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Anbauregionen für Olivenöl

Anbauregionen für Olivenöl · 1 Mittelmeerraum. 1.1 Spanien; 1.2 Portugal; 1.3 Marokko; 1.4 Algerien; 1.5 Tunesien; 1.6 Libyen; 1.7 Ägypten; 1.8 Israel · 2 Amerika.

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Überblick über den Olivenölanbau
  2. 2. Iberische Halbinsel und westlicher Mittelmeerraum
  3. 3. Östlicher und südlicher Mittelmeerraum
  4. 4. Italien und der Adriaraum
  5. 5. Amerika
  6. 6. Australien, Neuseeland und Ostasien

Überblick über den Olivenölanbau

Olivenöl wird überwiegend in den Mittelmeerstaaten erzeugt. Klima, Boden und kulturelle Voraussetzungen begrenzen die Zahl der Landschaften, die den größten Teil der Produktion liefern. Zugleich wächst der Anbau in Amerika, Australien, Ostasien und einzelnen europäischen Gebieten außerhalb des Mittelmeerraums, etwa in Ungarn. Weltweit wird Olivenöl auf 30 Millionen Hektar Land produziert; die Gesamtproduktion hat sich zwischen 1990 und 2010 etwa verdreifacht.

Die Regionen unterscheiden sich vor allem durch Olivensorten, Anbaudichte, Erntemengen und geschützte Herkunftsbezeichnungen. Öl- und Tafeloliven sind nicht immer dieselben: Manche Sorten werden vor allem zu Öl verarbeitet, andere überwiegend als Speiseoliven genutzt.

Iberische Halbinsel und westlicher Mittelmeerraum

Spanien besitzt 23 offiziell anerkannte Anbau- und Erzeugerregionen mit der geschützten Ursprungsbezeichnung Denominación de Origen Protegida (DOP) für aceite de oliva virgen. Der Schwerpunkt liegt in Andalusien, das 90 % der Erträge liefert. Für Spanien werden 215 Millionen Olivenbäume in zehn Anbauregionen genannt. Picual stellt allein rund die Hälfte der Ernte und ist robust; ihr Geschmack kann je nach Anbaugebiet stark variieren. Weitere wichtige Sorten sind Arbequina, Cornicabra mit rund einem Achtel der Gesamternte und Hojiblanca mit rund einem Sechstel. Arbequina gilt als fruchtig, mild und leicht süßlich; Hojiblanca schmeckt zartbitter und pikant nach Kräutern.

In Portugal stammen zwei Drittel der Oliven aus dem Alentejo. Sieben Regionen tragen ein von der EU anerkanntes Herkunfts- und Qualitätssiegel Denominação de Origem Protegida. 2011 gab es 430.000 ha Olivenhaine und 1472 Ölmühlen; die Ölproduktion lag zwischen 50.000 und 80.000 t. Bis etwa 2005 basierten vier Fünftel der Ernte auf Galega, daneben auf Cordovil und Carrasquenha. Durch den Alqueva-Damm, günstige Kredite und billiges Land nahm die industrielle Produktion zu: Der Alentejo erreichte 77 % der portugiesischen Ölproduktion und 85 % der Olivenhaine. Spanische Unternehmen erzeugen inzwischen die Hälfte des Alentejoöls; Arbequina und Hojiblanca herrschen vor. Dies setzt kleine traditionelle Betriebe unter Preisdruck.

In Marokko werden mehr als 90 % des Öls aus Baldi Picholine beziehungsweise Picholine Marocaine gewonnen. Bis 2013 bestanden 600.000 ha Olivenhaine in 400.000 Betrieben; sie lieferten 60.000 bis 108.000 t Öl. Daneben gab es 350 Ölmühlen und 16.000 traditionelle Pressen. In Algerien wuchsen 2013 auf 300.000 ha Olivenhaine, davon 240.000 ha für Öl, und 1650 Ölmühlen produzierten jährlich 50.000 bis 70.000 t. In der Kabylei wächst praktisch nur Chemlal.

Frankreich hat sieben geschützte Herkunftsbezeichnungen AOP für Olivenöl. Wichtige Sorten sind Picholine im Département Gard, die ein sehr fruchtiges Öl liefert, Aglandau um Marseille mit kräftigem Öl, Tanche um Nyons mit mildem Mandelgeschmack sowie Cailletier um Nizza. Frankreich führte als erstes Land eine amtliche Herkunftsbezeichnung ein, die Unverfälschtheit, Qualität, Sorte und Herkunft der Oliven garantiert.

