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Band (Musik)
Eine Band [bænd] ist eine Gruppe von Musikern, die sich üblicherweise unter einem Bandnamen zusammengeschlossen hat, um gemeinsam zu musizieren.
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Grundidee und Arbeitsweise
Eine Band ist eine Gruppe von Musikern, die sich meist unter einem gemeinsamen Bandnamen zusammenschließt, um gemeinsam Musik zu machen. Im deutschsprachigen Raum wird der Begriff vor allem für Musikgruppen aus Jazz, Pop, Rock und Country verwendet.
Bandmitglieder treffen sich bei Proben, Konzerten und Tonaufnahmen. Damit das Zusammenspiel funktioniert, müssen sie die Beiträge der anderen wahrnehmen und ihre Rollen aufeinander abstimmen. Typische Rollen sind zum Beispiel Rhythmusgruppe, Begleitung und Melodiestimme. Eine Band verfolgt mindestens den gemeinsamen Zweck des Musizierens; oft kommen künstlerische oder wirtschaftliche Ziele hinzu.
Anders als in klassischen Orchestern, Ensembles oder Big Bands werden die einzelnen Stimmen in Bands nicht immer vollständig in Notenschrift festgehalten. Häufig spielen die Mitglieder nach Absprachen über Ablauf und Akkordreihenfolge, nach Gehör oder mit Leadsheets. Ein Leadsheet ist eine einfache Notationsform, die meist Melodie, Akkorde und Grundstruktur eines Stücks enthält. Diese Arbeitsweise passt zu Pop- und Rockmusik, weil viele Musiker dort keinen stark musiktheoretischen Hintergrund haben und freieres, kreativeres Spiel möglich wird.
Herkunft des Begriffs
Ältere deutsche Bezeichnungen für Musikgruppen waren Musikkapelle, Tanzkapelle oder einfach Kapelle. Das Wort Band wurde nach 1945 ins Deutsche übernommen. Im Duden Rechtschreibung von 1957 stand es noch nicht; im Deutschen Fremdwörterbuch war es 1960 enthalten.
Das englische Wort band bezeichnet eine Mehrzahl von Personen und geht auf das mittelfranzösische bande zurück, das „Schar“ oder „Truppe“ bedeutet. Als organisierte Musikgruppe entstand der Begriff vermutlich um 1660 im Zusammenhang mit Militärmusikern eines Regiments. Als König Karl II. am 29. Mai 1660 nach London zurückkehrte, spielte eine Militärband feierlich zur Wiederherstellung der Monarchie.
Später wurde das Wort besonders durch Street Bands und Marching Bands im frühen Jazz in New Orleans verbreitet. Um 1750 erschien die Bezeichnung Band of musick bei Paraden zu öffentlichen und militärischen Anlässen. Frühe Jazzbands entwickelten sich aus Brassbands in New Orleans, die bei Straßenparaden oder sozialen Anlässen wie Begräbnissen spielten. Zunächst konnten auch spontane Treffen mehrerer Jazzmusiker als Bands gelten; später meinte der Begriff eher ein organisiertes, nicht nur kurzfristiges Zusammenwirken.
Wichtige Bandarten
Bands können nach Musikstil, Besetzung oder verwendeten Instrumenten unterschieden werden. Eine eindeutige Einteilung ist aber oft schwierig, weil sich Stile überschneiden.
Im Jazz spricht man allgemein von Jazzbands. Unterformen sind die Big Band und die Jazz-Combo. Eine Big Band ist eine großorchestrale Form des Jazz und kann aus etwa 20 Musikern bestehen. Ihre Vorgeschichte hängt mit Brassbands zusammen, die eine vergleichbare Größe hatten.
Beatbands entstanden ab etwa 1960 vor allem in Großbritannien. Sie spielten Beatmusik, die vom amerikanischen Rock ’n’ Roll und Blues beeinflusst war; Vorläufer waren britische Skifflebands. Rockbands spielen Rockmusik. Die klassische Rockbesetzung besteht aus Sänger oder Sängerin, zwei E-Gitarren, einem E-Bass und Schlagzeug. Eine kleinere Rockband oder Rock-and-Roll-Band wird umgangssprachlich auch Combo genannt.
Popbands oder Popgruppen spielen Popmusik, wobei der Begriff Popgruppe in der Musikwissenschaft unscharf und umstritten ist. Countrybands spielen Country-Musik und nutzen in klassischer Form auch Instrumente wie Pedal-Steel-Gitarre, Dobro oder Banjo. Weitere Stilbezeichnungen sind etwa Soulband, Punkband oder Synthie-Pop-Band.
