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Zeittafel zum Dreißigjährigen Krieg

Die Zeittafel zum Dreißigjährigen Krieg nennt bedeutende Ereignisse zum Dreißigjährigen Krieg und seiner Vorgeschichte. Alle Ereignisse sind nach dem …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Überblick und Einordnung
  2. 2. Vorgeschichte und Ausbruch
  3. 3. Böhmisch-Pfälzischer Krieg
  4. 4. Dänemark und kaiserliche Vorherrschaft
  5. 5. Schwedischer Krieg
  6. 6. Frankreich, Erschöpfung und Frieden

Überblick und Einordnung

Die Zeittafel nennt bedeutende Ereignisse zum Dreißigjährigen Krieg und zu seiner Vorgeschichte. Alle Daten sind nach dem Gregorianischen Kalender angegeben; bei schwedischen Ereignissen wird teilweise zusätzlich der damals in Schweden geltende Julianische Kalender genannt, der jeweils zehn Tage früher lag.

Der Dreißigjährige Krieg erscheint in der Zeittafel als eine Folge mehrerer Kriegsphasen: zunächst der Böhmisch-Pfälzische Krieg von 1618 bis 1623, dann der Dänisch-Niedersächsische Krieg von 1625 bis 1629, der Schwedische Krieg von 1630 bis 1635 und schließlich der Schwedisch-Französische Krieg von 1635 bis 1648. Zentrale Konfliktlinien sind religiöse Gegensätze zwischen katholischen und protestantischen Kräften, Machtkämpfe im Heiligen Römischen Reich, habsburgische Interessen sowie das Eingreifen auswärtiger Mächte wie Dänemark, Schweden und Frankreich.

Vorgeschichte und Ausbruch

In der Vorgeschichte ab 1606 verschärfen sich religiöse und politische Spannungen. Im Haus Habsburg kommt es zum Bruderzwist: Erzherzog Matthias und andere Habsburger erklären Kaiser Rudolf II. 1606 für geisteskrank und versuchen, Macht zu gewinnen. 1608 entsteht die Protestantische Union in Auhausen, 1609 die katholische Liga in München als Gegengewicht. Im Majestätsbrief gewährt Rudolf II. 1609 den böhmischen und schlesischen Ständen Religionsfreiheit. Nach Rudolfs Tod 1612 wird Matthias Kaiser. 1617 wird Ferdinand zum König von Böhmen gekrönt und beginnt dort eine gegenreformatorische Religionspolitik.

Der Krieg beginnt 1618 mit dem Ständeaufstand in Böhmen und dem Zweiten Prager Fenstersturz am 23. Mai. Böhmische Truppen erzielen zunächst Erfolge, etwa bei Lomnitz und bei der Eroberung Pilsens. 1619 stirbt Kaiser Matthias. Die böhmischen Stände setzen Ferdinand II. als böhmischen König ab, bilden die Böhmische Konföderation und erklären den Protestantismus zur Staatsreligion. Sie wählen Kurfürst Friedrich V. von der Pfalz zum König von Böhmen, während Ferdinand II. in Frankfurt zum Kaiser gewählt und gekrönt wird. Im Münchner Vertrag sichert Maximilian I. von Bayern dem Kaiser Unterstützung gegen die böhmischen Aufständischen zu.

Böhmisch-Pfälzischer Krieg

Die entscheidende Wende kommt 1620. Ferdinand II. beauftragt Maximilian I. von Bayern mit der Reichsexekution in Böhmen. Das bayerisch-kaiserliche Heer der katholischen Liga dringt in Österreich und Böhmen ein. Am 8. November 1620 besiegen bayerisch-kaiserliche Truppen unter Tilly das böhmisch-pfälzische Heer in der Schlacht am Weißen Berg bei Prag. Friedrich V. flieht aus Prag und verliert 1621 durch die Reichsacht seinen Status als Kurfürst. Die Protestantische Union löst sich 1621 auf, und 28 böhmische aufständische Adlige werden in Prag hingerichtet.

