwendet Bernstein einen beschwingten Rhythmus und den Huapango: einen Hemiolenrhythmus, bei dem 6/8- und 3/4-Takt wechseln. Ein großes Unterhaltungsorchester betont lateinamerikanische Perkussionsinstrumente. Hinzu kommen eine weiche vokale und instrumentale Tongebung sowie der Wechsel zwischen staccato, also kurz und abgesetzt, und portato, also leicht getragen und voneinander getrennt.

Die Liebe zwischen Tony und Maria verbindet zugleich die Kulturen und Musikstile beider Gruppen. In „Maria“ kombiniert Bernstein Merkmale der Jets wie den Tritonus – ein spannungsreiches Intervall – mit dem für die Sharks verwendeten Huapango-Rhythmus.

Nummern und sinfonische Suite

Das Musical besteht aus Tanz-, Solo-, Ensemble- und Chornummern. Im ersten Akt führen unter anderem „Prologue“, „Jet Song“, „Something’s Coming“, „The Dance at the Gym“, „Maria“ und „Tonight“ die Banden, Tony und Maria sowie den Grundkonflikt ein. „America“ und „Cool“ charakterisieren die beiden Gruppen musikalisch. „One Hand, One Heart“ und das Quintett „Tonight“ bereiten den Höhepunkt vor; „The Rumble“ begleitet den tödlichen Kampf.

Im zweiten Akt folgen unter anderem „I Feel Pretty“, „Somewhere“, „Gee, Officer Krupke“, „A Boy Like That/I Have A Love“, „Taunting“ und das Finale. Die Nummern reichen von Marias Glück über die Hoffnung auf Versöhnung bis zur Gewalt gegen Anita und zu Tonys Tod.

1960 stellte Bernstein ausgewählte Nummern als Orchestersuite Symphonic Dances from West Side Story zusammen. Die New Yorker Philharmoniker führten sie 1961 unter Lukas Foss bei einer Gala zu Bernsteins Ehren erstmals auf. Die einzelnen Teile folgen dem Verlauf des Dramas: Der „Prologue“ zeigt die wachsende Spannung; „Somewhere“ entwirft die Freundschaft der Banden im Traum; im „Scherzo“ gelangen die Jugendlichen in eine freundliche Welt. „Mambo“ führt in die gewaltsame Realität zurück, „Cha-Cha“ und „Meeting Scene“ schildern die erste Begegnung von Tony und Maria. In „Cool, Fugue“ bricht die Feindseligkeit der Jets hervor. „Rumble“ bildet mit dem Tod der beiden Bandenführer den Höhepunkt, und im „Finale“ stirbt Tony in Marias Armen, während der Traum von „Somewhere“ wiederkehrt.

Einspielungen und Dokumentationen

Das Musical wurde vielfach auf Schallplatte und CD veröffentlicht. Die Aufnahme der Original-Broadway-Besetzung von 1957 enthält Carol Lawrence als Maria, Larry Kert als Tony und Chita Rivera als Anita. André Previn veröffentlichte 1959 ein Jazzalbum mit acht Liedern; 1962 nahm auch Oscar Peterson mit seinem Trio eine Jazzfassung auf.

Auf dem Soundtrack des Films von 1961 singen Marni Nixon für Maria und Jim Bryant für Tony; Anita wird von Rita Moreno und in einer Gesangsnummer von Betty Wand gesungen. Die Hauptdarsteller sangen im Film – mit Ausnahme Morenos in „America“ – nicht selbst.

1985 dirigierte Bernstein erstmals persönlich eine Studioversion des gesamten Musicals. Kiri Te Kanawa sang Maria, José Carreras Tony, Tatiana Troyanos Anita und Marilyn Horne „Somewhere“. Der knapp 90-minütige BBC-/Unitel-Film Leonard Bernstein Conducts West Side Story, auch The Making of „West Side Story“ genannt, dokumentiert diese Produktion. Der 52-minütige deutsche TV-Dokumentarfilm West Side Story – Bernsteins Broadway Hit von Axel Fuhrmann entstand 2018 für NDR und Arte und behandelt die Entstehung des Musicals.

Verfilmungen

Die erste Verfilmung erschien 1961 mit Natalie Wood als Maria, Richard Beymer als Tony und Rita Moreno als Anita. Den Gesang von Maria und Tony übernahmen Marni Nixon und Jim Bryant. Der Film erhielt zehn Oscars.

Steven Spielberg kündigte 2014 eine Neuverfilmung an, die sich enger an das Original halten und die Rollen entsprechend der Ethnien der Figuren besetzen sollte. Wegen der COVID-19-Pandemie wurde der ursprünglich für 2020 geplante Kinostart auf Dezember 2021 verschoben. Rachel Zegler spielte Maria und Ansel Elgort Tony. Der Film gewann drei Golden Globes; Ariana DeBose erhielt für ihre Darstellung der Anita den Oscar als Beste Nebendarstellerin.

Weiterlesen

Englische Sprache Die englische Sprache (Eigenbezeichnung: [ˈɪŋɡlɪʃ]) ist eine ursprünglich in England beheimatete germanische Sprache, die zum westgermanischen Zweig gehört. Romeo und Julia Romeo und Julia (frühneuenglisch The Most Excellent and Lamentable Tragedy of Romeo and Juliet) ist eine Tragödie von William Shakespeare. New York City Bevölkerungsdichte: 11.153 Einwohner je km². Höhe: 10 m. Gliederung: 5 Stadtbezirke · Postleitzahlen: 10001–10282 (Manhattan) 11201–11262 (Brooklyn) 11001–11697 … Manhattan Manhattan [mænˈhætn̩] ist einer der fünf Stadtbezirke (Boroughs) der Stadt New York City und deckt sich mit dem New York County im Bundesstaat New York. Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten ; Amtssprache · Englisch ; Hauptstadt · Washington, D.C. ; Staats- und Regierungsform · föderale präsidentielle konstitutionelle Republik. Musical Thematisch wird eine breite Fülle von tragischen wie auch humorvollen Stoffen behandelt, die zu unterschiedlichen Zeiten und an unterschiedlichen Orten spielen. Oper Die Arie ist der Oberbegriff für alle Sologesänge in der Oper. · Ensembles sind Gesänge für mehrere Solostimmen: Duett, Terzett, Quartett etc. · Der Chor bietet … Columbus (Ohio) Columbus ist die Hauptstadt des US-Bundesstaates Ohio und mit 905.748 Einwohnern (Volkszählung 2020, United States Census Bureau) dessen größte Stadt. Puerto Rico Puerto Rico ; Amtssprache · Spanisch und Englisch ; Hauptstadt · San Juan ; Staats- und Regierungsform, Nichtinkorporiertes Außengebiet der Vereinigten Staaten. Judentum Das jüdische Volk entstand ab etwa 1200 v. Chr. und entwickelte den JHWH-Monotheismus, aus dem später die weiteren abrahamitischen Religionen Christentum und … Christentum Das Christentum ist eine Weltreligion, die aus dem Judentum hervorging und sich ab dem 4. Jahrzehnt n. Chr. über Judäa hinaus ausbreitete. Washington, D.C. Der District of Columbia oder Washington, D.C. [ˈwɑʃɪŋtən ˈdiː ˌsiː] ist Bundesdistrikt, Regierungssitz und seit 1800 die Hauptstadt der Vereinigten Staaten …