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Werner II. von Achalm
Eingesetzt von König Heinrich IV. und vom Papst deshalb der Simonie bezichtigt, war er persönlich vom Investiturstreit betroffen und begleitete Heinrich IV.
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Überblick
Werner von Achalm, als Bischof Werner II. genannt, lebte um 1048/49 bis zum 14. November 1077. Er war von 1065 bis 1077 Bischof von Straßburg. König Heinrich IV. setzte ihn im Alter von erst 16 Jahren ein. Weil diese Einsetzung als Simonie, also als unerlaubter Erwerb oder Handel mit geistlichen Ämtern, galt und Werner den Zölibat nicht einhielt, geriet er in Konflikt mit dem Papsttum.
Seine Amtszeit fiel in den Investiturstreit. Dabei stritten Papst Gregor VII. und König Heinrich IV. darüber, wer Bischöfe einsetzen und über kirchliche Ämter bestimmen durfte. Werner stand auf der Seite Heinrichs IV. und wurde schließlich exkommuniziert, also aus der kirchlichen Gemeinschaft ausgeschlossen. Da er ohne Versöhnung mit dem Heiligen Stuhl starb, fehlt sein Name im Nekrolog des hohen Stiftes Straßburg.
Herkunft und frühe Stellung
Werner war ein Enkel des Grafen Egino I., des Älteren, von Dettingen, Grafen von Achalm und Urach, und ein Sohn von Graf Rudolf I. von Achalm und Adelheid von Wülflingen. Seine Mutter war eine Tochter des Grafen Liutold von Mömpelgard und Schwester des Erzbischofs Hunfried von Ravenna. Werner hatte neun Geschwister; zwei starben als Kinder.
Seine Brüder Kuno von Achalm-Wülflingen und Liutold von Achalm übernahmen die Grafschaften Achalm und Wülflingen und stifteten das Kloster Zwiefalten. Auch weitere Familienmitglieder wirkten im Elsass: Seine Schwester Beatrix wurde Äbtissin von Eschau; über seine Schwester Mathilde beziehungsweise Mechthild von Horburg entstanden die elsässischen Grafen von Horburg. Werner wurde im Januar 1065 zum Bischof von Straßburg eingesetzt.
Konflikt mit Papst und Reformen
Werner unterstützte König Heinrich IV. politisch gegen die päpstliche Hoheit. Papst Alexander II. enthob ihn zunächst wegen unsittlichen Verhaltens provisorisch aller bischöflichen Amtsverrichtungen. Werner pilgerte als Büßer nach Rom und erhielt von Gregor VII. Verzeihung auf Probe, sofern er sich besserte. Er blieb jedoch Gegner der päpstlichen Politik, besonders des Zölibats, der Ehelosigkeit geweihter Geistlicher. Er soll andere Geistliche dazu ermuntert haben, ebenfalls eine Frau zu heiraten.
Die Kirche verurteilte Simonie und Verstöße gegen den Zölibat scharf. Papst Nikolaus II. hatte die Simonie auf der Synode von 1059/1060 als „dreifältige simonistische Häresie“ bezeichnet; der Kauf geistlicher Ämter sollte zur Entlassung aus dem Amt führen. Werner nahm am 15. August 1071 an einer Synode in Mainz teil, auf der Karl von Magdeburg wegen des simonistischen Erwerbs des Bischofssitzes von Konstanz zur Niederlegung seiner Würde gezwungen wurde.
Nach dem römischen Konzil vom 9. März 1074 wurden Werner und der ebenfalls minderjährig eingesetzte Bischof Heinrich von Speyer ihrer Ämter enthoben. Werner missachtete dies. Er erschien auch nicht vor dem Konzil vom 24. bis 28. Februar 1075, obwohl er sich dort rechtfertigen sollte. Gregor VII. schrieb deshalb am 3. September an Siegfried, den Erzbischof von Mainz, Werner sei ein „faulendes Mitglied“, von dem die Kirche gereinigt werden müsse.
Partei für Heinrich IV. und Canossa
Auf der Reichsversammlung in Worms im Januar 1076 gehörte Werner zu den Bischöfen, die Gregor VII. den Gehorsam aufkündigten. Der Papst exkommunizierte darauf neben König Heinrich IV., dem Erzbischof Siegfried I. von Mainz und weiteren Bischöfen auch Werner von Achalm. Gregor begründete den Bann gegen den König unter anderem damit, dass Heinrich wegen Vergeudung und Simonie bestrafte Bischöfe unterstütze, ein Schisma verursache und seine Fehler nicht bereue.
Als oppositionelle Fürsten Heinrich IV. am 16. Oktober 1076 in Trebur mit Absetzung drohten, reiste der König gegen Weihnachten nach Canossa. Werner begleitete ihn zusammen mit Königin Berta, dem kleinen Sohn des Königs und weiteren Freunden über Burgund und Savoyen nach Italien. Gregor VII. ließ Heinrich drei Tage im Büßergewand, dem Cilicium, und barfuß vor der Burg warten, ehe er ihn vom Kirchenbann löste. Heinrich nahm den Kampf gegen Gregors Anhänger jedoch bald wieder auf.
Tod und Bestattung
1077 wollten oppositionelle Fürsten in Forchheim Rudolf von Rheinfelden zum Gegenkönig wählen. Werner verbündete sich mit dem Basler Bischof Burchard von Hasenburg und griff die Ortenau an, ein Gebiet Bertholds von Zähringen. Berthold zwang das bischöfliche Heer zur Flucht.
Heinrich IV. beauftragte Werner anschließend, das dem römischen Stuhl nahestehende Reformkloster Hirsau zu zerstören. Nach der Hirsauer Legende fiel Werner am 14. November 1077 in Pforzheim tot vom Pferd, als er seine Krieger zum Plündern der Abtei anspornen wollte. Er war 30 oder 31 Jahre alt. Der Leichnam des exkommunizierten Bischofs wurde im Straßburger Münster in der Gruft vor dem Sankt-Lorenzen-Altar bestattet. Seine Brüder Kuno und Liutold sowie sein Neffe Werner IV. von Grüningen förderten später durch Stiftungen den Wiederaufbau des Klosters Hirsau, möglicherweise als Wiedergutmachung.