Östlicher und südlicher Mittelmeerraum

Tunesien baut vor allem Chemlali und Chetoui an. Die kleine Chemlali aus der heißen und trockenen Region Sfax liefert mildes Öl mit leichtem Geschmack nach grünen Mandeln. Dort erlauben die trockenen Bedingungen nur 17 Bäume je Hektar. Die größere Chetoui aus Nordtunesien ergibt fruchtiges, leicht bitteres Öl; dort wachsen 100 bis 150 Bäume je Hektar. 95 % der Haine werden traditionell und ohne Pestizide gepflegt, doch nur wenige Produzenten sind als ökologisch lizenziert. Der EU-Marktzugang ist begrenzt; 2015 schlug die Europäische Kommission bis Ende 2017 ein zusätzliches zollfreies Kontingent von jährlich 35.000 t vor, zusätzlich zu 56.700 t aus dem Assoziationsabkommen.

In Libyen standen 2013 mehr als 8 Millionen Olivenbäume, aus denen 32.000 t Öl gewonnen wurden; wichtig ist Arbequina. Nur 20 % der Bäume dienen der Ölproduktion, der Rest Tafeloliven. Nach 7.000 t 1990/91 wurden 2018/19 wieder 18.000 t erzeugt. Ein Exportverbot von 2017 sollte verhindern, dass zu viel billiges Öl ausgeführt wird und im Inland teureres Öl importiert werden muss. Ägypten erzeugt Öl unter anderem aus Picual, Manzanilla, Kalamata, Aggezi und Hamed Siwi. 2011 dienten etwa drei Viertel von 50.000 ha Olivenhainen Tafeloliven; durchschnittlich entstanden 14.000 t Öl pro Jahr.

In Israel gehören Souri, Barnea, Maalot, Nabali Baladi und Nabali Muchasan zu den häufigsten Sorten; Souri wird höher bewertet als Barnea. Jordanien hatte 2011 120.000 ha Olivenhaine, produzierte durchschnittlich 20.000 t Öl und baut vor allem Rasi'i an. Im Libanon ist Souri die wichtigste Sorte, daneben Beladi und Ayrouni; 2013 gab es etwa 500 Ölmühlen, 55.000 bis 60.000 ha Anbaufläche und rund 18.000 t Ernte. Syrien nannte 2013 vor allem Zaiti, Sorani, Chodieri, Doebli, Dan und Jlot; von 922 Ölpressen arbeitete die Hälfte noch traditionell.

Die Türkei baut mehr als 50 Sorten an. Zu den wichtigen Öl-Oliven zählen Çakir, Gemlik, Memecik, Memeli, Ayvalik und Erkence; manche davon werden auch als Tafeloliven verwendet. 2011 gab es 500.000 ha Haine und durchschnittlich 145.000 t Öl, von denen etwa ein Fünftel exportiert wurde. Ein Ausfuhrverbot von März bis August 2021 verringerte die Ausfuhren. Griechenland besitzt mehr als 50 Sorten und hatte 2011 etwa 750.000 ha Anbaufläche. Bedeutende Gebiete sind die Peloponnes sowie Kreta, Kefalonia und Lesbos. Koroneiki liefert rund 85 % der kretischen Erträge und wird häufig zu Öl verarbeitet.

Italien und der Adriaraum

Italien hatte 2015 schätzungsweise 250 Millionen Olivenbäume. 2013 betrug der Umsatz der Branche 2 Milliarden €, die Exporte 1,38 Milliarden €. Mit 9,96 kg je Kopf und Jahr waren die Italiener die drittgrößten Olivenöl-Konsumenten. Das Land besitzt etwa 300 Sorten. Bekannte Beispiele sind Taggiasca aus Ligurien mit mildem Fruchtaroma sowie Anklängen von Mandeln und Pinienkernen, Coratina aus Apulien mit kräftigem Geschmack und Ogliarola, ebenfalls aus Apulien, mit zartem Kräuterduft. Weit verbreitet sind außerdem Leccino, Frantoio und Carolea.

Die Sortenvielfalt verteilt sich auf viele Regionen: Coratina und Ogliarola sind für Apulien wichtig, Taggiasca für Ligurien, Biancolilla und Nocellara für Sizilien, Bosana für Sardinien sowie Frantoio, Leccino und Moraiolo für Toskana und Umbrien. Olivenöl diente in Italien nicht nur der Ernährung, sondern teilweise auch der Tuchindustrie, als Leuchtmittel und als Maschinenfett.