1622 verlagert sich der Kampf stark in die Pfalz und in benachbarte Gebiete. Es kommt zu mehreren Schlachten: Mingolsheim bringt einen Erfolg für pfälzische Truppen unter Mansfeld, Wimpfen und Höchst enden mit Siegen der katholischen Liga unter Tilly. Heidelberg wird im September 1622 durch Tilly erobert und bleibt bis 1632 unter bayerischer Besatzung; Mannheim fällt im November. 1623 wird Friedrich V. auf einem Kurfürstentag in Regensburg die Kurwürde aberkannt und auf Maximilian I. von Bayern übertragen. Die Schlacht bei Stadtlohn am 6. August 1623 endet mit einem Sieg der katholischen Liga über Christian von Halberstadt. Damit ist die erste große Phase des Krieges zugunsten von Kaiser und Liga entschieden.

Dänemark und kaiserliche Vorherrschaft

1625 beginnt mit dem Eingreifen Christians IV. von Dänemark eine neue Phase. Er wird zum niedersächsischen Kreisoberst gewählt. Im selben Jahr ernennt Kaiser Ferdinand II. Wallenstein zum kaiserlichen Oberbefehlshaber. 1626 besiegt Wallenstein Mansfeld in der Schlacht an der Dessauer Elbbrücke, während Tilly am 27. August Christian IV. in der Schlacht bei Lutter am Barenberge schlägt. Kaiserliche und ligistische Truppen gewinnen dadurch im Norden stark an Gewicht.

1627 wird Böhmen durch die Verneuerte Landesordnung zum Erbbesitz der Habsburger erklärt; die Wahlmonarchie wird abgeschafft. Kaiserliche Truppen besetzen Wismar und Pommern, 1628 folgen unter anderem die erfolglose Belagerung Stralsunds und der kaiserliche Sieg bei Wolgast gegen dänische Truppen. 1629 erlässt Ferdinand II. das Restitutionsedikt, das für die konfessionelle Ordnung im Reich große Bedeutung hat. Der Frieden von Lübeck vom 22. Mai 1629 beendet den Krieg zwischen Kaiser und Christian IV. Zugleich stimmt der schwedische Reichstag im Januar 1629 für den Eintritt in den Krieg gegen Ferdinand II., während der Waffenstillstand von Altmark den schwedisch-polnischen Krieg für sechs Jahre beendet und Schweden Livland erhält.

Schwedischer Krieg

1630 landen die Schweden unter Gustav II. Adolf mit etwa 13.000 Mann bei Peenemünde auf Usedom und besetzen Stettin; bald kontrollieren sie Pommern. Auf dem Regensburger Kurfürstentag wird Wallenstein als Oberbefehlshaber entlassen. 1631 sichert Frankreich Schweden im Vertrag zu Bärwalde Subsidien zu. Das Jahr bringt schwere Kämpfe: Tilly erobert Magdeburg, das fast völlig zerstört wird; es gibt etwa 20.000 Tote unter der Zivilbevölkerung. In der Schlacht bei Breitenfeld am 7./17. September 1631 erleidet Tilly gegen das schwedisch-sächsische Heer unter Gustav II. Adolf eine schwere Niederlage. Danach ziehen die Schweden bis nach Bayern vor, besetzen unter anderem Erfurt, Würzburg, Mainz und weitere Orte. Wegen der militärischen Lage wird Wallenstein im Dezember 1631 erneut zum Oberbefehlshaber berufen.

1632 besetzen die Schweden Donauwörth, Augsburg und München. Tilly wird in der Schlacht bei Rain am Lech schwer verwundet und stirbt am 30. April. Wallenstein beginnt sein zweites Generalat mit erweiterten Vollmachten. In der Schlacht an der Alten Veste bei Fürth gelingt es den Schweden nicht, Wallensteins Lager zu erstürmen. Am 6./16. November 1632 fällt Gustav II. Adolf in der Schlacht bei Lützen. 1633 entstehen mit dem Heilbronner Bund neue protestantische Bündnisstrukturen unter schwedischem Einfluss. 1634 wird Wallenstein nach geheimen und öffentlichen Absetzungsmaßnahmen am 25. Februar in Eger ermordet. Im selben Jahr erleiden die Schweden am 5./6. September in der Schlacht bei Nördlingen eine schwere Niederlage. Diese führt zum Prager Frieden und zu einer neuen Kriegsphase mit veränderten Bündnissen. Der Prager Frieden vom 30. Mai 1635 bindet die meisten protestantischen Reichsstände wieder an den Kaiser; Ausnahmen wie Hessen-Kassel bleiben bestehen.

