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Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

1077

Heinrich bittet Mathilde und seinen Taufpaten Abt Hugo von Cluny um Vermittlung König Heinrich IV. begibt sich auf den „Gang nach Canossa“. Gregor VII.

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Kernereignis im Reich: Canossa und Gegenkönigtum
  2. 2. Weitere Entwicklungen im Reich und in Europa
  3. 3. Krise in Byzanz und Krieg in Ostasien
  4. 4. Religion und Natur
  5. 5. Geborene und Gestorbene

Kernereignis im Reich: Canossa und Gegenkönigtum

Der wichtigste Vorgang des Jahres 1077 im Heiligen Römischen Reich ist der Investiturstreit. Vom 25. bis 28. Januar wird König Heinrich IV. auf der Burg Canossa in Oberitalien von Papst Gregor VII. vom Kirchenbann gelöst. Vorausgegangen ist, dass Heinrich seine Bußfertigkeit zeigt; dies wird als „Gang nach Canossa“ bezeichnet.

Die Bannlösung beendet den politischen Konflikt jedoch nicht. Am 15. März wählen oppositionelle Adelige in Forchheim den Schwabenherzog Rudolf von Rheinfelden zum Gegenkönig. Dabei fordern die Fürsten erstmals auch Wahlversprechen ein. Rudolf wird entweder am 26. März oder am 7. April durch den Mainzer Erzbischof Siegfried I. von Eppstein im Mainzer Dom gekrönt. Im Herbst beginnen erstmals militärische Auseinandersetzungen zwischen Heinrich IV. und Rudolf von Rheinfelden.

Weitere Entwicklungen im Reich und in Europa

Im Reich verwüstet der steirische Markgraf Adalbero, ein Bruder Otakars, die Stadt Friesach, die von den Salzburger Erzbischöfen gegründet worden war. Im Erzstift Salzburg lassen Landesfürst Erzbischof Gebhard I. von Helffenstein und sein Nachfolger die Festung Hohensalzburg errichten. Zu ihr gehören ein romanischer gemauerter Palas, ein Wohnturm als heutiger Kern des Hohen Stocks, eine kleine Kirche und ein Nebengebäude.

In Ungarn folgt Ladislaus I. nach dem Tod seines Bruders Géza I. als König. Robert, der älteste Sohn Wilhelms des Eroberers, beginnt eine Rebellion gegen seinen Vater. Das langobardische Fürstentum Salerno endet, nachdem Fürst Gisulf II. dem Normannen Robert Guiskard unterworfen wird. Salerno wird Hauptstadt von Guiscards Herzogtum aus Apulien, Kalabrien und Sizilien. Durch die päpstliche Belehnung des Bischofs von Pisa wird Korsika pisanische Kolonie.

Schlanders wird erstmals urkundlich erwähnt.

Krise in Byzanz und Krieg in Ostasien

Im Byzantinischen Reich schließt Kaiser Michael VII. mit den Seldschuken einen für Byzanz äußerst ungünstigen Vertrag über großflächige Gebietsabtretungen in Anatolien. General Johannes Bryennios löst deshalb in Adrianopel eine Rebellion gegen den Kaiser und dessen mächtigen Minister Nikephoritzes aus.

Im Oktober lässt sich Johannes’ Bruder Nikephoros Bryennios in Traianopolis zum Gegenkaiser ausrufen, nachdem er von seiner geplanten Absetzung als Dux von Dyrrhachion erfahren hat. Im November kontrollieren die Brüder fast ganz Makedonien und Thrakien und ziehen gegen Konstantinopel. Nikephoros Basilakes, der sie aufhalten soll, verständigt sich nach einem kurzen Scharmützel mit ihnen. Da die Bryennoi die Vororte plündern lassen, wächst in Konstantinopel der Widerstand. Michael VII. erreicht schließlich ihren Rückzug nach Thrakien.