Manche Namen beziehen sich auf Instrumente: In einer Steelband stehen Steel Pans im Mittelpunkt, eine Stringband nutzt Saiteninstrumente, und in einer Brassband dominieren Blasinstrumente. Eine Marching Band musiziert beim Marschieren mit leichten, gut transportablen Instrumenten; eine nichtmarschierende Marching Band heißt Pep Band. Außerdem gibt es Showbands und Tanzorchester für Tanzmusik, Coverbands für Coverversionen bekannter Stücke, Einmannorchester mit einer Person an mehreren Instrumenten, Militärmusikensembles für Marsch- und Militärmusik sowie Hip-Hop-Crews, die unter anderem aus MCs und DJs bestehen können.
Rollen in der Band
Die Musiker einer Band werden im Englischen auch Bandsmen genannt. Dieser Ausdruck stammt aus dem militärischen Sprachgebrauch. Im britischen Heer gab es bis 1994 den Rang Bandsman für Soldaten in einer Militärband; der Dirigent trug den Rang Bandmaster. Auch bei Bands der Heilsarmee und bei Jazzbands wird der Begriff Bandsmen verwendet.
Bands haben meist einen oder mehrere Frontleute. Ein Frontmann oder eine Frontfrau steht in der Wahrnehmung des Publikums besonders im Vordergrund und kommuniziert bei Konzerten häufig mit dem Publikum, etwa durch Ansagen. Frontleute übernehmen meistens die führende Gesangsstimme, spielen aber nicht unbedingt ein Instrument. Auf der Bühne stehen sie oft vorne und sind als „Aushängeschild“ häufig die bekanntesten Gruppenmitglieder.
Ein Bandleader ist ein führendes Mitglied oder ein Dirigent, der wichtige musikalische oder organisatorische Entscheidungen trifft und die Band nach außen vertreten kann, zum Beispiel in Interviews. Manche Bandleader sind zugleich Arbeitgeber ihrer Band und Vertragspartner von Plattenfirmen oder Konzertveranstaltern. Bandleader und Frontmann bedeuten nicht dasselbe, können aber dieselbe Person sein; als Beispiel nennt der Artikel Jon Bon Jovi, Bandleader und Frontmann der Band Bon Jovi.
Rechtliche Fragen
Im deutschen Recht wird statt „Band“ meist der Begriff Musikgruppe verwendet. Eine Musikgruppe ist in der Regel als Gesellschaft bürgerlichen Rechts, kurz GbR, einzuordnen. Dafür ist kein schriftlicher Gesellschaftsvertrag nötig. Schon das gemeinsame Ziel, mit der Band wirtschaftlich erfolgreich zu sein, kann für die Gründung einer GbR genügen.
Der Bandname kann rechtlich geschützt werden. Das örtlich zuständige Patentamt kann ihn als eingetragene Marke in der Dienstleistungsklasse 41 schützen. Durch die Eintragung im Markenregister erhält die Band ein Monopolrecht an ihrem Namen: Nur sie darf ihn verwenden, und sie kann gegen andere vorgehen, die denselben Namen für Produkte oder Dienstleistungen derselben Klassen nutzen.
Das Recht am Namen nach § 12 BGB, das Recht an der geschäftlichen Bezeichnung nach § 5 MarkenG und der damit verbundene wirtschaftliche Wert, der „Good will“, gehören nach § 718 BGB zum Gesellschaftsvermögen der Band als GbR. Dieses Namensrecht steht allen Bandmitgliedern gemeinsam zu; ein einzelnes Mitglied kann darüber nicht allein verfügen (§ 719 Abs. 1 BGB). Bei der Wahl eines Bandnamens muss darauf geachtet werden, dass keine Rechte Dritter verletzt werden und der Name selbst genügend Kennzeichnungskraft besitzt. Es gibt Verwechslungsschutz nach § 15 Abs. 2 MarkenG und Bekanntheitsschutz nach § 15 Abs. 3 MarkenG.
Jedes einzelne Bandmitglied kann eine Musikgruppe durch einseitige Kündigung beenden, auch gegen den Willen der anderen Mitglieder. Eine vorübergehende Auflösung führt nach Auffassung des Hanseatischen Oberlandesgerichtes aber nicht automatisch dazu, dass die Rechte am Namen erlöschen. Entscheidend ist, ob die geschäftliche Bezeichnung weiterhin so verwendet wird, dass sie vom Publikum als Hinweis auf ein bestimmtes Unternehmen verstanden wird. Im Artikel wird dazu das Beispiel „The Beatles“ genannt: Das Gericht ging nicht davon aus, dass die Gruppenbezeichnung nach der Trennung im September 1969 gemeinfrei geworden sei.
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