Frankreich, Erschöpfung und Frieden

Ab 1635 tritt Frankreich offen in den Krieg ein: Am 19. Mai erklärt es Spanien den Krieg, am 18. September Kaiser Ferdinand II. Zugleich einigen sich Frankreich und Schweden im Vertrag von Compiègne über ihre Interessen in Deutschland und die weitere Unterstützung protestantischer Reichsfürsten. Der Krieg wird nun stärker europäisch geführt. 1636 bestätigen Frankreich und Schweden im Vertrag von Wismar die gemeinsame Fortsetzung des Kampfes gegen den habsburgischen Kaiser und seine spanischen Verbündeten. Die Schlacht bei Wittstock am 4. Oktober 1636 bringt Schweden einen umfassenden Sieg über ein kaiserlich-sächsisches Heer. 1637 stirbt Ferdinand II.; Ferdinand III. tritt die Regierung an.

In den folgenden Jahren wechseln Erfolge und Rückschläge. Bernhard von Sachsen-Weimar erobert 1638 Rheinfelden, Freiburg im Breisgau und nach langer Belagerung Breisach, stirbt aber 1639; sein Heer, die Weimaraner, wird an Frankreich verkauft. Schweden bleibt militärisch stark: 1642 siegt Torstensson in der Zweiten Schlacht bei Breitenfeld, einer der größten Schlachten nach Nördlingen. 1643 stirbt Ludwig XIII., Ludwig XIV. folgt unter Vormundschaft seiner Mutter, und Mazarin setzt die anti-habsburgische Politik Richelieus fort. Frankreich siegt bei Rocroi über ein spanisches Heer, erleidet aber bei Tuttlingen eine schwere Niederlage.

1644 bis 1645 verschieben sich die Kräfte weiter. Im Torstenssonkrieg greifen schwedische Truppen Dänemark an; Dänemark muss 1645 im Frieden von Brömsebro Zugeständnisse machen. 1645 besiegt Torstensson bei Jankau ein kaiserlich-bayerisches Heer, sodass der Weg nach Wien frei erscheint. Der Angriff auf Wien kommt jedoch zum Stehen, und die lange Belagerung Brünns scheitert trotz einer sehr großen schwedischen Armee. Sachsen schließt 1645 den Waffenstillstand von Kötzschenbroda mit Schweden; der Kaiser verliert damit nach Brandenburg einen weiteren wichtigen Verbündeten. 1646 und 1647 versuchen französisch-schwedische Heere besonders Bayern zum Ausscheiden aus dem Krieg zu zwingen. Maximilian I. schließt 1647 den Waffenstillstand von Ulm mit Frankreich und Schweden, bricht ihn später aber nicht endgültig aus der kaiserlichen Kriegsordnung heraus.

1648 finden noch mehrere Kämpfe statt, obwohl der Frieden verhandelt wird. Der Friede von Münster beendet am 30. Januar den Achtzigjährigen Krieg zwischen Spanien und den Niederlanden; Spanien erkennt die Niederlande als unabhängig an. Am 17. Mai besiegen französisch-schwedische Truppen bei Zusmarshausen das kaiserliche Reichsheer. Am 26. Juli nehmen schwedische Truppen die Prager Kleinseite ein und plündern sie; Prag wird bis zum 1. November belagert. Am 24. Oktober 1648 wird der Westfälische Frieden in Münster und Osnabrück unterzeichnet. Damit endet der Dreißigjährige Krieg.

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