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Argument

Wer Argumente aufstellt und diese schriftlich oder mündlich vorbringt, argumentiert. In einer Erörterung werden Argumente geprüft und gegeneinander abgewogen.

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Was ist ein Argument?
  2. 2. Argumentation und Argumentationstheorie
  3. 3. Grundlegende Eigenschaften von Argumenten
  4. 4. Rhetorische Kraft und literarische Qualität
  5. 5. Deduktive Gültigkeit
  6. 6. Beispiele für deduktiv gültige Argumente

Was ist ein Argument?

Ein Argument ist eine Abfolge von Aussagen, die aus einer Konklusion und möglicherweise mehreren Prämissen besteht. Die Konklusion ist die Aussage, die durch die Prämissen begründet (auch: gestützt) werden soll. Ein Argument wird typischerweise dazu verwendet, etwas zu begründen oder jemanden zu überzeugen. Umgangssprachlich versteht man unter einem Argument oft allein die Prämissen, die die Konklusion begründen.

Argumentation und Argumentationstheorie

Mehrere aufeinander bezogene Argumente bilden eine Argumentation. Wer Argumente aufstellt, argumentiert; in einer Erörterung werden Argumente geprüft und gegeneinander abgewogen. Die Argumentationstheorie ist die Wissenschaft vom Argumentieren. Sie ist eng mit der Logik verbunden, die die objektive Gültigkeit von Argumentformen untersucht, und mit der Rhetorik, die sich damit befasst, wie Argumente überzeugend vorgebracht werden.

Grundlegende Eigenschaften von Argumenten

Argumente kann man unter verschiedenen Gesichtspunkten betrachten: den Status der Prämissen (Sind sie wahr? Gut begründet?), den Status der Konklusion (Ist sie wahr? Strittig? Normativ oder deskriptiv?) und das Verhältnis von Prämissen und Konklusion (Begründen die Prämissen die Konklusion zwingend oder zumindest wahrscheinlicher?). Diese drei Gesichtspunkte bestimmen die rationale Stärke eines Arguments. Sie kann je nach Kontext unterschiedlich sein.

Rhetorische Kraft und literarische Qualität

Zu unterscheiden von der rationalen Stärke sind die tatsächliche Überzeugungskraft (rhetorische Kraft), z. B. ob eine Person tatsächlich überzeugt wird, und die literarische Qualität, also ob das Argument unter ästhetischen Gesichtspunkten wertvoll formuliert ist.

Deduktive Gültigkeit

In einem deduktiv gültigen (deduktiv korrekten) Argument garantiert die Wahrheit der Prämissen die Wahrheit der Konklusion: Es ist unmöglich, dass alle Prämissen wahr sind und die Konklusion falsch ist. Solche Argumente sind monoton (bleiben beim Hinzufügen weiterer Prämissen gültig) und nicht ampliativ (die Konklusion geht nicht über den Gehalt der Prämissen hinaus).

Beispiele für deduktiv gültige Argumente

Beispiel: (1) Bei der Entstehung des Nördlinger Ries wurde das Mineral Coesit erzeugt. (2) Coesit entsteht nur unter den extremen Bedingungen eines Meteoriteneinschlags. Also: (3) Bei der Entstehung des Nördlinger Ries gab es einen Meteoriteneinschlag. Weitere Beispiele im Artikel sind ein Argument für Nudging, das handlungstheoretische Argument für den Materialismus und eine wirtschaftsliberale Argumentation gegen Ausgabenpolitik mit Zwischenkonklusionen.

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