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Arabischer Hip-Hop
Arabischer Hip-Hop ist Hip-Hop-Musik und arabisch(sprachig)en Ursprungs. Es gibt arabischen Hip-Hop auf Arabisch bzw. arabischen Dialekten, auf Englisch, …
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Überblick
Arabischer Hip-Hop ist Hip-Hop-Musik arabischen beziehungsweise arabischsprachigen Ursprungs. Er wird auf Hocharabisch und arabischen Dialekten, aber auch auf Englisch, Neuhebräisch, Französisch und weiteren Sprachen gerappt.
Im Maghreb entstand etwa seit 1990 eine Hip-Hop-Szene, im Nahen Osten seit Ende der 1990er Jahre. Heute wird diese Musik in der gesamten MENA-Region produziert und gehört. Kritische Künstler bewegen sich teils im Untergrund, weil ihre Stimmen in vielen Ländern zensiert werden. Je nach Land verbreitet sich Rap über Streaming-Dienste, Radio oder Fernsehen.
Entwicklung in Algerien
Als vermutlich erstes überliefertes algerisches Raplied gilt „Dschaula fi l-lail“ (arabisch جولة في الليل, DMG Ǧaula fī l-lail, „Nachtspaziergang“) von Hamidou, dem Rapper Ahmed Takdjout, aus dem Jahr 1985.
Anfang der 1990er Jahre entwickelte sich die Rapszene besonders in Algier, Oran, Annaba und Constantine. Politische Unruhen 1988, die anschließende Einführung eines Mehrparteiensystems und lokale Radiosender förderten ihre Entstehung. Rap weist zudem Gemeinsamkeiten mit algerischem Raï auf: Beide Musikformen geben Unterdrückten eine Stimme, gelten als authentisch und verwenden ungefilterte Dialektausdrücke.
Szenen in Ägypten und Marokko
In Ägypten nutzt die Gruppe MTM ägyptisches Arabisch. Ihre Mitglieder Mikey (* 1980), Taki (* 1982) und Mahmoud (* 1981) lernten sich 1997 in Alexandria kennen. Die Arabian Knightz wurden ebenfalls bekannt. Jaffa Phonix wurde 2003 von zwei palästinensischen Flüchtlingen in Ägypten gegründet; die Electro/Hop-Band singt auf palästinensischem Arabisch.
In Marokko singt Salah Edin auf Darija. Der jährlich im Juni in Casablanca stattfindende Boulevard de Jeunes Musiciens vereint Hip-Hop, Heavy Metal und Fusion. Das Festival entstand mit dem Ziel, eine alternative Musikszene aufzubauen, und wurde zu einer wichtigen Plattform für lokale Bands.
Hip-Hop im Libanon
Der Libanesische Bürgerkrieg (1975–1990) und weitere Konflikte, darunter der Libanonkrieg 2006, verzögerten die Entwicklung der Szene. Erste Rap-Alben erschienen erst in den frühen 2000er Jahren. Zu den Pionieren gehörte Aks’Ser aus Beirut; die Gruppe behandelte in ihren Texten häufig den Bürgerkrieg. Weitere Künstler der Anfangszeit waren Clotaire K, Rayess Bek sowie die Zwillingsbrüder Omar und Mohammad Kabbani, die als Ashekman rappen und Streetart herstellen.
2015 schätzte Mad Prophet die Szene auf höchstens 30 Rapper im ganzen Land. Ihr Zentrum ist Beirut. Zugleich bestehen enge Verbindungen zu Hip-Hop-Szenen der Levante, Israels und der Palästinensergebiete, Jordaniens, Syriens, Ägyptens und der arabischen Golfstaaten.
Spätestens seit 2013 gibt es eine lebhafte Battle-Rap-Szene. Battle-Rap bezeichnet wettbewerbsartige Rap-Auftritte gegeneinander. 2015 entstand die Veranstaltungsreihe The Arena durch die Zusammenarbeit des libanesischstämmigen Battlerappers Dizaster mit lokalen Künstlern.
Palästinensischer Rap
DAM, die Band von Tamer Nafar, gilt als erste Rap-Gruppe Palästinas. Ihr erstes Album „Dedication“ erschien am 17. November 2006. Daneben werden unter anderem MWR, Arapeyat, Jabbar, the P.R. Palestinian Rapperz, die N.O.M.A.D.S, Ramallah Underground und the Philistines genannt.
Weitere Länder und internationale Bezüge
Aus Bahrain kommt DJ Outlaw. Der irakische Rapper NiZ-R lebt in Jordanien und rappt sowohl auf irakischem als auch auf libanesischem Arabisch. In Kuwait singt die populäre Band Army of One auf Englisch; ihr Album „Reprezentin“ wurde in der Region erfolgreich vermarktet.
Aus Syrien stammt Bu Kolthoum, der heute in den Niederlanden lebt. Der Artikel nennt außerdem Rapper, Produzenten und DJs arabischen Ursprungs, die in verschiedenen Ländern aktiv sind, etwa in Frankreich, Belgien, Deutschland und den USA. Dies zeigt, dass arabisch geprägter Hip-Hop auch über die MENA-Region hinaus vernetzt ist.