Im Frühjahr stoppt der vietnamesische General Lý Thường Kiệt in der Schlacht am Như-Nguyệt-Fluss, dem heutigen Cầu-Fluss, eine chinesische Song-Armee unter General Guo Kui. Die Armee war im Vorjahr weit nach Vietnam vorgedrungen. Wegen hoher chinesischer Verluste durch Krankheiten und des anhaltenden vietnamesischen Widerstands schließen beide Seiten einen Waffenstillstand. Die Song-Truppen ziehen sich zurück; Đại Việt bewahrt seine Unabhängigkeit, und in den folgenden Jahren wird verhandelt.

Religion und Natur

Im heutigen Rumänien wird das lateinische Bistum Magnovaradinensis Latinorum gegründet. Außerdem tritt eine Seegfrörni ein: Der Bodensee ist vollständig zugefroren.

Geborene und Gestorbene

Geboren werden Ibn Tūmart, islamischer Reformer und Begründer der Bewegung der Almohaden († 1130), sowie Josef ibn Migasch, spanischer Rabbiner († 1141).

Mit gesichertem Todesdatum sterben Johan II. van Arkel am 7. Januar, Géza I., König von Ungarn, am 25. April, Gertrud die Ältere von Braunschweig am 21. Juli, der Patriarch von Aquileia Sieghard am 12. August, der byzantinische General und Hofwürdenträger Andronikos Dukas am 14. Oktober, der Straßburger Bischof Werner II. am 14. November, der Bischof und katholische Heilige Gerald von Ostia am 7. Dezember sowie Agnes von Poitou, Regentin des Heiligen Römischen Reichs, am 14. Dezember.

Das genaue Todesdatum ist bei Shao Yong, chinesischem Philosophen, Dichter, Kosmologen und Historiker, sowie bei Zhang Zai, chinesischem Moralphilosophen und Kosmologen, nicht bekannt.

Lernvideos zu 1077

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Investiturstreit Jahr 1077 erfolgten Bußgang nach Canossa. Die weitere Entwicklung der Auseinandersetzung vom Bußgang nach Canossa an bis zu Tod Gregors VII. Gang nach Canossa … Heinrich IV. (HRR) Der Gang nach Canossa 1077, wo sich der König unterwarf und vom Bann gelöst wurde, gilt als Höhepunkt der Auseinandersetzung mit dem Papsttum. Gang nach Canossa Als Gang nach Canossa bezeichnet man den Bitt- und Bußgang des römisch-deutschen Königs Heinrich IV. von Dezember 1076 bis Januar 1077 zu Papst Gregor VII. Canossa (Burg) Hier trat im Januar 1077 König Heinrich IV. auf seinem Gang nach Canossa Papst Gregor VII. entgegen, um die Lösung vom Kirchenbann zu erreichen. Islamischer Kalender Der islamische Kalender wird heute vorwiegend für religiöse Zwecke benutzt. Der Ramadan und die anderen insgesamt zwölf Mondmonate des Kalenders beginnen in … Jüdischer Kalender Jom Kippur ist der einzige Fasttag, der auch an einem Schabbat begangen wird – die anderen Fasttage werden verschoben, sollten sie auf einen Schabbat fallen. Canossasäule Die Canossasäule ist ein Denkmal auf dem Großen Burgberg südlich oberhalb der Kernstadt von Bad Harzburg im niedersächsischen Landkreis Goslar. Papst Papst ist der deutschsprachige geistliche Titel für den Bischof von Rom als Oberhaupt der katholischen Kirche, bestehend aus der römisch-katholischen Kirche … Byzantinisches Reich Die Geschichte des Reiches war vom Abwehrkampf gegen äußere Feinde geprägt, der seine Kräfte erheblich beanspruchte und seine Ressourcen in der Spätzeit … Konstantinopel Die Stadt Konstantinopel (heute Istanbul) wurde von dorischen Siedlern aus dem griechischen Mutterland um 660 v. Chr. unter dem Namen Byzantion (Byzanz, … Werner II. von Achalm Eingesetzt von König Heinrich IV. und vom Papst deshalb der Simonie bezichtigt, war er persönlich vom Investiturstreit betroffen und begleitete Heinrich IV.