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An American Dream (Oper)

An American Dream (deutsch: „Ein amerikanischer Traum“) ist eine Oper in einem Akt von Jack Perla (Musik) mit einem Libretto von Jessica Murphy Moo.

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Werk und Thema
  2. 2. Verlust des Hauses und Internierung
  3. 3. Rückkehr und Wahrheit
  4. 4. Musikalische Gestaltung
  5. 5. Entstehung und Aufführungsgeschichte

Werk und Thema

An American Dream („Ein amerikanischer Traum“) ist eine englischsprachige Oper in einem Akt von Jack Perla mit einem Libretto von Jessica Murphy Moo. Sie dauert etwa eine Stunde und spielt von 1942 bis 1945 auf einer Insel im Puget Sound im Nordwesten der USA. Im Mittelpunkt steht die Internierung japanischstämmiger Amerikaner während des Zweiten Weltkriegs und deren Folgen für eine Familie.

Die Uraufführung war am 21. August 2015 in der McCaw Hall der Seattle Opera. Die Hauptfiguren sind die japanischstämmige Familie Kobayashi mit Setsuko, ihrem Vater Makoto und ihrer Mutter Hiroko sowie das Ehepaar Eva und Jim Crowley. Eva ist eine aus Nazi-Deutschland geflohene Jüdin; Jim ist ein irisch-amerikanischer Kriegsveteran.

Verlust des Hauses und Internierung

Im März 1942 wollen Jim und Eva Crowley ein Haus kaufen, um den Krieg hinter sich zu lassen. Es gehört dem in den USA geborenen Erdbeerfarmer Makoto Kobayashi und wird von ihm, seiner Frau Hiroko und der minderjährigen Tochter Setsuko bewohnt. Die Kobayashis erfahren, dass das FBI Einwohner japanischer Herkunft festnimmt und interniert. Grundlage ist die von Präsident Franklin D. Roosevelt unterzeichnete Executive Order 9066. Aus Angst verbrennt die Familie Gegenstände, die eine Verbindung zu Japan zeigen könnten; Setsuko versteckt ihre Puppe, ein Erbstück ihrer Großmutter.

Jim nutzt die Notlage aus und bietet für das Haus einen beleidigend niedrigen Preis. Als FBI-Agenten Makoto festnehmen, unterschreibt dieser hastig den Kaufvertrag. Zwei Monate später müssen auch Hiroko und Setsuko ins Internierungslager. Ein Brief aus Deutschland, der an Eva gerichtet ist, trifft noch im Haus ein. Weil die Crowleys die Adresse schon nutzen, hält Setsuko ihn zurück.

Rückkehr und Wahrheit

Jim und Eva beziehen das Haus und hoffen weiterhin auf die Ankunft von Evas Eltern aus Deutschland. Eva findet Setsukos Puppe unter einem Fußbodenbrett. Gegen Jims Wunsch wirft sie diese nicht weg, sondern versteckt sie wieder, um sie nach dem Krieg zurückzugeben. Im Mai 1945 hört Eva im Radio von der Kapitulation Deutschlands.

Im Internierungslager schreibt Eva Setsuko wegen der Puppe. Die schwer kranke Hiroko glaubt auf Grund von Setsukos Darstellung, der Brief komme von Makoto und die Familie werde bald wieder zu Hause sein. Hiroko erzählt ihrer Tochter erneut von ihren gemeinsamen Träumen mit Makoto: einem eigenen Haus und einem Kind. Im August 1945 berichtet das Radio über Präsident Trumans Beschluss, die Atombombe einzusetzen; Setsuko bereitet ihre Rückkehr vor.

Im September 1945 kommt Setsuko zum ehemaligen Haus. Ihre Mutter ist im Lager gestorben, und sie hat keine andere Heimat. Jim will sie fortschicken, doch Eva setzt sich für sie ein und erfährt dabei, dass Jim den Kauf durch Ausnutzung der Notlage der Kobayashis erzwungen hatte. Eva gibt Setsuko die Puppe zurück. Setsuko übergibt ihr dafür den seit drei Jahren ungeöffneten Brief aus Deutschland: Evas Eltern wurden vor ihrem Haus auf der Straße erschossen.

Musikalische Gestaltung

Die acht Szenen werden durch wiederkehrende musikalische und textliche Motive verbunden. Das nahezu symbolistische Libretto verbindet Rezitative, also gesangsnahe sprachliche Passagen, mit ariosen, stärker melodisch geprägten Abschnitten. Perla wollte zugleich eine „Nordwest-Impression“ schaffen und das japanische Erbe einzelner Figuren ausdrücken. Er beschrieb die Musik als „klare transparente Texturen, zart gefärbt, und pastorale Klänge, gestört und verunsichert durch Dissonanzen, die wie vorbeiziehende Wolken in und aus dem Fokus geraten“.

Die Seattle Times hörte Einflüsse von Claude Debussy und Philip Glass und nannte den Stil „voller impressionistischer und minimalistischer Impulse, überspült mit Farben und wiederholten motorischen Elementen“. Perla verwendet keine direkten musikalischen Anleihen aus ethnischer Musik. Dadurch werden die ethnischen Unterschiede der Figuren abgeschwächt und die Handlung soll allgemeiner wirken.

Als Kammeroper ist das Werk für Flöte, Oboe, Klarinette, Fagott, zwei Hörner, Trompete, Schlagwerk/Pauken, Harfe, Klavier und ein Streicherquintett oder Streichorchester gesetzt. Es gibt außerdem eine Quartett-Fassung für Klarinette, Violine, Violoncello und Klavier.

Entstehung und Aufführungsgeschichte

Die Seattle Opera gab die Oper in Auftrag. Ausgangspunkt war eine Bürgerumfrage der Oper von 2011: Menschen sollten angeben, welchen Gegenstand sie bei einem endgültigen Verlassen ihres Zuhauses mitnehmen würden und warum. Antworten der in Tule Lake internierten japanischstämmigen Amerikanerin Mary Matsuda Gruenewald (1925–2021) und der aus Deutschland geflohenen Jüdin Marianne Weltmann (1930–2024) wurden Vorbilder für Setsuko und Eva. Genannt wurden ein Buch, das Weltmann auf ihrer Flucht mitgenommen hatte, und ein Gurkenglas mit von Gruenewald gesammelten Muscheln.

Während der Entwicklung verlagerte sich der Schwerpunkt von diesen Gegenständen auf den Wunsch beider Frauen, in den USA heimisch zu werden. Ein weiteres Thema ist „Othering“, die Ausgrenzung bestimmter Bevölkerungsgruppen: im nationalsozialistischen Deutschland der Juden und in den USA der japanischstämmigen Einwohner. Die Oper wendet sich gegen eine vereinfachende offizielle Geschichtsschreibung und thematisiert Kriegspropaganda, die Japaner karikierte und damit Einschränkungen ihrer Rechte rechtfertigte.

Bei der Uraufführung dirigierte Judith Yan, Regie führte Peter Kazaras. Anschließend wurde das Werk vor allem an US-amerikanischen Opernhäusern und Musikhochschulen gespielt; Aufführungen gab es von 2017 bis 2024, im November 2024 auch in Tokio. Videomitschnitte dokumentieren unter anderem Produktionen der Virginia Opera von 2019 sowie der Jacobs School of Music und der Manhattan School of Music von 2024.

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