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Arides Klima

Voll aride Gebiete sind meist heiße Wüsten der Tropen und Subtropen. Auf winterkalte Wüsten der Mittelbreiten trifft dies nur in wenigen Fällen zu …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Definition und Grundlagen
  2. 2. Vollarid und semiarid
  3. 3. Kennzeichen und Verbreitung
  4. 4. Tropisch/subtropische und polare Aridität
  5. 5. Ökophysiologische Klassifikation
  6. 6. UNEP-Klimaklassifikation

Definition und Grundlagen

Arides Klima (lateinisch aridus: trocken, dürr), auch Trocken- oder Wüstenklima genannt, bezeichnet nach einer häufig verwendeten Definition trockene Klimate, bei denen die Summe der jährlichen Niederschläge (im 30-jährigen Mittel) geringer ist als die gesamte mögliche Verdunstung über unbelebte und Pflanzenoberflächen (Evapotranspiration). Dadurch sinken Luft- und Bodenfeuchte. Das aride Klima ist das Gegenteil des humidem Klimas (feuchtes Klima).

Vollarid und semiarid

Ein vollarides Gebiet liegt ganzjährig außerhalb der klimatischen Trockengrenze, also dort, wo Verdunstungsmenge gleich Niederschlagsmenge ist (vgl. BW-Klimate und Trockengrenze nach Köppen). Aride Klimate, die regelmäßig zeitweise jenseits dieser Grenze liegen und mehr Niederschlag erhalten, heißen semiarid. Bei monatlicher Betrachtung gilt: vollarid, wenn Niederschlag < Verdunstung für zehn bis zwölf Monate im Jahr; semiarid, wenn dies für mehr als sechs bis weniger als zehn Monate gilt. Semiaride Klimate, die über Jahressummen ermittelt wurden, können nach Zeitvergleich noch semihumid sein (vgl. BS-Klimate nach Köppen).

Kennzeichen und Verbreitung

Typisches Kennzeichen vollarider Gebiete ist ihre Abflusslosigkeit: Flüsse verdunsten im Verlauf vollständig (Beispiel Okavangodelta) oder enden in abflusslosen Seen oder Salzpfannen, etwa im Urmiasee oder Aralsee. Die meisten Trockengebiete liegen im tropisch/subtropischen Wüstengürtel, weil die Passatwinde nur bis zu den Rossbreiten gelangen; aride Klimate gibt es aber in allen anderen Klimazonen und Gebirgsklimaten. Eine Faustregel für Vollwüsten aller Klimazonen (ohne Berücksichtigung der Verdunstungsrate) sind Niederschläge unter 50 mm pro Jahr.

Tropisch/subtropische und polare Aridität

Je wärmer die Luft, desto mehr Feuchtigkeit kann sie halten, desto größer ist aber auch die Niederschlagsintensität (Beispiel: tropischer Zenitalniederschlag) und die Luftfeuchtigkeit, was grundsätzlich Pflanzenwuchs und Vegetationsüppigkeit fördert. In Richtung Polarregionen sind die bodennahen Luftmassen kälter und halten deutlich weniger Wasser: Es regnet öfter, aber mit geringerer Intensität, und die Vegetation hängt stärker von thermischen Faktoren und jahreszeitlichem Wechsel ab. Die Summe aus Jahresniederschlag und Landverdunstung sinkt polwärts: Ein arides Subtropenklima mit Jahreswasserbilanz −10 mm ergibt sich aus 100 mm Niederschlag und 110 mm Verdunstung, ein arides Polarklima mit ebenfalls −10 mm aus 30 mm Niederschlag und 40 mm Verdunstung.

Ökophysiologische Klassifikation

Die ökophysiologische Klimaklassifikation nach Lauer, Rafiqpoor und Frankenberg definiert Humidität bzw. Aridität nach der Dauer der hygrischen Vegetationszeit in Monaten. Lauer und Frankenberg unterscheiden: perarid (0 Monate), arid (1 bis 2 Monate), semiarid (3 bis 4 Monate).

UNEP-Klimaklassifikation

Nach UNEP (United Nations Environment Programme) wird klimatische Trockenheit durch den Ariditätsindex AI definiert: der Quotient aus jährlichem Niederschlag und jährlicher potenzieller Evapotranspiration. Er ist dimensionslos; für Trockengebiete gilt AI ≤ 0,65. Einteilung: hyperarid < 0,05; arid 0,05–0,2; semiarid 0,2–0,5; dry subhumid 0,5–0,65. Von 1961 bis 1990 umfassten die Trockengebiete nach UNEP-Klimaindex 51 Millionen km² (41 % der Landoberfläche) mit Lebensraum für mehr als 1/3 der Menschheit; bis Ende des 21. Jahrhunderts wird ein Anwachsen auf 58 Millionen km² erwartet.

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