In Kroatien ist Oblica beziehungsweise Oblitza die häufigste Sorte; sie wird je nach Erntezeit grün oder schwarz angeboten. In Istrien und an der Kvarner Bucht wachsen unter anderem Bijelica, Crnica und Slivnjaca, seit 1940 auch Leccino. In Bosnien-Herzegowina breitete sich die Ölproduktion nach 2000 von Neum in weitere Teile der Herzegowina aus. Um Ljubuški wurden zwischen 2003 und 2018 etwa 300 ha neu bepflanzt. Oblica, Istarska bjelica, Leccino und Pendolino bilden dort 90 % der Bestände.

Amerika

In Argentinien wird Öl vor allem im Nordwesten, insbesondere in San Juan, San Luis, Mendoza und Córdoba, erzeugt. Arauco ist eine große, fleischige Sorte für Tafeloliven und Öl; 2011 war Arbequina am weitesten verbreitet. Bei etwa 100.000 ha Olivenhainen bestanden 2011 83 Ölmühlen und eine Jahresproduktion von etwa 30.000 t. Für 2018/19 werden etwa 20.000 t genannt, nach 43.500 t im Vorjahr; von diesen gingen 36.500 t in den Export. Argentinien war damit der drittgrößte Belieferer der USA.

Brasilien ist weiterhin stark auf Importe angewiesen, obwohl die eigene Produktion zwischen 2004 und 2014 auf das Fünffache stieg. 2014 wurden 73.000 t importiert, 90 % davon nach São Paulo; der Verbrauch lag bei 300 g je Kopf und Jahr. In Brasilien dominiert Koroneiki. In Chile begann der kommerzielle Anbau in den 1940er Jahren, die ersten Öle kamen 1953 auf den Markt. Coratina herrscht vor; etwa die Hälfte des Öls stammt aus Arbequina, gefolgt von Frantoio, Arbosana, Picual und Leccino.

Mexiko produziert vor allem in Sonora und in geringerem Umfang in Tamaulipas; rund 95 % des Öls basiert auf Manzanilla. Der Verbrauch stieg von 12.000 t 2010 auf 22.000 t 2019. Uruguay baut vor allem Arbequina an und hatte 8500 ha Haine. Nach nur 295 t in der schlechten Ernte 2019/20 erholte sich die Produktion auf 1900 t; nur 10 % des Bedarfs werden im Inland gedeckt. Die USA tragen nur 0,5 bis 1 % zur Weltproduktion bei. Etwa 700 Betriebe auf 11.000 ha erzeugten 2011 rund 4000 t, während 238.000 t importiert wurden; 70 % der US-Produktion beruhten auf Arbequina.

Australien, Neuseeland und Ostasien

Australien baut zahlreiche Sorten an. Dazu gehören Arbequina, die ölgeeignete israelische Barnea, Frantoio und ihre verwandten Sorten, Kalamata, Koroneiki, Leccino, Manzanilla, Nevadillo Blanco und Verdale. Barnea kann dort mit 400 Bäumen je Hektar sehr dicht gepflanzt werden. Frantoio liefert bei guten Erträgen hochwertiges, kräftig schmeckendes und bis zu zwei Jahre haltbares Öl, das deshalb oft mit anderen Ölen gemischt wird. Hardy’s Mammoth ist eine australische Besonderheit: eine große Olive, die vor allem als Tafelolive verwendet wird. Südaustralische Verdale wiegt 7 bis 10 g, doch manche Früchte haben nur 7 % Ölanteil. Neuseeland bevorzugt Frantoio und Koroneiki.

China nutzt einheimische Sorten wie Ezhi-8 und Yuntai sowie Coratina, Frantoio, Leccino, Ottobratica, Picual, Barnea und Koroneiki. Die Anbaugebiete liegen im Südwesten auf Mittelmeerhöhe, sind aber im Winter trockener und im Sommer feuchter als der Mittelmeerraum. Etwa 70 % des Jahresniederschlags fallen im Sommer; jährlich gibt es 300 bis 500 mm mehr Regen, und die Gebiete liegen durchschnittlich 500 m höher. In Japan werden vor allem Lucca und Mission angebaut.

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